2. April 2023

Heute geschlossen – Ceram 17 und 34 CB

Autor: Udo Wohlgemuth

“Jetzt fehlt nur noch der Center für meine funkelnagelneue HK-Front.” schrieb Jörg unter den Bericht zur Ceram 17 BR.  Nun, an Heimkino hatte ich weniger gedacht, als ich die Cerams erfand. Weiße Membranen halte ich in zu Gunsten eines leuchtenden Bildes abgedunkleten Räumen nicht für zwingend notwendig. Doch der von mir so gern zitierte Volksmund sieht das anders: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Dann will ich mich nicht lange zieren und auch noch die passenden Rears oder kleinen Fronten in einem Rutsch dazu gesellen. Was du heute kannst besorgen, …

Geschlossen und mindestens 80 Hz untere Grenzfrequenz sind die Vorgaben, die meine Ergänzungs-Lautsprecher erfüllen sollen. Aus den Parametern des SB 17 CAC-8 errechnete LSPCad einen Bedarf von 11,5 Litern für einen Einbau-Q von 0,707, der eine gute Impulswiedergabe verspricht. Für das gute Gewissen gab ich noch einen Liter drauf und holte die Gehäuse der SB 18 CB aus dem Keller. Neben 12,5 Litern Volumen hatte es gleich auch noch die richtigen Ausschnitte für die Keramik-Chassis.

Die Freecad-Dateien mit aufgesetzter und seitlich eingelassener Front musste ich nur umbenennen, das war schon mal einfach.

Schnell waren die Chassis aus der Reflex-Version in die geschlossene Abteilung umgesiedelt und schon konnte auch deren Weiche an mein Doppel-Terminal gesteckt werden. Damit ging es umgehend in den Messraum. “Erfahrungsgemäß sollte das passen, ich will es demnächst aber noch durch Messungen verifizieren.” antwortete ich Jörg auf seinen Kommentar. Das neue Clio 12.5 strafte mich nicht Lügen und ließ nach dem Messton die erwarteten Linien auf dem Bildschirm erscheinen.

Testweise habe ich die Ceram 17 CB dann im Hörraum auch mal an meine “Monoblöcke” angeschlossen. Durch den kleinen Buckel um 100 Hz spielten sie erstaunlich erwachsen bei sehr guter Stimmwiedergabe. Gepaart mit einem SB 29 SW_BRFA machen fünf dieser Satelliten im Kino mit Leinwand eine Menge Spaß.

Da im Wohnzimmer ein aufrechter Center vor dem Fernseher kaum auf Gegenliebe stößt, muss ein liegender Doppelbass-D’Appolito her. Ja, ich kenne seine Schwächen, die alle nicht mittig sitzenden Zuhörer treffen. Wer weit rechts sitzt, hat zum linken BMT mehr Abstand als zum rechten. Der Zeitversatz, mit dem die gleichen Töne abgestrahlt werden, sorgt für eine Auslöschung in den Mitten. Doch damit kann man sicher in einem Multifunktions-Zimmer besser leben als ganz ohne Center.

Ein Gehäuse mit den erforderlichen 25 Litern Luft konnte ich nicht im Keller finden, es stand dort nur die BelAir 72-Kiste herum. Mit gut 31 Litern war sie zu groß. Nun könnte ich mit ein paar Holzbrettern das Volumen reduzieren. Doch wer eine Säge hat, kann auch anders nachhaltig arbeiten.

Um das notwendige Volumen zu erhalten, musste die Tiefe des Kastens um netto 5 cm verkleinert werden, samt auszutauschender Front waren das 7 cm. Darauf stellte ich den Parallelanschlag ein und schob die Box über die Säge.

Ein Multiplex-Brett mit 22 cm Breite lag auch noch herum, das wurde zur neuen Front ernannt und augenblicklich gelöchert. Dummerweise maß es nur 68 cm, die BelAir 72 war jedoch 74 cm breit.

Also klebte ich zwei schwarze MDF-Stäbe seitlich an und hatte ohne jedes Baumfällen meine Testkiste fertig.

Diesmal sagte mir nicht die Freecad-Datei, wie ich meine Box gestalten soll. Ich habe die Zeichnung nachträglich an die vorhandene Realität angepasst.


Die Weichen der Ceram 34 BR fand ich wieder. Ich hatte sie für unser Jahresabschluss-Event in Nordhausen aufgebaut und anschließend in mein Vorratsregal gelegt. Nun musste ich sie nur an die liegende CB stecken und konnte munter drauflos messen.

Da der Center auch hochkant als Front herhalten soll, wurde er in dieser Position ebenfalls gemessen.

Mit der Ceram 34 CB steht nun auch ein Center für die Keramik-Reihe zur Verfügung, der selbstverständlich alle Anforderungen an solch einen Spezialisten erfüllt. Stimmen haben die passende Größe, Männer sind nicht durch die Bank übergewichtig, Frauen nicht magersüchtig. Zum Test legte ich Julia Westlin’s Acapella-Version von  “Nothing else matters” auf, bei der sie sich neben ihrer mehrfach eingespielten Begleitstimme  durch einen Bass-Bariton für die tiefen Töne unterstützen ließ. Sauber, klar und akzentuiert erklang ihr Gesang fast dreidimensional, obwohl er in reinem Mono aus dem Center tönte.

Mit zwei Ceram 34 BR entsteht eine hervorragende Front, die im Wohnzimmer auch ohne Subwoofer Heimkino erster Güte serviert. Hinten sind in diesem Fall die Ceram 17 BR die richtige Ergänzung.

Hat man den Platz für ein bis zwei SB 29 SW_BRFA oder einen SB 34 SW_BRFA, sind rundum die geschlossenen Versionen die bessere Wahl.

Und so nebenher: Anspruchsvoll Musik mit Mehrkanal-Ton kann man damit auch hören.

Udo Wohlgemuth

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Uiuiui, noch kein Kommentar hier.
Ich sag mal so, ich freu mich schon jetzt auf Nordhausen, denn dort wird bestimmt irgendein weißes Chassis zu hören sein. Mir gefallen sie optisch schon mal wirklich gut. Ich wünsche allen Nachbauern viel Freude damit.

Grüße Enrico

Hallo Udo,

das unterschreibe ich – jedenfalls für mich – keinesfalls. Eigentlich mag ich die Optik bei sichtbaren Chassis nicht, aber diese sind wirklich schick. Ich finde, wenn offen, dann soll es auch ein Hingucker sein. Und über den Klang muss man hier ja nun wirklich nicht debattieren 😉

Übrigens: Du hast mich mit Deinem Vorschlag für die rundum geschlossene Version plus SW echt angefixt. Stelle gleich mal im Forum noch eine Frage dazu…

Sorry, vergessen:
Vielen Dank für die tollen Lautsprecher und viele Grüße

Jörg

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