SB 30 ACL – das RoYo-Projekt

Werte DIY – Gemeinde,
das RoYo-Projekt ist keine wissenschaftliche Abhandlung über ultramoderne Lautsprecherchassis oder gar Fluid-Systeme. Nein, das RoYo-Projekt wurde aus einer Laune heraus ins Leben gerufen. Es ereignete sich im September des Jahres 2018 n. Chr. als sich zwischen zwei Jüngern des DIY Lautsprecherbaus folgende whats app- Kommunikation ereignete:

Rodscher: „Mir ist langweilig“
Yoga: „Manno, mir auch“
Rodscher: „Lass uns was bauen!“
Yoga: „Aber was?“

Einige Sekunden später
Rodger: „Ich habe hier noch nen SB 30 Center rumliegen. Lass uns azzeln!!!“
Yoga: „Das is mal ne Idee“

Somit war die Tür für eine weitere ACL Version mit 5 Zöllern in D´appolito Version bis weit über den Maximalwinkel der Türangeln aufgestoßen: die SB 30 ACL. Es musste nur noch eine online Bestellung bei Udo getätigt werden, damit aus der Monobastelaktion eine Stereo-Azzel-Version wurde.

Als gemeinsamer Basteltermin wurde Samstag, der 29.09. auserkoren. Hinter der spontanen Aktion verbargen sich mehrere Hintergedanken. Zum einen wollten die beiden Jünglinge Spaß haben,

zum anderen sollten die Lautsprecher am 02.10. bei Udo vorgestellt und auf Achse gemessen werden. Drum war Eile geboten, wie es auch in manchen Durchsagen der Rettungsleitstellen zu hören ist.

Somit nahm das Gemeinschaftsprojekt sehr schnell an Fahrt auf. Udo hatte natürlich noch einen SB 30 Bausatz vorrätig, so dass die Lieferung nicht lange auf sich warten ließ. Die nette blonde Mitarbeiterin vom Toom Baumarkt war auch nicht untätig und hat den beiden Jünglingen einen so was von passgenauen Schnitt verpasst. Sagenhaft!

Als Vorlage haben wir den Plan von „derFiend“ für die Chorus 52 ACL herangezogen. Da es eigentlich nur eine aus der Laune heraus geborene Bastelaktion sein sollte, haben wir uns über das Finish kein weiteres Kopfzerbrechen bereitet. „As it is“

Die von der bereits erwähnte Mitarbeiterin des hiesigen Baumarktes sehr genau zugeschnittenen 19 mm Spanplatten ließen sich auf Grund eben genau dieser Eigenschaft relativ leicht zu Kästen zusammenleimen. Unser guter Freund „Ponal“ Holzleim leistete, trotz der niedrigen Temperaturen, einen guten, zuverlässigen und hoffentlich haltbaren Dienst. Bis zum Mittag sind wir gut vorangekommen und waren mit dem Halb-Tageswerk zufrieden.

Es musste eine Stärkung her. Yogas Frau hatte, weil nichts anderes im Haus war, eine – O-Ton – vegane Gemüsesuppe mit Fleischeinlage gezaubert. Hierfür sei ihr schon jetzt gedankt, dann wird es später nicht vergessen;-) Der dankbare Gast und Suppenvernichter erster Klasse hat dem Suppentopf einiges entnommen. Sein Resume: „.. ich habe bis zum Verlust der Sängerstütze gestopft“, sagt alles aus.

Gestärkt gingen wir wieder ans Werk und entlockten der Makita Oberfräse nach einigen Diskussionen über den Sinn und Zweck eines Anschlags und der Tiefeneinstellung einige unwillige Töne. Schlussendlich haben die Chassis aber dann doch wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge in die Löcher der Fronten gepasst. Das anschließende Leimen und erste Belobigungsbier gingen nahtlos ineinander über.

Nachdem der Holzleim getrocknet und die Boxen geschliffen waren, wurden die Chassis mit den bereits vorgefertigten Weichen verkabelt und eingeschraubt.

Der erste Test erfolgte mit Rincewind’s Class D Verstärker noch im Bastelraum. Das Ergebnis stellte Rodscher nicht ganz zufrieden. Akkustisch ist der Raum nicht ganz so weit vorne , wie das geneigte Spackoohr es wünscht. Es wurde demnach Zeit, die Neugebauten ins „Arbeitszimmer“. sprich Gästezimmer zu transportieren zum Vergleich mit der SB 36 C, die dort als Platzhirsch tönt. Als Antrieb diente der Spackoguppen-SYM, der wiederum vom hauseigenen Netzwerk und einem der vielen Streamer aus der Hand des Hausherren beliefert wurde.

Was zu hören war, stellte die beiden schöpferischen Hörer, die nach dem Anschließen der SB 30 ACL erst einmal gemeinsam im Gästezimmer-Doppelbett dem Boxenduo gegenüber bequem Platz genommen hatten, auf die ersten gehörten Töne schon sehr zufrieden.

Bis dato war es die SB 36 C, die hier für die mittäglichen Ausruhzeiten und Entspannphasen genau den richtigen Ton parat hatte und nichts vermissen ließ. Oder doch? Der leise Zweifel des „Es könnte noch etwas geben, was besser gefällt“, bemächtigte sich des Hausherren.

Beim letzten Probehören zwischen der Chorus 51 ACL, die Rodscher seinerzeit beim Hörtest in Bochum einfach entführt hatte, und der 36 C stellten wir fest, dass die Bühne mit der Chorus breiter war und der Hochton etwas detaillierter.

Schwuppdiwupp, raus aus dem Gästebett und die 36 C angeschlossen. Im direkten Vergleich sagte uns die SB 30 ACL im Hochtonbereich eher zu. Der Weinkenner würde vielleicht ein „Mehr für die Zunge“ über sein durch das gerade Getrunkene geschmeichelt sich windende Geschmacks- und Sprechorgan verlauten lassen.

Warum? Der Hochton wirkt etwas klarer, aufs erste Hören hin detailreicher als bei der SB 36 C. Der Bass kann tief, wir denken, bis zu 35 Hz geht (spätere Messungen in Mainz, durch belästigte Mitbewohner bestätigt, ergeben, dass bis 34 sehr gut zu hören ist), aber nicht so gewaltig wie bei der SB 36 C, die auch den Bauch etwas massieren kann. Das gelingt dem schlanken Bass der 30 nicht. Trocken kommt er daher, fast schon wie man es von Eton gewohnt ist. Selbst bei großen Lautstärken ist kein Bollern im Bass zu vernehmen. Eher ein trockenes Bumm;-)

Mehrere Stücke wurden gehört – Hey now, als Basstest durfte natürlich nicht fehlen – und lassen die beiden Bequemhörer zu der Erkenntnis kommen, dass die 36 sehr sonor, seriös und mundig klingt, um einige Sängersprüchlein mit einfließen zu lassen. Die 30 klingt etwas heller, durch die 5er-Chassis, die später bündeln, etwas freier in den Obertönen.

Das Ergebnis brachte den einen der Hörer dazu, noch in Hörpostion und nach der Frage, was der gelieferte SB 30-Satz samt Holz gekostet haben, das Geldbeutelchen zu zücken. Gegen Geld eingetauscht, nahm er die zwei Azzls mit nach Mainz, während der andere gleichzeitig mit dem Einsacken der Scheine davon sprach, sie noch einmal in schön und Buche oder so zu bauen.

Der Lautsprecher hat einen guten bis sehr guten WAF (schmal und nicht so tief) und passt sehr gut in Räume bis zu 25-30 m2. Bei uns spielte er in 17 m2. Bei Udo war er im Laden mit ca 40 qm zu hören und ließ dort keinen Zweifel, dass er selbst über Zimmerlautstärke noch Reserven hat.

Das aus Langeweile heraus geborene Projekt hinterlässt unserer Meinung nach einen sehr guten Lautsprecher, der keine Lücke füllt, aber das Angebot günstiger und sehr guter Bausätze aus dem Hause ADW bereichert. Danke an Udo für die Unterstützung und den Bausatz, Danke Claudia für die vegane Wursteinlage. Von uns bekommt das Teil eine Kaufempfehlung

Yoga und Rodscher

Zur SB 30 ACL im Online-Shop

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schlamperl

Na, watt soll ich da noch sagen, wie immer goil.

Gruß Jörg

Lasar

Das ihr Spass hattet mit dem Projekt kann man unschwer erkennen!!
Wo aber ist Makita Oberfräse, ich sehe nur eine festool Oberfräse und einen kleinen süßen Makita Akkuschrauber.
Weiterhin viel Spaß mit den azzeln.

Gruß Lars

MartinK

Oha. Das ist ja ein tolles Projekt. Zu zweit macht es einfach mehr Spaß. Zumindest wenn man sich gut versteht. So wie ihr offensichtlich. Und sehr unterhaltsam geschrieben. Man kann fast das Holz riechen. Gruß Martin

Michael

Schöner Bericht. Zwischen den Zeilen lese ich wie viel Spaß ihr beiden hattet. Klasse Projekt.
🤔 Kann man jetzt sagen das es auch ein Azzel Center ist? 🤔

Gruß Michael

derFiend

Naja, im wesentlichen ist ja nix anders als vorher. Nur die gleichmäßig verteilte Bassöffnung gibts halt nicht. Nen 35L Center ist aber schon mal ne mächtige Ansage 😉

derFiend

Hab grad nochmal drüber nachgedacht. Center ACL müsste möglich sein, ist aber konstruktiv ne interessante Herausforderung, wenn das Ding liegend sein soll und die Chassi in der Mitte. Ich bin gerade verführt doch noch auf 5.1 zu gehen… das wär mal noch ne Herausforderung dazu 😉

MartinK

Habe so was mal mit der FT11 Top gemacht. Hat ganz gut funktioniert. Ca. 60 cm breit, 50 tief und 13 hoch. Ausgehend vom TMT in ca. 13 cm Breite nach hinten, dann 1x nach außen gefaltet. Der Streifen hinter dem Hochtöner blieb leer. Gruß Martin

derFiend

Gut, aber 50cm tief sind schon echt ne Marke. Interessant fänd ich einen weniger Tiefen LS, und die Reflexrohre auch gleichmäßig rechts und links der Chassi. Müsste theoretisch gehen, wenn man das 3 Kammer System quasi doppelt auf beide Seiten legt. Wäre jedenfalls ne interessante Nummer 😉

MartinK

Deutlich breiter und dafür weniger tief geht natürlich auch.

schuelzken

Da is ja endlich der Bericht.
Glückwunsch euch beiden zu den Azzels.
So schnell kann’s gehen das aus einer Centerversion ne Azzel wird.
Klanglich wie immer sehr weit vorne.

Gruß Schülzken

derFiend

Vielen Dank für den Bericht. Toll geschrieben und macht Spaß zu lesen 😉
Im eh schon breit aufgestellten SB Programm sicher eine Bereicherung, und weitere Entscheidungserschwernis für den einen oder anderen!

Vergleichshören mit der C52 ACL wär super interessant.

Udo Wohlgemuth

Hallo Community,

damit nicht gefragt werden muss: Beim Planen einer Veröffentlichung muss man auch das richtige Datum eingeben, damit der Bericht rechtzeitig auf dem Frühstückstisch liegt. 😉

Gruß Udo

nymphetamine

Dachte schon, die zeitumstellung hat dich ganz durcheinander gebracht 😂😂😂