Mai 13 2017

SB 18 und SB 29 BR, die Hifi-Möbel

Hallo ihr Freunde des Selbstbaus,

lang, lang ist es her, dass ich die SB36 gebaut habe. Am Ende des Projektes kam dann der Wunsch nach neuen Hifi-Möbeln auf. Seinerzeit sah das so aus:

Mit den neuen Möbeln sollte auch ein neuer Center und ein Subwoofer hinzukommen. Das Ganze sollte weniger klobig wie die alte Lösung sein und – na klar – aus Vollholz.

Ich weiß nicht, wie viele Konzepte ich entwickelt und wieder verworfen habe, immerhin konnte ich zwischendurch schon mal die Bausätze und das Bassmodul anschaffen. Als Center eine SB18 und als Sub den SB29 in der BR Version. Als Bassmodul konnte ich günstig im Ausverkauf ein Detonation DT80 erwerben.

Nach langem Hin und Her stand schließlich das Konzept. Als ich dann im März entdeckte, dass mein Stammbaumarkt nach langer Zeit auch wieder Leimholz Kiefer im Angebot hat, konnte ich nicht länger warten.

Das Holz hat die Qualität „Naturwuchs“. Viele Äste, Harzgallen, etc. und es ist auch noch relativ frisch. Die Äste machen optisch nichts aus, im Gegenteil. Durch sie ist die Optik nicht so langweilig. Was Probleme bereiten könnte, ist die Frische des Holzes. Normal müsste man solch ein Holz erst einmal für eine gewisse Zeit ablagern, insbesondere wenn man Gehäuse daraus bauen möchte. Das Holz arbeitet noch recht heftig und das kann zu Rissen und zu platzenden Leimfugen führen. Aber ich bin das Risiko eingegangen.

Die Lösung, die ich mir für den Sub ausgedacht hatte, machte einen Reflexkanal schwierig. Ein Rohr sollte her. Auch schwierig. Ein passendes BR Rohr sucht man im Hifi-Zubehör vergebens. Fündig wurde ich Internet. Ein DN90-Rohr dessen Öffnung nur 0,5 qcm mehr Fläche als der Kanal aus Udos Bauvorschlag hat. Ein solches Rohr ist, wie ich feststellen musste, bei den Händlern nicht unbedingt Standartware. Aber es gibt ja die bekannten Onlinekaufhäuser, bei denen man fast alles bekommt.

Der Einfachheit halber habe ich Center und Sub in ein Gehäuse gebaut, in dem die SB 18 selbstverständlich ihr abgetrenntes, eigenes Volumen hat. Das Gehäuse habe ich quick und dirty aus 19er Spanplatte zusammengeschraubt und anschließend mit 4mm Kork beklebt. Die Schallwand wurde mit Leimholz Kiefer aufgedoppelt. Der Kompromiss in Sachen WAF ist, dieses klobige Teil in einem Lowboard verschwinden zu lassen. Das Lowboard habe ich dann drum herum gebaut. Den Bau des Lowboards im Bastelkeller habe ich nicht fotografisch festgehalten. Dafür aber die Endmontage im Wohnzimmer, bei der man auch alles sieht.


Die Schubladen sind so bemessen, dass dort 3 CD Hüllen oder 2 DVD Hüllen nebeneinander reinpassen. Hinter der Tür wird sich der wichtigste Teil der Plattensammlung verstecken. Die Schallwand des Subgehäuses hat keinen Kontakt zu den anderen Möbelteilen. Beim restlichen Gehäuse sorgt der Kork für Dämpfung. Auch ist das Gehäuse natürlich nicht mit den anderen Teilen verschraubt. Als Eckverbindungen dienen Flachdübel, die hier (a) wegen des nötigen Transportes und (b) mangels ausreichend langer Zwingen nicht verleimt, sondern lediglich mit Winkeln verschraubt sind. Als Finish wurde das Holz zweimal mit Hartwachsöl behandelt und anschließend mit pastösem Antikwachs seidenmatt aufpoliert.

Das zweite Möbelstück ist ein abschließbares Rack, ebenfalls aus Leimholz Kiefer mit Flachdübeln zusammengebaut, jedoch komplett verleimt. Das Besondere dieser Konstruktion ist eine Drehschiebetür, die man zum Musikhören im Rack versenken kann.              

Komplett mit TV und den SB36, allerdings noch ohne Deko sieht das jetzt so aus. Gebaut wurde das Ganze nur mit Handmaschinen. Stehend freihändig auf einem alten Küchenschrank …

Wie man unschwer erkennen kann, ist das Fichtenholz, mit dem ich die SB36 gebaut habe, nur wenig nachgedunkelt. Hier ist auch ein neues Gehäuse geplant. Ebenfalls aus Vollholz, jedoch in Buche, welche dann in einem Braunton ähnlich der SB36 gefärbt wird. Aber das dauert noch. Die Buche muss noch etwas ablagern.

Dass sich die SB18 als Center mit der SB36 gut verträgt ist klar. Beim Sub hatte ich aber mit erheblichen Raummoden gerechnet. Jedoch gibt es in dieser Beziehung in der Grundeinstellung des Bassmoduls keine Probleme. Also auch der Sub fügt sich harmonisch ein (Trennung bei 90 Hz)

Als erstes ließ ich Raumschiffe und Düsenjäger durch’s Wohnzimmer fliegen – Independence Day – großes Kino mit bekannt „großen“ Lautsprechern.

Grüße von der Ostseeküste

Bärchen/Volker

 

Zur SB 18 ADW im Online-Shop
Zum SB 29 BR im Online-Shop

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5 Kommentare auf "SB 18 und SB 29 BR, die Hifi-Möbel"

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Elvis3000
Mitglied

Hi Volker,
Stimmige Sache hast du da abgeliefert. Kompakt, stimmig und vorallem DIY.
Bei eingebauen LS ins Mobiliar, habe ich immer bedenken, das sich der zusätzliche Resonanzraum negativ auswirkt. Bei dir ist ja rechts und links noch ordentlich ” Volumen ” dran. Aber wenn du sagst das sich das nicht negativ auswirkt.
good job

Ciao Udo

Sparky
Mitglied

Guten Abend,

Maßgeschneiderte Klangmöbel, super! 🙂
Auch wenn Nadelholz nicht so das meine ist (Kindheitstrauma, da bestand gefühlt alles aus Fichte oder Kiefer), finde ich maß-geschreinertes Mobiliar klasse. Wo sonst bekommt man ein exakt passendes Möbelstück im Holzton nach Wunsch?
(Bzgl. neues Kleid SB36: Ich mag Buche ebenfalls gerne, ein schönes Holz, daraus besteht das ganze Wohnzimmer)

Gruß,
-Sparky

Axel Hurow
Mitglied

Hallo Volker,
die Lösung, Sub und Center in einem Gehäuse unterzubringen ist wirklich gut und so naheliegend, dass ich wahrscheinlich nie von alleine darauf gekommen wäre…Respekt!

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