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Punktgenau bohren?

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  • Dieses Thema hat 19 Antworten und 11 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 3 Jahre, 8 Monaten von Justus (CE).
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    • #13336
      Justus (CE)

      Moin,

      ich bau gerade mal wieder ein Gehäuse aus MDF.

      Beim Bohren der Löcher für den Fräszirkel ist mir aufgefallen, dass ich irgendwie zu blöd bin, alles punktgenau hinzubekommen. Selbst mit Ankörnen habe ich immer Abweichungen von ungefähr 0,5-1,0mm. Im “weichen” MDF scheine ich das nicht besser hinzubekommen.

      Bekommt ihr das genauer hin?
      Habt ihr Tipps, Tricks oder Hilfswerkzeuge für sowas?
      Oder will ich’s einfach zu genau haben?

      Gruß
      Justus

    • #13337
      Udo Wohlgemuth
      Verwalter

      Hallo Justus,

      mit einem Holzbohrer mit Zentrierspitze und langsamem Anlaufen müsste das ohne Verrutschen gehen.

      Gruß Udo

    • #13338
      Justus (CE)

      Holzbohrer benutze ich… Vielleicht hilft das langsame Anlaufen ja…muss ich nochmal testen. Kann sein, dass ich da zu ungeduldig bin.
      In Multiplex habe ich diese Probleme sonst nicht so stark. Vielleicht taugt das MDF auch nix.

    • #13341
      Ben

      Bohrständer/Tischbohrmaschine hilft da enorm 🙂

      Gruß,
      Ben

    • #13342
      Vadder
      Verwalter

      Moin Ben,

      ich habe in der Schmiede schon eine recht gewaltige Standbohrmaschine. Aber die Duetta passt trotzdem nicht drunter 🙂

      @Justus: Die Drehzahl richtet sich nach Werkstoff, Durchmesser, Bohrerart. Dau gibt es Tabellen.
      Zum Beispiel hier.

      Wenn gar nichts hilft, versuch es mal mit einem Zentrierbohrer für das erste kleine Loch.

      Viele Grüße
      Vadder

    • #13343
      Ben

      Und was sagt dir das….du brauchst eine größere 😉

      Gruß,
      Ben

    • #13344
      Justus (CE)

      Ich werde mir wahrscheinlich für die Zukunft ein Hilfsmittel mit einer gehärteten Bohrbuchse bauen, das ich dann genau über der gewünschten Stelle festspannen kann. Manchmal klappt’s auch so, aber mit Hilfsmittel wird es bestimmt prozesssicherer.

      @ Ben, bevor man sich eine größere Tischbohrmaschine kauft, kann man sich doch eigentlich gleich eine CNC-Fräse kaufen, oder? 😉

      • #13370
        Matthias (DA)

        Guck mal nach ner Wolfcraft Dübelhilfe, damit bohrt man zumindest senkrecht von oben.
        Das Problem mit dem Verrutschen kenn ich aber nicht… irgendwas scheint mir da kit den Bohrern schief zu laufen. Oder ist das Bohrfutter deiner Maschine dezentriert? Matthias

    • #13346
      Ben

      So etwas schönes großes wie in Schuelzkens Grand Duetta Bericht zu sehen ist… 😉

      Bei den Buchsen habe ich immer die besten Ergebnisse wenn ich ohne Zentrierspitze bohre. Mobiler Bohrständer ist mir allerdings trotzdem lieber wenn es nicht unter die Tischbohrmaschine passt.

      Gruß,
      Benjamin

    • #13350
      Audicz

      Wie Udo schreibt Holzbohrer nehmen, check. Freihand vorher gekörnt, check Da würde mich eine ungewollte Abweichung von bis 1 mm schon sehr wundern. Rüchwärts drehen kann beim finden der Position helfen.
      Ich habe mir eine Ständerbohrmaschine bei Aldi gekauft, nehme nen Zentrierbohrer und dann Stahlbohrer für MDF. Da aber der Zentrierbohrer ähnlich eines Holzbohrers eine kleine Spitze hat, denke ich nicht, daß das eine Besserung der Positionierung bringt, aber die Löcher sind wenigstens senkrecht!
      Ggf. Brille aufsetzen… 😉
      Gruß Dino

    • #13353
      Michael

      Hallo,

      Alte Schreiner machten sowas immer so.
      Bohrung zentrieren

      Mit so einer Spitze wird per Hand die Bohrstelle durch aufdrücken und hin und herdrehen zentriert. Läuft es einmal leicht weg kann man es durch schräges ansetzen korrigieren bis man zufrieden ist. So ein Teil kann man sich auch aus einem alten Schraubendreher selber machen.

      Danach kann man auch noch mit einem 1,5 er Bohrer vorbohren. Die kleinen laufen nicht so schnell weg.

      Gruß Michael

    • #13354
      Rundmacher

      Hallo Justus,

      das exakt positionierte Loch in MDF kann schon mal eine leichte Frustration erzeugen, ich weiß. 😉
      Es scheint auf den ersten Blick eine ganz banale Sache zu sein, ich habe die Bohrposition angerissen, oder besser gesagt -wir sind hier in der Holzabteilung und nicht bei den Metallern- angezeichnet.
      Ich habe jetzt die genaue Position. Dort muss das Loch hin. Ich setze mir eine Genauigkeitsgrenze, meine gewählte Toleranz. Da ich keine elektronisch ablesbaren Maßangaben von irgendwelchen Messsystemen habe gebe ich mir einmal fünf zehntel Millimeter vor, deine bereits genannten 0,5 mm.
      Das will ich erreichen.
      Jetzt gehe ich mehrstufig vor. In der angezeichneten Bohrposition körne oder senke ich manuell an. Eine Reißnadel ein, zwei Millimeter hinein gedrückt in das MDF, oder auch einen sehr spitz angeschliffenen Körner mit einem leichten Hammerschlag versehen bilden die Grundlage für die exakte Position. Man kann leicht korrigieren, sollte man etwas daneben liegen kann man immer noch leicht schräg nachkörnen, man treibt den kleinen Krater hin zur Sollposition.
      Jetzt kommt der Akkuschrauber. Einen Bohrer mit 1…2 mm Durchmesser, vorsichtig lotrecht angesetzt und ebenso vorsichtig gebohrt. Das geht! Der nächste Bohrer, 3…3,5 mm.
      Du hast gewonnen, jetzt kommt dein gewählter Enddurchmesser.

      Es grüßt freundlich
      Rundmacher

    • #13359
      Audicz

      Hallo Michael, gute Demonstration einer, optisch, min. 0,5 mm Abweichung…
      Gruß Dino

      • #13360
        Michael

        Hey Dino,

        sind genau 0.543 mm. Bin gelernter Werkzeugmacher, da ist eine Stelle nach dem Komma keine Angabe.
        Ich sag aber immer: “Vor dem Komma ist wichtiger”

        War auch nur eine schnelle Verdeutlichung der Herrangehensweise. Aber beim nächsten Mal geb ich mir mehr Mühe.

        Gruß Michael

    • #13362
      Audicz

      Na dann hab ich das als Werkzeugmacher doch richtig erkannt. Prost Kollege, Dino.

    • #13376
      Klemens

      Hallo Justus,

      ich mach’s wie folgt:

      – genau anzeichnen mit einem spitzen(!!!) Bleistift
      – eine Reißnadel genau positionieren und senkrecht ca. 2mm eindrücken
      – mit einem Holzbohrer (für meinen Fräszirkel brauche ich einem 5mm Bohrer) senkrecht bohren

      …damit bleibe ich im 0,5 mm-Toleranz-Bereich.
      (das ist für eine Holzarbeit IMHO sehr genau)

      Liebe Grüße,
      Klemens

    • #13382
      max

      …Kann mir jetzt noch kurz jemand erklären, wie ich die Toleranz ausmesse?

      Würde gern wissen, ob ich meine (seit 5 Jahren herrvorragend klingenden) SB240 entsorgen muss, weil eine der 4 Polklemmen eventuell außerhalb der Toleranz gebohrt ist…

      Spaß beiseite – nicht übel nehmen, aber kommt es beim DIY wirklich auf Zehntel an? Die Grundlegende Fragestellung finde ich ja in Ordnung und durchaus berechtigt, aber 5-stufige Bohrungen (2x Körnen, 3x Bohren) finde ich dann doch etwas übertrieben… 😉

      Gruß Max

      • #13394
        Justus (CE)

        Hallo Max,

        mit 0,5mm Abweichungen kann ich leben. Manchmal hatte ich aber auch schon 1mm. Gerade bei schmalen Gehäusen, z.B. SB12, sieht man dann einen horizontalen Versatz von 1mm bei den Chassis meiner Meinung nach schon recht deutlich. Ich empfinde das als störend.
        Beim Terminal wär mir das egal.

        Gruß
        Justus

    • #13429
      Thomas Goebel

      Hallo Justus,

      du scheinst da aber wesentlich mehr Versatz als nur 1 mm zu haben…

      Zwischen Lautsprecher und Schraube ist eigentlich immer ein kleiner Spalt von ca, 0,3 mm. Damit solltest du bei einigermaßen passgenauen Bohrungen das Chasis perfekt ausrichten können. Wie genau kannst du denn Anreißen und Körnen?

      Andererseits könnte es auch hilfreich sein, die Genauigkeit der Einstellung deines Fräszirkels vor der Fräsung an einem Abfallstück einmal zu überprüfen. Ich habe bei mir eigentlich selten ein Spaltmaß von umlaufend 1 mm.

      Gruß
      Thomas

      • #13430
        Justus (CE)

        Hallo Thomas,

        da hast du mich wohl missverstanden bzw. ich hab mich nicht präzise genug ausgedrückt.

        Ich meine eine horizontale Verschiebung des Mittelpunktes für den Fräszirkel, so dass die Chassis-Versenkung z.B. links weniger Abstand zur Gehäusekante hat als rechts. Wenn man bei einem sehr schmalen Gehäuse dort nur einige mm “Fleisch” hat, fällt das sofort ins Auge.

        Und bei Chassis mit abgeflachten Seiten (z.B. Elip) muss man auch sehr genau arbeiten, wenn man möchte, dass das Chassis passgenau in der Versenkung verschwindet.

        Gruß
        Justus

        P.S.
        Ja, ich weiß… man kann es auch zuuuu genau machen. Ich wollte bloß ein paar neue Lösungen ausprobieren, damit meine Wiederholgenauigkeit/Prozesssicherheit steigt. Im Moment ist das nämlich für mich beim Gehäusebau der Punkt, den ich am nervigsten finde.

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