U_Do 3 Stand – Helges Freundschaftsdienst

Das Schöne bei einzigartigen Lautsprechern mit unschlagbarem Preis-/ Leistungs-Verhältnis: Deine Freunde wollen „sowas“ auch – absolut nachvollziehbar, wie ich finde. Wer rennt denn da noch ernsthaft in die einschlägigen Elektronikläden, um sich über die neusten Tupper-Kreationen beraten zu lassen?

Prolog
Ich kann nicht bestreiten, dass mich Lautsprecher und die Wiedergabe von Musik schon immer irgendwie gereizt haben. Schon als kleiner Pömpel übte ich meine handwerklichen Fähigkeiten an Legosteinen, begleitet von Kassettenrekordern, Walkmen, später portablen CD-kompakt-irgendwas-mit-Ghettoblaster-Geräten und den neuesten Bravo-Hits meiner älteren Schwestern. Ob das nun gut oder schlecht war, sei dahingestellt — aber hey, Mucke war halt schon immer irgendwie mein Ding. Im Laufe der Jahre bekam ich meine Eltern irgendwann soweit, dass ich zunächst nur deren alte Boxen von Schneider an meine Kompaktanlage friemeln durfte und ein paar Jahre später auch den passenden Verstärker dazu bekam (den Verlust habe ich übrigens erst kürzlich in Form einer Mono-Soundbar, gebastelt aus meinem alten Quickly-Center, wieder gut gemacht). Damals war ich noch dem Glauben verfallen, dass dieses Setup richtig „gut“ sei… zum Krach machen vielleicht. Diese Kombination hat mich dann bis 2013 in die ersten Jahre des Studentenlebens begleitet. Mittlerweile war ich mir über den Umstand vollkommen im Klaren, dass meine Anlage echt bescheiden klang. Dann kam auch noch ein guter Freund mit seinem Dali Zensor 5.1 Set um die Ecke und es war um mich geschehen. Ich wollte auch endlich eine richtige Anlage. Aufgrund von Ahnungslosigkeit definierten die Dalis für mich eine neue Benchmark. Problem: Chronisch pleite.

Not lehrt Künste
So kam es im passenden Moment, dass Stefan, mein lieber Schwager in Spe, auf mich zukam und mir von einem Udo Wohlgemuth erzählte. Wenig später stellten meine Schwester und er die ersten Quickly 14 fertig und brachten sie mit zu meinen Eltern. An dieser Stelle wurde ich nachträglich korrigiert, da Maren ihre Lautsprecher nahezu allein gebaut, geschliffen und lackiert hat. Sorry, Schwesterchen!

Ich versuche oft herauszufinden, was mich bei den ersten Tönen der Q.14 für ein Gefühl überkam. Ein wohlig warmer Schauer und anschließendes fassungsloses Dauergrinsen beschreiben es wohl am besten. Als absoluter Neuling im Selbstbausektor grenzte für mich der Klang für das kleine Geld an Zauberei. Bis dato war ich der festen Überzeugung, dass das Schlaraffenland nicht existent ist. Errare humanum est. Also begann ich zu sparen und konnte mir eines schönen Septembertages 2013 endlich meine Quickly 18 Stand bestellen. Um das ganze hier abzukürzen: Handwerklich im Vergleich zu vielen Kommilitonen/-innen doch noch soweit talentiert, dass ich mit spärlicher Ausrüstung grandios pfuschen konnte. Ergo: Gehäuse mit Stichsäge auf PVC-Boden im Studenten-Wohnheim zusammen geklöppelt — entsprechend rustikale Optik ohne Farbe. Man muss ja sparen. Not beseitigt. Kunst? Fehlanzeige. Der Klang: Alter!

Und so dudelten die treuen Begleiter ein paar Jahre vor sich hin, sorgten bei so mancher Spontanparty für den Besuch der hiesigen Ordnungshüter und beglückten meine Freunde und mich auf so manchem Filmeabend. In der Zwischenzeit entwickelte ich mich zu einem regelrechten Nerd. Ich saugte mit Ehrfurcht jede Neuvorstellung, jeden Baubericht, jeden Foreneintrag wie ein Schwamm auf und verhalf mit der Zeit verschiedenen Leuten zu mehreren Quickly 18, 28, 36 und meiner damaligen Herzensdame zu den High Jacks (glücklicherweise konnte ich die Süßen noch rechtzeitig retten).

Gefühlte 100 Jahre später rückte dann endlich mein Abschluss näher und ich belohnte mich mit den SB 36 — Happy graduation to me! — die ich immer wieder mit Staunen bei Stefan hören durfte. Klingt erstmal unspektakulär, aber die Dinger haben mich in meinen Träumen verfolgt! In dieser Hinsicht bin ich Fatalist. Wir drei haben einfach schon immer zusammengehört. Dass ich meine geliebte Simson Schwalbe dafür verkauft habe, bereue ich in keiner Minute. Hobbys ändern sich. Meine alten Quicklies bekam mein lieber Freund Fredi, womit sie einem weiteren Kind viel Freude bereiten dürfen.

Nachfolger müssen her
Nicht viel später trat dann Fredis Freundin mit den Worten an mich heran: „Sowas wie Fredi hat, möchte ich auch!“ Klar, Ines. Kein Ding. Mach ich dir fertig. Guten Freunden… baut man zwei Böxchen. Oder so. Innerlich dachte ich natürlich: „Shit, es gibt gar keinen Nachfolger der Quickly 18 Stand. Aber Udo wird das mit der U_Do 3 schon Regeln.“ Einfach anderswo zu bestellen, wäre für mich sowieso der Blasphemie gleichgekommen. Somit setzte ich mich kurzerhand mit Udo in Verbindung und schilderte die Lage. Manchmal frage ich mich, ob der Mann auch mal schläft, aber wahrscheinlich müssen Zauberer das nicht. Entsprechend zügig gab es die Antwort. LSPCad sagte 28 Liter bei ungekürztem HP 70. Joa denn, Holzlistenrechner an und ran an SketchUp. Heraus kam ein recht schlankes Häuschen mit einer Höhe von 90cm, einer Breite von 19cm und 24,9cm Tiefe, für den SB 19 ST-C000-4 und den SB 16 PFC-4. Den Hochtöner konnte ich im Übrigen im direkten Vergleich zu meinen HighJacks hören. Jap. Stimmt, was alle zum klanglichen Unterschied sagen. Die Abmessungen der Lautsprecher entstanden übrigens auf Wunsch der späteren Besitzerin und aus Platzgründen. So passen sie neben die Kommode und schließen in der Höhe bündig damit ab.

Der Aufbau
Da ich mir das Fräsen der mittlerweile als irgendwie schön befundenen Chassis echt nicht zutraue, gab ich die Bestellung samt Fräsoption im Hause Wohlgemuth in Auftrag. Gewohnt freundlich wurde alles entgegengenommen und die Bestellung bearbeitet. Währenddessen cruiste ich mit dem elterlichen Kfz zum ansässigen Baumarkt, um alles Nötige zu besorgen. Der Mann an der Säge beauftragte seinen sehr jungen Kollegen mit dem Zuschnitt und mahnte ihn zur sauberen Arbeit, was auch halbwegs geklappt hat. Während ich also auf das Holz wartete und der ältere der beiden Sägemänner einen von Subwoofer-Contests in Autos, von ihm konstruierte Super-Subwoofer und abrauchenden Endstufen erzählte (Naja, wem’s gefällt…), schweifte ich mit den Gedanken ab und überlegte, ob ich gleich noch weiße Folie mitnehmen sollte. Folgendes „Problem“ stellte sich heraus. dc-fix® bietet maximal 90cm breite Rollen an. Bei einem 90 cm hohen Lautsprecher war mir ein Toleranzbereich für schiefes Verkleben von 0 dann doch etwas zu aufregend. War ja schließlich nicht mein Geld, welches ich munter verprasste. Also im Internet geguckt und just in einem Shop mattweiße, 120 cm breite Rollenware gefunden. Ich sag‘s mal so: bei drei Laufmeter und 1,20m Breite etwas um die 25€ zu bezahlen ist meines Erachtens echt günstig, wenn man sich mal bei der High-End-Konkurrenz umschaut.

Ein paar Tage später traf dann alles bei mir ein. Junge, Junge! Das eigenständige Bearbeiten der Fronten hätte mich vermutlich unter die Erde gebracht. Danke Jungs! Ihr habt mir das Leben gerettet.

Professionell, wie ich bin, machte ich mich daran, den Fliesenboden des elterlichen Souterrains mit Teppich auszulegen und mit der aufgeklappten Transportkartonage zu schützen. Also dann. Zusammenkleben. Was soll ich da groß zu sagen? Ich habe halt keine Werkstatt, mich mit diesem Umstand über die Jahre jedoch recht gut arrangiert.

Während des Trocknens begann ich schonmal mit dem Aufbau der Weichen. Wenn ich an meine ersten Frequenzweichen denke, schießen mir noch immer Tränen in die Augen. Wimmernd und flehend baten sie mich damals darum, sie endlich von Ihren Qualen zu erlösen. Dem Gesuch konnte ich leider nicht nachkommen: Alles für die Wissenschaft! Denn wer hätte es gedacht, die krummen Lötklumpen haben ja sogar funktioniert. Mittlerweile muss ich mit Blick auf meine Lötkünste zu mir selbst sagen: Geiler Typ! Die sehen ja sogar fast professionell aus ??. Professionell liegt hier natürlich im Auge des Betrachters.

Nicht im Traum würde ich es wagen, die Teile mit den grazilen und anmutigen Gourmethäppchen von Herrn Hessenbruchs SB 23/3 zu vergleichen. An dieser Stelle auch von mir: Chapeau, mein Lieber! Sollte ich jemals sowas Schönes können, werde ich mich selbst heiraten.

Spachteln, Schleifen, Folieren
Nachdem die Gehäuse fertig zusammengebaut und der Leim durchgehärtet war, ging es morgens raus. Der Kleber war offen gestanden eigentlich auch schon abends trocken, weil ich Expressleim verwende — nennt es Ungeduld, kurze Zündschnur oder wie immer ihr wollt, aber ich habe ein echtes Problem mit Warten. Außerdem soll man spätabends ja keinen Krach mehr machen. Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?

Am nächsten Morgen also erfrischt und bis zum Rand mit Kaffee vollgetankt in den Garten, um den MDF-Spachtel aufzutragen. Ich habe keinen wirklichen Vergleich, aber ich komme damit super klar und in der Sonne ist er schnell trocken und bereit, um geschliffen zu werden. Vermutlich wird man für eine anständige Lackierung auf andere Komponenten zurückgreifen müssen — hat übrigens schonmal jemand eine transportable Lackierkabine für die Garage gebaut? Ging mir neulich so durch den Kopf…

Anschließend glättete ich die Gehäuse mit dem Bandschleifer. Dazu gibt es nicht wirklich viel zu sagen, macht man ja irgendwie intuitiv. Die Löcher für die Terminals habe ich schnell mit der Stichsäge ausgeschnitten, da es sich dafür nicht gelohnt hätte extra die Oberfräse auszupacken.

Und so standen sie dann in ihrer nackten Pracht im Garten und sonnten sich. Irgendwie war ich ein bisschen verknallt. Stolz saß ich auf einem Stuhl und begutachtete die Gehäuse, während die Sonne ein aufgeregtes Kribbeln in mir auslöste — immer wieder aufs Neue ein tolles Gefühl, wenn ein großes Stück Arbeit geschafft ist. „Ob sich die spätere Besitzerin wohl freuen wird?“. Wie wär‘s erstmal mit fertig werden, Jung?

Im Keller angekommen, ging es dann weiter mit der Folie. Zu den Verarbeitungstechniken hat ebenfalls Monsieur Hessenbruch ein ganz wunderbares Erklärbär-Video veröffentlicht, welches sich auch auf große Lautsprecher adaptieren lässt. Die von mir verwendete Folie ließ sich ziemlich ähnlich den dc-fix® Produkte verarbeiten. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die bestellte Variante wesentlich anfälliger für Beschädigungen ist. Ich habe außerdem letztens auf einem Amerikanischen DIY-Lautsprecher YouTube-Channel ein Tool namens Band-It Edge Trimmer gesehen, welches bei dieser Art von Arbeit ganz nützlich sein könnte. Meine Folierung ist natürlich nicht hundertprozentig perfekt geworden, aber a.) wurde das zu Beginn klargestellt und b.) lernt man jedes Mal dazu. Außerdem teile ich die Meinung mit vielen Mitgliedern der Community, dass es nicht schlimm ist, wenn man den Objekten, die geleistete Mühe und den Charme des Selbstgebauten ansieht. Zusammenfassend muss ich sagen: Verglichen mit meinen SB 36 ist die Folierung der U-Dos ein wahres Glanzstück geworden und matte Folie verzeiht einem, ähnlich wie bei richtigen Lackierungen wesentlich mehr Fehler, bzw. lässt sich die eigene Tollpatschigkeit besser vertuschen. Bei passender Wärmezufuhr lässt sich die Folie recht gut in die Ausfräsungen legen, ohne eingeschnitten werden zu müssen. Ich habe im Verlauf der Arbeit leider vergessen, noch mehr Fotos vom Folieren zu machen, aber so in etwa sah das aus. Ziemliches Kuddelmuddel.

Bevor ich die zweite Box folierte, baute ich schonmal Weiche, Chassis und Terminal in das fertige Exemplar ein und schloss sie an meinen Pioneer AV. Jaaa ich weiß, eine Schande einen Joghurtbecher in die schönen SB’s pupsen zu lassen. Das Problem sind die nicht vorhandenen Pre Outs. Mittlerweile hat mir Stefan einen alten Marantz Stereo-Verstärker vermacht, welchen ich für Stereo nutze.

 

Und so bestickerte ich den Zweiten Lautsprecher, hörte Podcasts, musste wegen selbigen zwischendurch vor Lachen die Arbeit unterbrechen und freute mich riesig auf die erste richtige Hörprobe. Wie gesagt, man ist jedes Mal aufs Neue unsagbar stolz auf die geleistete Arbeit.

Zweite Box fertig, Folierung besser als bei der Ersten, alles eingebaut und richtig angeschlossen. Irgendwas bei Spotify an und raus aus dem Räumchen. Erstmal Einkaufen fahren. Zwei Stunden später dann wieder im Hause, den Inhalt der Einkaufstüten lieblos in die Schränke gekippt und jauchzend mit einem Hechtsprung zurück in den Keller geflitzt.

Die Hörprobe
Zunächst möchte ich festhalten, dass der Kellerraum eine akustische Katastrophe ist, sofern ich das beurteilen kann. Kaum gepolsterte Möbel, Fliesenboden, sechs Säulen, gähnende Leere in den Ecken und eine komplette Trockenbauseite sind einer guten Akustik nicht sonderlich zuträglich. Glücklicherweise gibt es Udos Lautsprecher, die auch unter sehr widrigen Umständen eine unglaublich wohlklingende Arbeit verrichten.

Und so saß ich dann auf meinem üblichen Plätzchen, die U_Dos halbwegs vernünftig vor mir aufgestellt und spielte Holding on von Gregory Porter via Spotify auf meinem Chromecast ab. Mein erster Gedanke: „So tiefer und trockener Bass?! Die SB 36 müssen versehentlich doch noch angeschlossen sein!“. Fehlanzeige. Ich war nach den ersten Liedern ziemlich baff. Damit hatte ich nicht gerechnet. Der Hochtöner ließ die Stimmen irgendwie seidiger erklingen, als bei meinen alten Quicklies. Zwischendurch verglich ich die gehörten Lieder mit den High Jacks. Der Vergleich hinkt vielleicht ein bisschen, aber mir kam es auf die Unterschiede der Hochtöner an. Zusammengefasst muss man wirklich sagen, dass die neue Einsteigerklasse ein ganzes Stück erwachsener geworden ist. Alles klingt für mich irgendwie stimmiger und unangestrengter. Das machte sich besonders bei S-Lauten von Nachrichtensprechern bemerkbar, welche im Allgemeinen wirklich sehr schwierig finde. Da bekommt man manchmal den Eindruck, dass Kaa aus dem Dschungelbuch der Synchronsprecher für Klaus Kleber und Gundula Gause ist. Das machen die Neuen wirklich schön. Grundlegend muss ich sagen, dass die sie auch bei Aufnahmen wie Hotel California live oder Duke Ellingtons In A Sentimental Mood wirklich Spaß machen, in dieser Hinsicht den SB 36 aber natürlich nicht das Wasser reichen können. Das sollen sie ja auch nicht. Was ich den U_Dos hingegen sehr positiv zugrunde legen muss, ist der Fakt, dass die neueren Genres wie HipHop und Elektro, House usw. meist angenehmer klingen. Die SB 36 hauen einem schlechtes Mastering und Sampling halt wie einen kalten Waschlappen um die Ohren. Ich bin zwar selbst ziemlicher HipHop Nerd, habe mich damit aber mittlerweile vollkommen abgefunden und habe trotzdem noch Spaß an dem Genre, welches im Übrigen wesentlich mehr inhaltliche Tiefe mitbringt, als anderer Leute Mütter zu beleidigen. Falls es Gleichgesinnte gibt, fühlt euch ermutigt zu den U_Dos zu greifen. So habt ihr eure Lieblingstracks und Alben trotzdem noch nicht gehört.

Auch im Filmbetrieb haben mich die Neuen vollkommen überzeugt. Natürlich ist ab einem gewissen Pegel Schluss mit Dynamik, was wahrscheinlich nicht zuletzt an meinem eher schlechten Receiver liegt, aber wie selbst im Stereobetrieb Gegenstände durch den Raum fliegen und Schüsse klingen können, ist wirklich erstaunlich.

Fazit meiner ganzen Höreindrücke: Klare Kauf- bzw. Bauempfehlung.  Das Foto entstand im elterlichen Wohnzimmer, weil ich die Kulisse so schön fand. Sieht ja fast aus wie in einem Verkaufsprospekt.

 

In Ines Wohnung angekommen, haben sie klanglich übrigens nochmal eine ganze Schippe draufgelegt. Altbau mit Dielenboden, großen Möbeln, beachtlichen Gummibäumen in den Ecken und einem alten Vintage-Verstärker haben den Grundton wesentlich kuscheliger gemacht. Ich war schon etwas traurig, sie jetzt wirklich da stehen lassen zu müssen. Der ganze Zusammenbau hat mich übrigens mit Schleifen, Folieren, Löten, tüddeln, streicheln und umarmen zwei Abende und einen Vormittag gekostet. Ist halt keine Atomphysik, solche schlichten Gehäuse zu produzieren. Freudestrahlende Gesichter, wippende Füße, spontane Tanzeinlagen und besonders die Gewissheit, dass man seine Freunde vor sinnlosem Geldausgeben in „Fachmärkten“ bewahrt hat, ist trotzdem eine schöne Entlohnung für die eigene Arbeit.

Neben meinem Vorhaben, diese tollen Lautsprecher der Öffentlichkeit vorzustellen und dem schon lange in mir schlummernden Wunsch auch endlich mal einen Baubericht zu verfassen, ging es mir hierbei besonders darum, zögernden Interessenten den Mut zu machen, einfach mal mit dem Bauen anzufangen. Besonders in meiner Generation, ich bin jetzt 27 Jahre jung, besteht die einzige Option, um an gute Lautsprecher u.Ä. zu kommen, gefühlt darin, in den nächsten Laden oder Online-Shop zu rennen und für viel Geld einzukaufen. Freunde, Selbstbau kann man auch ohne dreijährige Ausbildung lernen! Als Kind war man doch auch stolz wie Bolle, wenn man etwas cooles mit Lego gebaut oder sonstigen Schabernack gebastelt hat. Das Gefühl kann man auch heute noch haben, versprochen! Meine Fertigkeiten habe ich erlernt, indem ich mich schlichtweg eingelesen und einfach mal angefangen habe. Verschnittenes Holz kann man günstig nachkaufen, falsch gelötete Weichen lassen sich in den meisten Fällen korrigieren und missglückte Anstriche, Folierungen oder Furnierungen bieten eine gute Grundlage, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Das einzige, was man zu verlieren hat, ist sein Unwissen und ich bin in dem festen Glauben, dass das ein guter Verlust ist.

Zu guter Letzt möchte ich mich bei den Wohlgemuths bedanken, dass sie mir immer mit einem freundlichen und kompetenten Rat zur Seite standen und bei meinen kommenden Projekten stehen werden. Das Gleiche gilt auch für die Community. Mir wird ganz warm ums Herz, wenn ich an den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft in diesem verrückten Haufen denke! Ich freue mich schon auf die kommenden Projekte und Anregungen.

Helge

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Moin Helge,

ich habe mit Interesse und einem gewissen Schmunzeln deinen Baubericht gelesen. Macht Lust auf einen Nachbau,gäbe dann mein erstes “Projekt” 🙂
Frage dazu: hast du die Boxenmaße einfach verlängert? Im Shop ist sie als Kompaktbox drin.

Gruß
Jürgen

Moin Jürgen,
Die Lösung steht im Text,
“Shit, es gibt gar keinen Nachfolger der Quickly 18 Stand. Aber Udo wird das mit der U_Do 3 schon Regeln.“ Einfach anderswo zu bestellen, wäre für mich sowieso der Blasphemie gleichgekommen. Somit setzte ich mich kurzerhand mit Udo in Verbindung und schilderte die Lage. Manchmal frage ich mich, ob der Mann auch mal schläft, aber wahrscheinlich müssen Zauberer das nicht. Entsprechend zügig gab es die Antwort. LSPCad sagte 28 Liter bei ungekürztem HP 70. Joa denn, Holzlistenrechner an und ran an SketchUp. Heraus kam ein recht schlankes Häuschen mit einer Höhe von 90cm, einer Breite von 19cm und 24,9cm Tiefe”

sprich du kannst einfach den normalen compact Bausatz bestellen und ein Gehäuse mit 28 Liter bauen wenn du das reflexrohr hp70 nimmst ohne es zu kürzen.

Frohen Bau
Matthias

Oh ja, Sketchup Datei würde mir helfen.

Hey Helge,

so manchen Baubericht lese ich mehrfach. Nicht weil ich das Projekt so spannend finde, sondern weil ich die Erzählung mag. Dein Schreibstil hat dieses Etwas. Für die nüchternen Fakten hätten ein paar Zeilen gereicht. Jedoch das Beiwerk macht deinen Bericht zu etwas besonderem. Dafür ein dickes Lob.

Natürlich sind es auch schicke Bauwerke geworden, deine 2 Türme.

Gruß Enrico

Hallo Helge

Hast du MDF Spachtel oder Grundierung benutzt? Falls wie geschrieben Spachtel, schleift man dann nicht so ziemlich alles wieder runter? Oder zieht er auch irgendwie ein?
Sieht man die Stoßkanten durch die Folie?

Gruß
Alex

Hi Alechs,

ich habe Spachtel benutzt, da teilweise Überstände bei Deckel- und Bodenplatte bestanden und ich nicht die ganzen Platten planschleifen wollte. Stoßkanten sieht man trotzdem, und ich glaube bei folie iste eh egal, ob man grundiert oder nicht 🤷 Die Sb36 sind grundiert. Die U_do nicht. War schlussendlich echt kein Unterschied zu vernehmen.
Hoffe ich konnte weiterhelfen. 🙂

Gruß Helge

Nabend Helge,

deinen Bericht hatte ich mir scho heute Morgen ringezogen und er hat mich voll mitgenommen. Wirklich top!

Es kribbelt 😉

Gruß Jörg

Hi Jörg,
danke, danke! 🙂
Na dann ran ans nächste Projekt 💪

Viele Grüße,
Helge

Ja meine Mona für de Küch is nu fällig, Montag wird eingekauft!

Schön zu lesender Bericht mit viel Witz. Tolles Ergebnis 🙂

Danke ❤️ Man muss ja nicht immer alles so ernst nehmen… 🙂

Das ist so!

Ein schöner Bericht, hatte jetzt Zeit, diesen zu lesen.

Sich selbst zu heiraten hätte übrigens den Vorteil, dass man mit sich selbst des öfteren übereinstimmt – und selbst wer mit sich selbst im Clinch liegt, gewinnt am Ende immer irgendwie – ein großer Vorteil beim Boxenbau, fragt doch keiner “Geht das auch kleiner?” oder “Gibt´s das auch in grün?” 😀

Gruß,
-Sparky

Hallo Helge,

ein Bericht wie aus meinem Herzen geschrieben, dem engagierten Einsteiger wird wieder mal die bange Frage beantwortet: ‘Schaffe ich das?’
Na klar. Das schafft man.
Kurz davor der Baubericht von Herbert, derselbe Tenor. Ich denke da werden noch so einige Bauberichte folgen welche einfach angefangen haben zu bauen und zu einer fertigen Lösung gekommen sind.
Was mich noch beschäftigt, die dicken fetten Spulen mit dem schweren Eisen- oder Ferritkörper hast du die aufgeklebt? Sekundenkleber oder Heisskleber?

Es grüßt freundlich
Rundmacher

Moin Rundmacher,

spätestens von mir kommt irgendwann wieder was. 🙂 Danke für das schöne Feedback!
Die Spulen habe ich tatsächlich mit Heißkleber befestigt – natürlich ausreichende. Hab versucht Klimmzüge dran zu machen. Hat gehalten. 😉

Liebe Grüße
Helge

Hallo Helge. Danke für den unterhaltsamen Bericht. Ich lese gerne auch von Fehlern und dem Umgang damit.
Außerdem stehe ich auf Anpassungen von Gehäusen an die Gegebenheiten. Der Teil mit dem Folieren hat mir einen kleinen Kick für mein nächstes Projekt gegeben.
Viel Spaß mit Deinen Bauwerken. Gruß Martin

Hi Martin,
freut mich, dass dir der Bericht gefallen hat!
Freut mich natürlich noch viel mehr, dass ich dich inspirieren konnte. Folieren ist echt nicht soo schwer. Man muss halt nur das Unperfekte als die eigene Benchmark der Perfektion akzeptieren. Dann ist man sowieso stolz 😊

Beste Grüße
Helge

Was für ein geiler Bericht! Du lässt den Leser die gefühlte Ungeduld miterleben und man hetzt aufgeregt mit Dir durch sämtliche Phasen des Wirkens!
Das hat Spass gemacht! Danke dafür! Und ich hoffe, das ich in Zukunft noch mehr von Dir lesen darf. Das würde mich wirklich freuen.

Und es erfüllt mich wieder einmal mit tiefer Freude, dass mein Gefriemel für das Jungvolk tatsächlich Inspiration ist. Danke auch das Du das Kund getan hast. Für heute krieg ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. 🙂

Stefan

Moin Stefan,
ach Mensch! Das freut mich richtig, dass du und die anderen so viel Spaß beim Lesen haben! Mir blieb gar nichts anderes übrig, als dein “Gefriemel” zu erwähnen. Ist halt einfach eine große Inspirationsquelle für mich und wahrscheinlich auch viele andere hier! 🙂
Und mit Sicherheit werde ich irgendwann mal wieder einen Bericht schreiben. Dafür liegt mir dieses Hobby einfach viel zu sehr am Herzen. Ich hätte ja mal richtig Lust auf was mit Bändchen, aber der ER4 ist glaube ich echt eine Schippe zu viel für mein Portemonnaie und besonders meine Hörgewohnheiten. Vielleicht gibt es ja eines Tages wieder etwas preiswerteres (Achtung: Wink mit dem Zaunpfahl 😅☝️)

Ich hoffe, dass du auch noch ordentlich Munition an Ideen hast, die du hier in Zukunft verschießen wirst.

Gruß Helge

Hallo Helge,
ein toller Baubericht. Sehr erfrischend. Macht echt Spass ihn zu lesen. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Toll. Bin gespannt auf dein nächstes Projekt.

Grüße Roland

Hallo Helge,
Ein schöner und kurzweiliger Bericht.
Gut für alle Zauderer, zu sehen, daß Lautsprecherbau auch auf dem Kellerboden funktioniert und vielmehr auch noch am Ende ein Top Ergebnis dabei heraus kommt.
Die U-Do kann man eigentlich nur noch wegen des Vorzugspreises Einstiegsklasse nennen. Klanglich sind die ein großer Fortschritt zur „Alten“. Da haste Recht.
Gruß Dino

Die U-Do 4 ist absolut zu empfehlen. Unterstützt den TV prächtig im Schlafzimmer, bei Musik ein vollständiger 3 Weger.
Hab aber auch keinen weiteren Platz mehr. Im Haus wird in jedem Raum nur noch aufgewertet. Das nächste Projekt U-Do 3 baue ich mit/für meinem Neffen zusammen. Man muss sich halt Opfer suchen. 😉
Gruß Dino

Sehr schön, endlich Mal wieder ein Bericht der mich an meine eigenen Anfänge denken lässt! Schöne Box, schöner Bericht,super geschrieben! Ich wünsche der UDo Serie noch viel mehr ihrer verdienten Aufmerksamkeit in so tollen berichten. Es muss nicht immer das obere Ende der Fahnenstange sein, weiter so:-)

Servus Helge,
vielen Dank für deinen äußerst kurzweiligen Bericht, toll geschrieben!
Mich freut es sehr, dass unsere smartphonesüchtige Mittzwanziger-Generation hier immer stärker vertreten ist!
Gruß Max
PS: Wehe ich lese hier nochmal irgendwo die Aussage “ich hab keine Räume mehr, für die ich Lautsprecher bauen kann” – habt ihr alle keine Freunde?! 😛

PPS: Ich dachte auch immer, ich könne keine schönen Weichen bauen. Beim letzten Projekt (SB30 für einen Kumpel) hab ich dann das erste mal “durchs Brett” gesteckt und von hinten gelötet. Schwupps, war die Weiche echt schick, der Mehraufwand ist vernachlässigbar. So schön wie Stefans Weichen wars natürlich trotzdem nicht 😉

Hi Max,
danke für die Blumen! 🙂 Ich versuche in meiner Generation echte Missionsarbeit zu leisten. So oft es geht, nötige ich Zweifler ins Stereodreieck, demonstriere die Heimkinotauglichkeit und versuche den Bau zu relativieren. Trotz des Staunens und der Begeisterung ist es nicht so einfach… Aber jeder braucht so seine Aufgabe im Leben, nech… 🙂
Deine Idee mit der Weiche hat mich neugierig gemacht! Werde ich beim nächsten Projekt auch mal ausprobieren. Irgendwann wollen die High Jacks als Rears ersetzt werden 😊

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