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4. September 2026 um 14:57 Uhr #84531Roenny
Hallo liebe Experten,
ich lese hier schon seit vielen Jahren still mit, fühle mich in Sachen HiFi aber irgendwie immer wie ein Anfänger. Deshalb hoffe ich auf ein paar Tipps und Anregungen von Euch.
Viele der Testberichte und Beschreibungen helfen mir leider nur bedingt weiter. Oft sind sie sehr bildhaft formuliert und voller Begriffe, mit denen ich klanglich nur wenig anfangen kann. Statt mir die Entscheidung zu erleichtern, sorgen sie bei mir eher für zusätzliche Verunsicherung.
Aus Gründen des WAF, Platzmangels und vieler anderer vermeintlich wichtigerer Baustellen habe ich mich lange Zeit nicht näher mit dem Thema „vernünftige“ Lautsprecher beschäftigt. Früher standen bei mir einmal ein paar Canton GLE, aber das liegt mittlerweile gefühlt in einer anderen Epoche.
Fast schon etwas beschämt muss ich gestehen, dass unser Wohnzimmer aktuell überwiegend von zwei SONOS-Lautsprechern beschallt wird. Das funktioniert zwar irgendwie, ist klanglich aber eher ein Kompromiss. Einer der Hauptgründe dafür war der bereits erwähnte WAF, der die Aufstellung von Standlautsprechern über viele Jahre zuverlässig verhindert hat.
Doch nun gibt es gute Nachrichten: Nach langer Leidenszeit wurde die Freigabe endlich erteilt. 😊
Um weiter zu kommen, fange ich erstmal mit dem Fragebogen an!
– Hast du bereits Erfahrungen bzgl (DIY-)HiFi und wenn ja welche?
Nein
– Nenne Details über den zu beschallenden Raum (Art und Größe, ggf akustische Situation)
Das Wohnzimmer geht offen in die Wohnküche über und umfasst insgesamt etwa 42 m². Als Bodenbelag ist Parkett verlegt. Die Aufstellungsmöglichkeiten sind dabei relativ klar vorgegeben: Das Sofa steht an einer Wand, und an der dazu um 90 Grad versetzten Wand könnten links und rechts eines Lowboards die Lautsprecher platziert werden.
Vereinfacht dargestellt erinnert der Grundriss an ein „L“: Die senkrechte Linie entspricht der Lautsprecherwand, die waagerechte Linie der Wand mit dem Sofa. Nach rechts öffnet sich der Raum zusätzlich zur Wohnküche sowie zu einem offenen Flur, sodass kein vollständig geschlossener Hörraum vorliegt.
Wichtig ist vielleicht noch, dass die Lautsprecher die meiste Zeit nicht unter klassischen HiFi-Bedingungen betrieben werden. Ich werde eher selten in perfekter Stereoposition auf dem Sofa sitzen und konzentriert Musik hören. Stattdessen sollen sie den Raum im Alltag möglichst angenehm und souverän mit Musik füllen, während man sich im Wohnbereich, in der Küche oder zwischen beiden Bereichen bewegt. Der Fokus liegt also eher auf einem guten, alltagstauglichen Klang im gesamten Raum als auf dem letzten Prozentpunkt audiophiler Perfektion im Sweet Spot.
– Welches Setup ist gewünscht? (Stereo / Heimkino X.2 / Heimkinooption gewünscht?)
Stereo
– Welche Aufstellsituationen sind möglich? (Wandnah/Freistehend, Kompakt-LS/Stand-LS, gerne auch mit Foto oder Skizze)
Wandnah, mit der Möglichkeit max. 50 cm von der Wand entfernt aufgestellt zu werden
– Wie groß dürfen die Lautsprecher maximal werden?
Ca 100m hoch
– Beschreibe deinen “Hörgeschmack” in Bezug auf Musikrichtung, Vorlieben im Bassbereich (viel/wenig, trocken/punchig), geforderte Pegel, …
Musikalisch lässt sich mein Geschmack am ehesten als bunter Blumenstrauß beschreiben. Eine klare Festlegung auf ein bestimmtes Genre gibt es nicht, weshalb die Lautsprecher möglichst vielseitig sein sollten.
Ein großer Teil meiner Musiksammlung bewegt sich im Bereich Rock, Alternative und Progressive Rock. Regelmäßig laufen bei mir beispielsweise Tool, Nine Inch Nails, Porcupine Tree, The Cure, Pearl Jam, Foo Fighters, Faith No More oder Rage Against the Machine. Ebenso gerne höre ich Künstler wie London Grammar, Portugal. The Man, Pulp, Massive Attack, Radiohead oder Portishead.
Darüber hinaus spielt elektronische Musik eine wichtige Rolle. Von eher ruhigen elektronischen Klängen bis hin zu Techno und Minimal ist alles dabei. Künstler wie Oliver Koletzki, Dirty Doering, Kollektiv Turmstraße oder Barry Can’t Swim laufen entsprechend häufig.
Abgerundet wird das Ganze gelegentlich durch Filmmusik sowie klassische Musik.
Was den Klang betrifft, wünsche ich mir grundsätzlich einen ausgewogenen Lautsprecher, der sowohl Gitarren und Stimmen glaubwürdig darstellen als auch bei elektronischer Musik einen sauberen und kontrollierten Bass liefern kann. Extreme Pegelorgien sind nicht das Ziel, allerdings sollte die Anlage auch dann noch souverän und entspannt spielen können, wenn man einmal etwas lauter (oder auch leiser) hört. Wichtig ist mir vor allem, dass Musik mitreißend und lebendig wirkt und nicht analytisch oder steril klingt.
– Was ist bisher an Lautsprechern vorhanden?
“Lautsprecher” Sonos One. Also nichts…– Welches Elektronikequipment ist bereits vorhanden oder soll angeschafft werden (Verstärker, Quellen, Raumkorrektur)
Schallplattenspieler Dual 704, AT-SB727 Sound-Burger
Wiim Ultra– Wie würdest du deine handwerklichen Fähigkeiten und Möglichkeiten einschätzen?
Begrenzt! 😀 Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
– Wie hoch ist das maximale Budget pro Box?
ca. 1000€
– Hast du hier schon Bausätze (Berichte oder Bausatz-Suche) gefunden, die dir gefallen könnten?
Ceram 34 BR aktiv oder Ceram 85 aktiv.
Kais Ceram 85 Bericht hat mich auf die Ceram gebracht. Außerdem gefallen mir die weißen Chassis sehr gut (und WAF).
– Aus welcher Region kommst du? (wegen Möglichkeiten zum Probehören und persönlicher Beratung)
NRW
– Hast du spezielle Wünsche?
Im Grunde haben sich meine Überlegungen inzwischen auf die Ceram-Serie fokussiert. Allerdings sind mir dabei noch zwei Punkte unklar, bei denen ich auf Eure Erfahrungen hoffe.
1. Passt die Ceram überhaupt zu meinem Musikgeschmack?
Nach allem, was ich bisher gelesen habe, insbesondere auch nach einigen sehr ausführlichen Nutzerberichten (unter anderem von Kai), müsste die Ceram eigentlich gut zu meinem musikalischen Profil passen.
Meine einzige Sorge ist, ob sie möglicherweise zu ehrlich oder zu analytisch spielt. Ein Teil meiner Musiksammlung besteht nun einmal aus älteren Rock-, Alternative- oder Grunge-Aufnahmen, die nicht immer perfekt produziert und abgemischt sind. Ich frage mich daher, ob die Ceram solche Aufnahmen noch angenehm und musikalisch wiedergibt oder ob sie die Schwächen der Aufnahme so deutlich offenlegt, dass längere Hörsessions irgendwann anstrengend werden.
2. Welche Ceram passt besser zu meiner Raum- und Aufstellsituation?
Außerdem tue ich mich schwer damit einzuschätzen, ob für meinen Anwendungsfall eher die Ceram 34 oder die Ceram 85 die sinnvollere Wahl wäre.
Mich würde interessieren, welche Unterschiede zwischen den beiden Modellen im Alltag tatsächlich relevant sind. Was kann die Ceram 85 besser oder anders als die Ceram 34? Profitiert man in meinem knapp 42 m² großen, offenen Wohnraum von dem größeren Modell deutlich, oder spielt die Ceram 34 ihre Stärken hier bereits ausreichend aus?
Da die Lautsprecher überwiegend den gesamten Wohnbereich beschallen sollen und nur selten unter klassischen Sweet-Spot-Bedingungen genutzt werden, wäre ich für Eure Einschätzungen und Erfahrungen sehr dankbar.
Mir ist natürlich bewusst, dass mir am Ende niemand die Entscheidung abnehmen kann. Die oft gegebene und völlig berechtigte Antwort lautet schließlich: “Du musst selbst hören, ob es Dir gefällt.” Und genau das würde ich auch machen, wenn es meine aktuelle Situation zulassen würde.
Trotzdem hoffe ich auf eine gewisse Orientierung durch diejenigen unter Euch, die eine Ceram besitzen oder sie zumindest gut kennen. Mir geht es dabei weniger um die Frage, ob die Lautsprecher am Ende zu 100 % meinem Geschmack entsprechen werden, sondern vielmehr darum, mögliche Fehlentscheidungen im Vorfeld auszuschließen.
Wenn Ihr bei meinen Anforderungen, meinem Musikgeschmack oder meiner Raumsituation spontan denkt: “Nein, dafür würde ich keine Ceram empfehlen” oder “Achtung, genau an dieser Stelle könnte es problematisch werden”, dann wäre ich für einen entsprechenden Hinweis sehr dankbar.
Aktuell fehlt mir leider die Möglichkeit, kurzfristig selbst ausgiebig Probe zu hören. Deshalb würden mir Eure Erfahrungen und Einschätzungen als Entscheidungshilfe wirklich weiterhelfen.
Vielen Dank schon einmal an alle,
Lucas
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4. September 2026 um 18:38 Uhr #84532Udo WohlgemuthAdministrator
Hallo Lucas,
mittiger als Bochum liegt kaum eine andere Stadt in NRW. Doch wenn du nicht zur Hörprobe vorbeikommen kannst, müssen wir es halt mit Worten versuchen.
Wie du dem Bericht von Kai schon entnommen hast, sind die Cerams für jede Musik geeignet. Doch damit heben sie sich nicht von den anderen ab, denn das Niveau der hier vorgestellten Selbstbauten ist allgemein recht hoch. Eine kurze Klangbeschreibung der Baureihen findest du hier.
Die 34 kommt im Bass nicht ganz so tief herunter wie die 85, dafür ist sie etwas punchiger abgestimmt. Generell ist die 85 aber für deine Raumgröße die bessere Wahl, eine gut abgestimmte Zweieinhalbwege-Box hat gegen eine gut abgestimmte Dreiwege-Box einfach physikalische Nachteile. Auch in diesem Fall gilt der Rat von Matthias (DA): Bau die größte Box, die in deinen Raum und zu deinen Vorstellungen passt. Dann musst du nicht mehr fragen, ob sie vielleicht oder doch oder wie auch immer 😉
Gruß Udo
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