MiniACL ganz einfach

Nachdem ich mir einen neuen PC Arbeitsplatz eingerichtet hatte und ich am PC gerne Musik höre, stellte sich die Frage nach einer brauchbaren Lautsprecherlösung. Sogleich hatte ich das Internet bemüht, um nach einer passenden Fertiglösung zu suchen. Vorab muss man wissen, dass ich eine ausgeprägte Affinität für Holz habe. Somit konnte ich an den schnöden Kunststoffwürfeln der großen PC-Zubehörlieferanten wenig Gefallen finden. Vermutlich können diese auch klanglich nicht punkten.

Da mich der Eigenbau von Lautsprechern schon lange reizte, bemühte ich die Internetsuche in diese Richtung und stieß auf „www.acoustic-design-magazin.de“ und die miniACL. Die Entscheidung war in wenigen Minuten gefallen, dies schien genau die richtige Lösung für meinen Schreibtisch.

Was brauchte ich dafür?

Lautsprecherbausatz „miniACL“ von Acoustic Design Online
Multiplexplatte Birke 1500x500mm
Auro Arbeitsplattenöl
Ponal Holzleim
Verstärker „Nobsound NS-10G PRO Hi-Fi DSP“
ein altes Notebooknetzteil (Stromversorgung Verstärker)
1,5mm2 Lautsprecherkabel

Zuschnitt

Die einzelnen Bauteile wurden, entsprechend Bauplan, auf der Formatkreissäge auf Maß gebracht. Hier muss unbedingt auf plane Schnittkanten und exakte 90° Winkel der Bauteile geachtet werden. Nur so ist ein exaktes Ergebnis nach der Verleimung zu erwarten. Die 45° Phase an den Lautsprecherfronten wurde auch gleich angebracht.

Fräsen

Im zweiten Arbeitsschritt wurden die Fräsungen an der Gehäuserückwand und -front angebracht. Hierzu hatte ich mir aus einer ca. 10mm Buchensperrholzplatte eine Schablone für die Oberfräse gebaut. Einfach mit Kreissägebohrern einige verschiedene Löcher auf der Sperrholzplatte platzieren. Durch verschieden große Nutenfräser waren die passenden Gehäusefräsungen für Lautsprecher, Bassreflexrohr und Anschlussterminal recht schnell zu ermitteln. Meiner Erfahrung nach reicht die Genauigkeit auf ein paar zehntel Millimeter hin und her. An der Oberfräse wurde der Anlaufring montiert und die Aussparungen mit dem Tiefenanschlag der Oberfräse, in Schritten von jeweils einigen Millimetern, aus den Multiplexplatten gefräst.

Verleimung

Auf die Seitenteile habe ich die Positionierung der Teilungen aufgezeichnet. Mit Holzleim wurden alle Teile miteinander verklebt und durch Anbringen einiger Schraubzwingen über Nacht gepresst.

Schleifen

Nach der Verleimung wurden die Gehäuse mit einem Exzenterschleifer von grob nach fein bis Körnung 180 verschliffen. Die Aussparungen wurden von Hand etwas angefast.

Oberflächenbehandlung

Die schöne Maserung der Holzoberfläche und die interessante Optik der Multiplex Schnittkanten sollte hervorgehoben werden. Hierzu öle ich das Holz immer gerne, was dem Holz einen „anfeuernden“ Look verleiht. Es bleibt also nicht hell, sondern bekommt eine leicht gelblich-rötliche matte Oberfläche. Auro Arbeitsplattenöl ist gut aufzutragen und bei nicht allzu belasteten Oberflächen (Lautsprecher) reicht meiner Meinung nach eine einmalige Anwendung. Das Öl war vorhanden, alternativ geht sicher auch Leinöl aus dem Supermarkt (kostet nur ein paar Euro).

Abschlussmontage

Um das Verrutschen der Lautsprecher zu vermeiden, wurden an der Unterseite Korkpads aufgeklebt.

Jetzt noch die Löcher für die Lautsprecher und das Terminal vorgebohrt, alles verlötet, Dämmwatte in die erste Kammer und alles zusammengeschraubt. Das Bassreflexrohr habe ich ungekürzt verbaut. Alles hat perfekt gepasst.

Aufstellung

Zur Stereobeschallung hatte ich bezüglich der Aufstellung mal etwas von dem „Stereodreieck“ gehört und die Lautsprecher so aufgestellt. Die beiden Lautsprecher und der Zuhörer bilden ein Dreieck mit drei gleich langen Seiten. In der Mitte unter dem Monitor habe ich den Noobsound Digitalverstärker auf einem Aluwinkel platziert. Dieser wird über Bluetooth mit dem Abspielmaterial versorgt.

Klang

Ich bin kein Hifi Experte oder Enthusiast, versuche aber dennoch mein Hörerlebnis zu schildern. Zuerst hatte ich den Verstärker per Kabel an dem Line-out meines Macminis angeschlossen. Die Lautsprecher gaben ein deutlich wahrnehmbares Grundrauschen von sich. Also habe ich den Verstärker per Bluetooth Verbindung gepairt und das Rauschen war weg!

Jetzt konnte das Probehören beginnen und sollte erst zwei Stunden später enden. Klare Höhen, knackige Bässe und eine detaillierte Stimmwiedergabe. Die Lautsprecher sind nicht zu orten und ich habe oft das Gefühl, die Musik spielt genau vor mir auf dem Monitor. Beeindruckend! Absolut klasse, was so kleine Breitbänder für einen Klang auf meinen Schreibtisch bringen. Die Kombination mit dem kleinen, sehr günstigen Verstärker hält die Gesamtkosten überschaubar. Mehr braucht es am Schreibtisch wirklich nicht!

Paul (Biker)

Zur MiniACL im Online-Shop

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MartinK

Moin. Wenn das so weitergeht, finde ich irgendwann doch noch Gefallen an Multiplex.
Hier kurz und effektiv verwendet. In kleinem Raum können die Dinger richtig erwachsen klingen.
@Bauerwilkins: Metaller z.B. arbeiten gerne auch bei Holz mit Zehnteln….
Gruß Martin

shamanic

Hallo Paul,

ich habe die kleinen Scheisserchen für meine Tochter gebaut. Und ich bin immer noch ganz hin und weg bzgl. ihren Qualitäten. Die niedlichen Breitbänder sind eine Wohltat für “Plastikwürfel” geplagte Ohren aus dem Fertigsegment.

Ich kann die MiniACL nur wärmstens empfehlen für artgerechte Anwendungen in Küche, Kinderzimmer, Büro, usw…

Unschlagbar im Preis/Leistungsverhältnis…

Greez
Shamanic

bauerwilkins

Wohl dem, der auf wenige Zehntel-Milimeter genaue Kreisausschnitte mit einem improvisierten Fräszirkel fräsen kann 🙂

Hesse

Moin.

Fräszirkel? Was ist denn wieder für ein neumodischer Kram.

Shit, wo sind denn hier die Smileys?

Schöne Woche an alle.

KH

LianenSchwinger

Hallo Paul,
klassisches Multiplex geölt ist immer wieder schön anzusehen.
Mini ACL war mein Einstieg in den Lautsprecherbau. Sie stehen bei mir auch auf dem Schreibtisch an quasi dem gleichen China-Amp 😀
Es ist schon verblüffend welch guten Klang sie hervorbringen.
Viel Spaß mit Deinen Minis. Bin gespannt wie lange es bis zum nächsten Projekt dauert. 😉
Gruß Jörg