Nings Umbau U_Do 41 SAT auf ACL

Ich habe schon einige Lautsprecher gebaut: FT12, BlueSBox 15 PC, Mystery PA, Visaton Stella Light, Macro Cube, eine Eigenkonstuktion mit Peerless-Chassis, Axis 85, Mona 21, Duetta und noch einige mehr. Ich liebe die Musik und es macht mir unheimlich viel Vergnügen, mit Holz zu arbeiten, obwohl ich kein Tischler bin. Aber mit dem Hobby Boxenbau kann ich meine Leidenschaften wunderbar verbinden. Ich weiß nur noch nicht, wie ich joggen, Fahrrad und Motorrad fahren, segeln oder grillen da mit reinbringen kann. Vielleicht hat ja jemand einen Vorschlag…

Im April 2020 hatte ich aufgrund der Corona-Pandemie ganz heftigen Lagerkoller. Ich hatte Kurzarbeit und es musste eine sinnvolle Tätigkeit her. Nichts leichter als das: Ich bestellte mir einen Bausatz bei Udo. Es war das Set U_Do41_7, nicht weil ich es brauchte, sondern weil ich neugierig drauf war. Da ich gern ein bischen mehr Bass habe, hatte ich den U_DoSub10 und ein SAM300D gleich mitbestellt. Eigentlich brauchte ich gar keine neuen Lautsprecher. Dank der Duetta im Wohnzimmer, der BlueSBox 15 PC am Computer und der Mona am Zweitfernseher war ich eigentlich sehr gut ausgerüstet. Aber wie sagt der Volksmund: Haben ist besser als brauchen.

Die U_Do 41 SAT habe ich aus den Türen unseres alten Wohnzimmerschrankes gebaut. Neudeutsch heißt das Upcycling. Das letzte Finish habe ich mir gespart, da ich nicht wusste, zu welcher Zimmereinrichtung es eigentlich passen sollte.

Den Sub7 habe ich immer noch nicht zusammengeschustert. Er ist die eiserne Reserve. Ich hatte gleich den U_DoSub 10 gebaut. Bei dem gibt es bereits ein Finish. Ich hatte gesehen, wie jemand Comics aufgeklebt hat. Das wollte ich auch versuchen. Jetzt habe ich einen Spiderman-Sub. Kleiner Hinweis dazu: Beim Bekleben ist auf die Papierqualität zu achten. Hochglanzpapier lässt sich viel besser verarbeiten als normales Papier oder schnödes Zeitungspapier, das reißt nämlich beim Glattstreichen.

Die Klangqualität dieses kleinen Sets ist auf jeden Fall umwerfend. So ein klarer Klang aus diesen Boxenzwergen! Die Kombination SAT und Sub ist hervorragend. Der Bandpass gibt den Zwergen den richtigen Pepp. Gegen meine Duetta kann das System natürlich nicht anstinken, aber es ist dichter dran, als man gedacht hätte. Hut ab! Die U_Dos sind ihr Geld mehr als wert.

So, jetzt war der Virus also wieder bei mir erwacht. Was sollte ich als nächstes bauen? Vor allem wohin damit? Also musste erst einmal das liebgewonnene U_Do-Set weichen, damit ein neuer Bausatz angeschafft werden konnte. Dabei half mir mein Schwager. Er war mit dem Klang seines Fernsehers nicht zufrieden. Dem kann geholfen werden, dachte ich. Ja, dachte ich. Ätschibätsch. Die U_Do Sats fand er gut. Den Sub wollte er jedoch auf keinen Fall haben, aber Bass benötigt er schon ein bischen. Da habe ich ihm das Angebot gemacht, die Sats zu einer U_Do 41 ACL Soundbar umzubauen. Um ihn glücklich zu machen und um meine Bausucht zu stillen. Gesagt, getan. Und hier kommt jetzt endlich der Bericht dazu…

Die erste Aufgabe bestand darin, die Abmessungen festzulegen. Die Vorgabe war

nicht breiter als 120cm
nicht höher als 17cm
nicht tiefer als 30cm

Als erstes habe ich eine Skizze über die generelle Anordnung gemacht.

Danach wurde eine Excel-Tablle erstellt, die mir alles automatisch ausrechnet. So konnte ich mit den Abmaßen spielen und hatte sofort ein Ergebnis über die Gesamtgröße.

Dabei wurde natürlich gleich das äußere Design berücksichtigt. Der Deckel und die Seiten sollten Naturholz sein. Der Rest wurde von der Hausfrau in weiß glänzend bestellt. „Ach du dicker Vater, weiß glänzend?“, dachte ich. Das muss vorher geübt werden. Zum Glück hatte ich in meiner Werkstatt einen „rohen“ Subwoofer stehen. Der musste für meine Streichversuche herhalten. Ich hatte ihn mit weißer Farbe gerollt und lasiert. Das beste Ergebnis hatte ich jedoch mit einer Spraydose.

Nebenbei hatte ich noch einige Ideen für kleine Details. Die Front wollte ich anschrägen, damit die Hochtöner direkt aufs Ohr ausgerichtet sind. Diese Idee musste ich jedoch wieder verwerfen, da eine schräge Front eine größere Grundfläche verlangt. Dann wäre die Soundbar tiefer als 30cm geworden.

Ein anderer Einfall war, die Seitenteile unten 3mm überstehen zu lassen. Damit hätte die Soundbar Füße gehabt und würde nicht so platt auf dem Sideboard liegen. Die Idee fand ich richtig gut! Noch besser war mein Gehirnfurz, diese Füße nicht parallel zum Unterboden zu sägen, sondern vorn 15mm höher als hinten zu schneiden. Damit hätte ich dann nämlich die optimale Ausrichtung der Hochtöner aufs Ohr.

Wichtig war mir noch, den Deckel und die Seitenteile vorn 2mm überstehen zu lassen. Das sieht einfach gefälliger aus als eine plane Front.

Um festzustellen wie die Abmessungen generell wirken, habe ich ein Modell aus Pappe gebaut. Hmm, sieht größer aus als die gekauften Soundbars. Benötigt dafür aber keinen zusätzlichen Subwoofer. OK, damit war das Design abgesegnet.

Der zweite Schritt war die Materialbeschaffung. Aus Gründen der Corona-Pandemie habe ich diesmal nicht wie sonst bei Holzland S…….. geordert, sondern per Click & Collect beim Baumarkt mit den orangefarbenen Streifen und beim Biber eingekauft: Zwei Buchenbretter 120cm x 30cm für den Deckel und die Seiten und eine MDF-Platte 140cm x 97cm für den Rest. Das mache ich nie wieder! Die Ecken waren eingedrückt oder abgeschlagen und alle Bretter waren krumm. Das wäre mir im Holzland nicht passiert. Zum Glück habe ich dafür dann 30% Nachlass rausschlagen können. Na gut, dann muss ich die Einzelteile halt mit Holzdübeln in die richtige Position zwingen…

Die nächste Schwierigkeit war das Sägen. Bis jetzt hatte ich immer grob vorgesägte Bretter geordert. Diese große MDF-Platte hat mich tatsächlich vor ein Problem gestellt: Wo soll ich das große Ding zum Sägen ablegen? Die Lösung war jedoch schnell gefunden. Ein paar fachgerechte Böcke finden sich in jedem Haushalt. Siehe Foto.

Zuerst habe ich lange Schnitte gemacht, damit auch die kleinen Brettchen alle die gleiche Breite haben. Dann habe ich mit meiner selbsgebauten Sägehilfe alle Teile auf die richtige Länge gebracht.

Den Deckel und die Seitenteile wollte ich später sägen, wenn der Rest bereits zusammengeklebt war. Die Idee dahinter war, dass ich dann millimetergenau abmessen kann. Also habe ich diese Teile erst einmal mit Schleifpapier glatt geschmirgelt. Erst mit 120er, feucht abgewischt, dann 180er, wieder feucht abgewischt, dann 240er, feucht abgewischt und zum Abschluss noch einmal mit 240er. Oooh, das ist richtig gut geworden. Fühlt sich an, wie bei Hülsta gekauft.

Bei einer dermaßen staubigen Tätigkeit darf die Gesundheit nicht außer acht gelassen werden. Gehörschutz und Mund-Nase-Schutz sollten immer griffbereit sein. Auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme darf nicht vernachlässigt werden. Ich bevorzuge isotonische Getränke aus Flensburg oder Bremen. Flensburg, weil ich da meinen allerersten Job angetreten hatte und Bremen, weil ich sehr schöne Erinnerungen an einen Segeltörn auf der Ostsee mit diesen grünen Flaschen habe.

Ganz wichtig ist auch, beim Heimwerken immer gute Musik zu hören. Ich finde die Rolling Stones, Deep Purple oder Uriah Heep gut. AC/DC oder Status Quo geben noch einmal zusätzlichen Schwung und Elan. Kommt die beste Ehefrau aller Zeiten rein, muss natürlich umgeschaltet werden auf Bon Jovi, Peter Maffay (piu piu piuuu) oder irgendwelchen Schlagerkram. Bei Schlagern ist die Bauphase allerdings sofort beendet. Dann wird in der Werkstatt Foxtrott getanzt.

Zwischenzeitlich habe ich die „krummen“ Bretter zum Durchhängen speziell gelagert. Vielleicht hilft es ja. (Nachtrag: Beim MDF hat es tatsächlich geholfen, beim Leimholz nicht.)

So, Pause beendet. Wie geht es weiter?
Als nächstes wurden die Zentrierbohrungen für die Terminals, die Chassis und die BR-Rohre gesetzt. Dann wurden die Bauteile geschliffen, die weiß lackiert werden sollten: Front, Boden und Rückseite. Ich habe vor den Fräsarbeiten geschliffen, da ich sonst mit meinem Schwingschleifer in den Aussparungen hängen bleibe und dadurch Unebenheiten entstehen. Das wäre bei einer weiß hochglänzenden Fläche immer zu sehen. Und nicht vergessen: persönliche Schutzausrüstung verwenden und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme…

Die Löcher für die Terminals wurden mit dem Kreisschneider geschnitten. Es ist darauf zu achten, dass die Aufnahme im Bohrfutter keine runden Bohrer sind. Die rutschen nämlich schnell mal (bei zu viel Kraftaufwendung) durch.

Heute gab es endlich mal wieder schönes Wetter: Darauf hatte ich gewartet. Weil das Fräsen sehr staubt, führe ich diese Arbeiten immer im Garten durch. Zuerst habe ich den Fräszirkel etwas zu klein eingestellt. Nach ein paar Probefräsungen auf einem Reststück MDF habe ich mich dann an den finalen Durchmesser herangetastet. Es ist wichtig, den ersten Durchmesser zu klein zu wählen. Fräst man zu groß, kann man den Durchmesser bei der nächsten kleineren Fräsung nämlich nicht nachmessen. Beim Durchbruch für die Chassis bin ich dann ebenfalls so vorgegangen. Als nächstes habe ich die Anschluss-Aussparung für die Hochtöner gesägt. Die letzte Tat des Tages war, die Löcher für alle Befestigungsschrauben vorzubohren.

Uuups, wenn ich in diesem Tempo weiter berichte, dauert das Lesen für Euch bestimmt 10 Stunden. Das ist zu lang, da schläft man ja bei ein!

Gut, weiter geht‘s. Um die „verbogenen“ Bretter zu bändigen, habe ich Splinte gesetzt. So wollte ich alles in Form bringen. Mit einer speziellen Holzdübelhilfe ging das ziemlich gut. Udo hatte das Teil mal in einem Bericht empfohlen. Es funktioniert wirklich gut.

Hier kommt endlich eine Abkürzung des Textes: Klebereihenfolge

– Rückwand mit Boden versplinten

– Im Boden Splintlöcher für Front gebohrt, da das hinterher nicht mehr anzuhalten geht
– Rückwand mit Boden verkleben
– Trennwand für die Mitte kleben, damit Rückwand gerade steht und Abstand zur Front passt

– Trennstege kleben, die mit Rückwand Kontakt haben
– restliche Trennstege kleben
– Abbinden lassen
– Front versplinten
– Front kleben

– Überstehende Stöße an Rückwand und Front glatt fräsen
– Innenkonstruktion glatt schleifen, damit Deckel plan aufliegt.

Jetzt ist alles bereit, um den Deckel und die Seiten anzupassen. Ich wollte die drei Teile jeweils mit einem Gehrungsschnitt verbinden, damit man keine Stöße von oben sieht. Der erste Versuch startete mit einem 45°-Fräser. Es ist auch beim Versuch geblieben. Der Fräser war zu klein, um ein 18mm-Brett vernünftig „anzuspitzen“. Also kommt die klassische Variante mit der Handkreissäge zum Einsatz. Leider muss man dann öfters probieren, bis man tatsächlich einen 45°-Winkel an der Säge eingestellt hat. Das nächste Problem war, dass die Bretter leider immer noch krumm waren. Darum war es einfach nicht möglich, einen rechtwinkligen Gehrungsschnitt zu sägen. Also habe ich die Bretter noch einmal zum „Plattliegen“ mit Gewichten beschwert.

Bei diesem ganzen Dilemma habe ich leider total vergessen, Fotos zu machen. Es wären aber sowieso nur abschreckende Beispiele geworden.

Nach ein paar Wochen sind die Bretter nur ein wenig gerader geworden. Egal, es muss jetzt endlich weiter gehen.

Komischerweise kann meine Säge keine 45° sägen. Es geht nicht kleiner als 45,5°. Dann muss das letzte Stück halt vorsichtig mit Hand und Schleifpapier angepasst werden. Beim Sägen hat sich übrigens herausgestellt, dass man die Bretter absolut fest einspannen muss. Der Vorschub mit der verbreiterten Sägefläche (45° zu 90°) beim Sägen verschiebt sonst den Anschlag. Dadurch wird der Schnitt zu den anderen Kanten nicht rechtwinkig.

Abschweif: Warum sind die Leimholzplatten nicht plan?
Weil sie sich beim Trocknen krümmen. Erst als ich die Bretter einseitig befeuchtet hatte und dann mit schweren Gewichten gepresst habe, gab es Verbesserungen. – Ich werde nie wieder Leimholzplatten verwenden. Beim Austrocknen arbeiten sie viel zu sehr. Das ist auch der Grund, warum man sie immer beidseitig streichen soll.

Jetzt wurde das Grundgehäuse (aus MDF, ohne Leimholzdeckel und Leimholzseiten) abgeklebt und lackiert.

Nachdem ich es noch einmal mit 240er Schleifpapier geschliffen hatte, habe ich die Obi Vorstreichfarbe mit Schaumstoffrolle dünn aufgetragen. Die Farbe lässt sich sehr gut verarbeiten. Nach der Trocknung habe ich noch einmal mit 240er geschliffen. Es sieht sehr vielversprechend aus! Das Ganze dann noch zweimal. So habe ich jetzt dreimal vorgestrichen. Dann wurde wieder mit 240er geschliffen. Zu guter letzt wurde mit Belton PU-Lackspray gesprüht, in weiß hochglanz. Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Ich werde noch einmal mit 120er schleifen, mit 240er nachschleifen und dann noch einmal sprühen. Beim zweiten Mal sprayen habe ich mehr Lack aufgetragen. Die Fläche sieht spiegelglatt aus. Nachdem die Farbe getrocknet ist, sieht es aber wieder aus wie Orangenhaut, nur nicht so extrem wie beim ersten Mal. Die sichtbare Front werde ich wohl noch ein drittes Mal lackieren.

Dritte Lackierung hat keine große Besserung gebracht. Die Fläche wurde einfach nicht glatt. Aber der Lack hat sehr schön geglänzt. Anderes Lackspray beschafft, auch weiß hochglanz, auf Acryl-Basis. Test auf einem Probestück. Die Fläche ist jetzt erheblich glatter, es glänzt jedoch nicht so schön, dass man sich drin spiegeln kann. Entscheidung: Die Soundbar bleibt, wie sie ist. Der Glanz ist mir wichtiger als das bischen Orangenhaut.

Jetzt sollte es aber endlich vorwärts gehen! Ich habe die beiden Seitenteile miteinander verspannt, damit ich bei beiden Seiten die geplante Schräge sägen kann. Es war leider nicht möglich, die Handkreissäge irgendwo anzuschlagen. Die Seitenteile waren so klein, dass zu wenig Fleisch fürs Einspannen vorhanden war.

Vorm Zusammenkleben habe ich die Bretter trocken aneinander gehalten.So ein Mist! Die Gehrungsschnitte passen nicht. Der Deckel ist einen Hauch (<1mm) zu klein geraten. Also musste ich das Grundgehäuse mittels Schleifpapier etwas „verkleinern“. Den Rest muss dann eine dicke Leimschicht ausgleichen…

Für das Zusammenleimen von Brettern mit Gehrungsschnitt gibt es eine ganz hervorragende Methode: Man legt den Deckel und die Seiten rechtwinklig und im Lot nebeneinander und verklebt alles mit Malerkrepp. Im Nachhinein kann ich sagen: Eine wunderbare Klebemethode. Hätte ich das nicht gemacht, würde ich jetzt noch in der Werkstatt stehen und fluchen.

Die Leimholzteile waren etwas größer ausgesägt als der Rest des Gehäuses. Das habe ich mit Absicht so zugeschnitten. Es sollte vorn einen Überstand geben, der als Schattenfuge fungiert. Ich habe den Korpus auf die Rückseite gelegt und solange Schmirgelpapierblätter untergelegt, bis mir der Überstand vorn passend erschien. Es waren 11 Blätter notwendig. Den Überstand hinten werde ich dann mit einem Bündigfräser begradigen.

Beim finalen Zusammenleimen musste schnell reagiert werden:
– Deckel aufkleben
– Seiten anklappen, um Passform zu kontrollieren
– Deckel mit Schraubzwingen fixieren
– linkes Seitenteil ankleben
– rechtes Seitenteil ankleben
– alles ausrichten und fixiern (leider zu fest gespannt, der Boden hat Druckspuren von den Schraubzwingen)
– über Nacht trocknen lassen
– Schraubzwingen und Malerkrepp entfernen

Es hat besser gepasst als gedacht, das Malerkrepp an den Gehrungsschnitten hat sehr geholfen. Rechtwinklig ist das Gehäuse aber trotzdem nicht, weil ich keine 120cm Schraubzwinge für die Breite am Boden hatte. Dort ist es nicht so gut angepresst wie am Deckel. Jetzt kam der Bündigfräser für die Rückseite zum Einsatz. Es ist sehr schön plan geworden.

Wir nähern uns dem Finale. Die aufgeklebten Leimholzplatten erhielten ihr Finish.
– Leimholz ein letztes mal mit 240er abgeschliffen
– lackierte Flächen mit Malerkrepp abgekleben
– ölen mit Osmo Hartwachsöl, mit Tuch
– mit Pinsel gründlich ausgebürsten
– über nacht trocken lassen
– zweites Mal ölen
– wieder ausbürsten – perfekt

Endlich die letzten Handgriffe.
– Demontage U_Do 41 Sat
– Montage U_Do 41 ACL

Obwohl es Sonntag war, habe ich meine regelmäßige Lektüre von ADW sausen lassen. Ich war einfach zu neugierig auf den Klang der Soundbar.

Nachdem ich alles montiert hatte, habe ich erst einmal einen Dichtigkeitstest gemacht, weil ich Angst hatte, dass nicht alles korrekt verleimt war:
– Tieftöner eindrücken
– Reflexöffnung zuhalten
– und dann Reflexöffnung freigeben
Ooh ja, es war zu erkennen, dass sich die Membran nach aussen bewegt, wenn ich die Reflexöffnung freigebe – alles richtig gemacht.

Dann kam der Funktionstest. Alles da, Bass ist besser als gedacht. Aber hmm, es klingt irgendwie topfig. Ich habe noch mal einen Streifen Sonofil nachgestopft, so ca. 10cm x 35cm (zufällig hatte ich noch zwei Reste). Aah, jetzt ist es besser. Für meinen Geschmack hervorragend! Genau so muss es klingen!

Jetzt kann der Soundcheck beginnen.
Durch Zufall lief Rod Stewart – Sailing, es klang wie für diesen Lautsprecher gemacht. Ich habe die Soundbar dann ganz an die Wand geschoben, dadurch gab es mehr Klangfülle und mehr Bass. Ich dachte, Rod segelt bei mir im Wohnzimmer. Klare Höhen, trockener Bass, alles in allem ein neutraler Klang mit sehr guter Auflösung. Der Umbau hat sich gelohnt.

Nun ja, genug der Lobeshymnen. Es handelt sich hier schließlich nicht um eine ausgewachsene 3-Wege-Box. Aber trotzdem, die U_Do 41 ACL ist ihr Geld wert. Der Umbau hat sich gelohnt. Sie ist keine Duetta, aber hört sie euch an, wahrscheinlich ist sie auch euer Geschmack!

Die U_Do 41 Sats liefern unglaublich viel Lautsprecher für kleines Geld. In Verbindung mit einem Sub ist das Set eine hervorragende Beschallung für Einsteiger und für kleine Räume. Die Kombination hat den richtigen Punch für eine kleine Party im Wohnzimmer. Sie spielt klar und direkt, ohne Klangmatsch. Der Sub liefert den richtigen Kick dazu. Die drei machen richtig Spaß. Möchte man auf den Sub verzichten (aus Platzmangel oder wegen WAF), ist der Umbau auf ACL der richtige Weg. Es mangelt an fast nichts, selbst bei höheren Lautstärken. Als Soundbar ist die U_Do 41 ACL bestens für die Aufwertung des TV-Sounds geeignet.

Ein bischen traurig bin ich schon, dass ich den Umbau nicht für mich, sondern für meinen Schwager gemacht habe. Vielleicht probiere ich mal einen SB-ACL-Bausatz aus…

Ein nachträglicher Test mit diversen Verstärkern hat ergeben, dass es bei Elektronik mit ausreichend Reserven viel besser klingt, als mit einem kleinen Digital-Chinakracher, um einiges besser. Das war aber auch zu erwarten. Mein NAD356 ist auf jeden Fall die bessere Wahl als ein Lepy L168 Plus. Obwohl der für meine Werkstatt völlig ausreichend ist. Die beste Auflösung mit dem tieferen Bass und dem holographischsten Klang ist aber der NAD.

Hier noch ein paar Songs, mit denen ich getestet habe:

Rod Stewart – Sailing

The Hooters – All you Zombies

Dire Straits – Six Blade Knife

Inxs – Kiss the dirt (falling down the mountain)

Lenny Kravitz – I belong to you

The White Stripes – Seven Nation Army

The Cult – She Sells Sanctuary (Long Version)

Audioslave – Be Yourselve

Bill Conti – Gonna fly now (Theme from Rocky)

Sweet – Heartbreak Today

Das meiste ist ziemlich Mainstream, aber ich dachte, damit den Geschmack meines Schwagers am besten zu treffen. Ich mag es auch gern etwas „experimenteller“.

Herbie Hancock – hang up your hang ups

Gong – Downwind

Sofi Tukker – Drinkee

Was auf jeden Fall funktionieren muss, sind diese beiden Songs

Laura Cox – Hard blues shot

Deep Purple – Place in line

Was ich noch erwähnen möchte:
Die U_Do 41 ACL hat eigentlich eine etwas andere Frequenzweiche als die Sat-Version. Das ACL-Gehäuse funktioniert aber ganz hervorragend mit der Sat-Weiche.

Feststellung:
Die ACL-Variante spielt leiser. Man muss am Verstärker höher aufdrehen, um in gleicher Lautstärke zu hören. Aufgrund der ACL-Bauweise ist der Bausatz etwas watthungriger. Für dieses schmale Geld und bei dieser kleinen Membranfläche ist die ACL aber wirklich beeindruckend.

Nach diesem gelungenen Bau möchte ich mich bei allen bedanken, die vor mir einen Bericht geschrieben haben. Es ist für mich immer eine unglaubliche Bereicherung zu lesen, mit wieviel Phantasie meine Mit-Infizierten an diese Thematik rangehen. Danke auch an alle Forums-Teilnehmer. Dort habe ich sehr viele interessante Ideen aufgeschnappt. Last but not least: Danke Udo für Deine Kreativität beim Lautsprecher entwickeln und danke, dass Du nicht müde wirst, auf meine dusseligen Fragen sinnvoll zu antworten. Danke auch an alle Leser, die bis hierhin durchgehalten haben. Ihr seid wohl genauso neugierig auf den nächsten Bericht wie ich.

Ning

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Moin Ning,

sehr schön sind sie geworden. Gefallen mir gut.
Ganz schön ausführlicher Bericht 🙂
Wenn ich doch nur mehr Platz im Wohnzimmer hätte 🙂

Ich wünsche Deinem Schwager viel Spass mit dem Schätzchen!

Grüße aus der Eifel,

Markus

Sehr interessant @Ning

Ich habe deinen Artikel stehts begeistert gelesen.
Auch ich bin daran interessiert eine Musikbox selber zu konstruieren, doch leider finde ich keine Ansätze (mit Ausnahme von diesem Artikel).
Ich würde dir mega gerne ein paar weiterführende Fragen stellen.

Email-Adresse von Admin entfernt. Hier gibt es die Personal Mail für die Kontaktaufnahme

Hallo Ning,
und schwups sind wir wieder beim persönlichen Geschmack. Die Duetta sagt mir klanglich zu, ist mir aber zu wuchtig. Von daher ist es bei mir im Wohnzimmer die Minuetta. Aber was soll ich sagen, verliebt bin ich, neben meiner Frau, in die SB30ACL29RD sowie mein neuestes Dappo Schätzchen Ilumi30ACL. Klein aber richtig, richtig,richtig,richtig, habe ich schon erwähnt, richtig feiner Klang, den ich jeden Tag inhaliere, gehörmässig.

grüsse aus hobbingen

Guten Abend Manu,

ich möchte mich bei Dir für den ausführlichen und detaillierten Bericht bedanken.
Es zeigt mir, Du hattest viel Spaß beim Bauen, konntest Dich gut von der aktuellen Situation ablenken und hast Dir die Zeit genommen, einen Bericht zu verfassen um andere an den Baufortschritten teilzuhaben.
Dein Bericht hat mir letzten Sonntag beim Frühstückskaffee die Zeit verkürzt.
Nicht, dass ich meiner Frau nichts zu sagen hätte, bestimmt nicht, denn die Pandemie hat uns noch enger zusammengeschweißt, sofern das überhaupt möglich war.
Was mich aber doch sehr erstaunt, ist die Tatsache, dass kein Forenmitglied Deine Arbeit, sei es die handwerkliche oder den Bericht mit keinem Wort gewürdigt hat. Liegt wahrscheinlich daran, dass es keine Duetta oder ähnliches ist.
Meine Hochachtung hast Du. Tolle Arbeit!

Und jetzt wünsch ich Dir viel Hörspass mit Deiner Duetta und Deinem Schwager viele entspannte Stunden vor dem Fernseher.

Apropos integrieren Deiner anderen Hobbies:
Grillen könntest Du täglich nach getaner Arbeit an den Boxen. Gut bei -2 Grad vielleicht nicht so doll.

Den zusätzlichen oder fehlenden Leim könntest Du mit dem Moped holen.
Was fehlt noch?
Ach ja, joggen und segeln. Da fällt mit momentan nichts dazu ein. Vielleicht in der Planungsphase joggen oder segeln gehen um den Kopf für abgefahrene Ideen freizubekommen.

Dir alles Gute und stay save

Gruss aus dem Auenland
yoga

Sorry Ning, das war wohl der falsche Name.
mea culpa

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