Die Pyramiden von U_Do

Durch Zufall bin ich irgendwann mal auf der Seite von ADW hängengeblieben und dann hat mir das Thema keine Ruhe mehr gelassen. Also überlegt, was kann ich denn da mal Schönes ausprobieren. Schnell war mir klar, meine Anlage gefällt mir eigentlich ganz gut. Um die abzulösen, muss ich irgendwas mit eigenen Ohren zur Probe hören. Da wird nichts auf gut Glück im Internet gekauft.

Dann bin ich über das ACL Prinzip gestolpert und dachte mir, das ist doch was für´n PC. Kurzerhand die MiniACL bestellt und nen kleinen Verstärker. Die Pakete sind schnell angekommen und so hatte ich nen Termin zum Fertigwerden: der Grillabend in zwei Tagen. Also abends OSB-Reste rausgesucht, Säge angemacht und knapp ne Stunde später waren die Gehäuse fertig. Am nägsten Tag noch ein bisschen löten und schon gings ans Probehören.

Die Familie hatte sich grade zum Abendessen auf dem Balkon versammelt, also sind die Lautsprecher mitgekommen und haben die Nahrungsaufnahme sehr schön untermalt. Meine Eltern waren total begeistert (musste ich mir mal keine Gedanken um ein Weinachtgeschenk machen) und ich wollte auch nicht so recht glauben, was aus den kleinen Dingern alles so rauskommt. Mittlerweile spielen die beiden als Soundbar am Fernseher meiner Eltern. Die Generalprobe bei dem Grillabend war überhaupt kein Problem.

Jetzt hatte ich auch meine Freundin auf den Geschmack gebracht und die wollte ebenfalls PC Lautsprecher. Also gut, dann müssen meine halt noch warten. Mein erster Vorschlag war Mona. „Nee, zu groß“, war die Antwort. Nach nen bisschen Suchen bin ich dann auf die U_Do 31_13 gestoßen, die sind besser angekommen.

Auf meine Frage „Wie sollen die denn aussehen“ ging das Theater los. Nach kurzem Nachdenken ihrerseits sollten die Satelliten Kugeln aus Holz werden und der Tieftöner so, wie von Udo vorgeschlagen. Jetzt fing es bei mir an zu rattern, Kugeln aus Holz und am besten noch in einem Stück. Drechselbank ist vorhanden. Nach ein bisschen ausprobieren und nachdenken – inzwischen waren zwei Wochen vergangen – war ich mir sicher, JA das klappt.

Aber ich war zu langsam, die Kugeln gefielen nicht mehr. Jetzt hatte sich die Idee von Pyramidenstümpfen breit gemacht. Nach viel Rechnerei, was die Abmessungen angeht, hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich beschloss, alle zum Bauen nötigen Längen und Winkel zeichnerisch zu ermitteln. Gut, dass das als Zimmermann nichts ganz Neues für mich ist. Es macht im Grunde genommen kein großen Unterschied, ob es jetzt ein Dach oder nen Lautsprecher ist, den man da zeichnet. Als kleine Anmerkung auch diese Pyramiden werden aus Holz (Walnuss) gebaut und alle Teile auf Gehrung verleimt.

Der Zuschnitt hat die Formatkreissäge dann doch an ihre Grenzen gebracht. Um Risse im Gehäuse zu verhindern, habe ich den Faserverlauf im Boden und Deckel diagonal laufen lassen in der Hoffnung, dass so nicht allzu große Spannungen entstehen. Aber bevor es mit der Walnuss los geht, hab ich das Ganze erst mal mit Fichte getestet.

Nach Optimierung des Zuschnitts war dann die Walnuss dran. Der eigentlichen Zusammenbau ging erstaunlich gut.

Beim Zuschnitt und Zusammenbau war meine Präzision dann wohl doch nicht so gut, denn durch die Leimfugen fiel noch Licht. So musste ich da nochmal zum Abdichten ran.

Nun noch schleifen und ölen. Die Weichen hatte ich schon vorher auf die Terminals geklebt und zusammengelötet.

Auch wenn der Tieftöner noch nicht fertig war, hat es dann doch in den Fingern gejuckt. Terminal und Chassis passen ja in die Boxen, das hatte ich schon getestet. Also steht der Endmontage nichts mehr im Weg.

Nach der Fertigstellung kommt das Probehören, auch ohne Tieftöner und irgendwie hatte ich es gar nicht eilig, den fertig zu machen. Die Lautsprecher spielen erstaunlich präzise und voluminös, es könnte zwar nen bisschen mehr Bass sein, aber richtig fehlen tut der nicht. Um sich am PC nebenbei bedudeln zu lassen, würde es allemal reichen.

Aber der Tieftöner ist ja nun mal da und möchte sein Können auch unter Beweis stellen. Da der Kasten so oder so unterm Tisch verschwindet, wird er nicht aus Vollholz, sondern aus Multiplex gemacht.

Meine ersten Lackierversuche sahen nicht so aus wie gewollt, was zum einen an meinen Lackierkünsten zum anderen an der falschen Farbe lag. So wurde aus mattschwarz anthrazit mit Flecktarn. Das hatte seinen eigenen Reiz, was mich auch nicht weiter störte. Nur dass ich es nicht so mit Farben hab und meine Freundin mir sagte „das ist nicht Schwarz“, fand ich dann nicht mehr so toll. Also neue Farbe geholt und nochmal drüber gesprüht. Leider oder vielleicht auch zum Glück gibt es vom ersten Lackierversuch keine Bilder.

So jetzt noch ein Bild von dem Trio und ich hoffe, mein erster Baubericht lässt sich auch nur annähert so gut lesen, wie sich die Kleinen anhören.

Der Subwoofer möchte auch noch zu Wort kommen. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe ein wenig gebraucht, um mich mit ihm anzufreunden. Anfangs hatte ich seinen Pegel auf „volle Pulle“ gestellt. Aber nachdem ich am 2.1-Amp den Regler für den Tieftöner auf ca. ein Viertel runter gedreht hatte, konnte man auch wieder am Schreibtisch sitzen, ohne alles festhalten zu müssen. Das hab ich dem kleinen Kasten wirklich nicht zugetraut.

Samuel

Zur U_Do 31_13 im Online-Shop

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.acoustic-design-magazin.de/2022/05/22/die-pyramiden-von-u_do/

3 Comments
neuste
älteste
Inline Feedbacks
View all comments

Hut ab!
Für mich sind Gehrungen in 45° schon heikel. Das hier ist ne ganze Schüppe härter.

Sieht sehr gut aus. Ich wünsche dir, dass da nichts reißt.

Gruß
Niklas

Guten Morgen Samuel,

Coole Nummer, sehen total schick aus, die kleinen Pyramiden.

Das mit schrägem Faserverlauf muss ich mir unbedingt unter Tipps von Experten abspeichern.

Viel Spass für Deine Freundin, bin mal gespannt was Dir dann für Dich selber noch alles einfällt.

Servus Peter

3
0
Kommentar schreibenx