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Apr 22 2017

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SB 36, das Upgrade

Lautsprecher selber zu bauen kam mir in den Sinn, als ich etliche Lautsprecher gekauft hatte und nie wirklich zufrieden war. Ich stieß auf die gelbe Seite und begann meine Lautsprecherbau-Erfahrungen damals mit SB18. Meine ersten, selbst gebauten Lautsprecher! Es folgten First Time 9, First Time 7 und ElRoy.


Die SB18 waren mir immer die Liebsten und deswegen blieb ich bei dem, was mir grundsätzlich gefiel und baute nun, nach 3 Jahren SB18, das Upgrade: SB36. Ich stellte fest, grundsätzlich benötigt das Bauen eines eckigen Gehäuses nicht viel Zeit, das Finish nimmt davon allerdings sehr viel in Anspruch. So auch diesmal.


Ich startete mein Projekt mit den Abmessungen des Gehäuses. Die 36 Liter sollten natürlich bleiben, doch entschied ich mich für eine schmale Silhouette, nur wenig breiter als die Lautsprecherkörbe selbst. Dementsprechend wurde das Gehäuse tiefer als im Original-Bauvorschlag. Außerdem wollte ich einen Bassreflex-Kanal statt des schwarzen Rohres am unteren Ende der Box einbringen.

Mit einem Zettel voller Maße machte ich mich auf den Weg zum Baumarkt, um die Brettzuschnitte machen zu lassen. Wieder zurück in meiner Werk-Garage stellte ich fest, dass mein Vertrauen in den Zuschnitts-Beauftragten eine Fehleinschätzung war. Nach vielem Drehen und Wenden der Bretter stellte ich fest, dass Front und Rückwand 2 mm zu kurz und 1 mm zu schmal angefertigt waren. Ärgerlich. Am nächsten Tag bin ich also wieder hin, um das korrigieren zu lassen. Diesmal passten die Maße.

Schade nur, dass ich beim Fräsen des unteren Basskorbes dachte, den Ausschnitt NICHT parallel zur sonstigen Box machen zu müssen. Wieder ärgerlich. Wieder zum Baumarkt und erneut die Front machen lassen. Dem Zuschnitts-Beauftragten schwante schon Böses, als er mich auf seinen kleinen Sägebereich zustapfen sah. Doch konnte ich ihn beruhigen – es lag diesmal nicht an ihm.


So vergingen, bevor es zum Verleimen der Bretter kam, schon 2 Wochen für Maße, Überdenken und Zuschnitte machen, da ich mich hauptberuflich um andere Dinge kümmern musste. Das erste Mal die erdachte Box im Rohzustand, stellte ich Sie an ihren späteren Platz, um einen ersten Eindruck zu bekommen, wie die Box wirkt. Ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass es vorangeht und gut aussieht – das machte die Vorfreude auf das fertige Werk bei mir noch größer!

Das Finish wollte ich dieses Mal lackieren lassen. Ich hatte erwogen, den Lack vom Profi machen zu lassen. Nach etwas Recherche schloss ich das aber aus. Und so sah ich es als Gelegenheit, mit einer Idee tätig zu werden, die ich hier im Forum bereits in Umsetzung sah – die beiden SB36 Gehäuse zu folieren. Ich hatte bisher keine Erfahrung mit Folieren, bzw. wusste nicht, wie gut oder schlecht sich diese „übergroßen Sticker“ aufkleben lassen.


Mit klammen Fingern brachte ich Stück für Stück auf dem Gehäuse auf. Klamme Finger ohne Grund – die Markenfolie ließ sich ganz hervorragend auflegen und repositionieren. Alles war innerhalb eines Tages foliert, ohne chemische Gerüche, Feinstaub und dazu im warmen Haus. Fabelhaft!

SB36 Gehäuse bezugsbereit – die Elektronik der SB18 muss gelöst werden. Der Lötzinn am Hochtonlautsprecher-Kontakt hatte andere Pläne. Und so löste sich der komplette Kontaktpunkt des Hochtöners. Da habe ich nicht schlecht geguckt!


Das ließ sich am Ende aber alles korrigieren. Das sind Ereignisse mit denen man nicht rechnet, wenn man mit dem Bau eines neuen Lautsprechers beginnt. Tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Lösungen finden sich.


Als ich das letzte Chassis in seine Position im Gehäuse drückte, nahm ich erst einmal ein paar Schritte Abstand und genoss den Anblick von dem, was soeben komplettiert wurde.


Das erste Mal real zu sehen, was man sich bisher nur überlegt hat – für mich immer wieder ein toller Moment im Lautsprecherbau, den ich sehr genieße! Ich halte es aber nicht lange aus. Denn die Neugierde überflügelt den Stolz, auf mein Werk. Behutsam, als wären es Neugeborene, hebe ich die beiden SB36 in ihre Position. Als ich mich zur Rückseite des Lautsprecher beugte um diese zu verkabeln, überkam mich die Freude über Kleinigkeiten, wie die schicken neuen Anschlussbuchsen. Kenne ich sonst gar nicht von mir.

Drei Jahre SB18…und nun SB36. Gespannt war ich auf die Unterschiede. Die zusätzliche Membranfläche ließ mich im Vorfeld mehr Fundament vermuten. Und so kam es – die Bässe sind knackiger. Tiefe Töne spielen sich nicht in den Vordergrund, sondern sind empfundenermaßen müheloser und dynamischer. Das Klangbild des gesamten Lausprecher gewinnt im Vergleich zu meinen geliebten SB18 etwas an Räumlichkeit.



Vor dem Bau hatte mir erhofft, dass die SB36 noch besser machen würde, was die SB18 schon taten. Für mich ist genau das eingetreten. Ein echtes Upgrade!

ProRealCode

 

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13 Kommentare auf "SB 36, das Upgrade"

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sirstrom
Mitglied

Hallo Leon,
für mich ist die SB36 auch eine der ganz herausragenden Lautsprecher. Daher hab ich diese auch mal für meinen Sohnemann bei Udo aus den vielen möglichen Lautsprechern „rausgehört“ und gebaut.
Hast Du wirklich gut hinbekommen mit der weißen Folie. Respekt, Hut ab und tiefe Verneigung.
Viele Grüße, Uwe

max
Mitglied

Hi PRC,

Auch von mir alles Gute zur gelungenen Folierung, sieht wirklich top aus!
Ich hab mal nen Wohnwagen foliert – der Teufel steckt da oft im Detail, die Folien sind doch recht anfällig für Imperfektionen in der Oberfläche.

Daher eine Frage: Womit hast du die Kisten gespachtelt? Ich bin noch auf der Suche nach dem idealen Spachtelmaterial als Grundlage für Furnier/Folie und co.

Gruß Max

Michael M.
Mitglied

Hy Max, das perfekte Spachtelmaterial wird es womöglich nicht geben, ich suche auch noch. Ich hatte mal eine Folie mit Falte geklebt, natürlich musste sie wieder runter. Naja, aus vorsichtig abziehen wurde dann reissen, das Ding hielt so gut das sich die Spachtelmasse mit löste und an der Folie klebte. Da durfte ich dann alles nochmals neu spachteln …
Sehr ärgerlich, darum mach ich meine Kisten jetzt mit Gehrung und ohne Spachtelmasse. 😉

mfg
Michael

max
Mitglied

Hi Michael,
Schon klar, das perfekte Material wird es vermutlich nicht geben – aber vielleicht kommt ja ein “Geheimtipp” nahe dran 😉 Was hast du verwendet?

Ich versuche auch, so gut es geht auf Gehrungsschnitte zu setzen und auf Stoßkanten zu verzichten. Aber ganz so einfach ist das nicht, ein voll auf Gehrung gearbeitetes großes Gehäuse bekomme ich mit meinen Skills, meiner Geduld und den Maschinen, auf die ich Zugriff habe, einfach nicht sauber genug hin, um mir die Spachtelei zu ersparen.
Quaderförmige Kompaktboxen bekomme ich inzwischen auf Vollgehrung gebacken, momentan bau ich aber an “trapezartigen” (Langes 6Eck) 120 hohen Standlautsprechern – das traue ich mir so ganz ohne Stoßkanten noch nicht zu, da müssten zu viele Winkel zu präzise passen…

Gruß Max

Michael M.
Mitglied

Was ich damals für Spachtelmasse genommen hatte weiß ich nicht mehr, irgendein 1K Zeugs ausn Baumarkt.
Und mit den Gehrungen kann ich dir zu 100% zustimmen, mit normalen Mitteln bekommt man das nie wirklich sauber hin. Da müsste man schon eine Tischler Werkstatt haben, mit richtig teurem Equipment.

mfg
Michael

Michael M.
Mitglied

Hy PRC,

Sehr schön foliert, ich hab auch schon ein paar Kisten hinter mir, irgendwie wollte ich das nicht mehr machen, da es doch eine recht heikle Arbeit ist.
Seh ich mir aber an was eine Profi Lackierung so kostet greif ich gerne wieder auf die Folie zurück. 😉

Wo hast du denn die Folie gestückelt?

mfg
Michael

Pierre
Gast

Hi PRC,

Ich habe vor ca. 2 Jahren auch von der 18 auf die 36er “upgegradet”. Einfach nur Genial – Daher viel Spaß mit der Erweiterung. Die idee, das Gehäuse zu folieren finde ich auch eine sehr charmante Variante! Die hatte ich bei meinen letzten Bauten (leider) nicht in betracht gezogen – Das wird sich bei den nächsten aber definitiv ändern.

Hast du noch weitere Bilder, wie du die Gehäuse foliert hast? Hieraus wäre doch ein “How to” ableitbar.

Viele Grüße
Pierre

Elvis3000
Mitglied

Ein How To übers folieren wäre in der Tat ne feine Sache.

Ciao Udo

Elvis3000
Mitglied

Hi PRC,
sauber foliert sag ich da mal. Eine gute Alternative zum viel teureren Lackieren lassen. Am besten gefällt mir das du den Zuschneider im Baumarkt zum schwitzen gebracht hast. Macht sie fertig ! Die arbeiten an professionellen Maschinen und mit denen kann man sehr wohl genau schneiden wenn man will und wenn man alles richtig macht.
Viel Spaß mit deinem Upgrade

Ciao Udo

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