Michaels Boombox aus U_Do 2 und Raspberry

Längere Zeit hat es mein Job nicht zugelassen, handwerklich mal wieder aktiv zu werden. Um die Weihnachtszeit war es dann so weit. Endlich mal zwei Wochen, in denen ich mich austoben konnte. Aber was kann man in dieser Zeit Sinnvolles erstellen?
Da sah ich meine Sonos auf dem Schreibtisch und mir fiel ein, dass ich schon länger vor hatte, diese durch was Ordentliches zu ersetzen. Die angebotenen Fertiglösungen von Apple, Sonos, Teufel und Bose waren mir sowohl vom Klang, als auch vom Funktionsumfang nicht gut genug. Außerdem sind die etwas besseren Geräte in einem Preissegment angeordnet, welches mir zu teuer erschien. Also was tun? Ich setzte mich einen Abend lang hin und formulierte meine Anforderungen an eine „Boombox“. Um einige zu nennen:

Einfache Bedienung über Touch Display
Bluetooth Connectivity (Handy, Tablet, PC, etc.)
Unterstützung für Spotify, Airplay, Google Music, YouTube, Internet Radio, Podcasts, etc.
Volle KODI Unterstützung, Abspielen von Videos, TV über HDMI Ausgang (Anschluss an Beamer, etc.)
Web Interface für die Bedienung, Updates, Installation weiterer Plugins, etc.
Multiroom tauglich
LAN, WLAN
USB- Anschlüsse für Festplatten, etc.
Fileserver für direkten Zugriff aus dem Netzwerk
Bedienung der Homeautomation
DLNA Server, Client
High End Signalausgabe für Audio
Volle WAF- Tauglichkeit
Sehr gute Lautsprecher

Das kann ja eigentlich nicht so schwer sein, dachte ich mir und plante an einem weiteren Abend meine Hard- und Software für dieses Projekt. Um Mitternacht stand meine Lösung, bis auf die Lautsprecher. Hier hat mir Jonas schnell geholfen und mir die U_Do 2 für mein Projekt empfohlen. Da ich den Profis vertraue, habe ich den Vorschlag gerne angenommen und auch sofort bestellt.

Des Weiteren sind folgende Komponenten zum Einsatz gekommen:

Software Max2Play
Raspberry Pi 3+
Hifiberry DAC+ Pro
Raspberry 7“ Touch Display
Netzteile für den Raspberry (5V) und Verstärker (36V, 9A)
2-Kanal Endstufe (2x160W)
SSD 120GB
Externe Anschlüsse (LAN, HDMI, USB), POWER Buchse + Verbindungskabel
Buche Multiplex 19mm für das Gehäuse

Nach ein paar Tagen war alles bis auf die Lautsprecher da und ich konnte anfangen.

Zuerst der Zusammenbau des Raspberry’s, Display und Hifiberry DAC. Die Software auf die microSD aufgespielt, konfiguriert und die ersten Test’s durchgeführt. Um die Soundausgabe zu testen, habe ich die Mona 2.1 angeschlossen. Ich konnte den ersten Tönen lauschen und wusste ab diesem Moment, dass dieses Projekt der volle Erfolg wird. Ich machte nach und nach einen Haken an meine Anforderungsliste.

Leider waren die Lautsprecher noch nicht da, es war ja gerade erst Weihnachten. Um keine Zeit zu verlieren, holte ich mir die Maße von der Webseite und zeichnete mir schnell eine Skizze, damit ich die Teile zusägen konnte.

Schnell die Kreis- und Tauchsäge angeschmissen und Schwupp waren die Teile fertig zugesägt.

Nun musste die Öffnung für das Display geschaffen werden. Also anzeichnen und mit der Fräse eine Öffnung zaubern, so dass das Display in die Frontplatte bündig eingelassen werden kann.

Nachdem das fertig war, wurde das Gehäuse verleimt, die Kanten mit der Fräse abgerundet und geschliffen.

Dann habe ich das Gehäuse mit Filler, weißem Lack und Klarlack lackiert. In der Zwischenzeit kamen auch die Lautsprecher und es konnten die restlichen Öffnungen in das Gehäuse eingearbeitet werden. Dieses Mal habe ich davon abgesehen, die Lautsprecher im Gehäuse zu versenken. Danach den Dämmstoff rein, Leitungen an die Lautsprecher gelötet und diese in die vorgesehenen Öffnungen geschraubt.

Für die Rückwand hatte ich einige Einbauten vorgesehen. Vor allem auch eine Lüftungsöffnung, um die Abwärme aus dem Gehäuse los zu werden.

Nun ging es an den Einbau des Innenlebens (Netzteile, Verstärker, Festplatte, Weichen) und der Verdrahtung.

Nachdem alles eingebaut war, kam der große Moment. Alles noch mal geprüft, Netzstecker rein, kurz gebetet und dann eingeschaltet. Kein Knall, die Sicherung blieb drin und überall grüne LED’s. Das sah ja schon mal ganz gut aus. Nun kam ein weiterer, großer Moment der Spannung. Kommt da nun auch ein Ton raus. Vorsichtig drehte ich das Poti auf der Verstärkerplatine auf Maximum. Kein Rauschen auf den Lautsprechern. Lautstärke auf dem Display auf 20%, eine Schweigeminute eingelegt und den ersten Titel ausgewählt. Play betätigt … und … die absolute Begeisterung setzte ein … einfach nur geil.  Glasklarer Sound, auch bei hoher Lautstärke. Und das Teil wird richtig laut und spielt verzerrungsfrei auf.

Das hätte ich so nicht erwartet. Ich spielte bestimmt erst mal 20 Titel in der Garage und meine Begeisterung wurde immer größer. Zwischenzeitlich kam auch meine Frau in die Garage, da die Musik selbst im Obergeschoss, obwohl die Türen alle geschlossen waren, deutlich zu hören war. Jetzt musste ich Rammstein für meine Frau spielen (schon in Vorbereitung auf das Konzert dieses Jahr). Auch Sie war begeistert … Puh, alles richtig gemacht.

Danach ging es an die ordentliche Verlegung der Leitungen im Gehäuse. Deckel drauf und ab damit ins Büro. Dort habe ich erst mal meine Frau rangelassen. Die Bedienung lief Ihr ohne große Erklärung von der Hand. Ob Zugriff auf Spotify oder die Musik-Bibliothek auf dem Server, kein Problem. Selbst der Connect mit dem Handy ging reibungslos von der Hand. Also auch der letzte Punkt von der Liste, der WAF- Faktor, konnte abgehakt werden. Die Sonos steht nun im Badezimmer, dort reicht sie.

Das Projekt hat insgesamt ca. 370€ gekostet. Planungszeit 2 Tage, Umsetzung 3 Tage. Ich habe für den Betrag annähernd nichts Vergleichbares gefunden. Das nächste Projekt ist schon in Planung. Ein wenig größer, vielleicht mit eingebautem Subwoofer und 10“ Display.

Einen großen Dank noch einmal an Jonas Wohlgemuth für die schnellen Antworten, die gute Beratung und die ultraschnelle Lieferung zwischen den Tagen.

Michael

Zur U_Do 2 im Online-Shop

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fahrer17

Tolle Sache, das!

Und: Sehr lustig, mein Hard- und Software-Zoo (Raspi, OMV, LibreElec etc.) sieht ähnlich aus und so eine Boombox ist GENAU das was mir schon lange fehlt! Wobei mir diese etwas zu wuchtig ist, ich hätte es da lieber etwas handlicher… (Mona/RS100 etc.).

Folgende Fragen hätte ich hier noch:

– Was unterscheidet Max2Play von Volumio/RuneAudio?

– Funktioniert die Spotify-Anbindung? Ich hatte immer das Problem, das genau das bei mir per Volumio/RuneAudio NICHT zufriedenstellend funktioniert hat (Zugriff vom Android-Smartphone auf Raspi/Volumio/RA)

– Wo und wofür genau hast Du da Kodi im Einsatz?

– Könntest Du die verbauten Komponenten (Verstärker, Netzteil dafür etc.) etwas detaillierter benennen?

Viele Grüße
fahrer17

PS: Der Werkstatttisch im Hintergrund sieht ebenfalls spitzenmäßig aus! Da ich gerade einen Raum gewonnen habe, den ich baldmöglichst zur Werkstatt ausbauen möchte, durchforste ich gerade YT diesbezüglich nach allen möglichen Inspirationen und erkenne da durchaus Ähnlichkeiten zu dem einen oder anderen Projekt 😉

Markus_oesi

Hallo Michael!

Es scheint so als hätte ich irgendwo einen mir nicht bekannten Bruder 😁
Ich hab ein sehr ähnliches Projekt mit dem Mona2.1 Set gebaut: Werkstatt Beschallung.
Mir gefällt Kodi auch sehr gut. Einf

Markus_oesi

Böses Smartphone!

Einfach in der Bedienung und super schnell. Boot zeit mit libreelec ist auch nicht schlecht. Freut mich zu sehen das es mehrere meiner “Gattung” gibt (HD+ NUC Yatse usw. 🤪)

Markus Zeller

Hallo Michael,

klasse Gerät!! Glückwunsch. Sieht echt gut aus. Ich bin auch ein Fan der Raspberry Pi. Das ist so vielseitig einsetzbar …
Dieses Forum gefällt mir immer besser. Es ist schön zu das man mit seinen Gedanken und Ideen nicht alleine da steht. Ich möchte in Zukunft mal was mit einem Raspberry und einem Beocreate durchführen.
– einen Kanal für Hoch- und Mitteltöner (mit klassischer Weiche zwischen den Treibern)
– zweiten Kanal für den Bass oder Subwoofer.
… aber das dauert noch.

Bist Du mit KODI zufrieden? Ich hatte das nur mal kurz getestet, hatte aber oft Hänger. Hab aber nicht weiter versucht da ich keine wirkliche Verwendung dafür habe.
springt der Lüfter des Verstärkers schon bei geringer Lautstärke an? Ist der hörbar?

Gruß

Markus