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Was lange währt … (Mona Sat / Mini ACL)

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    • #48174
      Tobias

      macht endlich „tut“.

      So oder ähnlich sollte ein Sprichwort für Bastler, Heimwerker und Boxenbauer lauten. Nicht selten ist ja auch hier zu lesen, dass Bausätze im Konzept- oder Halbfertigzustand überwintern, die Fertigstellung des Hausbaus oder andere Überraschungen des Lebens abzuwarten haben um dann doch irgendwann den Anschluss an ein paar passende Litzen zu finden.

      So erging es auch meinen „Mona Sat im Mini ACL Gewand“.

      Einleitung

      Es ist nun schon Jahre her, seit ich beschloss das Wohnzimmerheimkino im eigenen Haus nach und nach aufzurüsten. 3D Sound sollte her für den akustischen Filmgenuss und die Stereofähigkeiten harren ebenfalls dem Ausbau.

      Bei der Recherche bzgl. Des Heimkinosounds fiel mir irgendwann das Schlagwort Auro 3D ins Auge und brannte sich dort wie in einem frühen Plasmapanel ein. Es folgten viele Stunden des Studiums von Erfahrungsberichten, Testberichten und Handbuchauslegungen. Nach einigem Abwarten fand ich im Rahmen einer weltumspannenden herbstlichen Onlineverkaufsaktion einen Denon X6300H der potent genug sein sollte mir 5.4.1.1 in das kleine Wohnzimmer zu projizieren. Also die klassischen 5 Kanäle auf Ohrhöhe, 4 zusätzliche in der Höhe, ein weiterer direkt über dem Hörplatz und der Subwoofer Kanal für den Bauch.

      Nun steht das gute Gerät schon fast anderthalb Jahre im Schrank und wurde am Karfreitag endlich mit den 5 Lautsprechern für die 2. und 3. Ebene verbunden. Auch wenn die Bespannung noch fehlt und die Weiche ein Update bräuchte, bin ich nun doch so weit, dass sich die Dokumentation des Baus lohnt. Immerhin kann ich Vollzug berichten und laufe nicht Gefahr, dass die Lautsprecher unvollendet im Nebel der Geschichte verschwinden. Denn: sie spielen!

      (Der Baubericht wird Zug um Zug ergänzt)

      Der Raum

      Die räumliche Situation ist aus akustischer Sicht nicht wirklich optimal. Der Wohnbereich hat einen fast quadratischen Grundriss (4 x 4,2), ist nach rechts in den Essbereich offen und nach links durch eine Wand begrenzt. Das Sofa (primärer Hörplatz) steht direkt an der Wand unter einem Fenster allerdings direkt mittig vor dem TV. Optimierende Massnahmen bzgl. Raumakustik sind bisher keine getroffen. Vielleicht kommt da mal ein im Bild versteckter Diffusor o.ä. an die linke Wand. Für ein Abhängen der Decke müsste es schon eine ganz besonders hübsche Variante geben um das umzusetzen. Kurz gesagt, habe ich hier ein ganz normales Familienwohnzimmer. Immerhin habe ich beim Bau des Hauses vorausschauend einige Leerrohre verlegen lassen, welche mit leichten Abweichungen in der handwerklichen Ausführung ziemlich genau da raus kommen, wo ich sie brauche. Das bis anhin tadellos spielende 5.1 Set von Focal zu ersetzen war nun nicht die wesentlichste Massnahme zur Verbesserung der Filmfreude. War ich doch bisher recht zufrieden. Ein Ausbau der Kanäle auf Ohrhöhe würde 1. schwierig werden, da besagtes Sofa ja direkt an der Rückwand steht und der Platz davor dringend für Ritterburgen, Bauernhöfe und Wiese für diverse Einhörner benötigt wird. Also ein Ausbau in der Höhe.

      Lautsprecherwahl

      Nachdem ich vor etlichen Jahren mal die FT6 MKII gebaut hatte und mir auf dem berühmten Sofa die Duetta und diverse andere Bausätze anhören durfte war für mich klar, dass ich mir wieder Lautsprecher von Udo bauen würde. Nur welche? Einerseits  sollten „klein“ genug sein um im Wohnbereich unter die Decke geschraubt werden zu dürfen, müssten zu unklarem späterem Ausbau der 1. Ebene passen und sollten das Budget nicht sprengen. Außerdem sollten sie zu dem gewünschten Tonformat und dem dafür notwendigen Setup passen, bei dem die Lautsprecher auf die Hörposition eingewinkelt werden sollen.

      Grundsätzlich erwartete ich auf den oberen Effektkanälen kein Feuerwerk im Frequenzgang um dem vielbeschworenen Raumklang eine 3. Dimension und damit eben genau das, Raum zu geben. Ein Breitbänder im kompakten Gehäuse schien also keine schlechte Wahl. Nach einigem Mitlesen war klar, die Mona wäre um den Sat beraubt eine Kandidatin. Sie erinnerte mich in der Grösse zwar an sog. „Brüllwürfel“ einer diabolischen Kaufoption und andere frühe Heimkinosets der grossen Elektronikmärkte andererseits sind die Optionen mit obigen Anforderungen und Rahmenbedingungen doch begrenzt.

      Also orderte ich nach Rücksprache bei Udo ein Paket mit Mona Sats, nahm es wenige Tage später motiviert in Empfang und widmete mich danach mit Elan der Gartengestaltung, Ausbau der Kinderzimmer … . Nachdem ich das Paket oft genug von A nach B geräumt hatte waren dann mittlerweile die Mini ACL erschienen und ich fragte an ob denn eine Mini ACL ein tauglicher Ausbauschritt für die oberen Effektkanäle wäre. Empfehlen wollte Udo mir das zwar nicht so recht, meinte aber gemäss dem Selbstbaumotto: „probiers doch“ die Weiche kannst du auch später noch anpassen.

      Hmm, Potential auf ein bisschen mehr Tiefgang, falls von oben der Herr zu mir spricht oder mal in Sternenzerstörer vorbeikommt, schadet vielleicht doch nicht. Es bleibt klein genug und sieht doch ein bisschen überzeugender aus. Mona Sat im Mini ACL Gewand sollte es also erstmal werden.

      Gehäuseplanung

      Die Planung der Gehäuse erforderte dann ein wenig Knobelei, wobei ich tatsächlich einen Teil der Planung recht handfest in einem Zuge mit der Umsetzung abwickelte. „Böhnchen“ könnte auch der Spitzname der entstandenen Gehäuse lauten, obwohl diese äußerlich eher nichts mit einer Kaffeebohne gemein haben. Meine Erwartungen an die Gestaltung:

      • etwas breiter als hoch
      • anwinkelte Front (3 unterschiedliche Winkel für Front High, Sourround High, VoG)
      • direkte Wandaufhängung

      Gehäusebau

      Gehäuse-„Finish“

      Montage

      Setup

      Klangergebnis

      Soviel sei bei allen individuellen Wahrnehmungsfähigkeiten und Präferenzen gesagt. Die 2. und 3. Ebene entfalten Wirkung! Das Fenster in die virtuellen Welten hat für die Ohren nun merklich an Höhe und damit eine dritte Dimension gewonnen. Da oben ist jetzt akustisch etwas, das zuvor nicht da war. All zu schnell hat sich das Gehirn an die neue Atmosphäre gewöhnt und erst das Abschalten fördert den Unterschied wieder zu Tage.

      Nun sind ja bekanntlich die Mona Sat bzw. die Mini ACL mit ihren Breitbändern keine Bluesklasse und tonal (nach meinem Verständnis) nicht an irgendeine andere Baureihe aus dem Udoversum angelehnt. Allerdings hatte ich bei allen Tests bisher auch nie die 1. Geigen links oben hinter mir, sondern eher ein paar ihrer Reflexionen, heulenden Wind, rauschende Blätter, diverse fliegende Objekte oder mal einen Blaster. Die tonale Anschlussfähigkeit steht Für mich da nicht so im Vordergrund wie die Freude darüber, dass ich akustisch gesehen mitten drin bin.

      Dass dies wie immer bei schlechtem Input auch nach hinten losgehen kann ist klar. Schlecht abgemischte Aufnahmen, hoch komprimierte Tonformate oder hastig zusammengezimmerte Spiele nerven Ohren und Hirn dann leider ebenfalls in einer neuen Dimension.

      Aus meiner Sicht hat sich der Ausbau für Film und Spiel aber insgesamt absolut gelohnt. Ich erlebe den Klang als „natürliche“ unaufdringliche Erweiterung die Spaß macht und die Immersion noch ein Stück weit fördert. Das von mir eingangs schon angesprochene Format Auro 3D macht dabei einen guten Job und rechnet verschiedene Inputs in einen angenehmen räumlichen Klag um.

      Jetzt werden erstmal ein paar Filme geschaut bevor als nächstes Projekt die Schrankwand im Wohnzimmer erneuert und mit ihr die 5.1 Kanäle der 1.Ebene ersetzt und ein neuer TV installiert wird. SB 23/3, Chorus 83 oder SB85 hätte ich im Auge für die Front aber wer weiss wann ich darüber berichten kann.

      ToDos:

      • Rahmen fertig stellen und mit Stoff bespannen
      • Weichen anpassen (ja, sie werkeln noch mit den Mona Sat Weichen)

       

       

    • #48175
      Matthias (DA)

      🙂 Auferstehung… passt ja grad ganz gut

      • #48177
        Tobias

        Danke Matthias! „Leidensgeschichte“ wäre ein zu grosses Wort aber ich bin froh dass ich es endlich so weit geschafft habe. 🙂

        • #48178
          Matthias (DA)

          Na dann freue ich mich mit dir auf die anstehende akustische Himmelfahrt 🙂

    • #48179
      derFiend

      Mal ne Frage (weil ich ja ein ähnliches Setup habe): hast du jetzt nur die Effektkanäle mit Monas ausgestattet, oder auch die Front/Center?

      Grund meiner Frage: ich bin mit dem Mona Heimkino super zufrieden, bis auf den Center! Da ist mir für den sprachmäßig wichtigsten Lautsprecher dann doch zu wenig definition draus.

      Falls also nicht durchgehen Mona, womit hast Du das kombiniert?

      • #48182
        Jörg

        Hallo derFiend,

        bis ich mein Heimkino komplett auf SB’s umgerüstet habe, hatte ich auch ein Setup bestehend aus Mini ACL als Front und Mona Sat als Cender und Rear’s. War  genau wie Du sehr zufrieden. Den Center habe ich eigentlich auch als zufriedenstellend in Erinnerung. Vielleicht lag es daran, dass ich ihn direkt auf meinen Hörplatz ausgerichtet hatte und auch immer schön im Sweatspot sitzen konnte.

        Wenn ich das hier so lese sollte ich mir vielleicht auch überlegen die Monas als Front-High-Effektlautsprecher zu reaktivieren.

        G Jörg

      • #48183
        Tobias

        Hallo derFiend, auf Ohrhöhe werkelt seit mittlerweile ca. 20 Jahren ein Set von Focal / JMLab. Die sind doch deutlich grösser als die Monas. Werde sie im Zuge der weiteren Gestaltung des Wohnzimmers dann mit anderen von Udos Schöpfungen ersetzten. Schwarzes Vinyl mag ich dann doch ganz gerne in Stereo. Mit den Monas / Mini ACL sind jetzt nur die oberen Effektkanäle ausgestattet.

        • #48187
          derFiend

          Danke für die Antworten. Im Groben ist ne Mona auch als Center ausreichend. Aber sobald meine Frau dann weggepennt ist, und ich die Lautstärke etwas herunterregele, um sie im Land der Seeligen zu lassen, lässt die Sprachverständlichkeit gegenüber den Effekten oft zu wünschen übrig.

          Naja, so ergibt sich dem geneigten Selbstbauer mal noch ein (weiteres) Zukunftsprojekt 😉

    • #48181
      Sparky

      Moin,

      welch österliche Gedanken.
      Auf dem letzten Nordhausener Event lernte ich jemanden kennen, der lt. eigener Aussage seit zehn Jahren eine Needle baut.
      Hat bei mir aber zugleich Gefallen an der “ganz Dicken” gefunden.
      Was wir wollen ist also noch lange nicht, was wir tun.
      Also alles gut, das muss so 🙂

      Ich kann da sozusagen von “Glück” reden, dass meinem Geist eine gewisse Manie innewohnt – wenn ich mir etwas fest in den Kopf gesetzt habe, wird es umgesetzt. Es ist eine Frage des Zeitmanagements und mit wie vielen anderen Lebewesen man sein Leben teilt, die ebenfalls Aufmerksamkeit benötigen (und es vielleicht nicht gut finden, wenn man ein “Projekt” in der ganzen Wohnung verteilt und mitten drin pennt 😀 )

      Gruß,
      -Sparky

      • #48184
        Tobias

        Hallo Sparky, ja, in der Tat. Da gibt es kleinere und grössere Lebewesen, die so ihre Ansprüche stellen. Umso schöner wenn es dann endlich läuft. Jedenfalls habe ich jetzt eine Möglichkeit das Ruhebedürfnis meiner Mitmenschen nachhaltig zurück zu stören 🙂 Die Miniwerkstatt ist auch wieder befreit vom Lackiersetup, das löst dann zusätzlich die eine oder andere Blockade in Konkurrenzprojekten. Der Sommer kann kommen.

    • #48206
      Tobias

      ### So, nun weiss ich nach kurzer Suche auch, dass ich meinen obigen Beitrag nicht gemütlich über einige Tage hinweg bearbeiten kann. Also wird das hier jetzt doch ein Puzzle. Ich schreibe mal die Texte fertig und mache dann ne Bildergalerie. ###

      Gehäuseplanung Teil II:

      Nun bin ich zugegebenermaßen zwar des Rechnens mächtig aber eher rechenfaul. Auch sitze ich ohnehin den ganzen Tag vor dem Rechner und muss mich nicht auch noch meine spärliche Freizeit mit der digitalen Planung von Holzwerkstücken verbringen. Zumal dann nicht wenn sich auch ein Hands on Ansatz eignet.

      Die Überlegung war wie folgt: Ich brauchte je zwei Paar Lautsprecher mit einem rechteckigen Grundriss und einer  zum Hörer geneigten Schallwand für die Montage an der Wand vor und neben dem Hörer. Sowie einen einzelnen Lautsprecher ähnlicher Bauart zur Montage über dem Hörplatz. Berechnet sowie gemessen ergaben sich 3 unterschiedliche Winkel für die Schallwände. Damit unterschiedliche Querschnitte und notwendigerweise eine abweichende Innenaufteilung und Gestaltung der Kammern, die zwar gleiche Volumen aber nicht gleiche Formen haben würden.

      Ich nahm mir vor drei Kisten mit dem doppelten Volumen aus MDF zu fertigen und diese dann an der Tischkreissäge im passenden Winkelt zu teilen um 2 gleich grosse, gleich angewinkelte Gehäuse zu erhalten. Diese wären auf Gehrung zugesagt und verleimt, bräuchten etwas Fummelei um die Grösse der ACL Kammern hinzukriegen und bekämen eine aufgesetzte Schallwand.

      Für die Trennung der Kammern könnte ich auf entsprechende Gehrung gesägte MDF Stücke nehmen. Da der Winkel Der Schallwand ja bekannt wäre müssten sich diese vorbereiten und dann zurechtkürzen lassen. Bei all den Winkeln und unterschiedlichen Volumen würden die Öffnungen der ACL unterschiedliche Formen aufweisen aber die erste Kammer für den Einbau der Lautsprecher und der Weichen sollte Gross genug sein. Man hätte das eben jetzt im Detail ausknobeln können aber da das zersägen und zerspanen – zumindest mir – gehörig Freude bereitet gIng ich die Sache handfest an.

      Gehäusebau

      Der Aufbau der Kisten aus MDF gestaltete sich recht klar und war eine gute Gelegenheit die Einstellungen der Tischkreissäge und das Verleimen von Gehrungen einmal mehr zu üben (Klebeband sage ich hier nur leise). Für das Halbieren der Kisten auf der Kreissäge stellte ich an der Kappsäge die benötigten Anschläge mit passenden Winkeln für den Schiebeschlitten her. Da das Sägeblatt nicht beliebig weit aus dem Tisch fährt waren zwei Durchgänge notwendig und die Japansäge zerteilte dann auch die letzten Verbindungsstücke. Das lief besser als gedacht.

      Auch der Zuschnitt der Schallwände gestaltete sich nicht allzu kompliziert, da Messungen an den halbfertigen Gehäusen nun präzise möglich war (Präzision auf Ebene des Holzheimwerkers natürlich, nicht das mir noch die Metallbauer vom Stuhl kippen). Die Reststücke der Schallwände wiederum Konten gleich als Material für die Kammertrennungen herhalten.

      Es blieb nur die Frage, wie die korrekte Positionierung zu bewerkstelligen sei. Auch das ließ sich experimentell lösen indem eine angebrochene Packung gut riechenden aber scheußlich schmeckender Kaffebohnen zum Einsatz kam. Zunächst maß ich das Volumen der ersten Kammer sowie das der folgenden Kammern in Kaffeebohnen ab und rückte dann dem unsegmentierten Gehäuse mit dem wohlriechenden Schüttgut auf die Pelle. Mit ein paar kleinen Trennbrettchen liessen sich die Kaffeebohnen in verschiedenste Formen schieben und doch blieb die von ihnen verdrängt Luft im Volumen gleich. Kammer für Kammer wurde so definiert und die Trennwände auf passende Höhe gekürzt und eingesetzt. Die Berechnung der Form für die Öffnung in die nächste Kammer war zwar auch jeweils einzeln nötig aber das bringe ich dann auch noch her. Bis auf wenige Bohnen ging dieser Ansatz handwerklich auf.

      Fräsungen für Lautsprecher und Anschlussterminal wurden gemacht und die Schallwand aufgeleimt. Hier war es wieder hilfreich die 2 gleichen Hälften in die Schraubzwingen legen zu können um den passenden Anpressdruck ohne Verschiebungen aufzubauen.

      Ich fräste mit dem Fortnerbohrer noch Topflöcher für Beschläge zur Wandaufhängung an Rück- bzw. Seitenwände und wähnte mich auf der Zielgeraden.

      Gehäuse-„Finish“

      Zunächst folgte die allseits beliebte Vorbereitung der Oberfläche. Abschleifen! Ich hatte mir ein Pseudo-Zebranu Furnier ausgesucht, welches aus heimischen Hölzern ein wenig die Umwelt schonen und mit weisser Lasur versehen einen ansehnlichen Effekt an die Wand bringen sollte. Obwohl das Furnieren mit der Leimmethode nicht schlecht funktionierte, kam bei der Lasur mit dem Pinsel keine rechte Freude auf. Das Ergebnis überzeugte nicht und die allgemeine Unfähigkeit mit der Lasur einen vernünftigen teiltransparenten Effekt ohne Nasen, Schlieren der Schatten zu erzielen trieben mich fast in den Wahnsinn. Na gut, so sind wenigstens die Stirn- und Leimkanten weg, dachte ich, schliff die Boxen nochmals ab und sprühte stattdessen eine Schicht Grundierung für ein weisses Lackfinish auf…

      Die Grundierung offenbarte eine rechte Kraterlandschaft im zuvor so glatt wirkenden Furnier mit zahlreichen Rissen, Kerben und „Poren“. Die zwei Gehäuse die schon mehrere Schichten Lasur drauf hatten sahen deutlich glatter aus. Na gut, ist ja Hobby, also übe ich mal mit 2K Spachtel und wenn ich den schon anrühre, dann lass ich auch gleich noch ein paar Magnete für die Frontbespannung ein.

      Nun, was habe ich gelernt… ein Maler und Lackierer ist an mir nicht verloren gegangen. Der Spachtel härtet bei kühlen Temperaturen in der Werkstatt zwar, braucht aber über eine Woche. Wer nicht direkt ordentlich spachtelt, spachtelt zwei mal. Schleifen, grundieren, zuviel schleifen, nochmal grundieren, schleifen, lackieren, nass schleifen hat doch Sinn, lackier nur eine Seite pro Durchgang wenn Du es nicht drauf hast, schleifen kann man irgendwann, versuch nicht nur eine Ecke nachzulackieren, ach komm … jetzt einfach Klarlack drauf und Feierabend. Das Stirnholz siehst du trotzdem.

      Montage

      Der Aufbau der Mona Sat Weiche ist ja in seiner Komplexität begrenzt. Ihr als geneigte Leser habt aber schon festgestellt, dass ich es ja trotzdem kompliziert mache. also habe ich kleine Lochplatten geordert und die Bauteile schön darauf gesetzt um sie dann an die Rückseite der Terminals zu kleben und einfach einsetzen zu können.

      Die Lautsprecherausschnitte und die Fräsungen für die Terminals bekamen noch ein Bett aus Moosgummi Dichtband und endlich konnte ich alles zusammensetzen.

      Setup

      Jetzt hängen sie da. In den Front Heights sind die Chassis zwar recht nah an der Decke, dafür zum Fernseher hin versetzt um an der linken Raumseite wenigstens ein paar Zentimeter von der Seitenwand entfernt zu sein.

      Die Surround Heights hängen links und rechts vom Sofa etwas tiefer um die Verteilerdosen in der Wand zu verdecken. Sie sind zudem an der Seite aufgehängt und somit im Vergleich zur Front um 90 Grad gedreht allerdings ebenfalls auf den Hörplatz eingewinkelt. Die Chassis sind ebenfalls oben montiert aber zur Raummitte hin versetzt, so spielen sie knapp an den Gardinen vorbei und haben größtmöglichen Wandabstand.

      Der VoG hängt mittig über dem Sofa, wurde allerdings doch an der Decke und nicht am Fenstersturz befestigt. So zielt er nun leicht am Kopf vorbei aber Morgan Freeman wird mir das wohl nachsehen.

      Das Klangergebnis all dieser Bemühungen findet ihr im ersten Post. Fotos vom Bau dann nach und nach weiter unten.

       

    • #48245
      Tobias

      Da der Versuch Bilder über die Galerie einzufügen gescheitert ist, anbei nochmal der Versuch per Anhang.

    • #48250
      Tobias
    • #48256
      Tobias
    • #48260
      Tobias
Ansicht von 8 Antwort-Themen
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