Axels SB 30 ACL – eigentlich die erste

Erst einmal möchte ich mich bei dieser netten Gemeinschaft bedanken. Ohne eure Bauberichte hätte ich vermutlich nie selber Lautsprecher gebaut. Wie kam ich auf Selbstbau? Nun, ich habe ein altes Radio aus den 70igern geschenkt bekommen ohne Lautsprecher. Also dachte ich mir, mache ich mal ne Holzkiste und bastel mir da Breitbänder rein.

Um mir per Internet Infos zu beschaffen, wie man das am besten anfängt, bin ich hier auf der Seite von Udo gelandet. Sehr interessant hier. Also viel gelesen und die Kisten gebaut. Ohne Weiche, nur bisserl Dämmung rein und gut ist. Sollte fürs Esszimmer reichen. Hat Spaß gemacht. So wurde ich hier zum Dauerleser.

Durch das Lesen hier beschloss ich nun doch, mir endlich mal vernünftige Lautsprecher zu bauen. Nur entscheiden konnte ich mich einfach nicht. Also habe ich im Oktober des letzten Jahres einen Tag genutzt, um ins Hörstudio von Udo zu fahren und ein paar seiner Kreationen anzuhören.

Da stand ich nun vor dem Laden und dachte kurz: „Bin ich hier richtig?“ Ja war ich. Sehr nette Begrüßung von Udo und ein sehr kurzweiliger Nachmittag, der bis zu seinem Feierabend dauerte. Ich brauchte ja nur entscheiden, ob ich Einsteiger oder SB Bluesklasse nehme …

Ich empfehle jedem, der plant, Lautsprecher zu bauen, einen Besuch bei Udo wahrzunehmen.

Meine Vorauswahl durch Lesen war U_do 6 oder SB 30 STC, da ich auf jeden Fall D‘Appo wollte. Gehört habe ich SB12 ACL und SB36, beides Super Lautsprecher. SB12 dachte ich könnte zu klein sein für mein Wohnzimmer und SB36 war mir zu mächtig. Auch wenn wir viel darüber gesprochen haben, dass ich den Aufbau anders gestalten kann. Also SB30 Bausatz mitgenommen.

War die richtige Entscheidung. Beim Holzhändler den Zuschnitt bestellt (18mm Birke Multiplex) und die Wartezeit mit Weichenbau verbracht.

Was will mir dieser Strickmusterplan denn wohl sagen? Udo hatte es mir schon kurz im Laden erklärt, aber ich war so ungeduldig und aufgeregt, dass ich erst mal lange da gesessen bin und überlegt habe, was ich da zusammen löten soll. Habe mir dann alles so zurechtgelegt, wie ich meinte, es passt und ein Bild gemacht. Abends per Mail an Udo geschickt und extrem kurze Zeit später bekam ich schon das OK. Super Service! Das ist unglaublich, wie toll Udo seine Kunden betreut. Leider ist das ja in unserem Lande nur noch selten anzutreffen. Ein Grund mehr, Kunde bei Udo zu werden und zu bleiben.

Um es vorweg zu nehmen … ja … ich habe die Gehäuse 2mal gebaut.

Endlich konnte ich meinen Zuschnitt abholen und mich an die Arbeit machen. Also schnell die Bretter zusammen geleimt und die Ausschnitte angezeichnet. Discounter Oberfräse klar gemacht und die mitgelieferten Fräser genutzt.

Ging zwar, aber war nicht so dolle. Die Billigteile waren recht schnell stumpf. Ich wollte mir ja keine Fräser kaufen, die teurer sind als das ganze Gerät … Manche Fehler muss man machen ….

Entsprechend hatte ich natürlich auch keinen Bündigfräser, wozu auch. Ich habe ja einen Excenterschleifer, der wird die Kanten schon richten. Hat er auch.

Schon mal Multiplex lange genug geschliffen? Richtig, da geht dann so eine Schicht schnell flöten und die Zwischenplatte kommt hübsch durch. Meine Ungeduld sagte mir: Egal, wird schon nicht auffallen.

Beim Fräsen des Ausschnitts für den Hochtöner wohl auch noch Staub auf der Brille gehabt, ist etwas zu groß geworden.

Egal, ich will jetzt langsam hören, was da raus kommt. Mach ich später noch mal neu. Das Fräsen des Reflexkanals ist mit bereits aufgeklebter Front und meinen heimischen Möglichkeiten im Esszimmer auch nur fast Frei Hand zu machen. So sieht das dann auch aus.

Aber ich mach ja später noch mal neu. Erst mal anhören und dann entscheiden. Klang hat mir gut gefallen. Also mir Gedanken gemacht, was ich beim nächsten Gehäuse anders machen werde. Ein wenig rumgekrickelt und was denkt ihr?

Richtig….. neue Zuschnitte bestellt. Ein Paar Kabel und Bassreflexrohre bei Udo geordert. Bündigfräser und Nutfräser bestellt!

Auf ein Neues und mit mehr Geduld

Diesmal das Gehäuse anders aufgebaut. Front aufgesetzt, Boden und Rückwand eingesetzt, Deckel auf-/eingesetzt? Was soll das sein? Den Deckel habe ich an den Seiten 14mm tief und 20mm breit ausgefräst. Ich wollte nicht die dicken Kanten von der Seite sehen und so hatte ich nur eine 4mm dünne sichtbare Kante und keine Kanten bei Draufsicht. Zwei Teststücke brauchte ich, bis ich den Dreh raus hatte. Der neue Fräser machte es mir übrigens leicht.

Da ich beim ersten Gehäuse keine Versteifungsbrettchen eingeklebt habe, wollte ich das diesmal besser machen. Ich hatte ja die SB12 ACL gehört und wollte das dann auch nach dem ACL Prinzip machen. Nachdem ich die Brettchen eingeklebt hatte, kam hier der Fred zum ACL Prinzip auf. Demnach hatte ich das gar nicht so falsch gemacht, funktioniert! Der Bass klingt etwas tiefer und straffer/ konturierter.

Und für Nachbauwillige hier eine Zeichnung. Erstellt mit einem Malprogramm, da ich keine Ahnung von CAD habe.

Ausschnitte habe ich diesmal vor dem Aufkleben der Front gemacht, auch wenn ich keine Reflexkanäle machen musste. Hier mal die Ansicht. Die Fronten liegen nur Probe. Gut sichtbar, dass es keine Ausfransungen gibt. Scharfe Fräser halt.

Die Oberfläche habe ich nur geschliffen und einmal dünn Leinöl mit einem Lappen aufgetragen. Beim ersten Gehäuse habe ich das 3 mal mit Pinsel gemacht und das Ergebnis war mir dann eindeutig zu gelblich. Ich mag es hell und so matt, passt besser zu dem Rest. Um das Ganze mal ein wenig abzukürzen, hier das Endergebnis.

Ich kann den Klang nicht so gut beschreiben, wie es einige in ihren Berichten hier so schön gemacht haben. Aber ich kann mittlerweile etwas mit Bühne , Breite und Tiefe anfangen. Ich bin total begeistert. Mit geschlossenen Augen gewinne ich tatsächlich den Eindruck als würde alles live in meinem Wohnzimmer passieren. Wie herrlich eine Sinfonie klingt, was man da alles hört, wo die Musiker stehen bzw. sitzen. Ein Klavier z.B. hört sich an, als würde es mitten im Raum stehen. Alles klingt so völlig losgelöst von den Lautsprechern, als wären die gar nicht vorhanden. Ich bin Fasziniert und habe wieder viel Freude an der Musik gewonnen.

Abgespielt wird über einen Raspberry mit Hifiberry DAC + Pro an einem Luxman L210. Den habe ich von einem Sammler gekauft um meinen Onkyo A9010 abzulösen. Der war mir in den Höhen einfach zu spitz und nicht so natürlich. Das macht der Luxman um einiges besser. Meine CD‘s habe ich als Flac auf einer SSD Festplatte die am Raspi hängt.

Mein Dank gilt Udo für seine tollen Bausätze und dem ganz hervorragenden Service, sowie den Lesern, die bis hierhin durchgehalten haben.

Grüße aus dem Sauerland
Axel

Zur SB 30 ACL im Online-Shop

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offenesauge

Hallo Axel,

bin immer ganz erfreut, wenn sich auch jemand für die SB30 entschieden hat. Mir ging es in vielen Details (wenn auch mit älteren Bauversuchen) genauso wie Dir, danke für diese sehr ehrliche Seite des Boxenbaus.
Ich denke auch, dass die SB30 ein ganz spezieller Lautsprecher sind, ich habe kaum eine Mittel-Hochtonkombi gehört, die derartig stimmig ist. Mein Neffe hat die SB240, da finde ich die Auflösung, die Plastizität des Klangbilds nicht so packend wie bei meinen Babies.
Mir macht es weiterhin Spaß, meine Musiksammlung immer wieder neu zu entdecken.
Herzlich,
Andi

Yoga

Grüß Dich Axel,
da ich die SB30ACL selbst gebaut und gehört habe, kann ich Deine Eindrücke nachvollziehen. Es handelt sich meiner Meinung nach um einen vollwertigen und langzeittauglich hörbaren Lautsprecher, der keine Ambitionen hat zu nerven. Deinen Bericht finde ich interessant, weil er in einigen Situationen das spiegelt, was ich selbst durchgemacht habe. Zum Beispiel das schleifen von MPX. Schleift man zu viel hat man die Struktur. Ich fand das aber nicht ganz so schlimm und habe es so gelassen und nur geölt. Jetzt sieht es so aus, als wenn es so gehört.
Wenn Du die SB30ACL noch mit Udos Gummifüssen ausrüstest und ein wenig von der Wand stellst, wirst Du wieder einen kleinen Aha-Effekt haben, was die Tiefenstaffelung angeht. Das schöne an unserem Hobby ist die Tatsache, dass man einfach probieren kann.
Du wirst in den nächsten Wochen viel Spaß mit der SB30ACL haben, das kann ich Dir versprechen.
Ich wünsch Dir noch einen schönen Restsonntag. Wenn es im Sauerland genauso bescheidenes Wetter ist wie im Bergischen Land weiß ich, was Du tust. Viel Spaß

LG aus dem bergischen Land
Yoga

Udo Wohlgemuth

Hallo Yoga,

nur zur Orientierung und Erklärung des Titels: Axel hat seine SB 30 ACL schon Anfang 2018 gebaut. Sein Bericht musste recht lang im Ordner ausharren, weil es zu viel anderes zu berichten gab. Das sei auch der Trost für viele andere Leserecho-Schreiber, die bisher vergeblich auf die Veröffentlichung warten. Ohne sie wär die eigentlich nie angestrebte, aber mittlerweile traditionelle Sonntagslektüre nicht möglich.

Gruß Udo