20. September 2026

Dirks Needle

Autor: Gastautor

Mein zweiter Lautsprecher
Nachdem mir der Bau der MS 4 kompakt aus Udos altem Magazin so viel Spaß bereitet hat und das Musikhören damit so phantastisch ist, musste schon bald etwas Neues, ein zweites Lautsprecherprojekt her. Es wurden die Needle, nachdem ich überall nur Gutes über sie gehört habe.

Design
Die Designmöglichkeiten der Needle sind ja auf Grund des TQWT-Prinzips stark eingeschränkt, folge dessen beschränkte ich mich auf :
abgerundete Kanten
die Lackierung
die Steinfüße.

Dabei wurden das abgerundete Kantendesign am gesamten Lautsprechergehäuse, am Bassreflexkanal und den versenkten Anschlussterminals auf den Gehäuserückseiten umgesetzt und lässt die Lautsprecher noch schlanker und unaufdringlicher erscheinen. Bei der Lackierung wurde auf eine möglichst perfekte Umsetzung und einer peppigen, aber nicht aufdringlichen Farbe gesetzt, auf mindgrün. Etwas Besonderes sind die Füße. Neben der Standfestigkeit geben sie den Needle-Lautsprechern ein besonderes Design, lassen sie ein klein wenig im Raum schweben, sind edel, sind ein echtes Highlight.

Das Gehäuse
Das Gehäuse wurde aus Multiplex hergestellt, exakt nach dem Plan von Udo. Die Platten wurden vom Fachhändler auf den 1/10 mm genau zugeschnitten. Alle Teile haben toll zueinander gepasst, keine Ungenauigkeiten, Qualität vom Fachmann halt, welche auch über 40 Euro gekostet hat. Sicherlich wäre auch MDF aus dem Baumarkt für die Hälfte gegangen, aber ich hasse ungenaue Zuschnitte.

Die abgerundeten Kanten
Nachdem die Lautsprechergehäuse fertig verleimt waren, wurden alle Seiten mit dem Bandschleifer flächig geschliffen. Anschließend wurden die Kanten mit einem Rundfräser mit Anlaufring abgerundet. Dabei wurden unterschiedlichen Radien verwendet, d.h. die Außenkanten wurden mit einem 12 mm Radius gefräst und die Bassreflexöffnungen sowie die Terminalabsenkungen auf der Rückseite wurden jeweils mit einem 8 mm Radius ausgebildet.

Die Steinfüße
Die Steinfüße sind einfache Betonsteine aus dem Baumarkt und kosten 1,29 Euro das Stück. Granitsteine in einer passenden Größe waren leider nicht im Angebot, wären aber sicher noch bezahlbar und auch schöner gewesen. Den ganz ursprünglichen Gedanken hochwertige Steine vom Steinmetz, z.B. einen Marmorstein, einen Sandstein oder einen onyxartigen, d.h. einen mehrfarbigen Stein zu nutzen, wurde schnell verworfen, weil viel zu teuer. Die hätten schnell 100-200 Euro oder mehr gekosten, was nicht mehr wirklich angemessen für eine Needle ist.

Letztlich wurden in jeden Betonfuß acht Löcher gebohrt. vier Löcher für die Gummifüße und vier Löcher für die Aluminiumsäulen. Das Bohren der Löcher war nicht ganz einfach, da Abplatzer drohten. Probeversuche an einem dritten Betonstein wurden daher durchgeführt. Auch ein Durchbohren der Steine ist unmöglich, daher wurden die Löcher für die Gewindestangen von beiden Seiten gebohrt.

Vielleicht, wenn es das Schicksal will, werde ich die Betonsteine irgendwann gegen zwei andere, schönere und individuellere Steine austauschen. Meine Augen werde ich offen halten und immer wieder mal Ausschau halten nach etwas Besseren.

Der Lack
Im Nachhinein hätte ich die Gehäuse gerne vor dem Lackieren mit einem einfachen Furnier, einem Blindfurnier furniert. Dies wäre bestimmt viel einfacher gewesen, als mehrfach zu grundieren und immer wieder mit Spachtelmasse nachzuarbeiten, um die durchschlagenden Kanten zu kaschieren.

Das Lackieren mit der Wagner-Elektropistole (airless, also ohne Luft) hat wieder wunderbar funktioniert und zu einem sehr, sehr guten Ergebnis geführt. Der Trick war wiederum, zunächst den gesamten Raum mit einem Wasserfilm zu benetzen (nicht bei den Grundierschichten), d.h. alle Wände, die Decke und auch den Boden, einfach alles mit einem Wassernebel aus der Elektropistole zu befeuchten. Auf diese Weise wurde der gesamte Staub gebunden, so dass die Lackierung einwandfrei durchgeführt werden konnte. Der Lack, ein mindgrüner Acyllack, seidenmatt, ist absolut ohne Staubeinflüsse und sehr glatt in der Oberfläche ausgeführt.

Natürlich wurden alle Flächen zuvor grundiert, gespachtelt, nochmals grundiert und immer wieder geschliffen. Der letzte Schliff wurde mit einem 800er-Nassscheifpapier durchgeführt und schloss die Vorarbeiten, die Grundierung ab. Da ich bei der Grundierung mit Resten gearbeitet habe, sind einige Schichten in schwarz, andere wiederum in rosa bzw. in weiß.

Der Zusammenbau
Der Zusammenbau war einfach. Zunächst wurden die Weichen, bestehend jeweils aus drei Bauteilen gelötet. Statt dem altbekannten Heißkleber habe ich dafür lieber selbstklebende Montageplatten und Kabelbinder verwendet. Dem Kleben vertraue ich im Allgemeinen nicht so sehr. Zudem können Kabelbinder wieder geöffnet werden, was ich ganz praktisch finde. Anschließend wurden die Kabel durch die Lautsprecher geführt und das Sonofil eingebracht, bevor dann die Betonsteine mittels Gewindestangen, U-Scheiben, Sechskantmuttern und Aluminiumrohre mit den Gehäusen verbunden wurde. In den Gehäusen sind zur Montage der Gewindestanden jeweils vier Einschlagmutter eingelassen. Dann wurde noch die Elektrik angeschlossen, d.h. die Kabel mit den Anschlussterminals und den Chassis verbunden und fertig waren die Lautsprecher.

Der Klang
Der Klang ist phänomenal. Bei Zimmerlautstärke, für das Schlafzimmer, selbst für das Wohnzimmer braucht man nicht unbedingt mehr Lautsprecher. Dass aus so kleinen Boxen so ein Sound raus kommen kann, einfach gigantisch. Natürlich fehlt ab irgendwann, ab einer gewissen Lautstärke der Bass, aber ich finde sie richtig, richtig richtig gut. Ich habe wochenlang nur noch die Needle gehört, gar nicht mehr meine MS 4 kompakt. Die Needle macht einfach gigantisch viel Spaß.

Also ich bin ab sofort auch Needle-Fan!

Grüße aus Eltville

Dirk

Zur Needle im Online-Shop

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