Einleitung
Wie vielen anderen Beitragsschreiber erging es mir ähnlich. Man beschäftigt sich mit dem Thema HIFI ist auf der Suche nach Lautsprecher und Verstärker, kauft sich diverse Fachzeitschriften, sucht im Internet und steigert sich so allmählich in das Thema hinein. Irgendwann hatte ich die Lautsprecher vor meinem geistigen Auge, war aber nicht bereit, den Preis hierfür zu bezahlen.
Bei meinen Recherchen bin ich auf dieses großartige Forum gestoßen und war begeistert über die tollen Beiträge mit den kreativen Gehäusevariationen und dem gewaltigen Informationsgehalt. Da ich schon konkrete Vorstellungen von der Gehäuseform hatte, installierte ich mir das „Sketchup“-Tool, nahm den Grundbauplan der SB 36 und arbeitete mich in das Programm ein. Dabei war für mich die Onlinehilfe ganz nützlich.


Meine sich bis dahin angestauten Fragen in Bezug auf die Länge des Bassreflexrohres (ungekürzt), dem etwas größeren Volumen und der geringeren Frontbreite, hat mir Udo schnell, kompetent und unkompliziert beantwortet.
Schablonen
Wie man aus ausgedienten Platzdeckchen die perfekten Schablonen fertigt…
Auf der Suche nach einem geeigneten Material zur Herstellung von Schablonen, sind mir in der Abstellkammer ausgemusterte Platzdeckchen aus Kunststoff in die Hände gefallen. Diese waren ideal, denn sie hatten die richtige Größe und waren sowohl mit der Schere, als auch mit dem Cuttermesser gut zu schneiden.

by the way…
Ich kann jedem nur empfehlen, falls er jemals mit dem Gedanken spielen sollte, sich Lautsprecherboxen selbst zu bauen, jedoch noch am Zweifeln ist: Do it. Es gibt einem so viel Positives, wenn man Stück für Stück zusehen kann, wie sich das Boxenselbstbauprojekt entwickelt. Und sind wir einmal ehrlich, die „Selbstgebauten“ hören sich natürlich auch besser an 😉
Die Baufortschritte lassen sich an Hand der Bilder gut nachvollziehen.



Für die Seitenwände habe ich das MDF in 25 mm breite Streifen geschnitten. Dabei die Handkreissäge von den ursprünglichen 90° um 3° gekippt. Damit die Streifen konisch zulaufen, die zu schneidende Platte nach jedem Schnitt (oben/unten) gedreht. Somit entstanden beim Zusammenleimen keine größeren Spalte.




Gehäuseoberfläche
Ursprünglich hätte ich die Boxengehäuse gerne in „weiß/hochglanz/Lack“ gehabt. Nachdem ich jedoch über einige Beiträge gestoßen bin, mit welch hohem Aufwand das Lackieren verbunden ist, ich selbst nicht die Möglichkeiten dazu habe und die Kosten für eine Fremdlackierung scheute, habe ich mich für eine „Marmor-Spachteltechnik“ entschieden.
Dieses Material „Capadecor StuccoDecor Di Luce“ hatte ich bereits bei der letzten Hausrenovierung verarbeitet und sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Die Spachtelmasse wird mindestens dreimal nacheinander (mit entsprechenden Trocknungszeiten) aufgetragen. Dazwischen werden die hervorstehenden Spachtelstöße mit Schmirgel glatt geschliffen. Nach dem letzten Spachtelgang wird die Oberfläche mit der Ziehspachtel poliert. Die Spachtel wird in flachem Winkel und mit leichtem Druck über die Fläche geführt. Dadurch entsteht eine glänzende Oberfläche mit dem typischen Marmoreffekt. Danach habe ich die Oberfläche mit Wachs versiegelt und nochmals poliert.





Für mich war es die richtige Entscheidung, da es einige Vorteile mit sich brachte. Ich konnte es selbst auftragen und war somit selbst für die Oberflächengüte verantwortlich, geringere Kosten (nur Material und keine externe Dienstleistung) und ich hatte Zeit gespart. Denn ich konnte es mittlerweile kaum erwarten, die Lautsprecher-Chassis einzusetzen und die Boxen Probe zuhören.



Klang
Hier schließe ich mich meinen Vorrednern an, denn ich könnte es nicht besser beschreiben. Meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. Meine Auswahl an Songs für die erste Klangprobe möchte ich euch nicht vorenthalten.
Celine Dion „My Heart will go on“, hier habe ich fast den Atem von Celine Dion gespürt.
Randy Crawford „Street Life“, toller Bass, „ALMAZ“ geht richtig unter die Haut.
Andrea Bocelli „Nessun dorma“, grandioser Schluss ab 2:25, „La donna è mobile“ Pizzawerbung ganz anders … Augen zu und genießen.
Yello “The Expert”, “Otto di Catania”, “Essential – Desire”, “Essential – Oh Yeah” gnadenlos harte, elektronische Bässe.

Merci
In erster Linie bei Udo, für die kompetente und immer schnelle Hilfestellung bei anstehenden Fragen.
Bei meinen Kollegen, von denen ich mir einiges an Maschinen und Werkzeug ausleihen konnte.
Bei meiner Familie, denen ich die Zeit stundenweise abgeknapst habe.
Bernhard Schulz
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