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Viermal Chorus 51 aus Baubuche

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Dieses Thema enthält 20 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  JoKa vor 3 Tagen, 19 Stunden.

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  • #29258

    Hallo allerseits,

    seit der Bericht der Chorus 51 erschienen ist, hatte ich sie zur Unterstützung des Fernsehtons bei Filmen im Kopf.
    Bislang stehen die Cheap Trick 231 re/li neben dem Fernseher. Mit 3,5 Litern netto schön klein und unauffällig, aber der Aufgabe nicht wirklich angemessen. Vor allem bei der günstigen Dayton-Hochtonkalotte war Steigerungspotential.

    C51 Doku 00

    Viel größer sollte es aber auch nicht werden, höchstens 9-10 Liter für einen 5-Zöller, von dem ich aber deutlich mehr Grundton und Volumen erwarten durfte. E-dings SB15 haben hier bereits überzeugt.

    Als beim letzten Event von Axel in Eschborn (Dez. 2017) auch die Chorus 51 aufspielte, war der Bau innerlich beschlossen – und verschoben auf wärmere Außentemperaturen.

    Und als ein Freund mich vor kurzem nach Ersatz für seine kleinen Braun-Kompaktboxen (mit 5-Zöller) fragte und wir uns auf ein Budget von 500-600 Euro einigten, lag es auf der Hand, gleich zwei Paare zu bauen.
    Das Multiplex-Schichtendesign der CT231 gefiel ihm gut, aber das war mir für 4 Boxen zu viel Arbeit. Vor 2 Jahren hatte ich die Nextel 18 mal so gebaut, mit angerundeten Innenausschnitten für 16 Platten pro Box und die vorgefrästen Frontplatten aus Mulitplex dann aufgesetzt.

    C51 Doku 01

    Vorgefräste Fronten wollte ich wieder nutzen, für den Korpus hatte ich aber etwas anderes im Sinn: Baubuche
    Das sind Leimholzplatten aus senkrecht verleimten Furnierlagen, die der geschichteten MPX-Optik recht nahe kommen. Wie es sich später optisch mit der Front aus Birkenfurnier verträgt, wird im Auge des Betrachters liegen. Ich sehe da aber kein Problem.

    Im örtlichen Baumarkt kostete mich eine Platte Baubuche 100×68 cm inkl. Zuschnitt 30 Euro. Es dauerte etwas, bis ich aus einer Platte den Zuschnitt für zwei Lautsprecher gebastelt habe:

    C51 Doku 02

    In Längsrichtung der Platte waren das für 4 Stücke netto 98cm. Der Mann an der Säge hatte also noch 20mm für insgesamt 5 Sägeschnitte zur Verfügung. Wichtig war auch, dass die Furnierrichtung in Längsrichtung der Platte läuft. Und weil die Streifenoptik möglichst bruchlos später um die Box herumlaufen soll, musste der Mann an der Säge die Platten genauso abwechselnd sägen wie gezeichnet. Beides war für ihn kein Problem.

    Alle Platten werden noch allseitig auf Gehrung gesägt. Die Boxen haben also am Schluss Außenmaße von ungefähr 18,5 x 29,5 x 29,5 cm. Das ergibt nur etwa 9,5 Liter im Innern, mit einem ungekürzten HP50 sollte es aber passen.

    Gestern konnte ich das Holz abholen, zu Hause in die richtige Reihenfolge puzzeln und für spätere Verwechselungen beschriften.

    C51 Doku 03

    Nächste Aktion sind dann die Gehrungsschnitte. Die kürzlich erworbene günstige Kreissäge, die ich bislang nur einmal für die CT193 genutzt habe, kommt dafür draußen zum Einsatz. Ich hoffe auf schönes Wetter am kommenden Wochenende.

    Schönen 1.Mai noch Euch,
    Jo

  • #29259

    Hey Jo,

    da ist ja die nächste Entwicklungsstufe zu der Puzzelei, die ich mit der UDo14 hatte. Bin gespannt auf den weiteren Verlauf.

    Gruß Enrico

  • #29291

    Verspricht interessant zu werden! 😉
    Suche noch immer nach einer Optik für meine 52ACL in finaler Version, vielleicht gibts hier ja gute Anregung. Also mach hinne 😀

  • #29313

    Baubuche??? noch nie gesehen. Ich verfolge das hier im bequemen Liegestuhl. Viel Erfolg
    Grüße Achim

  • #29353

    Gestern habe ich die Buchenplatten auf Gehrung geschnitten, was etwas ernüchternd war, da ich schwer mit den Ungenauigkeiten meiner einfachen Kreissäge zu kämpfen hatte.

    Man sieht auf dem Foto links neben dem Sägeblatt einen mehrfach gefalteten aufgeklebten Papierstreifen. Das Sägeblatt lässt sich nur bis etwa 43° kippen. Der Streifen sollte den Gehrungswinkel 45° annähern, indem er die Platte an der Anschlagseite leicht anhebt. Gleichzeitig sollte der Streifen so verhindern, dass dort am Anschlag die Spitze der Gehrung in die kleine Fuge zwischen Tisch und Anschlag rutschen kann.

    04 Doku C51

    Beides hat nur leidlich funktioniert.

    Überflüssigerweise hat sich der Streifen auch ständig gelöst oder das Holz hat sich beim Vorschub an einem der Klebestreifen verfangen.

    Erschwerend kam hinzu, dass sogar die recht kleinen Baubuche-Platten beim Abholen bereits eine leichte Schüsselung hatten. Es sind zwar Mehrschichtplatten aus Furnierlagen, es bleibt aber Vollholz. Und das arbeitet. Ich empfehle die Platten nur für kleinere Boxen zu verwenden und auch nur, wenn alle Platten quer zur Furnierlagenrichtung gleichmäßig arbeiten können und sich nicht gegenseitig absperren. Längs zur Furnierlage ist es weniger ein Problem, da schwindet/quillt das Holz normal unter 1%. Quer aber 5-10%.

    Etwas genervt habe ich die Sägerei zu Ende gebracht und dabei eine Menge Dreiecksleisten produziert.

    C51 Doku 06

    Beim Verleimen des ersten Gehäuses offenbarten sich die Ungenauigkeiten meiner gestrigen Arbeit. Die Gehrungswinkel sind nicht sauber, die Kanten nicht immer fluchtgerecht und auch die erstellten Plattenabmessungen leicht unterschiedlich. Es wird einiges an Nachbearbeitung benötigen, damit die Optik zufriedenstellend wird.

    C51 Doku 06

    Da es aber „nur“ um die Gehrungsfugen geht, bin ich zuversichtlich.
    Aber erstmal müssen alle Kisten fertig verleimt werden.

    Grüße, Jo

  • #29357

    Das Material gefällt mir schon extrem gut. Mal sehen ob ich das hier irgendwo bekommen kann 😉

  • #29360

    Wirklich coole Idee. Das Material könnte auch meiner Regierung gefallen 😀

    Zu deinen Erfahrungen beim Zuschneiden möchte ich auch noch etwas sagen. Ich bitte, meine Anmerkungen aber nicht falsch zu verstehen (Klugscheißer…)!

    Der Winkel deiner Säge sollte sich einstellen lassen. Mir ist bis jetzt noch keine Säge untergekommen die nicht irgendwo eine Einstellmöglichkeit bietet. Bei den meisten Sägen gibt es irgendwo eine Anschlagschraube bzw einen “Nippel” für 90 und 45 Grad. Sollte es diese nicht geben, “muss” es irgendwo einen anderen Anschlag geben (sonst würde sie ja weiter schwenkbar sein) der mittels Feile oder ähnlichem auch “eingestellt” werden kann. Ist natürlich möglich, dass man(n) 1 bis 2 schrauben entfernen muss um dran zu kommen 🙂

    Deine Säge hat den Parallelanschlag auf der linken Seite, was für Gärung schneiden ungünstig ist. Erstens besteht so die Gefahr, dass die Platte verkantet und dadurch einen Schnittfehler produziert, und zum anderen ist ja die “spitze” Seite, die sichtbare (in unserem Fall), welche dadurch sehr unschön wird, da das Sägeblatt diese nach unten ausreißen wird. Zudem kommt noch, das sich die Säge selbst etwas nach oben heben wird. Die meisten billigen Sägen haben etwas Spiel, und dadurch ändert sich dann auch die Breite bzw. der Winkel über den Schnitt. Das hängt halt von der Aufhängung der Säge ab. Wenn von der anderen Seite geschnitten wird, wird Druck nach unten ausgeübt, welcher unkritischer ist zumal ja die Schwerkraft diese Position schon “vorgeschlagen” hat 😀
    Das vierte Problem ist, der von dir erwähnte Anschlag passt eigentlich nicht. Die spitze Seite vom Brett sollte wie dir aufgefallen ist nicht unten sein (verursacht verkanten/Ungenauigkeit…) Würde der Anschlag auf der anderen Seite sein, hättest du diese Probleme nicht (spitze Seite ist dann oben…) Vielleicht kannst ja für das nächste mal einen Anschlag einfach mit Schraubzwingen befestigen? Würde nämlich auch nicht schaden wenn er etwas länger wäre.

    Auch sehr hilfreich ist, alle Teile mit gleicher breite auf einmal (natürlich hintereinander) zu schneiden. Sollte helfen dass die Deckel dann besser passen…

    Bin gespannt wie es weiter geht!

    LG
    Markus

  • #29362

    Hallo Markus,

    vorweg: das ist alles komplett richtig, was Du schreibst !!

    Mit dem nicht-vorhandenen 45°-Winkel hadere ich inzwischen auch. Das Drehrad, mit dem man die Höhe des Blattes justiert, lässt sich in der vorhandenen Bogenlochung nach rechts bis zum Ende der Lochung schwenken, dann ist Schluss und zwar leider kurz bevor die 45° erreicht sind. Man sieht es ganz gut auf dem Foto unten rechts. Bislang habe ich vergeblich nach einer Möglichkeit gesucht, dies auszutricksen. Vielleicht stelle ich die Säge mal kopfüber und checke dann sämtliche Schräubchen und Nipsel, möglicherweise habe ich ja irgend etwas übersehen.

    Auch wäre der Parallelanschlag rechts vom Sägeblatt besser gewesen, volle Zustimmung. Warum ich das nicht gemacht habe? Ganz simpel: Die Anschlagschiene vorne am Tisch (an der der Parallelanschlag fixiert wird) hätte ich dafür auf die rechte Tischseite montieren müssen. Für die Befestigungsmuttern war ein 10er Maulschlüssel notwendig, der auf dem gesamten Vereinsgelände aber nicht aufzutreiben war. Auf eine 1-stündige Hin- und Rückfahrt nach Hause, um einen 10er zu holen, hatte ich keine Lust. Wird schon klappen, dachte ich, schön langsam vorschieben und eine Erhebung am Anschlag brauchte ich ohnehin und wollte halt loslegen … Im Nachhinein kam mir der Gedanke, dass ein Baumarkt ja nicht weit gewesen wäre … Dadurch hätte ich auch den Kardinalsfehler vermeiden können, nämlich dass das Sägeblatt auf der Sichtfläche das Holz ausreißen kann (was auch teilweise passiert ist).

    Da der Parallelanschlag nur vorne befestigt ist, schiebt er sich auch noch hinten/oben geringfügig zur Seite, wenn man beim Vorschub zu viel Druck ausübt. Die Idee mit der zusätzlichen Schraubzwinge (auch zur Minimierung der Fuge zum Tisch) hatte ich auch, aber die Tiefe aller verfügbaren Zwingen reichte nicht bis zum Anschlag. Ich hätte eine Leiste drüberlegen und jeweils am Rand verzwingen können …
    Es hätte sich sicher auch ausgezahlt, wenn ich das billige Flachzahn-Sägeblatt mal gegen Wechselzahn ausgetauscht hätte.

    Hätte, hätte …

    Naja, Fehler sind auch dazu da, gemacht zu werden, um daraus zu lernen. Dazu gehört auch die Tatsache, dass billiges Werkzeug i.d.R. selten optimale Ergebnisse liefert. Das schließt übrigens auch den zur Kreissäge gehörigen Schlitten ein, der oben rechts auf dem Foto zu sehen ist und aufgrund des doch spürbaren Spiels in der Führungsschiene die Holzplatten beim Vorschub durchaus 2-3 mm nach re/li verschieben vermag. Kaum zu gebrauchen, das Ding. Höchstens für den Zuschnitt von Holzplättchen für den Weichenaufbau.

    Die Nachbearbeitung wird nun etwas aufwändiger, aber das habe ich mir selbst eingebrockt.

    Bis demnächst,

    Jo

  • #29363

    Kannst Du schon eine Einschätzung abgeben wie gut das Material zu fräsen ist?

  • #29364

    Das Material ist sehr fest und hat eine sehr schön glatte Oberfläche. Ich verwende es für Boden, Deckel und die Seiten. Front kommt von Udo (Birke Multiplex), Rückwand mache ich ebenfalls in Multiplex. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass bei allen sechs Platten die Furnierlagen in der gleicher Richtung liegen werden und nichts um 90° versetzt verleimt wird.

    Ich werde also nicht fräsen, vermute aber, dass Fräsungen mindestens so gut werden wie in Multiplex.

    Bei der Verarbeitung fühlt es sich an wie Vollholz, macht aber weniger Ausrisse als Vollholz.

    Die Schnittkanten sind auf jeden Fall i.O. (trotz des billigen Sägeblattes).

  • #29365

    Danke. Ich denke darüber nach nur die Seiten in Baubuche zu machen. Mir gefällt die Optik des Materials sehr. Hab da allerdings noch eine Idee, bei der Fräsungen nötig wären, daher die Frage 😉

  • #29367

    Hallo die Herren,

    nach meiner Erfahrung reagiert Baubuche quer zur Lamelle sehr empfindlich auf das Bünding- bzw. Kantenfräsen.
    Hier immer mit einer Opferleiste beim Ein- und Ausfahren arbeiten.

    Gruß Torsten

    Baubuche Bündigfräsen

  • #29401

    Ein paar Fotos von den vier bisher verleimten Kisten. Noch ohne Fronten und Rückwände.

    C51 Doku 07

    Den deutlichsten Versprung sieht man auf dem nächsten Foto. Ergebnis der oben beschriebenen Nachlässigkeiten beim Sägen. Die Ecke kommt auf die Rückseite und nach unten, und wenn die verbleibende Fuge mit Wachskitt verschlossen und beigeschliffen ist, sieht man es wahrscheinlich gar nicht.

    C51 Doku 08

    Insgesamt ist das Ergebnis noch ok.

    C51 Doku 09

  • #29506

    Noch ein Foto von einer Box mit (lose eingelegter) Front.
    Die braunen Flecken an der Kante sind Reste vom Paketklebeband und verschwinden nach dem Schleifen. Vorher muss ich in die Rückwände noch die Löcher für BR-Rohr und Terminal machen. Anschließend wird alles verleimt.

    C51 Doku 10

  • #29585

    Hallo Jo !
    Meine Güte … da bist du ja gerade ordentlich in Eckchen (Action!).
    Weiterhin gutes Gelingen !
    (Ich wünschte mir , ich hätte auch endlich wieder den nötigen Antrieb ein Projekt zu starten und dann zügig fertig zu bringen).
    Bis vielleicht bald mal wieder.
    G
    Viele Grüße , Detlef

    • #29587

      Hi Detlef,

      danke für die guten Wünsche.
      Es geht alles etwas langsamer, wenn man jedes Teil 4x machen muss. Aber es geht voran und macht Spass!

      Grüße, Jo

  • #29586

    Die Weichen habe ich am Wochenende auf Holzbrettchen montiert und dabei ausschließlich nur lösbare kraftschlüssige Verbindungen gemacht. Mit 7 Lüsterklemmen und 7 Kabelbindern je Stück. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ich die nicht noch mal auseinandernehme, falls eins der beiden Paare ein Upgrade bekommen sollte. Möglichkeiten dazu gibt es ja inzwischen so einige.

    C51 Doku 11

  • #29724

    Die vier Kisten sind verleimt und seit gestern mit 120er-Papier vorgeschliffen.
    Dadurch wurden ein paar Stellen sichtbar, die noch mit Wachskitt zu schließen waren.

    Jetzt stehen sie da – und ich bin etwas unschlüssig.

    C51 Doku 12

    Die Gehrungen sind nach dem Schleifen ganz ok, dafür dass ich ziemlichen Murks gesägt habe.

    C51 Doku 13

    Eigentlich lasse ich Multiplex in der Regel unbehandelt und unversiegelt. Die Baubuche-Flächen würde ich dennoch ruhig ein wenig “anfeuern” wollen.
    Und mach mir Sorgen um die Front, die gerne so hell bleiben darf. Gerade bei Birke habe ich nach Ölungen und Versiegelungen oft (für mich unschöne) Gelb-Verfärbungen gesehen.

    Hätte jemand eine Birke-Definitiv-ohne-Gelbstich-Versiegelungs-Empfehlung?

    Grüße, Jo

  • #29725

    Nur Klarlack auf Wasserbau verwenden für die Fronten.

  • #29730

    Hi Jo,

    sind schick geworden! Vielleicht Osmo mit weißen Pigmenten? Wie es mit dem klaren Osmo aussieht kennst du ja von meiner Duetta.

    Ciao
    Chris

  • #29732

    Hallo Michael,

    Klarlack auf Wasserbasis werde ich testen, bisher habe ich nur lösemittelhaltige Lacke verwendet, das letzte Mal 2015 bei den LS in meinem Avatar. Vorsichtshalber mache ich ein Probestück.

    Hallo Chris,

    Osmo mit weißen Pigmenten hatte ich bei der Linie44 verwendet. Wie sich der auf Birkefurnier macht, probiere ich auch aus, wenn ich die Dose noch finde. Mein Bauchgefühl sagt mir aber, es wird kein Wachs oder Öl.

    Grüße, Jo

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