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Blues im Schaufenster

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  • Dieses Thema hat 2 Antworten und 2 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Woche, 5 Tage von step.
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    • #53104
      step

      Hallo Allerseits und gutes neues Jahr!

      ich bin auf der Suche nach einem passenden Aktiv-Stereo Set als Standboxen und würde gerne ein paar Meinungen einholen nachdem ich mich ein wenig eingelesen habe:

      Warum bin ich hier gelandet?
      Mein Denon Verstärker rauscht sein ein paar Monaten am rechten Kanal (da dürfte ein Transistor defekt sein). Ich werd zwar beizeiten versuchen den Fehler ausfindig zu machen und zu reparieren, habe inzw. fürs Wohnzimmer aber schon andere Pläne gewälzt und würde den Denon dann in ein Kinderzimmer übersiedeln.
      Fürs Wohnzimmer würden mir Aktivlautsprecher vorschweben. Ich höre inzw. zu 80% digital vom NAS (bislang über einen Apple TV mit Wandlung an einem Fiio K5 pro), da dachte ich mir irgendwann, eigentlich ist es doof wieder €1000.- in einen Verstärker zu investieren wenn ein Großteil der Signalkette ohnehin überflüssig ist und ich digital in Aktivmodule wie die Hypex reinfahren könnte. Und nach ein wenig Recherche im Internet bin ich dann über Udos Shop und dieses feine Forum hier gestoßen.

      Ein weiterer Pluspunkt für die Aktivlösung wäre aus meiner Sicht auch die Freiheit evt. ein paar Kleinigkeiten in der Raumakustik mit dem DSP zu korrigieren. Im bisherigen Setup ist mir immer eine leichte Asymmetrie aufgefallen. Links hatte ich eine schön losgelöste Akustik, während die Musik rechts am Lautsprecher zu kleben schien. Herumschieben der Lautsprecher hat den Effekt leider nicht behoben. Der könnte zwar auch ein wenig durch den schleichenden Defekt am Verstärker bedingt sein, ich vermute aber eher, das es an der Unsymmetrie im Raum liegt, aufgrund der großen offenen Verbindung Richtung Essbereich auf der rechten Seite. Hat jemand schon mal ein ähnliches Problem gehabt und mit Änderungen an den DSP Einstellungen hinbekommen? Und wenn ja, an welchen Software-Schräubchen muss man drehen?

      – Hast du bereits Erfahrungen bzgl (DIY-)HiFi und wenn ja welche?

      ja, hab in der Jugendzeit mit ein paar Kumpels vom Stage Monitor über Röhrenverstärker bis zum Plattenspieler so ziemlich alles gebaut, was Musik von sich gibt.

      – Nenne Details über den zu beschallenden Raum (Art und Größe, ggf akustische Situation)

      Das Wohnzimmer ist nicht sonderlich groß (17m2), nahezu quadratisch (4 x 4,25 x 2,58) und auf der rechten Seite zu ca. einem Drittel Richtung Essbereich offen. Was etwas kritisch ist, ist die große Fixverglasung vor der notgedrungen die Lautsprecher stehen. Bei Lautsprechern mit Bassreflexöffnung nach vorne, hatte ich aber nicht den Eindruck, dass die Gläser ungute Reflexionen oder Schwingungen haben (das war mit auch ein Kaufgrund damals für die Zensor 5, vorherige Cantons mit Loch nach hinten waren von der Akustik etwas eigen). An der linken Wand ist nochmal ein Fenster mit ca.2,5m2 aber in normaler Brüstungshöhe). Alle Wände sind massiv, der Boden ist gefliest mit ca. 6m2 Teppich in der Mitte. Der Raum ist akustisch also nicht ganz ideal

      – Welches Setup ist gewünscht? (Stereo / Heimkino X.2 / Heimkinooption gewünscht?)

      primär Stereo, falls der Beamer samt Leinwand jemals ins Wohnzimmer übersiedeln muss, dann evt. Erweiterung auf Heimkino

      – Welche Aufstellsituationen sind möglich? (Wandnah/Freistehend, Kompakt-LS/Stand-LS, gerne auch mit Foto oder Skizze)

      Die Lautsprecher stehen recht nah an der Fensterlaibung, von der Glaswand komme ich hinten ca. 15cm weg, seitlich zur Laibung ca. 10-15cm je nach Größe der LS. Der Hocker vom Ledersofa muss aber nicht unbedingt dort stehen. Ansonsten gehen die Änderungsmöglichkeiten in der Möblierung gegen null.

      – Wie groß dürfen die Lautsprecher maximal werden?

      So aus der Hüfte geschossen würde ich die max. Größe unter Ausreizung des WAF bei Höhe: 120cm, Breite: 25cm, Tiefe 30cm festmachen

      – Beschreibe deinen “Hörgeschmack” in Bezug auf Musikrichtung, Vorlieben im Bassbereich (viel/wenig, trocken/punchig), geforderte Pegel, …

      Der Musikgeschmack ist wohl etwas breit gefächert, ich höre viel 70/80er Jahre Rock (Dire Straits, Police, Pink Floyd, Toto), div. Indie Rock Bands (Nada Surf etc.), einiges an mehr elektronisch-lastiger Musik (Massive Attack, Jamiroquai, etc.), lasse mir gerne von Frauenstimmen um die Ohren schmeicheln (Nora Jones, Diana Krall, Suzanne Vega, …) und höre auch gerne mal klassische Sinfonien. Vorzugsweise alles in Zimmerlautstärke mit neutraler, aufgelöster Darbietung aber doch klarem Bassfundament

      – Was ist bisher an Lautsprechern vorhanden?

      Dali Zensor 5 im Wohnzimmer, Dali Zensor Pico im Essbereich, Ein bunt zusammengewürfeltes 5.1 Set im Fernsehzimmer aus Canton, Dali und Magnat. Aber Heimkino ist mir nicht so wichtig. Die Zensor 5 sind an sich nicht schlecht, machen aber erst ab einer gewissen Lautstärke einigermaßen Spaß. Bei niedrigem Pegel ist viel Luft nach oben würde ich sagen.

      Fürs Homeoffice habe ich grad RS100PC bei Udo bestellt – wie so viele Sachen derzeit sind die Chassis aber nicht lieferbar. Also heißt es mal warten und weitere Pläne spinnen. Die RS100PC sollen mal als Wiedereinstieg ins DIY Hifi dienen und Lust auf mehr machen.

      – Welches Elektronikequipment ist bereits vorhanden oder soll angeschafft werden (Verstärker, Quellen, Raumkorrektur)

      Hauptsächlich Denon Komponenten, Technics 1210er mit Goldring System.
      Aber meist wird vom NAS gestreamt via mehrerer Apple TV als günstige Multiroom Lösung

      – Wie würdest du deine handwerklichen Fähigkeiten und Möglichkeiten einschätzen?

      Hab selber Haus gebaut, einige kleinere Möbel gebaut und hab das meiste an Werkzeug entweder selbst (Oberfräse, Lötstation etc.) oder in der Arbeit verfügbar (Kreissäge für Gehrungsschnitte, CNC Fräse etc.) – Fazit: Yes we can!

      – Wie hoch ist das maximale Budget?

      Also bis 1500.- /Stk inkl. Verstärkermodul ist denke ich alles möglich.

      – Aus welcher Region kommst du? (wegen Möglichkeiten zum Probehören und persönlicher Beratung)

      Bin in Oberösterreich daheim und würde mich über ein paar Kontakte in A oder Bayern freuen. Vielleicht ergibt sich ja auch mal die Möglichkeit das eine oder andere Modell kurz im privaten Rahmen Probe zu hören (falls die Lockdowns jemals ein Ende nehmen). Der Weg nach Bochum wäre ja doch recht weit…

      – Hast du spezielle Wünsche?

      Ich würde gerne bei Zimmerlautstärke einem rundum ausgewogenen Blues lauschen. Größere Pegel höre ich selten (WAF<0) und nur wenn ich allein daheim bin, was eher selten vorkommt.

      Ich habe mich mal durch die Bauberichte geklickt und könnte mir folgendes als Aktivboxen vorstellen:
      Doppel 7
      Linie 53
      Chorus 73
      SB36

      tappe da aber eher im Dunkeln was bei der Raumgröße und geringen Pegeln zum Ziel führt.

      Wobei ich die Sache mit der Aktivversion jetzt auch noch nicht in Stein gemeißelt sehe. Zwei Nachteile fallen mir nämlich schon ein: Nachdem die Lautsprecher vor dem Fenster stehen, scheint einige Monate im Jahr auch die Sonne von hinten auf die Boxen und Verstärkermodule (im Sommerhalbjahr hält aber das Vordach die Sonne ab). Zeigen sich da UV bedingt Auflösungserscheinungen der Kunststoffteile nach ein paar Jahren? Das größte Risiko wäre ja wenn in ein paar Jahren ein Modul hops geht und dann kein Ersatz mehr zu bekommen ist. Dann bleibt eigentlich nur der Umbau beider Boxen auf andere Verstärker oder ein Rückbau auf passiv. Wie würdet ihr generell die potentielle Lebensdauer der Hypex Module einschätzen?

      Zum Schluss noch eine analoge Frage: Trotz vorwiegend digitaler Zuspielung sollen die 200 LPs im Regal links natürlich nicht ganz untätig verstauben. Wenn ich das Blockdiagramm im Hypex Manual richtig interpretiere, kann ich aus einer Phono Vorstufe direkt auf den Analogeingang der Hypex reinfahren und dann ebenso mittels der FB die Lautstärke regeln, da dies erst nach der Wandlung passiert. Stimmt das so oder brauche ich für Phono eine externe Vorstufe mit Lautstärke Regelung?

      So fertig – sorry für die vielen Fragen und dass es so lang geworden ist. Danke schon mal vorab fürs Lesen und für eure Rückmeldungen.

      Viele Grüße aus Österreich,
      Stefan

       

    • #53109
      Peterfranzjosef

      Hallo Stefan,

      Bedenken bezüglich der Sonnenbestrahlung rückseitig eingebauter Module kannst Du durch versenkten Einbau ausschließen. Ist konstruktiv bisserl aufwendiger, aber ist kein unüberwindbares Problem, da die Module keine große Abwärme produzieren. Bei Deiner “Kompromißlautstärke” erst recht.

      Also Modul tiefer einsetzen, Deckel kürzer als das Fach, damit unten und oben ein Schlitz bleibt für die Zirkulation und Kabelzuführung. Das wäre die grobe Richtung.

      Die fehlende Wand an der rechten Seite und somit die Reflexionen/Diffusschall wirst du meiner Meinung nach nicht elektronisch zufriedenstellend kompensieren können.

      Zieh mal beide LS weiter nach vorne, damit beide auf Höhe des Schallplattenregals kommen, dadurch entsteht für die linke ein größerer seitlicher Abstand zur ersten Reflektionsfläche, hier dann die Zimmerwand. Müsste dann eigentlich homogener werden. Deine bisherigen LS kenne ich nicht, eventuell wird´s auch noch durch Einwinkeln auf den Hörplatz besser.

      (Udo entwickelt seine LS für die parallele Wandaufstellung, also so wie Du sie stehen hast.)

       

      Das würde noch zusätzlich durch einen größeren Teppich, viele Mitbewohner befürworten das eher als größere LS, unterstützt werden. Einfach mal ausprobieren.

      Wie ich sehe favorisierst Du eher eine schlankere Box mit 17ner TMT.

      Sollte sich eine Schnittstelle in den Coronagraphen unserer Heimatländer mit Grenzwert gegen Null ergeben und die Politiker aufgeatmet haben, bist Du gerne zum Probehören in Altomünster, ca. 50km nördlich von München eingeladen.

      Ist zwar auch nicht gerade ein Kurztrip, aber Probehören ist immer sehr hilfreich.

      Wäre die Duetta, zur Zeit noch die C85 meines Kumpels, und ne SB18. Alle passiv.

      Servus Peterfranzjosef

       

      • #53168
        step

        Hallo Peterfranzjosef,

        danke für die Tips, das mit dem vollständigen Einbau der Verstärkermodule ist sicher eine gute Idee. Da werd ich mir noch was überlegen, wie man das hinter einer Serviceklappe mit Lüftungsschlitzen ansehnlich verstecken kann.

        Das mit den unterschiedlichen Reflexionen werde ich vielleicht nochmal etwas systematischer durchtesten, wenn ich Zeit finde. Da wirst du wohl recht haben, dass sich das mit dem DSP gar nicht ohne weiteres eliminieren lässt, zumal die Hypex ja keine Einmessautomatik wie die meisten AVRs haben (wobei da eh oft fragwürdige Ergebnisse herauskommen)

        Den großen Vorteil der DSPs auf den Hypex würde ich aber auch darin sehen, dass man eben z.B. den Bass etwas drücken kann, falls er im Raum zu dick aufträgt. Im Moment grüble ich eben ein wenig ob eine D7 oder D7C als Standbox für den Raum zu groß ist. In dem Fall ließe sich in der aktiven Version mit den DSP presets wohl doch noch ein passendes Setting finden. Aber wie in einem anderen Thread schon angemerkt, gibts da in Udos Produktpalette vieleicht auch noch ein kleine Lücke für ein aktive L52 als Standbox 😉

        Danke auch für das Angebot zum Probehören, ich bin meist einmal im Jahr in Ingolstadt Freunde besuchen, da ließe sich das evt. verbinden. Also wenn sich sonst nichts in der Zwischenzeit ergibt, würde ich mich in ein paar Monaten mal bei dir melden…

        Grüße,
        Stefan

         

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