Dez 31 2016

U_Do 4 by Benjamin

Vor kurzem habe ich ein Schnäppchen gemacht. Mittlerweile ist mir klar, wie gut dieses Schnäppchen eigentlich war. Es geht um einen gebrauchten Oberklasse Heimkino Receiver, welcher aus der Zeit kommt, wo auch diese Geräte im Stereobetrieb absolut top waren. Das Problem an der Sache war nur, dass ich eigentlich bereits genauso ein Gerät habe. Glücklicherweise entschloss sich meine Schwester allerdings zeitgleich, in eine neue Wohnung mit deutlich größerem Wohnzimmer zu ziehen. Da sie leidenschaftlich gerne Musik hört und das bislang hauptsächlich mit den Lautsprechern Ihres Notebooks praktizierte, ist dieser Receiver nun bei ihr gelandet. Da ein Verstärker ohne Lautsprecher eher wenig Sinn macht, entschlossen wir uns zum Selbstbau. Wie diese Geschichte bereits von Zufällen geprägt ist, hat Udo gerade zu dieser Zeit seine neue Serie um die U_Do 4 erweitert, welche sich im Doppelpack doch sehr gut eignet, um links und rechts von einem Fernseher hingepflanzt zu werden.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich die Option der gefrästen Front wählen werde. Ein aufgesetztes Chassis wäre ein NoGo und in der eigenen Werkstatt steht nun einmal keine CNC-Fräse.

Als alle Pakete aus Bochum bei mir Zuhause eingelangt waren, machte ich mich auf den Weg in einen der nahe gelegenen Baumärkte, um mir dort den restlichen Zuschnitt in 19mm MDF abzuholen.

Wie man sich vorstellen kann, waren die Leimarbeiten eher unspektakulär, weshalb ich hiervon auch keine Fotos gemacht habe. Während der Trocknungszeiten der beiden Gehäuse machte ich mich daran, die Weiche zu löten. Das ging erwartungsgemäß sehr flott. Da ich derzeit zeitlich eher beschränkt bin, verzichtete ich auf eine Platine und wählte die Variante Holzplatte und Heißkleber.

Als wir das Thema der Oberflächengestaltung ansprachen, schwärmte die Auftraggeberin von silbernen Boxen. Mir kam dabei das Bild von den typischen grauen Plastikbombern in den Sinn, wie man sie doch immer wieder sieht. Dennoch machte ich mich wieder auf den Weg in den Baumarkt, um einen passenden Lack zu finden. Tatsächlich fand ich einen matten (!) Grauton, der in einer modernen Umgebung doch sehr gut wirken kann. Nachdem die Gehäuse geschliffen waren – Ja das brauchte seine Zeit – durfte die erste Lackschicht aufgetragen werden. Das Ergebnis gefiel eigentlich schon ganz gut.

Um alle Unebenheiten in der Oberfläche weg zu bekommen, wurden die Boxen in Summe 6 mal gestrichen. Wenn ich etwas genauer darüber nachdenke, glaube ich, dass es sogar 8 Durchgänge waren. Als es dann so weit war und mir eine perfekte Oberfläche entgegenlachte – zumindest redete ich mir das ein – versiegelte ich mit Klarlack.

Am nächsten Tag war es dann so weit: Die Weiche wurde eingeklebt und alles Weitere an seinen Bestimmungsort gebracht.

An den Gehäuseunterseiten montierte ich Gummifüße. Das Thema der Entkopplung hatte mich schon länger beschäftigt. Als ich Udo hierbei um seine Meinung fragte, meinte er nur, was für Klodeckel passt, passt auch für Lautsprecher. Gut, letztendlich sind es Türstopper geworden.

Da ich doch sehr neugierig war und die Uhr in der Werkstatt meinte, dass es doch schon weit nach 2 Uhr nachts sei, musste ich meinen ersten Test mit nur einer Box starten. Schon da musste ich sagen – Respekt.

Nachdem ich jetzt die verschiedensten Genres durchgehört habe und auch den einen oder anderen Film geschaut habe, möchte ich mein Fazit mit Euch teilen.

Die U_Do 4 sind keine Lautsprecher für den Bluesliebhaber. ABER: Die U_DO 4 spielen eigentlich quer durch die Bank auf gutem Niveau. Die Bässe sind trocken und die Mitten und Höhen sehr klar und es ist durchaus eine gewisse Dynamik vorhanden. Bei den U_Do 4 handelt es sich um Lautsprecher, die ab Zimmerlautstärke schon richtig Spaß machen, auch wenn sie lauter auch ganz gut können. Meiner Meinung nach sind sie sehr gute Allroundboxen, lässt man die Klassik mal außen vor.

Das alles bezog sich bisher auf reines Musikhören. Wechselt man von der CD zur DVD passiert etwas Gewaltiges. Denn auf einmal merkt man, die Boxen, die bis eben noch richtig Spaß gemacht haben, zeigen jetzt erst, was sie eigentlich können, nämlich ganz großes Kino und das schon im Stereo.

Wenn man nach all dem Musikhören und Filmschauen noch einmal auf die Materialpreise schaut, kommt man drauf:  In dieser Preisklasse wird es sicher irgendwo etwas Vergleichbares oder sogar Besseres geben, man wird aber sehr, sehr lange danach suchen müssen.

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen und hoffe auch bald auf Fotos von U_Do 4s anderer. Abschließend noch einen Dank an Udo  für den guten Support und den Platz, welcher mir hier im Magazin zur Verfügung gestellt wird.

Liebe Grüße Kuhlschrank

Zur U_Do 4 im Online-Shop

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.acoustic-design-magazin.de/2016/12/31/u_do-4-by-benjamin/

Hinterlasse einen Kommentar

3 Kommentare auf "U_Do 4 by Benjamin"

Benachrichtige mich zu:
avatar
schlamperl
Mitglied

Schöner Bericht, dann kann die Klangverzehrung ja beginnen.

Das mit den drei Stoppern würde ich aber noch auf vier erweitern, dann bekommen sie nicht so schnell die Fallsucht. Hatte ich nämlich auch schon mal!

Gruß Jörg

Kuhlschrank
Mitglied

Hi Jörg,

Danke für den Hinweis. Du hast sicher recht. Die Montage von Türstopper Nr. 4 muss aber vor Ort stattfinden, denn die Boxen wegnehmen lässt sich meine Schwester nichtmehr 😀

Liebe Grüße
Benjamin

Elvis3000
Mitglied

Nachdem ich die 4er in Eschborn hören durfte, bin ich da ganz bei dir. Für das Geld mußt du erst mal was besseres finden. Wie ich finde ein super allrounder der überall einsetzbar ist. Der trockene präzise Bass ist nicht nur mir aufgefallen.

Ciao Udo