28. Mai 2023

Erster Selbstbau – BelAir GrandLady. Nie wieder…

Autor: Gastautor

Kurze Vorstellung: Ich bin der Selcuk und komme aus dem Niederrhein. Als großer Film- und Musikfan habe ich einen alten Partyraum in ein Heimkino umgewidmet und aufwendig renoviert. Erster Selbstbau ist nur eine Halbwahrheit. Ich habe mir in der jüngsten Vergangenheit mehrere Subwoofer gebaut. Aber “richtiger” Lautsprecher war tatsächlich das erste Mal.

Ich habe zwar keine zwei linken Hände, kannte mich aber im Selbstbau nicht aus. Nach stiller Leserei in Magazin und Forum war der Drang groß, Udo zu kontaktieren. Gesagt, getan. Seit der ersten Kontaktaufnahme fühlte ich mich in guten Händen. Wie authentisch, empathisch und kompetent Udo und seine Lautsprecher sind, wurde mir im Laden sofort klar. Alle meine Fragen und Zweifel waren in Nu beantwortet und verschwunden.

Noch viel wichtiger war es für mich, einen großartigen Menschen wie Udo kennenlernen zu dürfen. Unsere Gespräche über Unternehmertum, private Angelegenheiten, Familie usw. machten den Selbstbau zur schönen Nebensache.

Hörproben
Vor dem Hintergrund, dass ich ein emotionaler Käufer bin, war ich direkt auf die ganz Großen fokussiert. Udo hat mich mit seiner freundlichen Art gebremst und gesagt, lass uns mal erst mit einer Nummer kleiner anfangen. Er wusste sicherlich warum. Eigene Musik per USB an Udo übergeben und im Austausch das Tablet von Udo erhalten.

Die ersten Töne der BelAir 54 Big 5 hatten mich sofort überzeugt. Aber so richtig konzentrieren konnte ich mich nicht, da ich immer zu den GrandLadies schielen musste. Fasziniert haben mich vor Allem die Höhen und Mitten der Big5. So klar und angenehm hatte ich den Gesang aus Lautsprechern nie gehört. Und da ich eigentlich, was Bass angeht, versaut bin, war es gut, dass mich Udo während der Hörprobe auf die Weisheiten eines guten Klangs/Lautsprecher hinwies. So habe ich als Laie dann auch mal verstehen dürfen, was Bühne, Tiefe, Details usw. bedeuten. Danke an dieser Stelle an Udo.

Bei einigen Stücken fehlte mir doch ein bisschen der ganz tiefe Bass. Lag aber nicht an den Lautsprechern, sondern an mir. Ich betreibe 4 x 18“ Subwoofer als SBA im Heimkino und habe meine Ohren bei Musik und Filmen an zu heftigen Bass gewöhnt bzw. versaut.

Nachdem Udo von der Big5 auf die BelAir GrandLady umgesteckt hat, war ich auch mit dem Bass zufrieden. Es hat mich nicht umgehauen, aber es hat mir deutlich mehr gefallen. Ist ja auch unfair, meine vier riesigen Schlammschieber mit diesen musikalisch feinen Tieftöner zu vergleichen.

Da ich mich an diesem Freitag nach der Hörprobe nicht sofort entscheiden konnte, ob passiv oder aktiv, meldete ich nach dem Wochenende, dass ich mich mit der Entscheidung schwer tue. So unkompliziert und lösungsorientiert Udo ist, bot er mir an, einfach mal beide Varianten über das nächste Wochenende zuhause zu testen. So fuhr ich wieder Freitag zu Udo und wir packten alles ins Auto. Nach der vorsichtigen Fahrt alles runter in den Keller. Sport war getan.

Kaufentscheidung
Zwei Lieder waren ausreichend, um zu wissen, das sind für mich die richtigen Lautsprecher. Über das Wochenende entschied ich mich noch für die aktive Variante. In den Höhen und Mitten konnte ich nur minimale Unterschiede feststellen zwischen passiv und aktiv. Aber die aktiven Module haben dem Bass mehr Kontrolle und Präzision verliehen. Auch die Möglichkeiten des DSP waren ein Argument für diese Entscheidung.

Gelernt habe ich auch, den Bass nicht zu übertreiben. Es ist für jede Musik ausreichend Bass vorhanden, was die Belair´s zaubern. Auch in einem großen Raum von etwa 60qm, welches akustisch eher für Heimkino optimiert wurde, mit einer Nachhallzeit von 200ms. Meine großen Subwoofer kommen nur noch im Filmbetrieb zum Einsatz. Hier trenne ich die Main-Lautsprecher bei 60Hz.

Bauphase
Die Schallwand ließ ich von Udo fertigen. Nun hatte ich eigentlich nur noch die Aufgabe, das restliche Holz aus dem Baumarkt zu besorgen und zusammen zu leimen. Im Forum gibt es inzwischen mehr als ausreichend Dokumentationen darüber. Daher möchte ich Euch damit nicht langweilen. Die gut verständlichen Dokumentationen, die Udo per E-Mail versendet oder auf der Homepage zu finden sind, sollten es jedem ermöglichen, sein Projekt erfolgreich umzusetzen. Ich habe es mir einfach gemacht und eins zu eins Udo´s Vorgaben übernommen. Auch die Gehäusedimensionen, nur als MDF durchgefärbt. Die Gehäuse werden von mir nicht bearbeitet, da Sie hinter einer akustisch transparenten Leinwand verschwinden werden. Einige Fotos möchte ich euch aber nicht vorenthalten:

Kommt doch mehr zusammen als gedacht.

Holz zuhause:

Muss nur noch verleimt werden. Einfach gesagt. Ich musste lernen, geduldig zu sein. Das Holz hatte einen Bauch gebildet, also etwas verbogen aufgrund der Temperaturen. Dieses musste ich für 24 Stunden auslegen und ruhen lassen. Auch während der Trocknungs-Phase des Leims kann ich euch raten, geduldig zu sein.

Baufortschritt:

Aufmerksam nach Plan arbeiten…

Erstes Gehäuse ohne Innenleben fertig.

Beide Gehäuse mit Dämmmaterial, Verkabelung fertig.

Fehlen nur noch die Chassis und das Löten. Finale…….

Wie einst Trapattoni gesagt hat. Ich habe fertig.

Herzlich willkommen Belair´s, in eurem neuen Zuhause.

Anschließen, Einmessen und die ersten Töne. Was soll ich sagen. Alles hat auf Anhieb funktioniert, kein Kabelverdreher, keine kalten Lötstellen usw. Nun darf Adele live bei mir singen. Die Lautsprecher werden nach ausgiebigem Funktionstest hinter die Leinwand wandern.

Klang:
Ich befürchte, ich werde nicht die richtigen Worte und Sätze finden, um den Klang für Audiophile zu beschreiben. Daher mache ich es einfach auf meine Art: Das ist es.

Fazit:
…Nie wieder Fertiglautsprecher!!!

Nach mehreren Käufen von Fertiglautsprechern, die gerade nicht unbedingt günstig waren, hat doch am Ende des Tages immer etwas gefehlt. Ich war nie zufrieden. Es war auch nie meins, so zumindest mein Gefühl. Nun bin ich mehr als zufrieden. Und es ist meins. Dieses Gefühl – ich zitiere Tom Hanks aus dem Film Verschollen: „Ich habe Feuer gemacht“ – wird mir kein Fertiglautsprecher geben können, egal wie großartig und teuer.

Also an Alle, die wie ich still und leise mitlesen, traut euch. Mit Udo und der großartigen Community an eurer Seite wird euch das Projekt gelingen und euch viel Freude machen.

Selcut

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Große Klasse! Das Tom Hanks Zitat hat mich auch laut auflachen lassen. Das hast Du schön geschrieben!
Ich schreibe gerade selbst meinen Baubericht und wollte “nur mal eben” was auf dieser Seite nachschlagen, als mir die Suche Deinen Bericht präsentierte. Ich hab dann kurz überlegt, wie mir der bisher durch die Lappen gehen konnte, als ich dann auf’s Datum schaute 🙂

Herzlichen Glückwünsch. Nicht nur zum Lautsprecher, auch zu dem Glück einen schönen Heimkino-Raum zu haben. Das ist toll!

Ich wünsche Dir weiterhin viel Spass,
Stefan

Hallo,
der Bericht beschreibt, was man lernt, wenn mal mal mit eigenen Ohren hört, wovon hier immer geschrieben wird. Der Klang bzw Qualität ist das Zentrum, die Leidenschaft der vielen Personen in und um ADW bildet das Bett, in dem es liegt.

Glückwunsch zur Großen!

Gruß
Niklas

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