Jun 10 2016

Yogas SB 36 Stereocenter

Holographische Darstellung

Seit ca. 2 Jahren gehöre ich einer kleinen Gruppe von Lautsprecher- und Hifi-Enthusiasten an, die sich selbst die Lautsprecherspackos nennt. Kennengelernt haben wir uns über Udo. In unregelmäßigen Abständen treffen wir uns und hören die unterschiedlichsten Dinge an. DIY-Lautsprecher, DIY-Verstärker oder aber DIY Streamer. Analog ist natürlich auch dabei.

Die meisten präferieren das D’Appolito System. Ich selbst habe das D’Appo System durch meine ersten, guten Lautsprecherboxen kennengelernt. Es handelte sich dabei um die Linn Kaber.

Dieser Lautsprecher hat mich über 10 Jahre begleitet, bis er dann wirklich guten Lautsprechern weichen musste. Meine Minuettas haben der Linn Kaber gezeigt, was geht. Also mussten sie mich verlassen.

Danach wurde der Boxenbauvirus mit SB 18, SB 12_6L usw gestillt. Jetzt war es langsam an der Zeit, wieder was Neues anzufangen. Es sollte ein D’Appo System sein. Da die SB 18 im Gästezimmer steht, hat es sich angeboten, auf diesem System aufbauend etwas zu bauen. Kommen wir wieder auf meine damals so geliebte Linn Kaber zurück, war das Design schon gegeben. Jetzt wurde noch die Literzahl auf Höhe, Breite und Tiefe umgerechnet und von der Ehefrau das finale Go eingeholt. Jetzt ging es zum Baumarkt des Vertrauens und das MDF besorgt. Die Front wurde angezeichnet und die Festool durfte Ihr Werk verrichten.

Da ich beim Bau der SB 36 Center auch wirklich alles in die Tat umsetzen wollte, was ich in den letzten 2 Jahren so gelernt hatte, wollte ich schöne Verstrebungen einbauen. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Ich wählte den Weg über die Dekupiersäge. Beim nächsten Mal mach ich das aber wirklich anders und nehme dafür die Oberfräse.

Nachdem dieser Schritt mit viel Mühe und Staub über die Bühne gebracht war, kam das Zusammenleimen der Kisten dran.

Was soll ich sagen, ich habe den Vorteil erkannt, wenn man die Bretter ein wenig zu groß schneiden lässt um dann hinterher mit dem Bündigfräser das Ganze angleicht.

Mit der Zeit nahmen die Kisten Form an.

Tja wie ich schon sagte, wollte dieses Mal alles umsetzen. Auch wenn Udo der Meinung ist, man hört es nicht. Noppenschaumstoff musste rein. Udo verzeih, aber was muss, das muss 😉

Wie man an dem Aufbau sieht, sollte die Schallwand aufgedoppelt werden. Da der untere Teil furniert werden sollte, habe ich erst mal MDF passend draufgeleimt und die Übergänge mit Spachtel gefüllt, damit man sie hinterher durch das Furnier nicht sieht.

Als der Korpus soweit war, begann die Schleiforgie. Mein Nachbar hat sich tierisch gefreut. Insbesondere die Nachbarin. Hab meine unterschiedlichen Körnungen ausprobiert. 120, 240, 320 und dann 500 er. Harr Harr Harr- wie gesagt, wollte alles ausprobieren.

Danach ging es ans Furnieren. Ich habe für mich die Bügelmethode entschieden, da meine Minuettas auch nach diesem Schema „veredelt“ wurden.

So sieht das Werk im Rohzustand dann aus.

Ach ja, die Weichen, die hab ich ganz vergessen. Die sind natürlich auch drin. Vor allem mit Kabel. Hab auch vorher nen Test durchgeführt, ob meine „Lötkünste“ ausreichend waren. Sie waren es. Hat alles funktioniert!

Danach wurden noch die Chassis reingeschraubt und ein Standfuss mit Rampamuffen gezimmert, damit ich den Hochtöner bei einem Abstand von 3-4 m auch auf Ohrenhöhe bekomme.

Nachdem die guten Stücke endlich fertig sind, habe ich mir erlaubt, diese gegen die Minuetta zu hören. Ok, der Vergleich hinkt ein wenig, doch ich bin echt von der Bühnendarstellung der SB 36 Center beeindruckt. Das kann die Minuetta nicht so gut. Bass und Höhen ok, da legt die Minuetta noch ein paar Schippen mehr drauf. Mein persönlicher Geschmack wird mit der SB 36 Center absolut getroffen.

Die Grand Dame spielt im Gästezimmer und versüßt mir den Mittag im Home-Office. Im Gegensatz zur SB 18 schon eine absolute Steigerung. Ich denke, das Design der Lautsprecher kommt an mein Ziel Linn Kaber hervorragend ran. Vom Klangbild muss sich die SB 36 Center absolut nicht vor den teuren Fertigbox ducken. Die SB 36 Center spielt druckvoller und vor allem „holographischer“, die Bühnendarstellung, die Tiefe hinter den Boxen ist schon Hammer.

Liebe Interessierte, wenn Ihr einen kleinen Raum wie ich (16 m² mit Dachschräge) beschallen wollt, ist eine solche D’Appo Box mein absoluter Favorit.

Vielen Dank an meine Lautsprecherspackos (Maddin, Nils, Peter, Frank, Roger, Andre), dass ich Euch kennenlernen durfte. Ihr seid echt eine Bereicherung.

Ein besonderer Dank geht an Maddin (schülzken). Der labert nicht so ein Scheiß daher wie manche andere in irgendwelchen Foren. Der Mann hat Erfahrung, die er gern bei unseren Hörtagen mit uns teilt.

Das letzte Dankeschön gilt Udo – der SB 36 Center ist eine absolut geniale Konstruktion auch für Stereohörer.

Yoga

 

Zum SB 36 Center im Shop

sb36center_2, SBheimkino_1

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.acoustic-design-magazin.de/2016/06/10/yogas-sb-36-stereocenter/

Hinterlasse einen Kommentar

7 Kommentare auf "Yogas SB 36 Stereocenter"

Benachrichtige mich zu:
avatar
schuelzken
Mitglied
Hallo Yoga, meinenTip seinerzeit habe ich jetzt selber umgesetzt. Wie du weist habe ich hier noch mein SB HK ungenutzt rumstehen. Einen SB36C, 2x SB18, 2x BluesBox15PC. Jetzt mussten die SB18 dran glauben, habe einen weiteren SB36C gebaut, einfach nur aus Spaß an der Sache. Ebenso mit den Maßen meiner… Read more »
Ric
Mitglied
Hallo Yoga, sehr schöner Bericht und gelungene Umsetzung – Glückwunsch. Ich denke über eine Erweiterung meiner SB 18 zur SB 36 nach (für Stereo). Dein Bericht hat mich dazu bewogen die Center-Variante mit in Betracht zu ziehen. Hierzu hätte ich folgende Fragen: – Hast Du die Center-Weiche unverändert verwendet? –… Read more »
Rincewind
Mitglied

Hallo Yoga,
mir gefällt deine Umsetzung des SB36 Centers sehr gut. Vor allen gefällt mir das Furnier! Nur was hast Du genommen? Im Baubericht hab ich die Sorte des Furniers nicht gefunden.

Grüße
Rincewind

schuelzken
Mitglied

Hallo Yoga,
das hast dich ja von der Dappo Idee anfixen lassen. Schön das es dir gefällt.
Wir sehen uns.

Gruß