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Immer mehr Fertiglautsprecher setzen auf SB Acoustics

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  • Dieses Thema hat 14 Antworten und 7 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 12 Monaten von Gipsohr.
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    • #42795
      Beilster

      Hi,

      bei meinem Besuch gestern bei den West deutschen HiFi Tagen ist mir aufgefallen, dass immer mehr Hersteller SB Acoustics verbauen. Ich denke ein Grund, ist das vorzügliche P/L Verhältnis.

      Hier ein paar Beispiele, die mir in Erinnerung geblieben sind:

      Gegentakt oder GGNTKT aus Deutschland:
      Ein neues Startup unternehmen. Verbauen im Model M1 drei 15er BMT von SB. Die Chassis werden aktiv angesteuert und die rückwärtigen Ls entsprechend zeitversetzt. Dadurch sollen sie eine kardioide Abstrahlkarakteristik erhalten. Der Preis lag mit Elektronik bei 6000,- das Paar.
      Link: https://www.likehifi.de/allgemein/ggntkt-audio-zwei-neue-aktivlautsprecher-mit-passiver-und-aktiver-schallfuehrung/
      https://ggntkt.de/

      Buchard Audio aus Dänemark:
      Mit zwei Wege Regalboxen
      S300 mit SB15 Bestückung 1300,- Stückpreis
      S400 mit 19mm sb Kalotte mit Waveguide, 15cm sb Alu BMT und ovaler Passivmembran auf der Rückseite
      Links: https://www.hifipilot.de/buchardt-audio
      https://www.buchardtaudio.com/shop

      CMI Distribution / audel aus italien
      Sonica mk2: sb12 mit sb29rdc 2500,- das Paar.
      Sehr schöne Gebäuse aus Schicht mpx
      Links: https://www.audel.it/
      https://www.audel.it/sonikamk2

      Grüße
      Tobias

    • #42803
      schlamperl

      Gegentakt oder GGNTKT aus Deutschland:

      „Wir haben das Abstrahlverhalten in monatelangen Computersimulationen so weit optimiert, dass sich auch in schwierigen Hörräumen eine sehr gleichmäßige Schallverteilung und damit natürliche Räumlichkeit einstellt. Daher nennen wir unsere beiden Modelle M1 und M2 immersive Aktivlautsprecher.“

      Messkurven, Diagramme? Computersimulationen kann man machen soviele wie man will, das Verhalten jedoch ist von Raum zu Raum dennoch verschieden. Da kann man simulieren wie man will!

      Auch die Preise sprechen für sich, da bleiben wir doch lieber bei Udo und Selbstbau!

      Gruß Jörg

      Aber schön sind se!

    • #42805
      Udo Wohlgemuth
      Verwalter

      Hallo Jörg,

      dummerweise kann die Boxenindustrie immer noch keine einheitlich eingerichteten Einheitswohnungen vorschreiben, in der Einheitsfrauen, -kinder und -kanarienvögel bei Einheitstemperatur an festen Plätzen sitzen und dauerhaft die Luft anhalten. Nicht einmal die Frequenzgangkurve des Zuhörers kann mittels entsprechender Entzerrung auf linear gesetzt werden. Daher muss mit sehr vielen Unbekannten gerechnet werden, die nur eine Simulation in einem monatelangen Berechnungsprozess erfassen kann. Löblich, dass es so etwas gibt. Wo kämen wir denn auch hin, wenn wir uns einfach irgendwo auf das Sofa setzen? Wer weiß da schon, was an seinem Ohr ankommt! Musik braucht die perfekte Welle und die entsteht nicht von selbst 😉

      Gruß Udo

      PS: In einer Welt, die ohne Coaching nicht mehr funktioniert, hat jede Marketing-Abteilung leichtes Spiel.

    • #42806
      GGNTKT

      Liebe Selbstbauer,

      ein Google Alert ging bei der Nennung unseres Namens hoch und so möchte ich gerne das bisher geschriebene kommentieren:

      1. Wir nutzen im Model M1 die SB-Treiber der NAC Serie, da diese gerade im für das Ohr empfindlichsten Bereich um 1 kHz extrem klirrarm sind und zudem auch viel linearen Hub zulassen. Wir haben etliche Mitbewerber durchgeKlippelt, keiner maß sich derart sauber:

      https://www.dropbox.com/s/pvbntpt8blewb3z/Bildschirmfoto%202019-10-01%20um%2023.40.05.png?dl=0

      https://www.dropbox.com/s/shhorwnkxflbrgm/Bildschirmfoto%202019-10-01%20um%2023.40.21.png?dl=0

       

      2. Datenblatt mit Messungen: https://www.dropbox.com/s/fev7o6w84qp4esb/PREVIEW_ModelM1.pdf?dl=0 Wir haben horizontal eine extrem breiten (140°) und konstante Abstrahlung realisiert, das ist das Ergebnis aus 47 verschiedenen Waveguidekonturen, die 11 mal 3D gedruckt wurden. Zusammen mit der breiten Schallwand und dem kardioiden Abstrahlpattern der rückwertigen Treiber erreichen wir schon ab 250 Hz eine gleichmäßige Abstrahlung.

      3. Materialeinsatz für ein Paar Lautsprecher

      • 8 Treiber, davon zwei hochpreisige Compressionstreiber
      • 5-Achs CNC Fräsung aller Teile mit Valchromat als Grundwerkstoff (aufwendiger kann man kaum produzieren)
      • einen 6-Kanal DSP Verstärker, d.h. 3 Endstufen von Pascal und ein DSP eines der renommiertesten deutschen Hersteller

      Ich hoffe das beantwortet einige Fragen und gibt etwas Kontext.

      Viele Grüße

      Roland Schäfer

      • #42811
        Udo Wohlgemuth
        Verwalter

        Hallo Roland,

        danke für deine Stellungnahme und den Link zu den Messungen. Es ist klar zu sehen, dass ihr euch sehr viel Mühe mit eurer Entwicklung gemacht habt. Ob man damit tatsächlich in beliebigen Räumen eine verbesserte Räumlichkeit erreicht, kann ich nicht beurteilen, aber hier auch gar nicht diskutieren. Richtig ist, was dem Zuhörer gefällt. Nur dieses Kriterium ist objektiv, die Beurteilung eines Lautsprechers leider (für uns Entwickler) nicht. Eine gute Grundlage ist jedoch, wenn man alles getan hat, was nach eigener Überzeugung dem Klang gut tut.

        Gruß Udo

        • #42815
          GGNTKT

          Hallo Udo,

          lieben Dank für den Zuspruch. Es ist natürlich so, das im Marketing anders kommuniziert wird als unter  (uns) Technikern und dabei muss ja etwas Interesse geweckt werden. Ich persönlich bin mit diesem Stil auch nicht immer glücklich, aber wenn man dort nicht mitzieht, kann man das Marketing auch direkt sein lassen.

          Mir ist aber wichtig, dass unsere Selbstdarstellung so verstanden wird, dass wir die beste verfügbare Wissenschaft nutzen um unsere Lautsprecher zu designen. Deswegen investieren wir einen Großteil unserer Ressourcen in die Modellierung des Abstrahlverhaltens, das ist im Grunde auch die größte Herausforderung im Lautsprecherbau. Die dafür notwendigen Simulationswerkzeuge und 3D-Drucker waren vor 10 Jahren noch gar nicht verfügbar, zumindest nicht für kleine Unternehmen. Man sieht ja auch das mit Grimm Audio, Kii Audio oder Dutch&Dutch viele kleine sehr technikgetriebene Start-Ups auf den Markt drängen die ähnliche Konzepte verfolgen und im Lautsprecherbau ein neues Kapitel aufschlagen.

          In so einem emotionalen Markt kann man eigentlich auch keine Produkte und Abstimmungen finden, die allen gefallen, das brauch man auch erst gar nicht versuchen. Deswegen entwerfen wir nicht so sehr nach “Zuhöhrergefälligkeit”, sondern bauen viel mehr darauf, dass sich diese letztendlich aus unserem Vorgehen und Design, also der wissenschaftlichen Evidenz ergibt. Das machen aber auch viele Studiomonitorhersteller so – der Klang einer Neumann/K+H, Genelec, JBL oder Geithain gefällt auch nicht jedem.

           

          Viele Grüße

          Roland Schäfer

           

        • #42816
          Udo Wohlgemuth
          Verwalter

          Hallo Roland,

          es ist sehr gut, dass es unterschiedliches Herangehen an die Welt des Klangs gibt. In meinem vielleicht etwas provokanten Post weiter oben habe ich schon darüber “gemeckert”, dass es neben unterschiedlicher Raumgestaltung auch noch “Geschmäcker” gibt, die wir (zum Glück) nicht mit nur einem Produkt erreichen können. “Es ist alles richtig, aber es gefällt mir nicht” genügt schon für die meisten Hörer als Ausschluss-Kriterium. Hören ist halt nicht nur Physik, die man noch recht leicht in Messwerten darstellen kann. Bei Chips hat man herausgefunden, dass deren Zusammensetzung im Hirn positive Reize auslöst, beim Musikkonsum ist man noch nicht so weit. Daher müssen wir weiterhin an diversen Schrauben wie Abstrahlung, Impulswiedergabe oder Klirrarmut (-reichtum) drehen und abwarten, wie das “Volk” darauf reagiert.  Studiomonitore können dabei allerdings kein Vergleichsnormal sein. Das sind Arbeitsgeräte für Tontechniker, die Musik ohne große Eigenfärbung produzieren müssen. Unsere Lautsprecher suchen wir danach aus, wie deren Färbung unserem Hirn schmeichelt.

          Gruß Udo

        • #42818
          GGNTKT

          Hallo Udo,

          Du schreibst:

          Bei Chips hat man herausgefunden, dass deren Zusammensetzung im Hirn positive Reize auslöst, beim Musikkonsum ist man noch nicht so weit.

          Gerade das ist ebendoch inzwischen gut untersucht, daher sprach ich auch von Evidenz. Du kennst sicherlich F. Toole der für den modernen Lautsprecherbau unglaublich wichtige Untersuchungen durchgeführt hat. Eines seiner Ergebnisse ist eben, das über viele “Geschmäcker” und Raumsituationen hinweg eine ausgeglichenes und frequenzkonstantes Abstrahlerverhalten die positivsten Reaktionen bei den Zuhörern hervorrief. Es gibt also ganz klare Muster zwischen Physik, Messwerten und Klangempfinden. Genau dieses abgesicherte Wissen machen wir uns zu Nutze.

          Nachzulesen:

          https://www.amazon.de/Sound-Reproduction-Psychoacoustics-Loudspeakers-Engineering/dp/113892136X/

        • #42820
          Udo Wohlgemuth
          Verwalter

          Hallo Roland,

          das Problem jeder Untersuchung ist die Erwartung des Durchführenden, denn darauf richtet er in erster Linie seine Aufgabenstellung an die Probanden aus. Anders geht es auch nicht. So lese ich auch die Ergebnisse der Studien von Floyd Toole, Siegfried Linkwitz oder den vielen anderen, die sich nur um Teilaspekte kümmern können, weil es ein umfassendes Ganzes nicht gibt. Das bedeutet, man muss jeweils vor das Ergebnis die Prämissen setzen. Mein eigener Ansatz ist, nicht nur eine Wahrheit zu berücksichtigen, sondern den für mich besten Kompromiss aus mehreren Theorien zu finden. Dass auch ich damit den Massenmarkt nicht bedienen kann, find ich nicht weiter schlimm. Wie bei dir geht Qualität über Quantität. Wahrscheinlich wirst du damit nicht reich, aber was soll’s. Ich habe seit gestern 35 Jahre hinter mir, in denen viele Kunden mit meiner Arbeit zufrieden waren.

          Gruß Udo

        • #42822
          Markus Zeller

          Hallo Udo,

           

          das gehört zwar jetzt nicht hier her, aber ein 35. Jubiläum ist schon was: Mein Respekt und alles Gute für die weitere Zukunft. Hoffe da kommen noch viele schöne Bausätze zusammen!!

          Gruß, Markus

        • #42824
          Gipsohr

          Hallo Markus,

          gehört klar hierher😉

          Hallo Udo,

          auch vom Süden herzliche Glückwünsche zum „Arbeitsjubiläum“.

          Arbeitsjubiläum in Anführungszeichen weil ich bei Dir nie das Gefühl habe du empfindest dein Tun als Arbeit.

          Grüße Achim

      • #42821
        schlamperl

        Nabend GGNTKT,

        Dank für die weiterführenden Links! Ich hoffe, ich habe ein nicht zu großes Google-Alert ausgelöst.

        Gruß und schönen Feiertag wünsche ich!

        Jörg.

    • #42807
      derFiend

      Ist doch ganz interessant was es alles so gibt. Verglichen mit so manchem LS den ich auf der HighEnd immer so sehe, sind die aufgerufenen 6k Euro das Paar ja sogar noch günstig 😀

      Ich würd mir ja mal anhören was die Technik und die Marketingsprüche so zu leisten in der Lage sind, und DANN entscheiden ob es mir das Geld wert wäre. Da unterscheiden sich Fertiglautsprecher kein Stück von Selbstbauten: in jedem Fall muss man wissen was sie dem eigenen Ohr wert sind 😉

      Ansonsten aber danke für den kurzen Bericht und die Links, immer schön zu sehen was es so gibt und welche Bauformen.

      • #42817
        GGNTKT

        gelöscht, weil doppelt

    • #42808
      derFiend

      S400 mit 19mm sb Kalotte mit Waveguide, 15cm sb Alu BMT und ovaler Passivmembran auf der Rückseite

      Find es krass was die da in das kleine Gehäuse reinstecken.

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