Neulich in Bochum – die Geburt einer Mädchenbox

Nachdem ich die Mona 2.1 fertig hatte und damit die ganze Familie mit dem Virus infiziert wurde, bin ich noch zu Udo auf die berühmte Couch gefahren. Michael war auch da. Es wurden einige Lautsprecher getestet, interessante Gespräche geführt … wie das halt bei Udo so ist.

Im Verlauf des Gesprächs sind wir dann darauf gekommen, dass meine Tochter Liane ebenfalls ein paar Lautsprecher für Ihr Zimmer sucht. Ich dachte erst an die MiniACL, aber Udo meinte: „Wenn sie die Mona erlebt hat, wird das nicht reichen.“ Teenager mit Wünschen, das waren gleich drei Probleme:  keine Kohle, kein Platz, aber viel Musik im Kopf …

Udo, völlig scharfsinnig, hat das schnell erfasst und meinte, man könnte doch ein Leserprojekt starten, eine Mädchenbox, die U-Do 9 als Basis im Gehäuse der SB 24 ACL „das müsste passen“ und „…eine Weiche basteln wir danach“ … so der Udo … „Eventuell was mit 3D-Druck …“. Und wenn das was wird „ich brauch eh mal wieder eine neue U_Do…“ .. sprach es, rannte ins Lager und schwupps hatte ich jede Menge Bauteile in der Hand, aber nur die Hälfte verstanden.

Nach einer Dienstreise wieder zu Hause angekommen, das erlebte und gehörte sortiert, alles der Tochter erzählt, mich bei Udo versichert, dass ich auch alles richtig mitbekommen hatte! Großer Fehler: Ab da kam täglich die Frage „ … wann bauen wir denn …“ Also den PC angeworfen und angefangen zu planen:

Ein Wort der Warnung:
FOLGENDE BILDER KÖNNEN VERSTÖREND WIRKEN … für die hartgesottenen unter den Selbstbauern!!

Erst mal die Dimensionen des Gehäuses. Eigentliche sollte es Vollgehrung werden, aber traute ich mir beim 2. Projekt noch nicht zu. Meine Kreissäge muss auch noch auf Herz und Nieren geprüft werden, bevor es an solche Aufgaben geht. Bei der Anordnung der Chassis im D’Appolito-Design kam ich mit der angestrebten Trennfrequenz nicht hin. Kurz Udo gefragt. Schnelle Antwort: „das ist eher blanke Theorie… mach mal“

Gehäuse fertig konstruiert. Nun die 3D-Druckteile. Dazu hab ich einen Entwurf gemacht, den meine Tochter aber doof fand. Sie hat dann ein eigenes Design umgesetzt.

Beide Teile 1x zur Probe gedruckt .. und siehe Da: Sie hatte Recht.

Noch ein paar einstellbare Füße konstruiert, ein Logo und die Anbindung für den Bassreflexkanal, alle Zeichnungen zu Udo geschickt. Zurück kam: „… das ist doch mal ein perfekter Mädchen-Lautsprecher, der mir ausgesprochen gut gefällt 🙂 Bau los, ich freu mich auf das Leserprojekt.“

Also los … Holz besorgen, die Kreissäge anschmeißen, die Oberfräse reaktivieren … Verdammt kein Fräszirkel. Glück, wer einen 3D-Drucker hat. Was gemalt, ausgedruckt … geht doch. Dauerte 3 Stunden, ist flexibel und arbeitet hervorragend … wenn auch nur für die Ausschnitte und das Terminal.

Das Sägen hat lange gedauert und Liane musste ordentlich helfen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich die Säge dringend einstellen muss … diese doofe Ungeduld…. hat einige Bretter Verschnitt ergeben. Danach wurde verleimt.

Währenddessen die 3D-Drucker gestartet und gehofft, dass alles passt. Das Ganze hat sich über 3 Tage gezogen.

Endlich fertig, die Gehäuse geschliffen und in voller Pracht, bestückt mit den Chassis, vor uns stehend, das Werk betrachtet.

… die Farbwahl stand an. Pink war ja schon gesetzt und ließ sich auch nicht wegdiskutieren. Was ich noch einbringen durfte, war die graue Vorderseite. Nach langer Diskussion durfte ich die Rückseite auch in grau ausführen.

Ab zum Baumarkt, um Folie zu besorgen. Was wir dort gefunden haben, seht Ihr auf dem nächsten Bild.

Nochmal zur Warnung: bis jetzt waren es nur Renderbilder .. jetzt wird es ernst!

Liane hat sich richtig Mühe gegeben, die Folie sauber zu kleben. Das Problem: Ich hatte die Gehäuse zwar rundum glatt geschliffen, aber nicht nochmal feucht abgewischt und das Holz nachquellen lassen. Nach dem Kleben ging es dann los … man konnte zugucken, wie die Stoßkanten unter der Folie anfingen, hoch zu kommen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich ungeduldig bin?

Naja, ist nun so. Nach dem Folieren noch die gedruckten Bauteile auf das Gehäuse geklebt und Udo Bescheid gegeben, dass wir so weit sind. Er meinte, wenn ich das nächste Mal vorbei fahren würde, soll ich die Schätze mitbringen und die Weiche wird dann eingemessen.

Bis zum nächsten Mal warten? Das ging gar nicht. Tochter rum gequengelt, bis wir einen Termin bei Udo ausgemacht haben, die Mädchenbox in den Kofferraum und ab nach Bochum … mit Tochter!

Es saß schon jemand auf der Couch zu einer Hörprobe. An dieser Stelle: Sorry, dass wir so da reingeplatzt sind!! Wir haben die Mädchenbox erst mal abgestellt und verwunderte Blicke geerntet. Da die Hörprobe schon im vollen Gange war, haben wir Lianes Boxen Boxen sein lassen und uns auf der Couch dazu gesellt. Wie immer waren Udo‘s Kreationen ein Hochgenuss.

Zwischenzeitlich kam noch jemand aus Köln dazu. Natürlich kam auch noch die Duetta Top aktiv dran … was für ein Hammer!!! Lecker!!! Ist halt Top-Level.

Aber mal weiter im Text. Der Abend war echt super … Danke Udo. Und wir sind später zurück als geplant. Liane war voll begeistert und hat die ganze Rückfahrt und die Tage darauf nur von der Hörprobe und der Duetta gesprochen. Das wiederum hat meinen Sohn neidisch gemacht …

Jetzt hieß es, erst mal auf Udo’s Fertigmeldung warten. Die Ungeduld war natürlich wieder größer als nötig und so kam es, dass ich Udo mal wieder angeschrieben habe. Er meinte, ich soll in der kommenden Woche kommen. Er schaffe das am WE und erwarte keine Problem. Schläft der Mann auch mal …

Ja, er schläft auch manchmal, genauer gesagt sogar regelmäßig, wenn die Arbeit erledigt ist. Vorher ist aber genug Zeit für die Weichenentwicklung und die Messungen. Hier sind sie:

Und wieder nach Bochum … Der große Tag … Abholen … Diesmal wurde das Auto ziemlich voll. Liane musste ja eh mit und mein Sohn wollte nun auch endlich mal Udos’s Laden sehen. Er ist schließlich Schuld daran, dass die Familie dem DIY-LS-Wahn verfallen ist.

Als wir dort ankamen, war der Laden ganz schön voll. Eine Hörprobe mit ganz vielen, ganz lieben Menschen, ich glaube aus Hamburg, war zugange. Wir setzten uns dazu und wollten eigentlich leise sein, mithören und warten, bis wie an der Reihe sind.

Die Mädchenbox fiel optisch schon ganz schön aus der Reihe, woraus aber nix wurde. Schnell kam man auf das Thema 3D-Druck, das Design der Füße und die gewagte Farbe. Dann ging es aber erst einmal weiter mit der SB 24 ACL. Was für ein Ohrenschmaus. Bis jetzt mein persönlicher Favorit (… für die Zukunft). Es wurden viele schöne Lieder gehört, wie z.B. Ulla Mainecke “Die Tänzerin”, die wir uns auch direkt in unserer Sammlung eingepflegt haben. Ich habe versucht, Liane zu erklären, dass sie diesen Klang nicht erwarten muss … da liegen einige Euro zwischen… aber so vernünftig war sie dann doch schon von selbst. Julian war auch hin und weg und hat alles aufgesogen.

Dann kam die Mädchenbox an die Reihe. Was für ein Moment. Welch eine Spannung …

Udo hat dann auf Wunsch was von Krude und Dorfmeister aufgelegt Huch, was war dass denn? Wo kommt das Bassfundament her? Das sind doch nur 4 Zöller … zur Sicherheit nochmal gefragt, ob es wirklich die Mädchenbox ist … Ja … Kann der Udo die Physik aushebeln?

Danach wurden einige Lieder gehört, die auch die SB 24 ACL zum Besten gegeben hat. Klar: der Unterschied ist deutlich wahrnehmbar. Aber wir waren begeistert von der Performance dieser … nun ja … bunten Spargel, die wir ja selbst gebaut hatten. Unter anderem haben wir noch Patricia Barber’s “Summertime” in der live Fassung gehört … diese Räumlichkeit!! Der Eindruck, mitten in der Kneipe zu stehen!! … Klasse!! Udo spielte dann noch “Caught Out In The Rain” von Beth Hart … da war alles klar: Projekt gelungen!!

Zwischenzeitlich kam noch Sparky in den Laden – er hat die Plattenwaschmaschine und einiges andere gebaut – und wir haben über die Zeit geredet, als es noch keine CD’s, MP3 und Smartphones gab. Da hat Udo kurzer Hand die Mädchenbox noch mit dem Plattenspieler beschickt. Mann o Mann .. das waren tolle Klänge!! Keine Ahnung, was da lief … aber so warm und schön!!!

Auch der schönste Abend geht mal zu Ende. Julian ist fast sitzend eingeschlafen und wir mussten ja noch eine gute Strecke bis nach Hause fahren. Also alles eingepackt. Liane Stolz wie Oscar.

P.S. Es war schon beeindruckend, wie Udo und seine Gäste die Kinder mit einbezogen haben. Liane und Julian waren vollkommen begeistert!!

Am gleichen Abend, zu Hause angekommen, wurden die Schätze erst mal im Wohnzimmer aufgebaut und angeschlossen. Trotz der späten Stunde wurde alles der Mama vorgeführt und voller Stolz von dem großartigen Abend erzählt. Es wurde lange und viel gehört, bis die Kids dann doch mal ins Bett mussten. Schließlich war am darauf folgenden Tag Schule.

Gut für Papa. Ich konnte die Lautsprecher am Morgen nochmal allein genießen und hab Krude und Dorfmeister die Couch gerade rücken lassen. Das Wohnzimmer ist deutlich kleiner als Udo’s Laden … das merkt man deutlich. Schon fast zu viel des Guten ??.

Ich musste dann aber auch was Arbeiten. Also die beiden ins Arbeitszimmer gepackt und mich von Ihnen statt der Mona berieseln lassen. Das können die ganz gut! Nichts nervt, nichts ist unangenehm. Der Bass ist auch bei Arbeitszimmer tauglicher Lautstärke ein Traum.

Nachmittags nach der Schule war es dann vorbei. Die Spargel kamen an Ihren endgültigen Platz in Lianes Zimmer.

Sie hört mehr Rap und R&B oder halt die Charts. Die Mädchenbox ist wie genau dafür gebaut. Wahnsinn. Der Bass ist echt enorm und muss sogar eher etwas runter geregelt werden. Stimmen werden sehr schön wiedergegeben. Die Bühne ist schön gestaffelt .. Toll! Und dabei wird sie aktuell von einem Chinakracher beschickt. Verstärker kommt …

Auch an Lianes Geburtstag hat die Mädchenbox viele Komplimente von Ihren Freunden geerntet. Hierbei konnten die Lautsprecher unter Beweis stellen, dass auch höhere Pegel gut zu ihnen stehen. Sehr zum Leidwesen der Eltern 😉

Danke Udo. Du hast durch Deine Initiative unser Haus um ein Paar großartige Lautsprecher und stolze Halbstarke erweitert. Das ganze Projekt in all seinen Phasen hat sehr viel Spaß gemacht!!! Ob es denn die U_Do 17 wird?

Liane und Markus

Zur U_Do 17 – die Mädchenbox im Online-Shop

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Kaditzjaner

Schönes Projekt. Ich hab rein zufällig auch vor 1 Monat meine 9er ACL fertiggestellt. Selbe Weiche und Bauart. Das mit dem Ton und dem Bass unterstreiche ich gern doppelt. Das aktuelle Rammsteinalbum macht damit sehr viel Spass. Aber auch Klassik oder Balladen gehen damit sehr gut. Ich wünsch Deiner Tochter viel Spass und Dir gute Nerven 😉

MartinK

Hallo Ihr 2. Das nenne ich mal einen mutigen Entwurf. Aber: Ziel erreicht! Als bekennender ACL Fan und die 9er ACL in eigenem Gehäuse schon gehabt, weiß ich genau, was Eure Begeisterung auslöst. Mir geht es genau so.
Ich wünsche Euch weiterhin viel Spaß mit den tollen Teilen.
Liebe Grüße Martin

Matthias (DA)

Verstörte Grüße 😂 immer wieder genial was du so durch die Düse drückst! Glückwunsch und immer gut Ton der Tochter