Don 71 von Alex

Mit der Linie 71 hat Udo einen Bauvorschlag vorgestellt, den man nicht ablehnen kann. Da immer von Queen, oder im Fall des 26 HD 1 von Prinzessin die Rede ist, taufe ich meine Box einfach Don 71. Ich bin momentan im „Der Pate“-Fieber. Ein toller Film. Warum hab ich mir damit nur so viel Zeit gelassen?

Gestehen muss ich, dass ich ein Wiederholungstäter bin. Angefangen hat es mit der SB 23/3 und dann kamen die BlueSmall. Beide Bausätze habe ich verkauft. Die SB 23/3, weil sie mir trotz Abstimmung für eine (seitlich) wandnahe Aufstellung zu viel Luft bewegt hat und die Bluesmall, weil mir der 13er zu klein war. Beides waren tolle Lautsprecher und den Verkauf der BlueSmall bereue ich heute etwas.

Zwei Bausätze kannte ich also schon ganz gut. Außerdem höre ich seit einiger Zeit mit der SB 18, welche aber verschenkt werden. Die SB 18 lösen mir persönlich nicht gut genug auf. Mit “nicht gut genug” meine ich natürlich „unser“ nicht gut genug. Also wir vom Udo-Fanclub. Im Vergleich zu vielen anderen Lautsprechern, sind die SB 18 extrem gut. Wir sind halt verwöhnt.

Ich denke, dann muss es Eton werden. Den ER4 kannte ich nun ja. Preislich für mich aber eine harte Nuss, trotz des Verkaufs der BlueSmall. Den Eton 26 HD 1 gibt es ja noch, auch wenn er jetzt HD 3 heißt. Gehört in Udos Laden in der Symphony 84 und schon öfter bei einem Kumpel in der Little Princess. Im direkten Vergleich mit den SB-Chassis hörte er sich an, als ob man einen Vorhang vor den Lautsprechern weggenommen hätte. Das war gut. Etwas Bammel hatte ich wegen der Direktheit des Eton 26 HD 3. Unbegründet, dazu aber unten mehr.

Bauen
Das Gehäuse soll aus 19 mm MDF mit einer 18 mm Multiplexfront bestehen und dann furniert werden. Die Multiplexfront ist für die Schrauben. Hält besser, als mit MDF.

Da der Baumarktzuschnitt nicht immer perfekt wird und es auch Schwankungen im Material geben kann, plane ich etwas mehr Länge und Breite bei den Seitenwänden ein und fräse dann das überschüssiges Material mit dem Bündigfräser weg. Zusätzlich zu den Maßen schreibe ich dem Baumarkt-Mitarbeiter auf, dass es gut wäre, wenn der Deckel und Boden mit dem selben Anschlag für die Länge gesägt wird und alle Bretter von der Höhe. Verzeiht mir die Bilder. Ich habe versucht, alles hell genug zu fotografieren (Anmerkung der Redaktion: Mit PhotoScape passt alles).

Nachdem der Korpus fertig war, habe ich alle Seiten mit dem Excenterschleider geschliffen. Damit sich mit der Zeit nicht die Stirnseiten durch das Furnier drücken, habe ich das Gehäuse mit 3 mm MDF verkleidet. Die 3 mm Platten ließ ich größer zuschneiden und dann mit dem Bündigfräser weggefräst.

Furnieren
Nun kam das Furnier dran. Welches Furnier passt zu einem Don, dachte ich? Ich habe mich für das black snow Furnier von designholz.de entschieden. Sieht aus wie ein Nadelstreifenanzug, oder? Das passt. Es ließ sich gut verarbeiten. Anfangs habe ich an manchen Stellen an den Kanten durchgeschliffen und man sieht das MDF. Sehr schlimm finde ich das nun nicht, weil es kaum auffällt. Beim nächsten mal schleife ich weniger energisch. Ansonsten hat alles gut geklappt. Ich hatte noch nie furniert. Ich habe mich für die Bügelmethode entschieden und es hält alles super. Viel einfacher als lackieren.
Hier der unbehandelte Nadelstreifenanzug nach dem Schleifen. Geschliffen habe mit 120er, 180er und 220er Schleifpapier mit der Hand.

Damit der Anzug auch etwas Glanz bekommt, habe ich das hochgelobte Osmo Hartwachsöl benutzt. Mit einem Küchenschwamm aufgetragen und trocknen lassen, zum Schluss noch eine zweite Schicht.

Damit man auch den Boden ölen kann, habe ich Nägel in ein Brettchen geschlagen und die Box nach Olen des Boden draufgestellt.

Zwischenzeitlich habe ich Akustikstoff am Ende der Bassreflexrohre angeklebt, damit man nicht reingucken kann 🙂

Frequenzweiche
Die Anschlüsse habe ich mit Heißkleber fixiert. Die Weiche wollte ich nicht in das Gehäuse kleben, sondern Klettband benutzen, damit man sie bei Bedarf rausnehmen kann

Dämmaterial rein, alles festschrauben und löten

Und hier die fertigen Lautsprecher

Zum Klang kann ich noch nicht viel sagen. Aufgefallen ist aber sofort, dass der Don viel feiner auflöst, als die SB 18. Auch die Angst, dass der Hochtöner zu direkt spielt, war unbegründet. Nun muss man mit der Zeit noch etwas die Lautspecher rumschieben und die Lautsprecherständer sind zu hoch. Der Kauf hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich bin begeistert. Sogar Wein schmeckt mir beim hören besser als früher! Ok, ich trinke vielleicht auch mehr Wein als früher 😀

Prost!

Alex

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schlamperl

Tach Alex,

wünsche viel Spass mit den Kleinen. Schön, schnell und gut hehe!

THX für diesen Bericht.

Joschi

Hi Alex. Super Sache die Don 71. Hut ab. Kannst Du nach was zum Bass im Verhältnis zur SB 18 sagen.
Weiter so. Best Wisches Joschi

JoKa

Hallo Alex,

ich bin eigentlich kein Freund von Furnier, aber dieses gefällt mir ausgesprochen gut. Wirkt sehr edel und unaufgeregt. Schöne Boxen!
Ich weiss auch, dass sie so spielen wie sie aussehen.
Eine Box mit ER4 verkaufen, um eine Box mit dem 26HD3 zu bauen, machen nicht viele, ist mir aber auch schon passiert.

Wünsche viel Freude damit,
Jo

Lasar

Wirklich sehr schön geworden.
Viel Spaß mit dem Don.

Gruß Lars

schuelzken

Hallo Alex,

schöne Nummer die du da abgeliefert hast.
In der Tat ist die Klettbeferstigung mir sehr sympathisch.

Eigentlich ist dieser Lautsprecher ja das Pendant zur Kera360.1 die ich längere Zeit mein Eigen nennen konnte, bis sie der Erweiterung zum Opfer fiel.

Gruß Schülzken

Audicz

Schicker Nadelstreifenanzug, Alex.
Gefällt mir sehr gut, auch zusammen mit den Chassis.
Top, Gruß Dino

HaZu

Die Idee mit dem Klett zur Befestigung der Frequenzweiche finde ich genial! Werde ich ab jetzt auch immer so machen. Viel praktischer…

MartinK

Hallo Alex.
Glückwunsch zu Deinem Werk.
Man “hört” aus Deinen Zeilen, dass Du zufrieden bist. Handwerklich und klanglich. Besser geht es nicht! Ein Hoch auf den Selbstbau.
Gruß Martin

Rundmacher

Hallo Alex,

schöner Bericht, interessant sind immer wieder die vielen kleinen Detaillösungen zu unterschiedlichsten Bauproblemchen. Hier die Variante mit den kleinen Nägeln wegen der Bodentrocknung, das spart Trockenzeit (hmm, umgedrehte Reisszwecken oder umgedrehte Einschlag-Filzgleiter könnte ich mir auch vorstellen…).
Bei der kurzen Klangbeschreibung hast du erwähnt das der Keramikhochtöner feiner auflöst als die SB18.
Was nicht nur mir in Eschborn aufgefallen war ist die Tatsache das die Linie 41 -ebenso mit diesem Hochtöner- gegenüber meiner Chorus 71 ebenso feiner auflöst, die Stücke werden analytischer gezeichnet. Das bestätige ich nochmals. Der Keramikhochtöner ist in einer anderen Preisklasse befindlich, man bekommt allerdings auch etwas dafür.

Es grüßt freundlich
Rundmacher