Mareks SB 18 Buche

Wie fange ich an? Ich gehöre zu denen, die sich schwer tun damit, einen Baubericht zu verfassen. Trotzdem fühle ich mich verpflichtet, dies hier zu tun, denn hätte ich die Berichte auf dieser Webseite nicht gelesen, wäre es auch nicht zu meinem ersten Selbstbau des SB36-Designs gekommen.

SB 18 Buche

Bei diesem ersten Selbstbau ist das Virus auf mich übergegangen: Es hat keine sieben Monate gedauert, da juckte es mich wieder in den Händen. Was könnte ich jetzt bauen? Ich brauchte noch zwei Hintergrundlautsprecher für mein Heimkino – oder vielleicht fürs Büro? Die Bauform der Gracioso 1.0 hat mich inspiriert. Also habe ich mir Gedanken gemacht über die Größe der Box und natürlich, was für ein Lautsprecher verbaut werden soll. Nach ein bisschen Mailverkehr mit Udo und da ich bei meinem ersten Besuch bei ihm dieses Modell bereits in Ohrenschein genommen hatte, fiel meine Wahl auf die SB18.

Und schon ging es los: Die Grundschablone habe ich aus einer ca. 1 mm dicken Sperrholzplatte ausgeschnitten.

SB 18 Buche

Da 1 mm starkes Material zu dünn ist für eine Schablone für die Fräse, musste ich die Form auf eine Aluminium-Verbundplatte (Die weiße  Schablone) übertragen. So habe ich eine Schablone erhalten, mit der sich die benötigten Holzscheiben fräsen ließen. Die Berechnung ergab, dass ich pro Box 10 Holzplatten brauchen würde,  in der Größe 28 x 40 cm, Preis: ca. 10 € das Stück.

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Beim Holz fiel meine Wahl auf Buchenholz in der Stärke 40 mm, was nicht schwer zu bekommen ist. Meine Fräse kam damit allerdings nicht zurecht, obwohl ich die Form bis auf ca. 5 mm mit der Stichsäge vorgeschnitten hatte. Etwas Professionelles musste her. Also habe ich mir eine Scheer Oberfräse HM organisiert und mir eine entsprechende Vorrichtung gebaut (Achtung: nicht gerade ungefährlich!).

SB 18 Buche SB 18 Buche

Dann ging es los. Leider klappte das Fräsen nicht immer, da das Holz manchmal einfach gerissen ist. Ob das an mir lag oder an dem Holz, kann ich nicht sagen; es hat mich nur weitere 8 Holzplatten gekostet. Das war aber nicht so schlimm, weil ich die noch für den Standfuß verwenden konnte und musste: um die gewünschte Höhe zu erreichen. Bei den Lautsprechern sollten die Seiten eine Art Streifen bekommen, die ganz dünn anfangen und immer breiter werden.

SB 18 Buche SB 18 Buche

Das einzige Werkzeug, das mir da eingefiel, waren ein Messer und Schleifpapier. Platte für Platte habe ich die Kante entsprechend abgetragen. Nachdem das erledigt war, ging es ans Verleimen. Damit alles fest sitzt, habe ich zusätzlich Schrauben verwendet.

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Dann blieben nur noch die Öffnungen für das Chassis und das Bassreflexrohr zu fräsen. Diese Aufgabe hat wieder meine kleine Oberfräse übernommen. Nachdem auch das geschafft war, habe ich die komplette Box inklusive Standfuß in drei Gängen glatt geschliffen: mit 120er-, 180er- und 240er-Körnung. Ölen, nachschleifen, wieder ölen – fertig.

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Ach ja, noch etwas: Da ich noch kein Hifi-Rack hatte und mir die Kombination „Metall mit Naturschiefer“ sehr gut gefällt, die Preise für so etwas allerdings in unermessliche Höhen gehen, habe ich mir selbst ein Rack gebaut: Naturschiefer vom örtlichen Händler, 3 Platten für zusammen 180 €, ein Rack über Ebay-Kleinanzeigen für 10 € – von dem ich effektiv nur das Metallgestell brauchte. Die Kanten sollten aber nicht glatt sein, sondern gebrochen aussehen. Das ließ sich unkompliziert mit roher Gewalt: mit einem Hammer herstellen – aber mit Gefühl und durch Unterlegen eines Holzblocks, der die Bruchstelle vorgibt. Die Oberfläche mit Ballistol-Öl besprühen und mit einem Lappen wischen; dann wirkt das Schwarz lebendig. Das Ergebnis ist – seht selbst. Das Ganze kostet weniger als 220 €. Im Netz bekommt man etwas Vergleichbares für 1.500 € aufwärts.

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Zum Klang. Ich bin immer noch fasziniert, was sich aus dieser relativ kleinen Box  an Ton herausholen lässt – einfach nur toll! Ich schloss die Boxen zuerst an meinen Pioneer SC 2022 an, dann an einen Marantz AV 7005 mit Endstufe MM7055. Das war schon gut.
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SB 18 BucheAber: Durch einen glücklichen Zufall habe ich auf der Arbeit Guido kennengelernt, der bereits seit vielen Jahren Lautsprecher baut. Nach einem längeren Fachgespräch bot er mir an, mir seinen Verstärker und seinen CD-Player zu leihen. Jetzt kommt der Hammer: Der Verstärker, den er vorschlug (S.M.S.L SA-50), kostet keine 70 €, aber der Klang ist der Knaller, glasklar, kein Rauschen; wie die Musik den Lautsprecher verlässt, ist wirklich perfekt. Ich denke, mehr geht nicht, bin echt begeistert – und das für so wenig Geld. Klasse!

Danke an alle von diesem Forum und selbstverständlich an Udo: Wenn ich Fragen hatte, kamen die Antworten in Lichtgeschwindigkeit. Vielen Dank!

Marek

 

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sirstrom

Ein Toller Satz Lautsprecher ist das geworden. Da sieht man einfach wieder mal was man mit etwas Werkzeug und seinen eigenen Händen doch immer wieder tolles werkeln kann. Tolle Arbeit hast du da abgeliefert.
Diesen Text habe ich bei Michael abgeschrieben. Aber genau das ist es.
Glückwunsch auch von mir.

Jakal

Sehr schönes Konzept!

Vor allem der “versteckte” BR-Kanal in der umlaufenden “Phase” gefällt mir sehr gut als Designelement.

Michael

Hallo Marek,

Glückwunsch auch von mir. Ein Toller Satz Lautsprecher ist das geworden. Da sieht man einfach wieder mal was man mit etwas Werkzeug und seinen eigenen Händen doch immer wieder tolles werkeln kann. Tolle Arbeit hast du da abgeliefert.

Gruß Michael

Monti

Hallo Marek,

eine sehr schöne Umsetzung! Glückwunsch! Vor allem die Art der Schattenfugen gefällt mir sehr gut.

Ciao
Chris

Marekjoker

Vielen dank. Es freut mich dass mein Geschmack auch anderen zusagt.
auf YouTube gibt’s noch zwei Videos.
https://www.youtube.com/watch?v=UNVZyOlJDbk

BigBernd

Schon wieder ein außergewöhnlicher und wunderschöner Entwurf. Du hast da wirklich ein Händchen für. Meinen Glückwunsch!

Ben

Toll umgesetzt! Die Idee mit dem Schiefer muss ich mir dringend abspeichern, bleibt die Optik so oder wirkt das nur wenn frisch geölt?

Marek

Hallo,
man muss die Oberfläche nach ca 6 Monate etwas nach ölen.