SB 18 in schlank

Eines Abends saß ich auf dem Sofa und hörte Musik. Nein, es war nicht Udos berühmtes Sofa, sondern mein eigenes. Und ich fragte mich, wo ist der geliebte Stereo Sound. Musik ist doch so viel mehr, als du jetzt hörst. In meiner Lehrzeit hatte ich jede D-Mark, die übrig blieb, in eine gute Anlage gesteckt. Damals kannte mein Vater jemanden, der Boxen baute, und so konnte ich ein Paar gebrauchte Lautsprecher ergattern. Was habe ich meine Anlage geliebt. Aber leider hält nichts ewig. Neue Trends kommen auf dem Markt. 2.1 Lautsprechersysteme. 2 schöne kleine Satelliten und ein versteckter Subwoofer. 5.1 war der nächste Trend, der Musik und Film in ein neues Erlebnis verwandeln sollte. Das alles war nett, aber nicht wirklich gut. Zu diesem Zeitpunkt stand eine kleine Anlage von Yamaha in unserem Wohnzimmer, die Pianocraft. Klein, schick, und ja, nicht schlecht. Aber Hi-Fi war das nicht.

Eines hatte mein Vater mich gelehrt. Was man selber bauen kann, das baut man selber. Mehr hätte mein Vater mir nicht mit auf den Weg geben können. DIY ist ein tolles Hobby, danke Dad. Was haben wir zwei nicht alles gebaut. Und so kam kaufen nicht in Frage.

Am nächsten Tag kam ein alter Arbeitskollege in mein Büro, und ich sagt: „Du Ansgar, du hast dich doch mal sehr mit Lautsprechern beschäftigt und auch welche selber gebaut. Hast du einen Tipp für mich. Bausatz und so??“ Und hier fiel das Stichwort: “Google mal nach Udo Wohlgemuth“. Ja, mehr braucht man nicht als Tipp. Wer in Udos Magazin etwas liest und stöbert, merkt, dass er am Ziel angekommen ist.

Am liebsten hätte ich die Duetta Top gebaut, aber ich brauche ja auch noch einen neuen Verstärker und muss als Familienvater im Budget bleiben. Bluesklasse war aber Pflicht, dadrunter kommt nichts mehr in die Stube. Ich fasste die SB 15 ins Auge und besprach mein Vorhaben per Mail mit Udo. Der empfahl mir die SB18, was mir gerade wegen der Upgrade Möglichkeit sehr gefiel. Wie ein kleiner Junge, der auf Weihnachten wartet, wartete ich auf das Paket. Wie lang doch zwei Tage werden können.

Um vorhandenes Holz zu nutzen, musste Udos Entwurf etwas schmaler werden. Bei gleicher Frontfläche wird der Lautsprecher laut Adam Riese dadurch höher und so entschied ich mich für ein Bassreflexrohr statt dem Bassreflexkanal. Der Entwurf stand und das Holz wurde gesägt. Da ich mir mal eine CNC-Fräse selber gebaut hatte (ja auch sowas geht),  wurden die kompletten Fronten gleich auf der Maschine gefräst und auch Bassreflexrohr und Anschlussterminal wurden eingelassen. Ein Versteifungsrahmen, und einige Nuten und Aussparungen in die Seitenteile zur einfacheren Montage wurden auch noch gefräst. Gebaut wird das Gehäuse aus zwei Lagen Multiplex. 1x 12mm und 1x 9mm. Macht zusammen 21mm, und war vorhanden. Was will man mehr.

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Einmal trocken zusammengestellt. Passt.

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Nun ging es ans Verleimen. Warum ich vom Verleimen der zweiten Lage kein Bild habe, ist mir ein Rätsel. Hier muss ich für zukünftige Projekte noch verbessern. Als alles verleimt und beigeschliffen war, wurden noch Fasen an die Gehäuse gefräst.

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Die Weichen sollten auf einer Platine aufgebaut werden. Hier kam wieder die CNC-Fräse zum Einsatz. Vor dem Verlöten mal fix ein Foto an Udo geschickt. „Alles richtig?? Bin halt kein Elektroniker“. „Der Hochtöner wird etwas leise sein, du hast die zwei Widerstände vertauscht.“ kam es zurück. Ja, so ist der Udo, der sagt dir gleich, was dein Fehler bewirkt. Hammer!! Oder? Widerstände getauscht, Lötkolben an und alles verlötet.

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Die Gehäuse habe ich dann mit einer Möbellasur behandelt.  Und da kam die Stimme der Chefin. „Die bleiben doch nicht so, oder?“ Ja, ich hatte mir das Ergebnis auch etwas anders vorgestellt, aber ich wollte die Lautsprecher endlich hören. Also sauste ich in den Baumarkt und besorgte selbstklebende Folie die von der Chefin ausgesucht war. Sicher ist sicher. Das Foliieren ging gut und die Chefin gab ihr OK. Also ran an den Einbau der Weiche und des Terminals.  Dämmmaterial sorgfältig im Gehäuse untergebracht.

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Nach dem Montieren der Chassis ging es aber sofort in Wohnzimmer. Der erste Test. Welch eine Spannung, Neugier, und das Kribbeln im Bauch.

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Da waren sie, die ersten Töne. Ein schöne Tasse Kaffee in der Hand nahm ich auf dem Sofa Platz. Ein wirklich schönes Gefühl. Stolz hörte ich endlich wieder „Musik“. Welch ein Klang, dieser Unterschied. Und das schon mit der alten Anlage. In den folgenden Stunden und Tagen durfte ich erleben, wie so ein Lautsprecher in seiner Einspielphase wächst und reift. Aus einem echt OK wird ein WOW. Gänsehaut und Glücksgefühle. Nun kamen noch zwei 150 Jahre alte Kanthölzer aus Eiche ins Spiel, die die Lautsprecher in die richtige Höhe brachten.

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Endlich wieder Musik mit allen Fassetten. Jedes Detail wird übermittelt. Nun gönnte ich mir noch einen neuen Verstärker. Es wurde ein Rotel RA12. Ein tolles Gespann. Die SB18 ADW und der Verstärker lassen mich Musik neu erleben. Für die Beschreibung des Klanges verweise ich auf den Bericht von Udo. Ich denke, keiner kann das so beschreiben wie er. Wenn man, während man die SB18 ADW hört, sich den Bericht von ihm nochmal durchliest, ertappt man sich an vielen Stellen dabei, dass man immer wieder zustimmendend mit dem Kopf nickt. Ich kann die Bluesklasse nur empfehlen. Die SB18 ist hier ein guter Einstieg, die in allen Tests, wenn sie mal mit aufgenommen würde, bestimmt immer als Preis-Leistungssieger ausgezeichnet wäre. Aber Vorsicht vor der Suchtgefahr. Mich hat der Virus befallen, und das Paket mit dem Upgrade auf die SB 36 ist gestern eingetroffen.

Als Abschluss mein Dank an Udo und alle, die sein Forum und Magazin mit Berichten und Ideen füllen. Mögen noch viele hier ihre Traumlautsprecher finden und den Mut, diese selber zu bauen. Eines steht heute schon fest: Ich werde bald in mein Auto steigen und mich mal auf den Weg nach Bochum machen. Einmal auf Udo´s Sofa Platz nehmen und ihn mal persönlich kennen lernen.

Gruß
Michael

PS: Fortsetzung folgt…..

Zur SB 18 ADW im Shop

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Chrisdrei

Hallo Michael,
schöner Bericht und interessantes Dekor! Ich wusste gar nicht, dass es D-C-fix noch gibt!
Aber deine Selbstbaufräse wäre definitiv auch noch einen Bericht wert!?!

Michael

Hallo,

ja die Folie gibt es im Baumarkt um die Ecke, bei dennen die alles zu ihrem Projekt machen. Oder natülich im WWW.

Ja der Bericht zur Fräse, …. Hm, ich glaube der gehört nicht in dieses Forum.!?!

Gruß Michael

BatBen

Hallo Michael, die Form gefällt mir sogar besser als das Original. Aber ich muss immer ein bisschen weinen wenn ich LautspreCher in Ecken gezwängt sehe ;). Hast du sie dir mal frei stehend angehört?

Gruß Ben

Michael

Hallo Ben, deine Tränen kann ich gut verstehen. 😉 Geplant ist Wohnzimmer und Esszimmer zu tauschen, und mit neuen Möbeln für das Wohnzimmer wird dann diese Zwangslage für die Lautsprecher abgeschafft. Aktuell wurden erstmal die äußeren Schränke nach außen verrückt. Jetzt kann ich sie auch ganz leicht nach vorne raus ziehen und mal ein bisschen freistehender testen.

Gruß Michael

JoKa

Hallo Michael,

ich finde Deine “Notlösungen” (hoch und schlank wegen vorhandenem Holz und schnell mal Klebefolie im Baumarkt besorgt) sehr überzeugend!
Gefällt mir beides sehr gut. Dazu noch das Terminal und BR-Rohr eingefräst … klasse Ergebnis. Und schöner Bericht.

Jo

Rincewind

Hallo Michael!

Gelungene Arbeit! Hast Du die Folie mit etwas nachbehandelt oder war diese immer so Glänzend?

Grüße
Rincewind

Michael

Hallo Rincewind,

die Folie ist so. Ist von der Marke d-c-fix. Gibt es in ganz vielen Dekoren und Abmessungen.

Gruß Michael