Das ist der Gipfel – BelAir GrandLady

Gemächlich ist die beste Gangart, wenn man einen Gipfel erstürmt. Daran habe ich mich schon damals gehalten, als ich noch gelegentlich in den Alpen oder Pyreneen herum wanderte.  Natürlich dauerte es seine Zeit, bis ich auf die unter mir liegende Landschaft herunter blicken konnte. Doch im Gegensatz zu manch übereifrigem Mitläufer kam ich oben an und durfte den Ausblick genießen. Der Grundsatz: „Eile mit Weile“ bewährte sich auch immer wieder in meinem weiteren Leben, so blieb ich ihm treu. Ich ließ mich nie von fremden Erwartungen drängen, sondern machte erst etwas fertig, bevor ich es der Umwelt kund tat.

Jeder interessierte Leser konnte in den letzten Monaten die kontinuierliche Entwicklung der BelAir-Reihe verfolgen, Stück für Stück schichtete ich ohne jede Hektik einen Bausatz auf den anderen. So entstand ein kleiner Berg, über dessen Spitze bereits vor Wochen in diversen Kommentaren diskutiert wurde. Was dort thronen würde, ist eher keine Überraschung und war eigentlich auch schon längst klar: Die Big 5 mit den Lady-Chassis. Nur das Erscheinungsdatum stand noch nicht fest, der Bausatz wollte erst fertig werden. Das geduldige Warten hat ein Ende, hier ist sie nun – BelAir 74 oder etwas eingänglicher „GrandLady“.

Schnell klar war der Aufbau der Box, die Lady gab alles vor. Über zweiteilig musste ich nicht nachdenken. Ein Bassklotz mit gut 140 Litern passt nicht unter ein schmales Top-Teil, dessen Hochtöner in Ohrhöhe sitzen muss. Im einteiligen Gehäuse lässt sich das notwendige Volumen leichter in die Höhe strecken, dafür ist die Front obenrum breiter. Rücksicht nahm ich dann noch auf meine CNC-Fräse, unter die maximal Bretter mit 125 cm Höhe gespannt werden können.  Die Tiefe setzte ich auf gerade noch erträgliche 50 cm an. Diese Vorgaben teilte ich meiner Freecad-Datei „Big 5“ mit, die für 19 mm Plattenstärke augenblicklich eine Breite von 34 cm ausgab. Nun passte ich noch die Chassisausschnitte an, legte die Reflexabstimmung auf 28 Hz fest, verlangte für die Mitteltöner 24 Liter und schon waren die Boxenzeichnung, die Holzliste und der Bauplan fertig. Ein wenig ärgerlich ist es, dass die Maße in der Bauzeichnung von der Software nicht automatisch angepasst werden. Also war noch ein wenig Klicken nötig, um diesen schönen Plan zu erstellen.


Hilfe für jeden, der selbst über die Maße seines musikalischen Lebensabschnitts-Begleiters bestimmen möchte, hält die Freecad-Zeichnung parat.

Bei der Auswahl des Plattenmaterials hielt ich mich an die BelAirs und verwendete für Fronten und Rückwände Multiplex. Da beide aufgesetzt sind, änderten sich die Zuschnittsmaße trotz 21 mm Dicke nicht, die Kisten wurden lediglich um 4 mm tiefer.  Ansonsten nahm ich schwarzes MDF, oben auf Gehrung gesägt. Für die Innenbretter hatte ich davon nicht genug auf Lager. also schnitt ich mir gewöhnliches MDF zu. Es hätte auch etwas dicker oder dünner sein dürfen, selbst dafür wäre eine Neuberechnung des Bauplans unnötig gewesen. Die Toleranzen beim Boxenbau beginnen weit vor der 3. Stelle hinter dem Komma.

Das Trocknen des Leims dauerte länger als das Kleben, doch es verbrauchte keine Arbeitszeit. Nachdem ich die Fotos auf schön gemacht hatte, ging es zum Begradigen der Überstände und Entfernen der Kleberreste in den Keller.  Nach Umbau des Fotostudios in den Messraum füllte ich die Boxen mit insgesamt 1,6 m von meiner 1,6 m hohen Dämmwatte-Rolle. In die Mitteltonkammer schob ich durch den MT-Ausschnitt zwei Matten mit 20 x 80 cm, der Rest wurde relativ gleichmäßig in der Basskammer verteilt. Frei blieb der Bereich hinter dem Reflexkanal. Mit Chassis bestückt stellte ich die erste Box auf den Messständer, der sie etwa 40 cm vom Fußboden abhob.

Alle Chassis-Gruppen trennte ich mit Filtern 2. Ordnung, den Übergang vom Bass auf die Mitten legte ich recht tief. So dürfen die MW16P-8 nahezu allein die gesamte Stimme übernehmen. Mit einem Sperrkreis senkte ich den Anstieg auf 1 kHz. Auffällig ist die Senke bei 1,5 kHz. Sie entsteht durch die Frontbreite von 34 cm, die auf Achse als Reflexionsfläche der Schallwellen ausfällt. Bei schmalerer Front verschiebt sich die Kerbe nach oben und wird teilweise vom Hochtöner gefüllt. Mildern lässt sich der augenfällige Einschnitt auf Achse durch eine großzügige Rundung an der Front mit etwa 6 – 9 cm Radius an jeder Seite. Ich setze da lieber auf den Winkeleffekt und stelle meine Boxen, die allesamt diesen „Makel“ aufweisen, generell parallel zu den Wänden und nicht auf den Zuhörer eingedreht auf. So bleiben die Boxen für jedermann nachbaubar und das Ohr kennt eh nicht die Leiden des Auges. Das kann ich guten Gewissens behaupten, Blindtests in früheren Jahren haben nie einen Sieger zwischen gerundet und eckig küren können.


Auf eine Impedanzkorrektur für die letzten Nutzer von Röhrenverstärkern habe ich verzichtet, weil es nur einen geringen Anstieg der Impedanz zum Glätten gibt. Trotzdem packte mich mal wieder die Nostalgie. Ach wie lang hab ich meinen guten, alten Destiny Experience KT 88  nicht mehr gehört! Also habe ich das Gerät ein paar Minuten vorgeglüht, bevor ich damit meinen kurzen Hörtest vollzog.

Große Boxen und viel Membranfläche lassen gar nicht erst den Gedanken an zarte Töne zu, da muss Handfestes her. Fordern soll es die Lautsprecher, Dynamik, schnelle Tonfolgen, Anschläge, alles, was eine schlechte Box eher nicht mag. Es ist Freitagnacht, drei Gitarristen sitzen in San Francisco und brennen ein akustisches Feuerwerk ab, das völlig zu Recht Musikgeschichte geschrieben hat: Mediterranean Sundance. Wie kann ein Mann so schnell seine Finger bewegen? Hier klampfen tatsächlich nur zwei der drei, die sich aber keineswegs in ihrer Fingerfertigkeit nachstehen. Jeder Anriss der Saiten ist da, 4000 klare Töne pro Sekunde – GrandLady ist voll dabei, hat ihren Spaß und transportiert mich 41 Jahre zurück mitten in das Warfield Theatre. Doch braucht man dafür wirklich solch große Tiefkühlschränke? Nein, aber sie können es! Anstrengung? Fehlanzeige! Dass, wenn auf der Aufnahme vorhanden, auch der Bass druckvoll, konturiert und sehr tief herüber kommt, muss ich wohl nicht weiter erwähnen. Yello beweis es dennoch mit „Blender„. Alles andere wär die Boxengröße dann auch nicht wert. Ein Vergleich mit anderen BelAirs passt an dieser Stelle sicher gut.

Fast schon traditionell belasse ich es nicht mehr bei der wirklich tollen, passiven Box, die selbst keinen guten oder noch besseren Verstärker ausbremst. Alternativ wird auch eine aktive Version gestrickt, die auf alle einengenden Bauteile verzichtet und die Weichen durch DSP-Technik ersetzt. Bewährt hat sich das Hypex FA 123 als Antreiber der Dreiweger, also darf es auch die GrandLady befeuern.

Wie man es von mir gewöhnt ist, glätte ich nicht jeden kleinen Huppel im Frequenzgang und trenne auch nicht steilflankigst, nur weil es das Modul hergibt. Lieber gehe ich sparsam mit den Filtern um und lass den Lautsprechern ihre Eigenarten, die ihr Konstrukteur ihnen gewissenhaft und in voller Absicht angezüchtet hat. Wie bei der passiven Variante trennte ich alle Chassis mit Filtern 2. Ordnung, gab den MW 16 noch drei leichte BoostCuts  und dem Hochtöner einen Shelf zur Pegelanhebung oberhalb von 10 kHz und schon war die Hauptarbeit erledigt. Auch hier auf Achse die Senke bei 1,5 kHz, ist doch auch das gleiche Gehäuse mit den gleichen Wirkungen. Hätte ich sie mit einem BoostCut gefüllt, wär unter Winkel eine dicke Beule entstanden. Zwei weitere Presets mit leichtem Hochtonabfall und leichter Bassbetonung folgten noch vor der abschließenden, aktiven Hörprobe.

Da die GrandLadies fast schon traditionell auf Rollen stehen, war es leicht, sie aus dem Messraum in den Hörbereich zu transportieren.  Ihre 46,4 kg Lebendgewicht mag ich nicht mehr durch den engen Flur zwischen den Räumen schleppen. Mehr Vergnügen bereitete da das anschließende Anhören mit diversen Musiken von meiner Festplatte. Sie ist fast immer der Datenträger für meine Hörtests, auch wenn ich „offiziell“ meist auf Youtube verlinke. Und weil „Blender“ gerade noch so präsent im Kopfe war, durfte Yello noch einmal ran. Tonal war nichts anders, doch alles kam etwas präziser, spektakulärer und, wenn es eine musikalische Steigerung von „richtig“ gibt, noch richtiger als passiv daher.

Dann waren da noch Malia & Boris Blank in der Navigation, Elektronik mit ausdrucksvoller Stimme, die ihre Aufwartung machten. Kein Spektakel diesmal, sondern viel Feinzeichnung, alle Töne am richtigen Platz, die Bühne mit ausreichender Tiefe und Breite – GrandLady hatte keine Mühe, mir die Musik schmackhaft zu machen. Die nächsten Stunden verbrachte ich entspannt auf meinem Sofa und ließ mir Musik aus jeder Richtung um die Ohren wehen. Klassik, Jazz, Rock und Blues wechselten sich ab, ich hatte keine Langeweile. Müßig ist es jedoch, meine Hörempfindungen nun in fragwürdige Superlative zu packen, die meine GrandLady als das Nonplusultra des Boxenbaus in den siebten Himmel hieven. Und so erwarte nun niemand euphorische Klangeindrücke, die von nie zuvor gehörten Wundern auf meinen altbekannten Tonträgern berichten. Ich hatte viel Genuss beim Hören. Aber bleiben wir dennoch realistisch, die GrandLady ist nicht mehr, aber auchnicht weniger als der Gipfel der BelAir-Reihe, die schon recht weit oben thornt. Wer den nötigen Platz für sie hat, muss nicht lang überlegen, wie er ihn sinnvoll füllen kann.

Auch wenn Politik in einem Lautsprecher-Magazin eher keinen Platz hat, muss ich passend zur Zeit zwei Worte über einen Titel verlieren, den ich zufällig auf Youtube fand. Die bekannte Bürgerrechtlerin, Pazifistin und Umweltaktivistin Joan Baez singt Udo Lindenberg. Ich kann es nicht verhehlen, das hat mich bei meinen Hörtests fraglos am stärksten berührt.

Udo Wohlgemuth

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Guten Morgen allerseits,

Ist hier jemand?
Hallo?
Alles so still…..

Ich muss planen wie ich das mit dem Design mache. Da brauch ich Konzentration. Pssst 😉

Moin. 
Nun ist es glaub ich doch bedingt, ebenfalls zu schreiben. Zwar wurde schon alles, den Mittwoch bei Udo betreffend irgendwie geschrieben, nur noch nicht von jedem der Beteiligten… 
Kurz: Die beinahe 8 Stunden Fahrt haben sich mehr als gelohnt! 
Das Jahr 22 kann sich zu dem Jahr entwickeln, in dem ich am häufigsten auf der Couch zu einem Therapiegespräch gesessen habe werde. Anfang des Jahres, genauer Ende Januar saß ich zum ersten Male vor einem Teil der Neuen. Zum Vergleich hatte ich meine Illumi30 mit, die ebenfalls als ACL gebaut war. Der Vergleich fiel damals ernüchternd aus und der Plan, den HT der Illumi durch den AMT zu ersetzen begann zu reifen. Zwischenzeitlich hat Udo der Emsige, sein Angebot erweitert, was Yoga auf den Plan brachte, mich einzuladen, zu ihm zu kommen, was nicht nur die selbst zu fahrenden Kilometer reduzierte, sondern auch ermöglichte, länger miteinander zu reden und auf dem Rückweg dann auch die Gemahlsgattin von ihm mit Freuden zu treffen . Hat man sich lange nicht gesehen, zeigt sich der weibliche Anteil im Manne und er wird automatisch zum Wörterbuch. Der Zweier-Verbund multipler Persönlichkeiten hat es dann irgendwann trotz widriger Umstände geschafft, sich auf die neue Couch setzen, deren Sitzkomfort an dieser Stelle positiv erwähnt werden muss. Zu Beginn lief schon die 52, die dann alsbald den Vergleich mit der Illumi leicht und vollkommen unangefochten für sich entschied. Meine Erinnerung hatte mich nicht getrogen. Der eigentlich nicht schlechte SB29 kann dem AMT in keiner Weise folgen. Um die schon recht oft erwähnte „Bühne“ zu bemühen: viel weiter , luftiger und detailreicher, um den Unterschied einfach zu beschreiben. Ich hatte mich damals nicht verhört. Der Bass war durch einen Bastelfehler leider nicht vergleichbar, zeigte sich aber in der 52 wie in der Erinnerung so, dass man schon die Frage nach einem Sub stellen könnte, angesichts dieser blauen Stangen. Die dann folgende Big5 zeigte sich als ein Lautsprecher, der nicht nur einen tiefen trockenen Bass kann, sondern auch sehr feine Mitten und Höhen darzustellen vermag. Peter hatte oft die „Macht“ in der Hand und verstand es bestens vorzügliche Musik einzustellen Was mich persönlich an der Big5 erfreute war, dass der Effekt durch ein Zuviel an Informationen zu überfordern, wie ich es schon bei anderen Modellen in doppelter Dappo- Ausführung erlebt habe, nicht eintrat. Irgendwer wünschte sich dann die Große Dame zum Hören. Den Unterschied kann man nur als „mit offenem Mund“ beschreiben. Schon im Januar war ich von der „Richtigkeit“ der Lady angetan, wie sie das eingespielte Musikprogramm zu Gehör brachte. Damals schon vergab ich das Prädikat „nervt auf Dauer nicht“, welches mir persönlich das Höchste ist, was ich zu vergeben habe, wenn es um Lautsprecher mit solch hoher Detailwidergabe geht. Nun hat da die Große noch eine Schippe draufgesetzt. Simplifiziert ausgedrückt: Sie kann es einfach. So habe ich an diesem Tag 2 weitere Lautsprecher neu hören können, die in meiner Liste des absoluten Gefallens eingetragen worden sind. Leider konnte ich die 99 nicht hören. Es fehlen die HT, die Udo einem Kunden mitgab, dass dieser seine LS bauen kann. Diese (99) zu hören wird dann, neben dem allgemeinen Therapiegespräch der Grund sein, wieder nach Bochum zu kommen. Nun ist von meiner Seite aus im Ganzen so ziemlich das Gleiche gesagt worden, wie von meinen Vorschreibern. Es sei noch so viel gesagt, dass ich den immer wieder wegen seiner Unbekommbarkeit beklagten ER4 in keiner Weise vermisse, was sicher nicht allein nur am neuen AMT liegen mag, sonder vielmehr am neuen Gesamtkonzept. Die neuen Modelle sind nach meinem Dafürhalten das Beste bisher aus Udos Werkstätte. So gut habe ich noch nie Musik gehört! 
Beste Grüße 
Roger

Hallo Yoga, Rincewind
und natürlich Stefan!

Das ist bereits ein eigener, mächtiger Kommentar „Bericht“.
Über 1000 Kilometer auf der Piste (bei den heutigen Spritpreisen), einen eigenen Boliden_Vergleichszuspieler mitgebracht und stundenlang die Ohren verwöhnt.
Hach je.
Das isses. 😉

VG Rundmacher

P.S. Lese es nochmal

Liebe Forenmitglieder,

Roger, Peter und ich hatten schon lange geplant bei Udo konzertiert aufzuschlagen. Letzten Mittwoch war es soweit. Roger besuchte mich im Auenland und wir fuhren gemeinsam nach Bochum. Aufgrund von Stau kamen wir 1,5 Stunden später an als geplant. Aber das war egal. Wir freuten uns auf den Besuch, denn wir hatten einige Gründe. Wir wollten wieder mal auf der Couch Platz nehmen, mit Udo quatschen, die Katze streicheln…., ja ok, wir hatten auch das Bedürfnis die neuen Kreationen von Udo zu hören, die er in den letzten Monaten geschaffen hat. Nicht ganz freiwillig wie wir alle wissen. Aber was bleibt einem erfolgreichen Unternehmer anderes übrig, als auf widrig äußere Umstände zu reagieren.

Hatte sich Udo vor Monaten noch von den Satori Chassis getrennt, es gab einen Ausverkauf, bei dem Roger und ich zugeschlagen hatten, stellten nun diese Chassis das Grundgerüst der neuen Serie dar.
Was für ein Sinneswandel!?!
Nein kein Sinneswandel, Udo hatte zum damaligen Zeitpunkt keinen Zugriff auf den AMT und konnte sich nicht vorstellen, mit der Kalotte am Ast der Referenz zu sägen.

Für mich war die Entscheidung mit den Satori weiterzumachen nicht ganz abwegig, war ich doch vom Klang der ilumi 30 acl sehr angetan. Ok, damals noch mit Kalotte, aber mir gefiel es.

Bei meinem Besuch wollte ich die Grand Lady und die Big 5 hören, wollte wissen, wie sich mehr Membran anfühlt bzw. anhört.

Es gab noch einen anderen Grund. Ich hatte meine Ilumi 30 ACL mitgenommen und wollte mit der Bel air 52 ACL vergleichen. Die Weiche hatte ich ein wenig modifiziert. Nach dem Vergleich bin ich in Grund und Boden versunken. Weitere Kommentare spare ich mir. Ich habe die Weiche und die unwissentlich „eingebauten Fehler“ wieder behoben.

Nach der 52 ACL haben wir uns stufenweise nach oben gehört, bis wir zur Grand Lady kamen. Ich habe Roger und Peter bei den unterschiedlichen Stücken nur angeschaut, ich war sprachlos und fasziniert. Was ich hören konnte war ein unangestrengter und in sich stimmiger Klang. Es passt alles perfekt – auf den Punkt.
Die Bühne, die räumliche Darstellung war sensationell. Was mich aber am meisten fasziniert hat, war die Tatsache, dass der Klang bei leisen Passagen immer noch diese sagenhafte Präsenz zeigte.

Es bestätigt sich das Sprichwort, das lautet: „Andere Mütter haben auch schöne Töchter“.
Die Satori Chassis können der bisherigen Referenz absolut das Wasser reichen. Ich persönlich benötige keine Vergleiche, denn die bisherigen Chassis gibt es nicht mehr und warum etwas hinterhertrauern, was nicht mehr greifbar ist.

Mir ist klar, warum Udo über seine neue Kreationen nicht selbst behauptet, es ist das Beste, was er je gebaut hat. Er würde sich unglaubhaft machen und einigen Forenmitgliedern vor den Kopf stoßen.

Ich selbst darf eine Minuetta mein Eigen nennen, aber ich möchte behaupten für mich und mein Hörempfinden machen die Satoris alles richtig.

Udo, Deine Entscheidung die Satori Chassis mit dem neuen AMT zu vermählen waren absolut richtig! Chapeau!
Jeder der die Möglichkeit hat, sich die neuen Kreationen anzuhören, sollte das tun. Es ist ein Ohrenschmaus.

Noch etwas zur Hardware. Der Marantz PM90 und der Audiophonics Zuspieler sind wirklich toll. Danke Peter, dass Du Dir die Arbeit gemacht hast und den Boliden eingepackt hast.

Alles in allem haben sich die über 4 Stunden Autofahrt gelohnt. Es war ein toller Nachmittag, den ich nicht so schnell vergessen werde.
Danke an Udo, Roger und Peter.

Brückentage-Woche und der Plan die Dicke Bertha in Ruhe hören zu können. Tja, der Freitag war schon besetzt also bleibt mir nix anderes übrig als die kurze Woche noch etwas zu verkürzen und den Mittwoch auch noch als freien Arbeitstag zu gestalten. Lieblingsverstärker entstauben, denn der hat seinen Sommerurlaub. Prüfen ob alles noch zufriedenstellend funktioniert und dann wieder alle Kabel ab. Die 25kg müssen ins Auto. Hilft ja nix. Mein Wohnzimmer kann ich nicht zu Udo mitnehmen, aber den Verstärker samt digitalen Zuspieler schon. Vorher noch den USB Stick volltanken.
Bei Udo angekommen waren schon Yoga und Roger bereits anwesend.
Während die Beiden mit Udo schwätzten, wurde das mitgebrachte Gerümpel angeschlossen. Bis die Dicke Bertha loslegen dürfte, sind noch paar andere Lautsprecher dran gewesen. Doch das ist eine andere Geschichte.
Mich interessiert die Dicke Bertha. Also Geduld und sich bissrl warmhören.
Dann durfte die Dicke Bertha ran. Mit Dire Straits und so.
Mit Nils Frahm Solo Album, gehört wurde Chant und Wall
https://nilsfrahm.bandcamp.com/album/solo
Viele Worte fallen mir nicht gerade ein, außer unverfälschter Genuss. Jeder Akkord sitz perfekt, der Anschlag sauber, das Ausklingen der Saiten, das vibrieren anderer Saiten… Klassisches Konzert: Die Bilder einer Ausstellung – Orchester sauber aufgebaut, die Instrumente präzise Ortbar, selbst die Pauke. Das können nur wenige.
Zum Abschluss durfte ein wenig Spektakel nicht fehlen:
https://m.youtube.com/watch?v=IGzJFJRkmCE
Rogers Herz hätte fast ausgesetzt und Udo hüpfte Richtung Sofa Lehne. Ja, Dicke Bertha kann auch Spektakel, aber nur wenn es sein muss 😉
In meinem Kopf sitzt das kleine Teufelchen und säuselt: leg das Geld in den Bausatz an, bevor es nix mehr Wert ist… Die paar Kartons können sicherlich, gut Eingelagert, paar Jahre warten bis Du Zeit für ein würdiges Gehäuse hast.
Seufz.

Erinnerungsschnappschuss

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Meine Frau freut sich, wenn ich mich freue. Sie ist wie ein Spiegel meiner Erlebnisse von denen ich ihr immer gerne und ausführlich berichte. Und als ich mit meiner Schilderung fertig bin strahlt sie! Über beide Ohren!
 
Was ich ihr erzählt habe? Von meiner Reise. Einer leicht verrückten Reise, die ich aber eben irgendwann einmal machen musste. Und der richtige Zeitpunkt war gekommen!
 
Die südlichen Bundesländer haben einen Feiertag am Donnerstag. Den Freitag habe ich mir einen Brückentags-Urlaub gegönnt. Am Donnerstag bin ich dann los. Markt Indersdorf. Etwas nördlich von Dachau. Dann erstmal bis Nürnberg und einen schönen Abend mit einer Freundin verbracht.
Am Freitag früh dann ins Auto, Hörbuch an, und auf nach Bochum. Trotz Stau auf der A45 war ich viel zu früh da. Nicht weit von der Förderstrasse habe ich einen Italiener gefunden und hab mich auch Essenstechnisch schon mal auf Musik eingestimmt. Spliff – Carbonara (et una Coca Cola)
 
Udo sagte ja 14:30. Nicht früher. Ich war dann trotzdem schon gegen kurz nach 14:10 auf einen Parkplatz vor dem Haus gefahren und wollte noch ein wenig am Telefon surfen als sich schon die Ladentür öffnete um die Katze einzulassen.
Er hat mich dann auch gleich gesehen und ich durfte es der Katze gleichtun…
 
Wir kamen nicht weit. Ich weiß auch nicht. Wir sahen uns, kurze Begrüßung, sofortige Symphatie und wir kamen herzlich ins plaudern. Nein, nicht auf dem Sofa. Wir standen ungefähr 30-40 Minuten (gefühlt) direkt am Eingang und erzählten und erzählten. Irgendwann kam Dieter aus Heidelberg (nicht Frankfurt) dazu und es ging weiter zu Dritt. Irgendwann besonnen wir uns dann auf das, weswegen wir ja eigentlich hier waren und rückten Stück für Stück (nicht ohne die Unterhaltung zu unterbrechen) Richtung Sofa.
In der Anfangsphase erzählte hauptsächlich Udo. Und während ich die Geschichten in mich aufsog tat ich es mit den optischen Eindrücken des Ladens gleich.
 
Im ersten Moment, als ich ankam und noch im Auto auf den Parkplatz vor dem Haus einbog und das ungeputzte Schaufenster mit den Kartonagen sah und einem Boxenpaar das recht verlassen, aber immer noch voller Stolz da stand, da dachte ich nur kurz: So sieht ein Schaufenster aus, wenn der Laden längst umgezogen ist und was übrig blieb schon ein Jahrzehnt vergessen war. Das sah so gar nicht nach Business und Superlativ aus. Das pure Gegenteil.
Und der Innenraum singt dasselbe Lied, aber innen spürt man es anders. Innen schreit es einen förmlich an „Du stehst hier in einem Stück Musikgeschichte“!!!
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen… Es sind nur noch ein paar Jahre, dann existiert der Laden da bereits für 4 Jahrzehnte!! Was da schon entstand, welche Leute da schon ein und ausgegangen sind, wieviele Geschichten da schon erlebt und erzählt wurden und wie oft dort schon glückselig und voller Vorfreude Probegehört wurde.
Ich hab all das gespürt. Die Vibes wurden voll übertragen! Auch wenn ich so spät dran bin, dass ich bereits auf der 3. Generation des Sofas platznahm. Ich fühle mich jetzt als Teil der Geschichte und es fühlt sich gut an!
 
Und dann kam das Probehören. Dieter fing an. Erst etwas unsicher, ob er denn auch ein Lied frühzeitig abbrechen und das nächste anmachen darf. Klar!!! Nur zu! Und dann ging es kreuz und quer durch hochwertiges Musikgut. Wir haben angefangen mit der BelAir 54, alias Big 5. Nein, so geht das nicht. Das muss so geschrieben werden BIG 5. Großbuchstaben!
Udo hat es ne halbe Stunde vorher etwas schmunzelnd gesagt, dass er ja nicht ständig behaupten kann „hab ich so noch nie gehört. Völlig neu…“ usw…
Udo vielleicht nicht. Ich schon!
Bevor ich in dieses Forum hier kam wusste ich was für mich gut klingt und was nicht. Aber mit den Begriffen „Bühne, Staffelung, Tiefe“ konnte ich in dem Zusammenhang nix anfangen. Das habe ich erst verstanden, als ich anfing Bausätze von Udo zu bauen und habe dann versucht zu erhören, was das Forenvolk als wertvoll beschrieb. Meine Geschichte fängt ja mit Mona an. U_Do 14, dann SB23/3. Und ich fing an zu begreifen, was die Leute meinen. Ja, ich hatte früher mal Eckhörner bei mir stehen, aber der Raum war offensichtlich ungeeignet. Deswegen habe ich mich auch wieder getrennt. Sie haben meine Erwartungen in meinen Räumlichkeiten nie ganz erfüllt. Nachteil Eckhorn: Man kann nicht durch verschieben der Box die Probleme der Räumlichkeit kompensieren…
 
Ja und jetzt sitze ich da auf dem Sofa und bin schier überwältigt. Meine 23/3 hat mir da schon viel Freude bereitet, aber das, was da gerade vor mir steht… Nicht die Lautsprecher. Ich meine diese Band. So glasklar positioniert, so scharf konturiert und der Raum sooo tief. Dieter hört konzentriert weiter sein Repertoire durch. In einer Musikpause bittet er darum die BIG 5 etwas nach vorne zu ziehen um die Schallwände vor die der anderen zu bringen. Udo macht das.
Wir hören weiter und tatsächlich: Anderer Klang. Fokussierter, deutlicher. Interessant…
Das gleiche haben wir später nochmal mit der GrandLady gemacht. Aber während die Musik spielt. Da hat man den Unterschied dramatisch gehört. Das war ein erstaunliches Erlebnis welchen Unterschied ein paar cm verschieben ausgemacht haben! Klanglich genauso wie vorher, aber eben auch da fokussierter, präziser als vorher.
 
Dann hat Dieter die Kontrolle an mich übergeben und ich habe die ganze Bandbreite meines musikalischen Musikgenusses stichprobenartig durchgehört. Erstmal mit wenig beginnen. Eine Gitarre, eine Sängerin.
Tuck&Patti – Castles made of Sand
Ich dreh durch! Echt! Diese Gitarre, jeder Anriss sitzt. Jedes Kratzen über die Saiten ist zu hören.
DAS ist also wie sich ein Air Motion Transformer anhört. Jajaja. Es ist wirklich das erste Mal, das ich sowas höre! Und es ist eine Offenbarung! Wieso gibt’s denn überhaupt noch was anderes? Das ist doch allem anderen klar überlegen? Udo verweist lächelnd auf den Preis. Achso. Ja gut. Macht Sinn.
 
Die Frau fängt an zu singen. Unglaublich!
An mehreren Stellen muss ich ausatmen und lasse meinen Kopf leicht ungläublig schüttelnd nach hinten kippen und stelle mir die Frage „Warum erst jetzt? Warum musste ich erst 57Jahre alt werden um da anzukommen wo ich schon immer hin wollte?“
 
Sophie Hunger – Walzer für Niemand (live)
Klavier, dann fängt Sophie an zu singen. Ein Bitzeln stürmt duch meine Nase, ich merke wie die Augen glänzend werden. Ich hebe meinen Arm zu Udo, um zu zeigen was gerade passiert. Er schaut kurz auf meine Gänsehaut, grinst und klopft mir wissend auf die Schulter. Ich bin mir sicher, das sind die Momente, für die er lebt. Nicht für das Geld in der Kasse, nicht für tolle Ergebnisse in Zeitschriftenplazierungen. Er will mit seinem Werk Freude verbreiten. Und das hat er bereits tausendfach gemacht. Ich bin nur einer mehr.
 
Nach einem wilden Taumel durch Jazz, Drum ’n Bass, Rock bauen wir um auf die GrandLady.
Wieder Platzwechsel auf der Couch. Erst Dieter, dann darf ich wieder.
Dann muss ich noch ein paar Sachen hören, die vermutlich eher weniger in der Förderstrasse erklingen.
Mau5trap – Fade
Thomas Schumacher – Feist
Dieter meint schmunzelnd, dass er sowas eher aus dem Zimmer seines Sohnes gewohnt ist.
Mich begeistert wieder die Präzision. Und der Bass! Es gibt reichlich Lautsprecher die bei solcherlei Bassdruck eher hilflos wirken und nur noch verwaschenes Gewaber raushauen. Hier passt alles.
Und dann noch eines meiner Lieblingsstücke mit dem, was ich „Basskomakurve“ nenne.
Beyoncé – Partition Live
 
Und was macht die GrandLady?… Was soll ich sagen. Ich hab mich gerade verliebt. Souverän in allen Lagen. Aber das ist die Big 5 auch. Aber etwas anders. Und das haben andere im Forum auch schon geschrieben: Sie ist einfach noch ein Stück unangestrengter. Ich würde sagen fülliger. Wenn die auf Dich zukommt, dann gehst lieber Du aus dem Weg…
 
It ain’t over till the fat lady sings.
 
Dieter ist offensichtlich noch am überlegen, mit welchen Gehäusetricks er das halbwegs bei sich unter bringt.
 
Ich dagegen bin am überlegen wo ich die Big 5 und wo ich die GrandLady hinstellen werde. Ich will beide bauen!
Die große soll ins Wohnzimmer, die Big 5 ins Schlafzimmer. Udo lacht ungläubig. Ich erkläre, dass ist der Raum in dem ich mit meiner Frau am meisten Musik höre. Wir können stundenlang im Bett sitzen und lauschen. Ab und zu muss mal jemand Richtung Kaffeemaschine laufen um noch ne Tasse zu holen.
Aber ich denke, ich fange mit der GrandLady an. Ich hab keine Ahnung ob sich das mit den Möbeln im Wohnzimmer ausgeht. Aber notfalls müssen die Möbel raus. Ich kann nicht mehr ohne sie leben. Sagte ich schon, dass ich mich verliebt habe?
 
Dieter hat sich irgendwann von dannen gemacht und Udo und ich haben noch ewig weiter erzählt. Die Sonne kam immer weiter rum und ging immer tiefer, hat uns angestrahlt, wie wir so auf dem Sofa saßen und hat uns wohl auch zugehört. Dann bin ich auch endlich aufgebrochen. Nach herzlicher Verabschiedung (ich hätte noch ewig weiter da sitzen können) habe ich dann den Motor gestartet.
 
630km vor mir. Das Navigationssystem meint ich wäre kurz nach 2:00 Nachts zu Hause.
Wieder auf der Autobahn mache ich die Musik im Auto an. Es ist eine Burmester Soundanlage in der E-Klasse T-Modell. Als Extra ziemlich teuer. Und ich war bisher immer recht glücklich damit.
Jetzt hatte ich einen echten WTF-Moment! Ist da was kaputt? Natürlich nicht. Sehr ernüchternd. SEHR ernüchternd wenn man vorher stundenlang die GrandLady gehört hat. Musik aus, Podcast an. Das ging dann.
 
Irgendwann nach Mitternacht wurde der Gähnintervall immer kürzer. An einem Rasthof habe ich die Sitzlehne flach gestellt und einen Powernap gemacht. Nach 20Minuten ging der Wecker. Ich ausgemacht und gedacht „nur noch 5 Minuten“. Ca. eine Stunde später wache ich wieder auf. Nochmal kurz strecken und die Knochen durchsortieren, dann geht’s weiter. Halb vier Uhr Morgens bin ich zu Hause. Glücklich und zufrieden. What a day!
 
Danke Dieter (stiller Leser im Forum) und Udo für den wundervollen Tag!!

Die ganze Palette…

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Mittendrin…

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Moin,
apropos Basskomakurve, mir kommt da immer Erykah Badu im Blu Mar Ten Remix in den Kopf.

Ansonsten finde ich es gut, sich einen netten Nachmittag bei Udo zu gönnen, auch mit viel Anfahrt.

Grüße und einen frohen Bau.

Enrico

Hallo zusammen,

letzten Donnerstag war es soweit und ich konnte eine Stippvisite in Bochulum ermöglichen und durfte ein Ohr bei der nun größten Ausbaustufe der Satori bestückten Entwürfe des Betreibers dieser Seite riskieren.

Endgegner!

Ich habe seiner Zeit die 71 völlig überrascht einen kurzen haben wollen Impuls verspürt, den ich aus reinen Vernunftgründen widerstand. Beeindruckt war ich vom Tiefgang und der tonalität, die mir gefiel. Auflösung, Bühne etc. alles war da. Da ich zuhause jedoch bereits eine stattliche Anzahl von Holzkisten beheimate, flachte der Wunsch nach was Neuem irgendwie ab und ich fieberte alsbald den weiteren Ausbaustufen entgegen. Von den folgenden BelAirs gefiel mir die 92 dann am besten. Bis ich gestern dann den Trumm hören durfte.

Eine zierliche Erscheinung ist sie bei Leibe nicht, obwohl BelAir ja irgendwie auf was leichtes, luftiges schließen lässt. Hier hat man es als mit einer ausgewachsenen Brunhilde klassischer wagnerscher Optik zu tun, einer GrandLady im weitesten Sinne.

Im Gegensatz dazu dann aber der Klang! Ich nehme mal das Fazit vorweg. Von allen BelAirs ist die GrandLady mir die Liebste, da sie alles kann ohne vordergründig zu spielen. Kein aufgedickter Bass, kein forscher Hochton, keine zurückgenommenen Mitten. Bühne, Auflösung, Dynamik – alles da und zwar richtig gut.

Gehört habe ich natürlich die übliche Kost (Hey Now, Brothers in Arms,…), die alle hervorragend funktionierten. Auch etwas schmissigeres von den immer gut aufgenommenen Deftones hat mir gefallen. Aber hängengeblieben bin ich bei Clannad – Coinleach Glas An Fhómhair und Newgrange! Putenkarka vs. Erpelpelle! Einfach schön und voller Details. Herrlich!

Wer sie stellen kann hat es hier mit einer gelassenen Walküre zu tun, die ohne viel Bohei zum langen verweilen einlädt und einem nicht unentwegt unter die Nase reibt, „Hallo hier bin ich!!!“.

Also, ich bin froh, noch mal so ein Highlight hören zu dürfen….

Schönes Wochenende allen
Der Andre!

Sehr schön! Das mit dem Platz kann ich nicht nachvollziehen. Ich hab kürzlich bei den Vorgängerinnen den Schritt von nicht ganz klein auf ganz groß vollzogen und den Zugewinn an Klangerlebnis möchte ich trotz kleinem Wohnzimmer auf keinen Fall mehr missen. Das ist einfach eine Welt für sich, auch bei geringen Pegeln.

Mit dem Wissen von heute hätte ich mir solche Klangkörper sogar in mein Studenten Apartment gestellt 😂

Guten Abend,

als ich damals Udo fragte, ob ich die dicke oder die ganz dicke Berta bauen soll, antwortete er nur ganz trocken, stell mir doch keine Frage, auf die Du die Antwort schon längst weist. Bereut habe ich es nie, Membranfläche ist immer nur dann schlecht, wenn man sie nicht hat. Man muss ja so einen Trümmer nicht komplett ausfahren, wenn man so ne Kiste leise hört, ist es ein Genuss. Und das ist eigentlich auch der Ritterschlag eines jeden Lautsprechers: Leise muss der auch gut können.
Laut kann jeder.

Gruß,
-Sparky

Moin,
Da ist sie ja, die Dicke:-)
Als ich vor zwei Wochen bei Udo angefragt hatte ob ich wegen einem Problem mit einem älteren Lautsprecher von ihm vorbeikommen könne meinte er ja, aber überleg ob du vielleicht nicht eine Woche später kommen willst 😉
Hat sich gelohnt, spannend die Kerle vor der Veröffentlichung zu erleben.
Und ich muss sagen, die Verschlankung im Vergleich zur Vorgängerin tut dem Ganzen gut.
Zwar immer noch riesig, aber zumindest keine voll ausgewachsenen Kühlschränke mehr die man sich da ins Wohnzimmer mit stellt. Schon fast zierlich, gefühlt kaum größer als die alte Linie 54…
Ob man die ganz dringend braucht? Ich denke so ab 70 Quadratmeter voll gedämpft im Wohnzimmer könnten sie Sinn machen, alles darunter ist Quatsch. Aber dann wiederum gibt es natürlich den haben wollen Effekt, einfach nur das Bauchgefühl dass alle anderen Lautsprecher ja viel zu günstig sind (dieser hier auch), oder einfach das Bedürfnis endlich mal was größeres als der Nachbar zu haben…

Also, völlig unvernünftig dieses Teil zu kaufen, und damit schon Mal der erste Grund dafür.

Wie sie nun klingt? Tja, dazu kann ich leider gar nicht so viel sagen wie ich gerne würde.
Im Hinterkopf denkt man ja immer ach, der Udo nimmt sich irgendwas vor, schraubt ein bisschen, wechselt ein paar Teile und danach läuft es.
Wie immer sieht es von außen einfacher aus als es wahrscheinlich ist, die Version die ich zu hören bekommen habe hatte mich noch nicht überzeugt, der Bass schien völlig aufgedickt und übertrieben, Udo hat es ähnlich gesehen. Insofern kann ich nur über diese Vorversion berichten die danach laut Udo noch einmal generalüberholt wurde und jetzt auch ordentlich das tut was sie soll.

Vergleichen mit anderen Kandidaten war schwierig, die Weiche von der Lady hatte sich ein Kunde gekrallt der schnell eine fertig gelötete brauchte, Duetta stand irgendwo nackig am Rand herum, die Kette von Udo klingt deutlich anders als von mir gewohnt, vor allem haben wir aber mehr gequatscht als gehört…

Faszinierend fand ich auf jeden Fall wie durch dapolito die Bühne in den Raum genagelt wird, sehr mitreißend der Lautsprecher. Der Pegel, die Dynamik und der Wumms souverän. Mehr Reserven als der Nachbar will.
Wie schon geschrieben, Druck untenrum hatte sie mehr als mir natürlich schien, aber auch damit weit von jeder Belastungsgrenze (außer der eigenen) entfernt, jetzt mit der ausgeglichenen Version wird da sicherlich kein Wunsch offen bleiben was denn Bassdruck angeht, und wer per DSP die Bude zum Wackeln bekommen möchte hat sicherlich die Möglichkeit dazu.

Welches ist jetzt der richtige Lautsprecher aus dieser Reihe? Wie immer kommt es auf den eigenen Geschmack und die Begebenheiten an.

Was den Geschmack angeht, habe ich meinen Göttingen Artikel schon oft genug zitiert, erstmal sollte man herausfinden ob man auf dappolito steht und damit ein frisches gerade heraus und sehr präsentes spielen bevorzugt, oder eher die traditionelle Bauweise, die sich dezenter im Hintergrund hält.
Für mich unterscheidet sich die grand Lady von der Lady also nicht nur im Preis oder im möglichen Schalldruck, sondern auch darin, wie präsent oder entspannt sie spielt.
Die große ist also in jeder Hinsicht kompromisslos und für diejenigen gedacht, die ihr nicht nur räumlich sondern auch von der akustischen Aufmerksamkeit den ersten Platz geben wollen.
Alles natürlich nur nuancen, aber um die geht es ja in der Bluesklasse.

Auf jeden Fall hat der Besuch mir Lust dazu gemacht sie bei Gelegenheit noch einmal in der endgültigen Version zu hören, und dann gegebenenfalls auch noch mal meine eigene Kette mitzubringen. Ich habe den Verdacht dass der Umschalter oder auch die soundkarte von Udos PC da nicht alles rausholen was sie könnten, ganz wichtig auch die eigene Musik die man schon kennt.

Auch wenn Udos Laden nicht mehr der Taubenschlag von früher ist, wer sich mit echtem Kaufinteresse meldet, wird bestimmt früher oder später einen Termin finden, und die komplette Prachtreihe der neuen Serie zu Ohr bekommen.
Faszinierendes Teil, völlig übertrieben, Bedrohung für den Hausfrieden, wie soll es ohne gehen? 😈

Wünsche den Nachbauern viel Freude damit!

Zufriedene Grüße

Matthias

Familienfoto 😉

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Und noch ein wenig Nostalgie

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Moin Udo,
Ja, hat mich sehr beruhigt 🙂
Nur die Neugierde ist jetzt wieder da 🙈
Liebe Grüße, auf dass die Dicke viele Freunde findet!
Matthias

Sehr schick. Ich halte es da mit Sparky, wenn ich nicht schon hätte, dann müsste ich…

Die Schränke sind bestimmt ein Träumchen und finden trotz der Größe bestimmt das ein oder andere Zuhause.

Grüße Enrico

Hallo Udo

Mann , mann, mann !! Da sind sie nun. Und der „Habenwollenreflex“ ist doch recht gross. Aber wie du ja selbst schreibst: „Wer den nötigen Platz für sie hat, muss…“
Muss ich halt zwei Nummern kleiner denken….(momentan).
Begeisterten Gruss Adi

Naja, zwei Nummern kleiner ist doch die Lady, damit hast du doch schon mal eine hervorragende Basis geschaffen die auch noch Raum zum späteren Erweitern gibt 😉
Viel Freude damit!

Moin,

zu „Eile mit Weile“ passt „Was lange währt, wird endlich gut“
Und schon ist er da, der neue Zenit und die Neugier ungebremst.
Da kann ich fast froh sein, selbst schon solche Tiefkühlschränke aus Deiner Feder zu besitzen, sonst könnte ich den heutigen Sonnenaufgang ja gar nicht mit nem Kaffee genießen, sondern müsste mich in Bochum vor die Ladentür setzen und maunzend um Einlass bitten 😀

Gruß,
-Sparky

😻

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