Thema drucken

Gehäusematerial & DIY Verbundplatten

Startseite Foren Gehäuse- und Weichenbau Gehäusematerial & DIY Verbundplatten

Dieses Thema enthält 16 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Stefan Hessenbruch vor 1 Woche, 5 Tagen.

  • Autor
    Beiträge
  • #19040 Antwort

    jean
    Teilnehmer

    Hi,

    mich würde mal interessieren, welches Gehäusematerial ihr gerne benutzt und mit welchen Materialien ihr schon experimentiert habt. Ich habe irgendwo mal aufgeschnappt, dass es von Vorteil sein kann verschiedene Materialien zu verbinden – also Verbundplatten herzustellen. Da mir die Extra-Arbeit spaß macht, ist das auch etwas was ich machen möchte. Momentan spiel ich mit dem Gedanken 3mm HDF auf 10mm MDF und da von der anderen Seite 5mm Sperrholz zu leimen. Ich muss/möchte bei meinem nächsten Lautsprecher Sperrholz nutzen damit der passend zu den anderen Beiden ausschaut, bei den zwei darauf folgenden werd ich wieder anderes Material nutzen. Bisher hab ich Boxen aus MDF gebaut, gerade welche komplett aus Sperrholz und einmal habe ich OSB für eine aufgedoppelte Schallwand verwendet (OSB mag ich überhaupt nicht.. )

    Also, was habt Ihr bisher so gemacht?

  • #19044 Antwort

    Ollum

    Hi jean, da gibt es einen guten Artikel in den Grundlagen zu. Als Laie würde ich einfach sagen: Es eignet sich bestimmt alles, was dicht und beabeitbar ist. In anderen Foren wurden sogar schon Lautsprecher aus Beton gebaut!
    Ich baue meine ersten Boxen grade aus hauptsächlich aus Eichenleimholz, weil ich die Optik mag. Da wird oft von abgeraten, weil das Holz ja noch arbeitet und sich bei Schwankungen der Luftfeuchtigkeit (Sommer/Winter) verformen kann. Ich hoffe das durch folgende Maßnahmen in den Griff zu bekommen:
    – Auf den Faserverlauf achten: Eiche quillt längs nur 0,4% und quer bis zu 4%, damit habe ich den “Kasten” ohne Front und Rückwand gebaut. Der sollte sich also höchstens in der Tiefe minimal ändern, also nicht in Länge und Breite
    – Front und Rückseite habe ich daher als MPX gebaut, das ist tot und verändert sich nicht mehr groß, über das theoretische Quellen in Querrichtung mit Eichen-Front (also in der Breite der Box) brauch ich mir damit kein Kopf mehr zu machen
    – Oberflächenbehandlung innen und außen an allen Teilen gleich machen!
    – Ich habe alles mit Holzwachsöl 2x versiegelt, so dass eigentlich kaum Luftfeuchtigkeit aufgenommen werden kann
    – das Holz sollte eine Restfeuchte von höchstens 7-10% haben, das ist bei Baumarktware nicht immer so
    – Außerdem habe ich alles verdübelt, so dass eine recht feste Einheit entsteht.

    Ich werde weiter berichten und hoffe dass ich alles beachtet habe, was es bei Leimholz zu beachten gibt 🙂

    • #19048 Antwort

      jean
      Teilnehmer

      Leimholz finde ich in der Tat auch nett; Bisher habe ich davon aber aus den von dir beschriebenen Gründen keinen Gebrauch gemacht. Das ist auch der selbe Grund der mich bisher vor Echtholz bewahrt hat (gaaanz ursprünglich wollte ich Kirschholz für mein aktuelles Projekt). Die Grundlagen hab ich übrigens schon gelesen – Auf optimale/ideale Materialien(-Zusammenstellungen) wird da aber noch nicht eingegangen – Für die meisten (und eigentlich auch für mich – Ich such halt nur Möglichkeiten mich auszutoben) reicht auch Rohspann oder MDF.

  • #19047 Antwort

    Thomas Kleineberg

    Hallo Jean,

    Verbandmaterialien haben oft eine höhere Steifigkeit, was nicht von Nachteil ist. Das Verpressen ist aber nicht ohne Tücken. Gerade Sperrholz und Multiplex sind nie, und bei Baumarktware noch weniger, ganz eben. Zum guten Verleimen brauchst du entweder viel Druck, da reicht auch der große Brockhaus nicht, oder einen aufschäumenden und damit füllenden Pu Leim. Desweiteren musst du immer einen symmetrischen Schichtaufbau wählen, da die Platten sonst schnell krumm werden. Ich für meinen Teil hab meine Linie 74 (Baubericht kommt noch. Räusper) aus Mineralwerkstoff, auch unter dem Markennamen Corean bekannt, hergestellt . Das Material ist absolut tot, hat kein einziges Mal beim fräsen gequietscht. Es entspricht bei 12 mm Stärke der Dichte von 28 er Mdf.

    Lg Thomas

    • #19049 Antwort

      jean
      Teilnehmer

      Ja; Bei meiner Bestellung wurde ja fälschlicherweise Sperrholz geliefert statt MDF+Sperrholz, am Ende habe ich mehrere Lagen Sperrholz verleimt. Das war auch eines der Probleme, Richtig passend / identisch waren die nicht. Viel schleifen.. Aber Weissleim mit Rolle auftragen, dann noch etwas aus der Tube zur Sicherheit überall drauf und mit Schraubzwingen fest machen ging ganz gut; bisher scheint’s zu halten.

      Der Mineralwerkstoff den du da hast: Gewicht im Vergleich zu MDF? Tatsächlich suche ich auch noch Möglichkeiten “etwas” am Gewicht zu sparen. Insbesondere wenn ich die U_Do 13 bauen werde..

  • #19053 Antwort

    Thomas Kleineberg

    Hallo Jean,

    Wieso Gewicht sparen?? Willst du damit auf Wanderschaft??
    Für den Klang ist eine Hohe Dichte gut. Mineralwerkstoff liegt bei 19.2kg/m^2. 19 er Mdf bei 14,8kg.

    Lg Thomas

    • #19054 Antwort

      jean
      Teilnehmer

      Nein, aber die Boxen werden bei mir tendentiell eher größer – Und das verschieben und rumtragen gestaltet sich schon bei meinem Sub schwierig .. 😀

      • #19056 Antwort

        max
        Teilnehmer

        Hi Jean,

        …und für alles, das du nicht per Möbelrolle bewegen kannst/willst sondern doch tragen musst:
        Nimm Multiplex. Das ist leichter und robuster als MDF.
        Außerdem tendenziell etwas dünnere Platten und dafür mehr Versteifungen.
        Wird im harten PA-Business seit vielen Jahren auch so gemacht.

        Gruß Max

  • #19055 Antwort

    Udo Wohlgemuth
    Keymaster

    Hallo Jean,

    dafür gibt es sehr intelligente Lösungen: Möbelrollen 😉

    Gruß Udo

  • #19057 Antwort

    Altec Santana
    Teilnehmer

    Hallo Jean,

    meine 34,6 kg schwere SB 240 habe ich, wie Udo schon vorgeschlagen hat, auf einfache Möbelrollen gestellt und sollte ich sie mal transportieren müssen gibt es noch je zwei Griffe auf der Rückwand.

    Gruß Joachim

  • #19067 Antwort

    Michael
    Teilnehmer

    Hallo,

    bei der Wahl eines Materials zu den gewünschten Lautsprechergehäuse spielt auch ganz oft der Preis eine große Rolle. MDF, MPX oder Massivholz. Alles wurde schon benutzt. Klanglich denke ich wird das mit verbundenen Augen wohl keiner auseinander halten können.
    MDF hat hier das beste Preis / Leistungsverhältnis, ist überall zubekommen, und man kann es lackieren, furnieren oder folieren. So werden die meisten industriell hergestellten Lautsprechergehäuse aufgebaut.

    Meinen Meinung nach sollte der Preis für ein Gehäuse immer im Verhältnis zum Preis des Bausatzes bestehend aus Chassis und Weiche stimmig sein. Ansonsten lieber etwas günstigere Gehäuse bauen und das Geld in einen etwas hochwertigeren Bausatz stecken.
    Alles andere ist halt Liebhaberei, aber durchaus erlaubt. ,-)

    Gruß Michael

  • #19069 Antwort

    Baerchen.aus.HL
    Teilnehmer

    Nun, MDF ist zwar recht günstig, dafür ist der Aufwand für eine gute Lackierung nicht zu unterschätzen. MPX Platte oder Sperrholz sind zwar teuer, bringen aber ihr Furnier schon mit. Einfaches Öl als Finish verursacht dann weniger Kosten und Arbeit so das sich genau betrachtet der Endpreis kaum unterscheidet.

    Warum das Gehäuse für einen teuren Bausatz bei gleicher Größe teurer sein muss leuchtet nicht ganz ein…..

    Wenn man gerne massives Holz statt Pressspanplatte habe möchte, gibte es noch die gute alte Tischlerplatte.

    • #19071 Antwort

      Michael
      Teilnehmer

      Hallo Baerchen,

      da haben wir uns etwas falsch verstanden. Ein Gehäuse für einen hochwertigen Bausatz muss nicht teuer sein. Nacktes MDF tut es auch, wenn es gefällt. Meine Aussage bezog sich eher darauf das bei einem Bausatz für 100 Euro mit einem 200 Euro teuren Gehäuse aus den feinsten Hölzern meiner Meinung nach in die falsche Richtung investiert wurde.

      Arbeitszeit ist Hobbyzeit die ich nicht rechne. Will ich ein lackiertes Gehäuse und alles selber machen weiß ich das es seine Zeit dauert. Ich persönlich bevorzuge Echtholzfurniere die bestimmt nicht teuer sein müssen. Die Optik von Baumarkts MPX ist nicht meins. Aber hier darf jeder seine eigene Vorlieben haben. Erlaubt ist was gefällt.

      Gruß Michael

  • #19074 Antwort

    max
    Teilnehmer

    Ich finde ehrlich gesagt, dass Gehäusebudget und -aufwand nicht zwingend was mit dem Bausatz selbst zu tun haben, da die Anforderungen ganz unterschiedliche sind.

    Ein Lautsprecher für die Hintergrundberieselung in Wohnzimmer oder Küche muss schick sein, damit er der Göttergattin gefällt und sie das Hobby nicht boykottiert. Technisch reicht aber locker eine U_Do. Im Musikzimmer oder am Arbeitsplatz spielt die Optik dagegen eine untergeordnete Rolle, es wird aber uU deutlich mehr und bewusster gehört – hier darf es schon die BluesKlasse sein.
    Als Festivalcamp-Equipment muss zwangsläufig was richtig richtig lautes (und damit auch vergleichsweise teures) aus der PA-Ecke her, das aber gerne in absolut hässlichen und verratzten Gehäusen – wo es vermeintliche Langfinger weniger anlockt als im Hochglanzkostüm.

    MEINE Erfahrung: Wenns die Frau sieht und ich Zeit und Lust hab geb ich mir Mühe beim Gehäuse, wenn nicht gilt “form follows function”

    Auch muss schön nicht zwangsläufig teuer sein. Meine schönsten Gehäuse waren echt günstig, weil sie bis aufs Furnier nur aus Restmaterial bestanden, statt aus fertig gesägten MPX-Platten für einen “Gehäusequickie”. Wer aber wenig Zeit/Lust zum Basteln hat, kann auch für einfache lackierte Quader schon Unsummen bezahlen.
    Der entscheidende Punkt in der Rechnung ist, ob man die Bastelzeit als Aufwand (“in der Zeit könnte ich Geld verdienen”) oder Ertrag (“man ist das eine entspannende Freizeitbeschäftigung, da spar ich mir gleich das nächste Wellness-Wochenende”) verbuchen muss.

    Gruß Max

  • #19075 Antwort

    nymphetamine
    Teilnehmer

    Bei war aktuell das holz am günstigsten… Ca. 30€… Farbe knapp 25€ und gestern farbrolle mit Aufsatz und abklebband ca. 14 €… Ok.. Farbe und roller kann ich nochmal verwenden aber trotzdem extra wegen dem “design” angeschafft. Somit bin ich hier bei fast 70€… Bausatz hat exkl. Versand 264€ gekostet.im groben Verhältnis 1 / 4… Und ich weiß noch nicht, ob das mit der farbe so hinhaut, wie ich mir das vorstelle (tu dieses mal selber pinseln). Kosten wie “kleine Dankeschön”- geschenke sind hier auch nicht erfasst… Sonst wäre ich bei Nebenkosten von an die 100€ (inkl. Den 70€)…

    Klar stellt sich die frage, ab wann rechnet sich ein gehäuse nicht mehr… Aber wenn wir mit dem “bwl”-gedanken an alles drangehen, dürfen wir es nicht mehr hobby nennen…

    Klar sehe ich das selber so, dass alles im Verhältnis stehen muss… Aber es gibt auch hobbyisten, denen das egal is. Es gibt z.b. Eine little Princess, die mit so fahrstuhl-glas ummantelt is… Ich will da gar nicht wissen, was da geldtechnisch geflossen ist…

    Dann gibts wiederum welche, die stecken mehr in die bearbeitungszeit als in das produkt. Aus bwl-sicht auch kosten. Für die meisten hier auch als freizeit betitelt 😁. Hier kann monti bestimmt ein lied davon singen…

    Ich persönlich vertrete die Meinung, dass es ein angemessenen Verhältnis zwischen bausatz-preis, ausgaben für “Design” und zeitaufwand haben muss… Gerade bei projekte, die man so nebenher bzw. “ich habe jetzt gerade bock drauf und weiß nicht mal wo ich die hinstellen soll” macht.

  • #19082 Antwort

    Ich hab gerade meine Mona Nummer 3 und 4 bestellt. Da geht es dann schon nicht mehr so um “der Weg ist das Ziel”…
    Da mache ich mir jetzt Gedanken um Effizienz beim Aufbau. Aus dem Grund mache ich mir auch einen abgewandelten Sketchup-Plan, weil ich mir den Bass-Schlitz bauen/fräsen durch eine andere Konstruktion sparen will.

    Eine Mona kommt ins Kinderzimmer, die andere wird ein Geschenk für einen Freund…

    Das Finish wird dann vermutlich auch wieder günstig mit Folie gemacht. Das geht dann Ratz-Fatz…

    Die nächsten Boxen für mich sollen dann aber wieder aufwändiger werden. Die SB23/3 waren quasi das Gesellenstück. Alles was danach kommt muss besser/toller/schöner werden. Da ist mir dann auch die investierte Zeit relativ wurscht. Aber wie immer gilt: Aus dem geringsten Input das Maximale rausholen.

    Stefan

    P.s. Die 23/3 habe ich auch aus Gewichts- und Robustheits-gründen mit MPX gemacht, statt mit MDF. Gerade heute Morgen habe ich sie im Auto mit ins Büro genommen. Heute Abend gibts Kinoabend im Büro mit Kollegen. 🙂
    Bin mal gespannt, wie die im großen Meetingraum aufspielen…

  • #19084 Antwort

    Ja, und jetzt noch eine Antwort auf die Eingangsfrage:

    MDF, wenn es einfach zu verarbeiten sein soll und wenn es schnell gehen soll.
    MDF lässt sich toll fräsen, schleifen, formen. Und die Oberfläche ist sehr homogen. MDF kann man aber nicht im Rohzustand belassen. Es sei denn, man will auf ewig Junggeselle bleiben. Da muss man also noch extra Arbeit für das Design investieren.

    Multiplex, wenn es größer, oder robuster werden soll. Ich hab Multiplex ganz lieb gewonnen, als ich die SB23/3 gebaut habe. Zusammen mit Lasur und Hartwachsöl bekommt man da tolle Oberflächen auch ohne Furnier hin. Es ist aber undankbarer bei der Verarbeitung. Es splittert leichter aus, kann Fehler haben (wenn die Baumarkt-Qualität nicht stimmt).
    Wenn man die Boxen aber öfter mal transportieren will, dann ist es deutlich leichter… Und auch robuster…

Antwort auf: Gehäusematerial & DIY Verbundplatten
Deine Information:




× 2 = 16

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.acoustic-design-magazin.de/Lautsprecher-selber-bauen/Thema/gehaeusematerial-diy-verbundplatten/