Aller Anfang ist schwer – die MiniACL als Testobjekt

Ein Baubericht wäre schön, schrieb Udo mit der Versandmitteilung zum Mini ACL Bausatz …. aber, wie konnte es überhaupt soweit kommen?

Ich habe absolut keine Erinnerung mehr daran, wie ich auf diese Seiten bzw. die Seiten des Shops gelangte, aber eins ist sicher: das Hohelied auf die Entwicklungen von Udo wird hier laut und deutlich gesungen und da ich mich schon geraume Zeit mit dem Gedanken anfreundete, meine „alten“ Lautsprecher gegen hoffentlich Besseres zu tauschen, fing ich an zu lesen. Und las weiter, las quer, habe mal probeweise eine K&T gekauft und noch mehr Theorie lesend in mich reingeschaufelt. Aber, wie sagt man so schön: alle Theorie ist grau und es musste ein Probeobjekt her. Klar, man könnte „mal eben“ nach Bochum fahren, aber das ist der Plan für den nächsten Urlaub.

Glücklicherweise war mein Erstgeborener mit seinem Bluetooth „Krawallwürfel“ angesichts seiner musikalischen Vorlieben nicht mehr so richtig glücklich. Was liegt also näher, als dem Jungen mal die ersten Lautsprecher auf den Schreibtisch zu stellen und daran, so ganz nebenbei, sowohl das Hohelied als auch die die eigenen handwerklichen Fähigkeiten zu prüfen? Genau, nichts… nur so viel sei vorweggenommen, das Hohelied passt, die handwerklichen Fähigkeiten, nun gut ….. . Also, flugs den Bausatz bestellt, den kleinen Verstärker chinesischer Herkunft dazu und natürlich in Ermangelung einer Oberfräse die Fronten auch gleich geordert.

Behilflich bei den ersten Schnitten war ein Holzhandel, der immerhin 2/3 der genauen Schnitte in Sperrholz (12 mm) passend hinbekommen hat, und so lagen drei (später zwei) längliche Brettchen in meinem Schuppen und harrten auf meine Bemühungen an der Handkreissäge. Zugegeben, mit einer schienengeführten Säge kann man schon recht genau sägen. Besser geht es jedoch mit einem „selbstgefrickelten“ Tisch mit Anschlägen, so dass das Ganze auch reproduzierbar wird. Und nein, den habe ich mir nicht selbst ausgedacht, es gibt diverse Anleitungen dazu im Netz…

Und das ist das Ergebnis, mache aus drei (später 2) länglichen Brettern ganz viele kleine Brettchen:

Im Hintergrund ist auf dem Bänkchen das fehlende Drittel zu 3/3 beim Zuschnitt zu sehen, hat der Meister an der Striebig doch glatt 10 mm Puffer zugegeben.

Lektion 1: Ich kaufe nur noch komplette Platten, auf 10 mm Genauigkeit komme ich allemal
Lektion2: Beim nächsten Baubericht erst den Rasen mähen, dann bauen und dokumentieren.

Das Leimen von ein paar Brettchen folgt, ein in diesem Magazin völlig unterschätztes Thema (und ich muss lachen, als ich das schreibe). Fugenleim also, man ist ja lernfähig. Ohne Pressen, klingt auch gut. Nur, die Temperaturen im Schuppen sollten schon zu den Verarbeitungshinweisen des Herstellers passen, oder? 8 °C erwiesen sich als klar zu kalt, da kann man so viel pressen wie man mag. Am Ende liegt einer der Teiler vor der Bassreflexöffnung, wenn man die Zwingen abnimmt. Und weil man ja so ein schlaues Kerlchen ist, wird die Reihenfolge auch nicht beachtet, also passt am Ende die ganze Box nicht so recht zusammen, weil man die Seitenwand dazwischen „würgen“ muss.

Lektion 3: Vielleicht ist es eine gute Idee, sich an den Plan zu halten?

Also bei Udo zu Kreuze gekrochen und zwei neue Schallwände geordert, wie peinlich.

Zweiter Versuch: Das mit dem Fugenleim testen wir später, also klassisch „Holzleim“ verwendet. Klappt erheblich besser, was vielleicht auch den inzwischen frühlingshaften Temperaturen geschuldet sein mag. Natürlich vergessen, vom „Zwingenverhau“ Bilder zu machen. Lieber mit der Frau die 15 Minuten Presszeit Kaffee trinkend auf dem Bänkchen verbracht. Das Ergebnis kann sicher selbst für einen „Doppellinkshänder“ nach dem Schleifen vollkommen überflüssiger Holzstücke sehen lassen, denke ich:

Was gibt es auf dem Bild noch zu entdecken? Die Wühlmausfalle links im Bild ist Murks. Falls jemand diesbezüglich eine Beratung braucht, es gibt deutlich bessere Modelle. Der Erstgeborene findet Multiplex mit Klarlack farblich nicht so spannend, er musste also mit meiner Frau in den Baumarkt, eine Lasur aussuchen, die steht zwischen den Kästen. Teak? Sein Ernst?

Aber recht hatte er, hier die vollendeten Modelle, in Teak lasiert, die Chassis und die drei elektronischen Bauteile vereint:

Der Klang: Ich bin nicht der „Klangbeschreiber“ vor dem Herrn, aber diese kleinen Kästchen haben mich beeindruckt. Wo nehmen die eigentlich den Bass her? Der restliche Abend wurde mit einer fliegenden Verkabelung in der Küche verbracht und vom Smartphone auf den chinesischen Empfänger gestreamt, was das Zeug hielt. Leider hat mein Filius seine berechtigten Besitzansprüche angemeldet, aber das Bild der endgültigen Platzierung erspare ich der Nachwelt, das Zimmer eines Siebzehnjährigen ist nicht wirklich sehenswert. So war zumindest der Plan, aber ein Bild der finalen Platzierung wollte Udo dann doch haben, aber ich habe wenigstens das größte Chaos mit der Hochzeit ein wenig kaschieren müssen:

Fazit: Ich bin neugierig auf den nächsten Bausatz, da fehlt zu Übungszwecken mindestens noch was zum Flachbildschirm, bevor ich mich an das Inventar zum Wohnzimmer wage, der WAF lässt grüßen. Ich muss noch mal das mit dem Furnier testen. Da muss das Testobjekt zum Flachbildschirm herhalten, auch wenn zu befürchten ist, dass am Ende die Mini ACL unter dem Fernseher liegen und das neue Werk in das Jugendzimmer entschwindet. Und, ich muss nach Bochum ….

Thomas

Zur MiniACL im Online-Shop

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Fröhlich schwungvoller Bericht, herzlich willkommen in der Sucht-Beratungsstelle!
Gruß an die Wühlmäuse, die wollen nur spielen 😉

Hallo Thomas,
Ich kann Deine Auf und Abs sehr gut nachvollziehen. DIY halt.
Und wenn dann am Ende so ein tolles Produkt dabei herauskommt, dann erfüllt das doch einen mit Stolz.
Viele Grüße,
Hermann

P.S. Verschwende keine kostbaren Energien mit Rasen mähen, wenn du Lautsprecher baust 😜

Hi Thomas,
schöner Bericht. Wenn man die Kleinen (durchaus doppeldeutig) mal selbst bestimmen lässt, dann kann auch was Schönes entstehen. Meine Neunjährige hat sich für Schmetterlinge entschieden und auch ich wundere mich immer wieder im Kinderzimmer über “diesen Sound” 😉

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Die sind ja süüüß… bei meiner damals 9 Jährigen sind sie knall pink geworden. Und ja, die donnern immer noch ordentlich im Kinderzimmer. Manchmal schon zuviel des guten… *lach*

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