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Verstärker vergleichen

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  • Dieses Thema hat 14 Antworten und 10 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 2 Wochen, 2 Tage von Monti.
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    • #57490
      Oli L.

      Hallo zusammen,

      ich bin aktuell auf der Suche nach einem passenden Verstärker für meine Chorus51-Lautsprecher.

      Je mehr ich mich in das Thema einlese, desto verwirrender werden die Theorien und Erfahrungsberichte hinter den unterschiedlichen Verstärkern, die es auf dem Markt gibt.

      Ich habe mir also einfach zwei schöne (alte) Verstärker auf dem Gebrauchtmarkt besorgt und die über einen Umschalter an meinen Lautsprechern angeschlossen. (Braun Atelier und ein etwas neuerer NAD, beides Transistor-Verstärker). Als Quelle dient ein Raspi mit externem DA-Wandler.

      Umgeschalten wird per “Fernbedienung” (3 m langes Kabel) im Sweetspot des Stereodreiecks. Die Umschaltdauer beträgt ca. 1 sek. (systembedingt).

      –> So sehr ich mich anstrenge, ich kann keinen Unterschied hören. Alles klingt toll an der Chorus51 🙂

      Als Testmusik nutze ich “minimalistische” Stücke, um z.B. auf das Nachhallen bei einem Tastenschlag des Pianos achten zu können.

       

      TL;DR:

      Macht es Sinn Verstärker messtechnisch zu Vergleichen, um den für sein Setup “richtigen” Verstärker auszuwählen? Wenn ja, lässt sich dies relative einfach, z.b. über einen Bode-Plot abfangen?

       

      Beste Grüße aus dem Süden

    • #57491
      HortusNanum

      Hi Oli,

      mal ganz ketzerisch gefragt: Wenn Du den Unterschied nicht hörst (so es denn einen gibt), warum brauchst Du dann Messwerte?
      Sowohl Braun als auch NAD haben zu den Good-Old-Hifi-Zeiten sehr ordentliche Geräte gebaut (NAD tut das heute noch). Wäre ja möglich, dass sich die Geräte klanglich nichts geben. Wenn Du damit glücklich bist, nimm doch den, der Dir optisch und haptisch besser gefällt.

      Viele Grüße,
      Roland

    • #57492
      MartinK

      Hallo Oli. Dein Vergleich passt doch! Dein Raum, Deine Musik, Deine Lautsprecher, Deine Ohren.
      Dann klingen die Amps eben ziemlich gleich. Nur weil man Unterschiede messen kann, braucht man sie nicht auch hören (können).
      Dein Eindruck kann sich mit Änderungen der o. A. Parameter auch ändern. Tendenziell gilt: je kleiner Lautsprecher und Lautstärke sind, desto geringer sind die Unterschiede zwischen den Amps.
      Gruß Martin

    • #57493
      Ollum

      Moin Oli,

      das ist teilweise in kontroverses Thema im Bereich High Fidelity, mal sehen, wie lange Udo diesen Thread leben lässt 😉

      Die einen hören Unterschiede, die anderen nicht. In anderen Foren wurden vor einiger Zeit mal recht aufwendige Blindtests durchgeführt – so wurden jedoch keinen nennenswerten Unterschiede erkannt, auch nicht von Vertretern des “Verstärkerklangs”, sobald die eingesetzten Verstärker ungefähr Mittelklasse waren. Im unteren Preisbereich scheint es tatsächlich Schrott zu geben, ab ein paar Hundert € scheinen die Geräte alle vernünftig genug. AVRs wurden glaube ich nicht getestet, bin aber nicht sicher.

      Mein Glaubenssatz in dieser Hinsicht: Wenn es Verstärkerklang gibt, ist das ziemlich marginal, die Einflüsse von Raum, Temperatur und Stimmung des Hörers sind teilweise um Vielfache größer.

      Habe aus Neugier selbst einen Verstärkerumschalter gebaut: Es gibt einen Unterschied zu meinem NAD und einem amazon-Verstärker für 49,- €, den ich aber nur im Bassbereich wahrnehmen kann, der war beim Billigverstärker “schwammiger”, also irgendwie weniger definiert. Ich bilde mir auch einen ähnlichen Unterschied zwischen meinem NAD und dem Yamaha AVR ein, aber wenn meine Frau am Umschalter sitzt, kann ich das jeweilige Modell schon nicht mehr raushören bei normalen Pegeln.

      Fazit: Höre Musik lieber am NAD, fühlt sich einfach besser an 😉

      Traue Deinen Ohren, die sind hier der einzig vernünftige Maßstab.

    • #57494
      Rincewind

      Meine Erfahrung sagt: Es gibt Unterschiede im Klang der Verstärker.

      Doch die Unterschiede können sehr gering Ausfallen. Auch das ist meine Erfahrung.

      Je nach Musik können alle Verstärker sehr, sehr ähnlich klingen, besonders bei kleinen Lautsprechern. Die Unterschiede nehmen mit der Größe der Membran zu, jedoch ist das stark von der gehörten Musik abhängig.

      Wenn keine Unterschiede zwischen zwei Modellen an einem paar kleinen Lautsprechern mit bestimmter Musik nicht herauszuhören sind, dann ist das auch alles OK.

      Provokation: https://www.youtube.com/watch?v=plPGWS2gpDM – diese Musik offenbart keine Unterschiede im Klang zwischen verschiedenen Verstärkern 😉

      Grüße
      Rincewind

      • #57495
        HortusNanum

        Na toll. Vielen Dank auch für den Link, dessen Aufruf nun die Liste der von Google protokollierten Interessen in meinem Profil verschönert. 😉

        • #57496
          Peterfranzjosef

          Mein Senf:

          Die flachen Braun haben gerne ein Wärmeproblem wenn es länger laut geht, bzw. sind die Kondensatoren deshalb einer höheren Wärmebelastung ausgesetzt, was ihre Lebensdauer direkt beeinflusst.

          Bei http://www.hifimuseum.de kannst du Dich mal schlau machen. (Hifihersteller Deutschland/Braun AG)

          Ich würde auf alle Fälle auch mal basslastige Musik lauter und länger laufen lassen.

          Welcher NAD ist im Einsatz?

          Servus

      • #57498
        Sparky

        Um Jottes Willen, I werd narrisch!

        – Nicht 😀

        Aber so ein Event ist jedem wärmstens ans Herz gelegt, der mal die Evolution nachvollziehen will.
        Kontrastprogramm, um den Newsfeed wieder zu bereinigen: Pearl Jam – Do the Evolution

        Aber wieder ernsthaft: Wie Rincewind sagt, wenn man jetzt nicht Röhre und Transistor vergleicht und somit Äpfel mit Birnen, ist Verstärkerklang kein “Ohhhhh” und “Ahhhhhh” Vergleich. Es sind Nuancen. Ein gut konstruierter Transistorverstärker “klingt” nicht sonderlich, er macht lauter. Was oft mit Verstärkerklang verwechselt wird: Viele Hersteller “sounden”, sprich “würzen” ihre Verstärker mit einem bewussten Markenklang, um Kunden zu binden und unterscheidbar zu sein, somit ist es schon legitim zu sagen, das klingt “wie Technics”, “wie Yamaha”, “wie NAD”. Aber nicht, weil es nicht anders geht, sondern um den Geschmack der Kunden zu befriedigen. Gäbe es diesen “Klang” nicht, sprich, klängen alle gleich, würde irgendwann nur noch ein Hersteller existieren, nämlich der mit dem besten Preisleistungsverhältnis. Ein weiterer Faktor für “Verstärkerklang” ist das Netzteil. Ist es unterdimensioniert, verliert der Verstärker an Kontrolle und wird dann im Bass “wärmer”. Aber auch dafür kann die Schaltung nix…..

        Ich stimme zu, Verstärker klingen.
        Aber ich könnte in einer exakt gleichen Schaltung mit unterschiedlichen Transistoren diese nicht am Klang erkennen 🙂

        Die Frage ist halt, was soll da verglichen werden? Röhre gegen Transe gegen Digital? A gegen AB? Wenn jemand sagt, alle Nudeln schmecken gleich, Glückwunsch, die unten im Regal sind günstig. Und wehe man sagt das nem “richtigen” Italiener, dann lernt man erst mal gefühlt hundert Namen für Nudeln, deren korrekte Zubereitung und zu welchen Speisen sie gereicht werden 😉

         

        Gruß,
        -Sparky

    • #57499
      Matthias (DA)

      Moin,

      Da es am Ende doch nur dir gefallen muss, empfehle ich auch einfach den zu behalten der dir optisch am besten gefällt oder der technisch noch am besten in Schluss ist.

      Die Chorus sind schon sehr gute Lautsprecher, fordern den Verstärker aber auch nicht ungemein.

       

      Fuga y misterio vom Artemis Quartett finde ich ein hervorragendes Stück um einen Verstärker auf Herz und Nieren zu testen, achte da mal ganz besonders auf die Bühnen Staffelung und inwiefern der Verstärker ist schafft die Instrumente einzeln aber harmonisch darzustellen.

      Da habe ich zumindest an der Duetta schon erlebt, dass manche Verstärker da eher Brei produziert haben.

      Beim baubericht

       

      Linie 54 nach Göttingen – Projekt Isolde

      Habe ich etwas mehr zum Thema probehören geschrieben

      Gute akustische Reise 🙂

       

      • #57500
        Peterfranzjosef

        “Da habe ich zumindest an der Duetta schon erlebt, dass manche Verstärker da eher Brei produziert haben.”

        Volle Zustimmung, weil gleiche Erfahrung.

    • #57502
      SCI3NTIST

      Das Ergebnis des Tests überrascht jetzt nicht wirklich.

      Werden nicht gerade Röhrenverstärker oder billige “Chinaböller” mit Transistorverstärkern verglichen, verschwinden auf wundersame Art und Weise die hörbaren Unterschiede an identischen Lautsprechern, sobald die Tests verblindet werden. Oder sagen wir mal, ich kenne keinen Test, der ein gegenteiliges Ergebnis gezeigt hat, andere jedoch schon.

      Dennoch müssen nicht alle Lautsprecher mit allen Verstärkern gleich gut harmonieren, da gibt es durchaus Mismatches, wie Matthias und Peter berichten. Das kann insbesondere dann passieren, wenn die Ausgangsimpedanz des Verstärkers eher hoch ist und mit der Impedanz des Lautsprechers nicht klar kommt, Röhren sind da beispielsweise anfällig:

      https://www.audiosciencereview.com/forum/index.php?threads/amplifier-output-impedance-damping-factor-and-speakers.23968/

      Da kommen schon mal ein paar dB als Abweichung im Frequenzgang zusammen und das kann man auch hören.

      Die gute Nachricht: wenn man mal die Ausgangsimpedanz der N-Core Verstärker von Hypex nachschlägt, wird die im entsprechenden Whitepaper auf der Homepage als nahezu unmessbar klein beziffert, d. h. die resultierende Dämpfung ist sehr groß, Impedanzschwankungen der Lautsprecher jucken die nicht besonders.

      Grüsse

      Thomas

    • #57503
      Oli L.

      Vielen Dank fürs Teilen eurer Erfahrungen:

      Was ich mitnehme:

      • Klangunterschiede sind sehr subjektiv und gering bis sehr gering.
      • Verstärker und Lautsprecher müssen von der Impedanz her (technische Spezifikation) zusammenpassen.

       

      Damit ergeben sich aus der Ausgangssituation “Vergleich von Verstärker A mit Verstärker B an gegebenem Setup” folgende Problemszenarien:

      1. Mein Testsetup kann die (geringen) Unterschiede nicht herausstellen.

      Mögliche Gründe: Umschaltzeit zu lange, zu geringe Lautstärke, falsche Testmusik, falsche Sitzposition, Lautsprecher zu klein, etc.

       

      2. Die Verstärker klingen genau gleich gut bzw. in dem Fall leider auch gleich schlecht (worst case).

       

      3. Meine Ohren können die Unterschiede nicht erkennen (nach 32 Jahren Nutzungsdauer sollte die aber noch in Ordnung sein …)

       

      Zwischenfazit: Die Störeinflüsse eines Versuchsaufbaus sind groß und damit der Aufwand für einen objektiven Test riesig. Zudem Verzerren emotionale Effekte oder menschliches, subjektives Empfinden das Ergebnis.

       

      Und damit lande ich wieder bei meinem Ausgangsproblem:

      Wie kann man einen störanfälligen, subjektiven Vergleich umgehen und den “besseren” Verstärker (DA-Wandler, CD-Spieler,…) an gegebenem! Setup aufgrund von technischen Messgrößen auswählen?

       

      Mindestens genau so interessant: hört sich ein messtechnisch “besserer” Verstärker auch subjektiv an meinem Setup besser an? Hier wechsel ich ja wieder die Betrachtungsebene – von objektiv zu subjektiv.

      Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz 🙂

       

      Mein Fazit: Es gehört etwas Glück dazu den richtigen Verstärker für sein Setup zu finden. Mit höherem finanziellen Invest lässt sich dieses Risiko vermutlich verringern.

       

      PS: Den Test wiederhole ich, sobald die Duetta fertig ist!

    • #57504
      MartinK

      Moin Oli. Die Richtung stimmt. Erstmal die Lautsprecher. Den Amp dZu findest Du dann schon. Ich hab’ bestimmt 20 Stück “verschlissen” bis ich bei meinem Traumgerät war. Dazu kamen noch 2 Umzüge. Alles nicht so einfach aber es macht auch Spaß. Was Du vorab noch machen kannst ist der Check der Quelle. Sprich Einstellungen bzgl. der Auflösung etc. Nicht dass da alles auf “low” steht

    • #57513
      Monti

      Moin zusammen,

      als Ergänzung würde ich nicht nur minimalistische Stücke für den Vergleich heranziehen, sondern wie Matthias es auch mit seinem Beispiel anführt, komplexe Stücke nehmen und darauf achten, ob der Verstärker es schafft, die Kontrolle zu behalten, eine brauchbare Staffelung zu erzeugen und die Instrumente sauber darzustellen.

      Aber mach dich nicht verrückt auf der Suche nach dem heiligen Gral. Das ist Hobby und einen passenden Verstärker zu finden kann auch eine interessante Reise sein, die Spaß macht.

      Wenn Du aber grundsätzlich unzufrieden mit dem Klang bei dir bist, dann würde ich nicht beim Verstärker anfangen…

      Ciao
      Chris

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