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Uservorstellung: Rundmacher

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  • Dieses Thema hat 5 Antworten und 4 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 5 Jahre von Sparky.
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    • #6618
      Rundmacher

      Hallo,
      ich bin der Rundmacher und möchte Lautsprecherboxen bauen.

      Es hat mich hier in dieses Forum verschlagen, und natürlich lese ich bereits seit einiger Zeit mit.
      Den freundlichen Boardies gegenüber gehört es sich das man sich vorstellt, vielleicht auch deshalb weil Udo und ich in etwa (!) derselben Generation entstammen.
      Wem ist heute noch ein Martin Selber ein Begriff, jemand welcher den Selbstbau von Röhrenradios genial beschrieb, 0V1, 0V2 oder ein Superheterodyn (nein, das sind keine neuen Smilies und auch keine Wunderwaffen). Kaum Lesen gelernt wurde es zum Lieblingsbuch. Da leuchtete das kindliche Technikerauge, fast etwas heller als der Glühfaden der ECC83, heimlich betrieben an einer Taschenlampenbatterie abends unter der Bettdecke.
      Das Musik hören, es sollte für ein Vierteljahrhundert das Leben des damals jungen Technikbegeisterten bestimmen. Die Musik, sie kam aus der selbst gebauten Endstufe mit der EL84, Eintakt-A Betrieb, eine ECC83 selbstverständlich davor geschaltet. 200 V? Pah, kein Problem, man war ja schon groß.
      Aber die Lautsprecher. Es wurde nur nach Wattangaben selektiert, und bei 4 Watt war Schluss, damals in der DDR. Der technikbegeisterte Jüngling kletterte im Jahr der olympischen Spiele in München auf Kirschbäume und pflückte diese leckeren Früchte gegen Bezahlung, nach zwei Wochen war das Geld zusammen für einen richtigen Lautsprecher. Er hieß L2901, hatte sagenhafte 15 Watt Leistung, einen Korbdurchmesser von etwa 18 cm, einen schweren Magneten und das Beste: eine Gummisicke! Es gab auch eine Baubeschreibung mit Maßen für die zugehörige Box, die Frequenzweiche als Schaltung stand ebenfalls zur Verfügung, die Bauelemente waren mit ihren Millihenry- und Mikrofaradwerten angegeben. Luftspulen wickeln ging auch schon, es gab so Ungefährangaben welche Abmessungen die Spule haben musste um auf die gewünschten Werte zu kommen. Und zwei antiseriell geschaltete Elkos doppelter Kapazität ersetzten den ungepolten Kondensator im Tieftonzweig. Die Box war fertig, angetrieben wurde sie von meiner EL84 Endstufe.
      Bombe, das war einfach nur Bombe. Da gab es Bässe! Ein klarer Klang, so etwas hatte ich noch nie gehört. Natürlich war da nichts gemessen oder gerechnet worden an der Weiche, da waren irgendwelche Übernahmefrequenzen angenommen und die Weiche blind berechnet.
      Einige Jahre später, das Elektronikstudium lag hinter mir, der Nato Doppelbeschluss kam.
      Ich brauchte Boxen. Es gab neue Chassis in der DDR, der Tieftöner L2921 hatte 40 Watt Leistung. Und es gab die erste Hochtonkalotte! Es wurde eine 3-Wege-Box, zwei Mitteltöner, die Weiche nach Gefühl designt. 6db, 12 db Abfall, mehrere Referenzdesigns heran gezogen, die Werte interpoliert, Bauelemente beschafft und nachgemessen. Das ging mit der entsprechenden Messtechnik nun schon wesentlich genauer als in der Kindheit.
      Beide Kompaktboxen ran an den natürlich mit diskreten Siliziumtransistoren selbst gebauten Stereo-Endverstärker und was soll ich sagen: der Klang war dünn und nichtssagend.
      Ein Misserfolg. Die Boxen stimmten nicht. Auch heute nicht, ich hab sie noch, sie stehen in der Werkstatt.

      Nach dem Mauerfall gab es andere Prämissen, eine Familie, die Jobs, das tägliche Leben, das sind mehrereLebensabschnitte.
      All das ist gemeistert, im Beruf habe ich heute jeden Tag mit dem Verbund von Analog- und Digitaltechnik zu tun, ich bin einer der vielen Leute welche in unserer großen deutschen Automobilbranche tätig sind.

      Ja, die Musik und die dafür notwendigen Boxen. Bekanntlich hat der Schuster die schlechtesten Leisten und wenn ich so weit zurück blicke toppe ich dies wohl. Meine Home-Kino Anlage ist was die Lautsprecher betrifft wohl das unterirdischste was es gibt. Wenn Frodo mit seinen Gefährten durch den Auenwald läuft muss ich im Buch nachschlagen was eigentlich aus dem Yamaha-Center ertönen müsste. Da ist nicht der sprichwörtliche Vorhang vor den Lautsprechern sondern eher ein gesamtes Dämmstoff Großhandelslager.

      Das alte Ledersofa (mit dem Kuschelkater) hat uns begrüßt, meine Frau (die beste Frau der Welt) hat mich auf der Rückfahrt gefragt: “Wann fängst du an?“
      In der Küche sind Blechklötzchen mit Minilautsprechern installiert, schrecklich. Also starte ich mit der Mona 2.1.
      Sie ist ein ideales Einstiegsprodukt, preiswert ohne Ende, was will man da falsch machen. Hehe, 120 Euro für drei Lautsprecher, Tiefen runter bis in den tiefen (!) Bassbereich und so viel Watt, für mich ist das Wahnsinn. Der Amp steht schon auf den Tisch, die Chassis kommen in den nächsten Tagen. Ich bin gespannt.
      Die Kreissäge hat das neue Blatt bekommen (96 Zähne), der Fräszirkel für die Oberfräse ist fertig.

      Ich bin zurück.

      Apropos Fräszirkel, da habe ich was für euch, gleich noch ein eigener Beitrag.

      Es grüßt freundlich
      Rundmacher

    • #6626
      Michael M.

      Hallo Rundmacher

      Willkommen im Club, eine großzügig formulierte Uservorstellung hast du da abgeliefert.

      Ich bin zwar um einiges jünger als du, hab auch nicht so viel Zugang bzw. Wissen über die Technik von Verstärkern und Röhren aber Lautsprecher hab ich schon einige gebaut.
      Die Mona 2.1 ist mit Sicherheit ein guter Einstieg in das Sortiment von Udo, ich würde dir aber schleunigst raten in Richtung Bluesklasse zu agieren. 😀

      Der Großteil meiner Selbstbauten stammt von Udo, aber auch an andere Entwickler hatte ich mich schon ran gewagt. Weder von Udo noch von den Anderen wurde ich enttäuscht.
      Das Schöne am Selbstbau ist dass man mit möglichst geringem Einsatz ein Maximum an Klangqualität generieren kann.

      mfg
      Michael

    • #6631
      JoKa

      Hey, das ist eine echt coole Vorstellung. Da weiß man gleich wo Du herkommst und wo Du hinwillst. Herzlich willkommen!

      Du hast eine Kreissäge und eine Frau, die nicht abwarten kann, dass Du anfängst – das sind allerbeste Voraussetzungen. Da träumen die meisten hier von. Dein Fräszirkel samt Benutzer-Anleitung ist übrigens echt ein Sahnestück.

      Vor zwei Jahren hab ich bei Udo einen Eton-Bausatz mit ER4 bestellt und gebaut und dachte, ich bin fertig damit. Weit gefehlt. Fünf weitere Bausätze folgten und noch lange ist kein Ende in Sicht.

      Ich wünsche erst mal viel Spaß beim Fräsen der Mona 2.1 und ich schätze, Ersatz für Dein unterirdisches Heimkino wird auch nicht lange auf sich warten lassen.

      VG, Jo

    • #6670
      Sparky

      Guten Abend Rundmacher,

      hätte ich die Einleitung nicht gelesen; im „Pott“ würde Dein Synonym direkt auf einen Dreher von Beruf schließen lassen. Wobei die ja nicht mehr ausgebildet werden, das sind ja jetzt „Zerspanungsmechahniker Fachrichtung irgendwas“. Wobei unsere verrenteten „echten“ Rundmacher aus dem Betrieb denen auch einen vormachen….

      Willkommen im Kreis der Wahnsinnigen, um so mehr, da Du auch ein „Röhrich“ zu sein scheinst….
      Meines Zeichens Generation CD, habe ich nach dem Einstieg hier auch schnell zu selbsgebastelten Glühkolben und Schallplatte gefunden.

      Viel Spaß beim Stöbern und Bauen.
      P.S. Dein Fräszirkel ist schön. Mit einem Maschinenbauunternehmen als Arbeitgeber darf ich behaupten, der ist optisch für die Ewigkeit gebaut.

      Gruß,
      -Sparky

    • #6795
      Rundmacher

      Hallo @Sparky,

      das ist der Lauf der Dinge, die Menschen mit langjähriger Berufs- (und Lebens) Erfahrung haben zumeist einen immensen Erfahrungsschatz. Warum wohl wurden und werden diese Altvorderen (hehe, das dauert noch) als Leitbilder oder bei den Naturvölkern als lehrende Medizinmänner eingesetzt?
      Genug der Plauderei.
      Aber nein, das ist kein Kreis der Wahnsinnigen, wirklich nicht. Ich sage das ist ein Kreis der Genießer, der Wissenden und der Machenden.
      Jaja, nach der Mona -die Werkstatt ist einjustiert, das Holz liegt bereit und die Cam hat die ersten Fotos geschossen- geht es weiter. In die gehobenen Lautsprechergefilde, hier Bluesklasse genannt.
      Das Boxen selber Bauen ist m.M.n. gleich, ob Mona oder Duetta, man hat immer mit identischen Rohteilen zu tun, man muss sie verarbeiten, ja nach Gusto veredeln.
      So etwas schaffen wir.
      Ich finde die Mona ist ein ideales Produkt zum Einstieg für den absoluten Neuling, wirkungsvoll, preiswert und mit einem vergleichsweise hohen Kosten/Nutzeneffekt. Ein Geschenck für jede Verkaufsabteilung. die wissen anfangs gar nicht was da passieren wird
      Dann werde ich mal als Boxenbauerneuling 😉 diese Woche an die Arbeit machen und viele Bilder schießen.

      Es grüßt freundlich
      Rundmacher

    • #6799
      Sparky

      Guten Abend noch einmal;

      das ist das Schöne hier: Jetzt, wo Udo verrentet und wieder freischaffender Künstler ist, hat er wieder genug Zeit, sein Licht unter den Scheffel zu stellen und den geneigten Kunden mit seiner Klassifizierung zu überraschen 😉

      Manches, was so als „Aufsteigerklasse“ und Co. eingestuft ist, muss sich absolut nicht verstecken.
      Natürlich, wer die hier gebotenen Möglichkeiten kennt, weiß, mehr geht immer….. aber mich freuen immer wieder die positiv entsetzten Gesichtsausdrücke von irgend welchen Besuchern mit Hintergrund „Böse“ oder „Herman-Karton“ etc. , welche auf die Antwort zu der Frage „Wo hast Du die gekauft?“ mit „Wie?! Die sind selbst gebaut?“ antworten 😀

      Von den ganz dicken bis zu Regalboxen, hat Udo immer irgend was erfunden, was ich gut wo hin stellen konnte 😉

      Gruß,
      -Sparky

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