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Führt Udo einen Bausatz der geeignet ist als Studio-Abhöre?

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  • Dieses Thema hat 25 Antworten und 10 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 6 Monaten, 1 Woche von Matthias (DA).
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    • #47989
      shamanic

      Hallo Community,

      gesucht wird ein Bausatz der ideal für’s Studiomonitoring herangezogen werden kann.

       

      Aufgaben eines solchen LS?

       

      – gebündeltes Abstrahlverhalten

      – hochwertige Weichen mit klar abgegrenzten Frequenzbereichen ohne zuviel Überschneidungen

      – analytische unverfälschte Klangwiedergabe, ergo ohne eigenen Stempel aufzudrücken

      – Verträglichkeit hoher Dynamik und Pegelspitzen

       

      Es geht ja darum, alles unverfälscht genau zu hören. Wie laut ist laut? Wummert der Bass oder hat er Punch? Usw…

      Das Ganze natürlich nicht in Duetta-Größe, sondern eher so Richtung SB 18 Größe.

      Und wenn das jetzt noch aktiv geht, wäre das schon der Hammer…

       

      Warum hat Udo diesen Geschäftsbereich eigentlich noch nicht aufgegriffen? Also alleine ich kenne sicher an die 10 Musiker aus meinem privaten Umfeld die zuhause ein kleines privates Tonstudio haben und auf gute Abhöre angewiesen sind, ohne dabei die Nachbarn zur Weissglut zu bringen….

       

      Cheers

      Shamanic

       

    • #47990
      Monti

      Moin,

      für diesen Zweck hat Udo vor vielen Jahren mal die „Abhöre“ entwickelt, die es inzwischen als Linie 54 ins Sortiment geschafft hat, wenn ich mich richtig erinnere.

      Wenn es etwas aus Udos Sortiment sein soll würde ich immer in Richtung aktive Duetta-Familie schielen, ggf. auch Linie 5. und dann halt je nach Größe und Platz…

      Ciao
      Chris

    • #47991
      Udo Wohlgemuth
      Verwalter

      Hallo Shamanic,

      Warum hat Udo diesen Geschäftsbereich eigentlich noch nicht aufgegriffen?

      Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Musiker vertrauen nur auf irgendwelche Marken, die in der Szene für “gut” stehen. Da weiß man, was man hat, denn die erfüllen ein Pflichtenheft, das von der Tonmeister-Vereinigung vorgegeben wurde. Gebraucht werden also Arbeitsgeräte und keine Lautsprecher zum Musikhören. Dabei gibt es aber auch genügend Richtungsstreit untereinander, denn Diagramme und Ohren passen selten zusammen. Nun kommt auch noch erschwerend dazu, dass Musiker bis auf sehr wenige Ausnahmen kein Geld haben, um wirklich Gutes zu bezahlen.  Und weil sie dann ständig an den bezahlbaren Lösungen etwas verbessert haben wollen, ist man sein halbes Leben mit irgendwelchen Maßnahmen beschäftigt. Das ändeet sich erst, wenn man ein allseits anerkanntes Produkt in den einschlägigen Studioblättern platziert hat, also genug Werbung geschaltet hat. Das tu ich mir nicht an, ich hab lieber noch Spaß am Leben 😉

      Gruß Udo

    • #47993
      shamanic

      Hallo Monti,

      nö, L54 ist total überdimensioniert für kleine Homestudios. Da sitzt du max 1m vor den Boxen, wenn überhaupt.

      Ich dachte da größentechnisch eher an C51 oder C71, oder SB18 in aktiv… wobei SB leider wohl zu wenig analytisch ist und einen viel zu warmen Klangcharakter hat.

      Duetta Top aktiv wäre wohl ne Möglichkeit, aber gibts noch mehr das man aktivieren könnte und sehr analytisch spielt? zudem muss man sich Duetta Tops aktiv erst auch mal leisten können, als armer Student oder Musiker… 😉

       

      cheers

      Shamanic

    • #47994
      shamanic

      Hallo Udo,

      hmmmm, ich nehme es oft anders wahr. Die meisten Musiker die sich Studiomonitore < 400,- Euro/Stk. kaufen, sind total unzufrieden mit dem was sie können und schimpfen da in die Richtung, da verlässt man sich auf einen Markennamen und dann so was…

      Ich würde hier jetzt gerne einen berühmten Namen in den Raum werfen als Beispiel wie man Menschen mit großen Namen manipuliert und ihnen dann Dreck für Geld anhängt, aber ich denke das gibt dann eventuell Probleme, daher lass ich das lieber.

      Somit, ich glaube es gäbe einige die froh über Alternativen wären. Ich denke, guter Klang und Qualität, geschmischt mit sauberem P/L-Verhältnis, würde sich auch bei dir im Geschäft durchsetzen.

       

      Ich denke eher, der Anfang zu setzen ist schwer, aber wehe wenn sich in der Musikerszene rumspricht, du bekommst weit besseres für dein Geld in Bochum.. dann wirds wohl auch zum Selbstläufer.

       

      Aber vielleicht bin ich voreingenommen, da ich die Qualität die du bietest schon zuhause habe.

      Ich persönlich würde aber dadurch weil ich bereits ein Produkt von dir habe, sofort einen Studiomontor bei dir beschaffen, anstatt bei großen Händler für Musikerbedarf und Studiozubehör…

      greez

      Shamanic

       

    • #47995
      Matthias (DA)

      Moin,

      Wenns für Duetta Top nicht reicht gibt es vermutlich sowieso keine Chance auf ordentliches fertig Material.

       

      Chorus ist für mich Preis Leistung Sieger, ähnlich neutral wie duetta Top.

       

      Matthias

      • #47997
        SCI3NTIST

        Das ist wahrscheinlich nicht ganz richtig, es ist nur mangels brauchbarer Messungen etwas schwieriger diese Lautsprecher zu finden.

        Wie sich der ideale Lautsprecher verhält ist durch die wissenschaftlichen Arbeiten bei Harman bekannt und zigfach publiziert. Früher brauchte man dafür den berühmten schalltoten Raum, bei Harman “Spinorama” genannt, dank deutscher Ingenieurskunst (Klippel) ist das nicht mehr notwendig. Die Daten die das Klippel ausspuckt sind zu Spinorama Daten identisch, das Gerät kann aber in der Garage aufgebaut werden, so man 90000€ erübrigen kann.

        Und so werden seit wenigen Monaten in einem internationalem Forum fleissig Messwerte publiziert, aufgrund der Logistik vielfach auch von kleinen Lautsprechern, aber nicht nur. Sehr spannend und der Preis geht beileibe nicht immer Hand in Hand mit der Qualität, um den Bezug zum ersten Statement herzustellen.

        Ich bin sehr gespannt auf die ersten DIY Lautsprecher auf dieser Maschine, auch das ist angedacht und Kandidaten sind identifiziert. Nein, meine Duetta ist es nicht, das kommt dann doch etwas teuer die über den Teich zu schippern und Klippel selber macht so grosse Geräte nicht. Aber Udo hat bei der Duetta die “Harman Wohlfühlkurve des Frequenzganges im Raum” schon gut getroffen, wobei das nur ein Aspekt ist. Die dürften sich ganz gut schlagen.

        Grüsse

        Thomas

    • #47996
      Udo Wohlgemuth
      Verwalter

      Hallo Shamanic,

      ein paar Tontechniker mischen mit der Linie 51 oder der Duetta Top. Deren Kollegen, die von den Kisten total begeistert waren, haben trotzdem die “Marken” gekauft. Wahrscheinlich ist das auch gut so, denn wir haben auch ohne diesen Markt genug zu tun. Und wer sich auf zu vielen Schauplätzen tummelt, macht nirgendwo etwas richtig. Da bleibt ich gern bei meinen Leisten, wie mein Großvater – Schuhmachermeister – zu sagen pflegte 😉

      Gruß Udo

    • #48002
      Simpsi

      Moin zusammen,

       

      Da kann ich Shamanic nur beipflichten. Ich kenne einige Musiker, die da (mindestens) Interesse daran hätten.

      Sicher ist die Chorus eine gute Option, dennoch würden vermutlich einige eher darauf ansprechen wenn sie denn für diesen Zweck vermarktet würden.

       

      Das Argument vom Udo zu den mittellosen Musikern kenne ich sehr gut. Allerdings ist es Wahnsinn, was die meisten dieser Leute für musikalisches Equipment ausgeben. Deshalb die permanente Geldnot bei manchen, habe ich zumindest den Eindruck. Da wird gerne an allem anderen gespart, Hauptsache das neue Effektgerät oder die neuen Felle sind besser, als das was da war.

       

      Fernab der großen Bands kann ich auch erkennen, dass keineswegs nur Marken gekauft werden. Im Gegenteil etabliert sich auch hier wie anderswo die kleineren, aber deshalb oftmals qualitativ hochwertigere Marken als das Allbekannte.

      Wenn aber sowieso keine Kapazitäten dafür abkömmlich sind ist das ja eh obsolet.

       

      Schönes Musik machem wünsche ich, am besten bei offenem Fenster (bei allgemein verträglicher Musik zumindest). Das kommt hier sehr gut an und die Nachbarn freuen sich über jede Abwechslung.

       

      Gruß und bleibt gesund,

      Thomas

       

       

       

       

    • #48008
      shamanic

      “Wenns für Duetta Top nicht reicht gibt es vermutlich sowieso keine Chance auf ordentliches fertig Material.”

      Wenn diese Aussage nun auf die Finanzkraft hinausläuft, möchte ich schon dazu sagen dass es für viele Menschen schon ne Kampfansage ist für einen Lautsprecher 1000,- €/Stk. auszugeben.

      Duetta Top Aktiv ist sicherlich ein 1A Sahnehäubchen LS, und jeden Cent wert. Aber eben nicht eben so leistbar für jedermann.

      Da sollte man nun aber auch nicht schimpfen, den Musik ist ein Hobby. Und das kostet meist richtig Geld.

      Ein Gitarrist kauft ne Gitarre und nen Verstärker dazu. Invest geschätzte 2.000 €. Dann hat er aber schon richtig gutes Material in den Händen und macht damit daheim Musik.

      Jemand der Dance produzieren möchte benötigt weit mehr. Den für ein Homestudio benötigt man…

      – Sehr guten PC / Notebook mit sehr guter Soundkarte

      – Software (DAW)

      – Mischpult

      – weitere Software in Form von Synths, Effektgeräte, Drumcomputer, usw…

      – oder das Ganze als Hardware wenn er ein richtiger Musiker ist und Tasten und Knöpfe unter den Fingern haben will (z.B. analoge Synths, usw..)

      – gute Mikrophone für Vocals

      – uvm…

       

      Und jetzt? Jetzt sind wir bei Invests von 4.000 – xxx €… je nach Material.

      80% der Musiker die ich kenne (elektronischer Bereich, DJ’s, Producer, usw…) haben Kleinequipment im Wert von 4-5.000 zuhause. Da jetzt nochmal 2.000,- für Duetta Top Aktiv?

      Das sind dann halt Leute, die greifen eher bei einer Focal Alpha 65 für 270,- €/Stk. zu. Aber das ist wiederum verbranntes Geld.

      Mir geht es eben genau um den Kompromiss dazwischen. Und da könnte Udo helfen.

      Ordentliche Qualität für verschmerzbare Finanzkraft. Niemand gibt ca. 30% seines kompletten Budgets alleine für die Monitore aus.

      Wäre in etwa so… du kaufst ein Auto für 5.000,- aber machst dir dann Felgen für 2.000,- ran. Fährst einen klapprigen Schrotthaufen aber haupsache geile Felgen auf den verrosteten Achsen.

      Wer macht sowas?

      Umgekehrt, ich kenne einen, der hat Zuhause im Keller ein 80.000 € Studio… macht CD Produktionen, professionelle Aufnahmen… dem sind auch 8.000,- € für die Abhöre egal. Dem sein Studio kostet aber auch 750,- pro Tag wenn du als Band dort was aufnehmen willst.

      Aber von diesem Klientel spreche ich nicht. Die brauchen keinen Udo Wohlgemuth.

      greez

      Shamanic

      • #48010
        Matthias (DA)

        Moin,

        wollte damit Null Kritik ausdrücken oder sagen das Geld nicht wichtig wäre, sondern es ging einfach darum zu sagen dass wenn man 1000 € für Duetta Top nicht ausgeben kann sowieso kaum eine Chance besteht im fertig Bereich etwas zu finden was wirklich den Namen Abhöre verdient. So zumindest meine Vermutung.

        und daraus habe ich dann im zweiten Schritt gefolgert dass eine Chorus die vermutlich deutlich leichter ins Budget hinein passt immer noch viel besser ist als das was man fertig erwerben könnte. Vermutlich gilt das sogar für die Udos… da bin ich mir allerdings nicht so sicher ob da der frequenzbereich noch flach genug verläuft

         

        allerdings, was den frequenzbereich angeht, ich würde erwarten dass jemand im Tonstudio auch Möglichkeiten hat den lautsprecher auszumessen. Entsprechend sollte doch ein Chorus aktiv Bausatz ein hervorragender Weg sein das Ganze kostenrealistisch abzubilden.

        an der Stelle vielleicht ja auch noch mal als Idee an @Udo, mit den hypex könntest du doch mit relativ geringem Aufwand auch mal einen preset erstellen der auf glatten frequenzgang optimiert ist.

         

        Matthias

         

        • #48047
          shamanic

          “Ich würde erwarten dass jemand im Tonstudio auch Möglichkeiten hat den Lautsprecher auszumessen.”

           

          Hallo Matthias,

          dem ist nicht so.

          Vielleicht sollte man an dieser Stelle klären das es klare Unterschiede gibt bei Tonstudios und ihrer Anwendung.

          Was die meisten von euch im Kopf haben, wenn sie an Tonstudio denken, ist ein Record-Studio. Also ein Studio in dem man Tonspuren aufnimmt und diese dann abmischt. Diese sind meist sehr gut ausgestattet, mit extrem guten Mikrophonen, digitalen Mischpulten, Effektgeräten und sehr guten aktiven Monitoren. Es geht hier auch um professionelle Anwendungen im Recordingbereich, um Alben abzumischen und für die Verewigung von Musik auf Tonträgern.

          Die zweite Art von Tonstudios sind im Gegensatz zu den Recordingstudios wo nur “aufgenommen & abgemischt” wird, die Tonstudios in den meist Musik “produziert” wird. Hier geht es nicht so sehr vorrangig um isolierte Kabinen, Mikrophone und schalloptimierte Räumlichkeiten, sondern um die Kreation von verschiedensten Loops, Hooklines, Bassdrums, Samples… um diese zu einem Track zu vereinen. Egal ob die Lines mit elektronischen oder analogen Musikinstrumente eingespielt wird.

          Da wiederum gibts wieder zwei Unterscheidungen – rein digitale Studios, bestehend aus einem Laptop und sämtliche Möglichkeiten zur Tonerzeugung sind softwarebasierend digital auf dem PC. Auch das Mischpult ist nur ne Software. Abgehört wird mittels Studiomonitor oder Kopfhörer.

          Das zweite ist die Mischung zwischen digital und analog. Selbes Grundequipment, nur erweitert durch Synthesizer, Midikeyboard, verschiedenste Effekt und Hallgeräte in Racks, Drumcomputer von Roland oder Korg, usw…. auch richtige Instrumente wie Gitarren, Drums, usw..

          Die Producing-Homestudios werden meist von jungen Menschen betrieben die bereits seit mehreren Jahren als DJ Erfahrungen gesammelt haben und nun eigene Tracks produzieren wollen. Hier werden alle Genres der elektronischen Musik produziert und dann an die Labels weltweit geschickt, die es dann hoffentlich auch veröffentlichen.

          EDM (elektronic dance music) kommt in den wenigsten Fällen aus professionellen Großstudios. Das was ihr auch im Radio hört, wurde in irgendeinem Homestudio dieser Welt von einem Menschen meist unter 40 Jahren produziert.

          Namen wie Avicii, Kygo oder Robin Schulz sagen euch sicher was. Alles begonnen mit dem eigenen kleinen Homestudio.

          Und genau hier sehe ich den Markt für Udo.

          Es sind die Menschen die Zuhause in ihrer Wohnung sitzen und ihre Tracks produzieren, die glücklich darüber wären einen guten aktiven Monitor zu bekommen, für ihr Geld. Und der Markt ist enorm groß. Schaut euch bitte die EDM-Szene an. Zig tausende DJ’s und Producer die diesen Markt bedienen.

           

          Cheers

          Shamanic

    • #48049
      Matthias (DA)

      Ich sag mal so,

      Wenn sich 5 Leute als Interessenten finden für ne aktive Chorus 2 Wege Abhöre könnte die Motivation für ne Messung steigen 😉

      Ansonsten, nen einfaches kalibriertes Messmikro ist nicht soo teuer, der Rest sollte vorhanden sein, Arta ist free… los gehts!

       

      Matthias

       

    • #48133
      Chrisdrei

      Hallo Shamanic,

      die Konzeption eines Studiomonitores ist tatsächlich eine spezielle Aufgabe! Speziell ist aber für die meisten hier nicht gewollt.

      Ich habe die Duetta und bin sehr zufrieden. Wenn ich aber nah an der Hörquelle sitze ist der ER4 zu aufdringlich….. dann fängt es also an, und du drehst an den Reglern.

      Ich bin gerade mit einem Konzept fertig (schön preiswert), welches sich auch für das Nahfeld eignet. Udos U_do Reihe mit dem SB16PFC25-4-COAX in der U_do18 ist meiner Meinung nach ideal! Punktschallquelle völlig unaufdringlicher Hochton und bruchlos in Zusammenarbeit mit dem 18er BMT.

      https://www.acoustic-design-magazin.de/2019/06/30/langes-gesicht-der-truppe-sub-und-seine-folgen/

      Ich bin gerade mit der ACL-Version fertig geworden und wir (alle Gasthörer) sind erstaunt, wie gut sich das Teil anhört. Dazu bereite ich gerade auch einen Bericht vor.

      Ich würde die geschlossene Variante bauen und einen Sub dazu stellen….

      Gruß aus dem Exil von Chris

    • #48137
      Chrisdrei

      Hallo Shamanic, ich habe mal Bilder in die Lautsprechergalerie eingestellt

      und hier auch noch….

      Nochmal Grüße von Chrisdrei

       

    • #48143
      Udo Wohlgemuth
      Verwalter

      Naja, auch bei Musikern, die eigene Sachen abmischen und die Hoffnung haben, damit ganz groß rauszukommen, ist das eigene Ohr entscheidend. Auch für sie gibt es keinen objektiv richtigen Lautsprecher, obwohl es ein Pflichtenheft gibt. Trotzdem schwören die einen auf x, die anderen auf y.

      Und da sind wir schon beim eigentlichen Problem: Man braucht dafür nicht den überragenden Monitor, sondern Talent und das Glück, zur rechten Zeit dem richtigen sein Demoband zu schicken. Klappt das nicht, liegt das meist an der Ausrüstung. Dann ist der Schuldige schnell gefunden und eine neue Software, ein besserer Sampler und ein auflösenderer Lautsprecher muss her. Damit klappt das dann bestimmt. Ein ganzer Lautsprechermarkt lebt von dieser unerfüllten Hoffnung talentierter oder untalentierter DJ’s, da muss ich wirklich nicht mitmischen.

      Gruß Udo

    • #48188
      Hesse

      Moin.

      Was sich heute alles Monitor schimpft. Das fängt bei 120 Euro-Boxen im Versandhandel an und hört im fünfstelligen Bereich mit frequenzganggebügelten DSP-Monstern auf.

      Für die Dreitakt- und 24 Schundtextzeilen mancher Hinterhofrapper reicht im Ernstfalle auch der entsprechende Hinterhofmonitor aus, bei Remastering von Highligt-Vinyl aus den 70ern eben nicht. Da wird digitalisiert und dermaßen verschlimmbessert, dass die ursprüngliche Idee der Könner von Decca, Phillips, Abbey Road bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und dynamikentwöhnt wird . Da würden sich realitätsnahe Lautsprecher sicher besser bewähren.

      Aber wie Udo schon anmerkte, gegen die Platzhirsche in der Studiotechnik hat man keine Chance, da kann man dreimal preiswerter und zweimal besser sein, das entsprechende Logo muss auf die Box. Und entscheidend ist nicht der Lautsprecher, sondern der Qualifikant am Mischpult. Da hinken die meisten den technischen Möglichkeiten doch ziemlich hörbar hinterher.

      Ansonsten, wünsche schöne Ostern gehabt zu haben.

      KH

       

    • #48274
      shamanic

      Servus,

      sorry wenn ich nun meinen Thread missbrauche, aber für eine kleine Frage will ich nicht extra wieder einen Thread eröffnen.

      Kann mir jemand sagen ob ein Überspannen des BR-Rohres am Rohrende (das in der Kiste) mit schwarzem Stoff (z.B. Nylon-Strumpfhose der Frau) in der Funktion als Sichtschutz einen Einfluss hat auf das Klanggeschehen?

      Beim lesen der Bauberichte fällt auf, dass die meisten einfach die Rückwand schwarz malen.

      Das muss doch einen Grund haben, warum niemand mit Stoff arbeitet… kann das Rohr nicht mehr richtig atmen?

       

      Danke für die Info.

      Shamanic

       

       

    • #48275
      Udo Wohlgemuth
      Verwalter

      Hallo Shamanic,

      das Gewebe verkleinert theoretisch die Durchlassfläche und verlängert so das Reflexrohr. Praktisch hat das bei Stoff sicher Wirkungen, bei der Strumpfhose wahrscheinlich nicht.

      Gruß Udo

    • #48286
      Matthias (DA)

      Moin,

      Was ihr immer mit dem Reflex Kanal habt 🙂

      mit dem Fernseher und dem Kanal auf kniehöhe kann ich die Überlegung fast noch verstehen, aber normalerweise ist er doch in bodennähe, so tief kann man doch gar nicht reinschauen

      Noch eine theoretische Überlegung die vermutlich keine Relevanz hat, eine gespannte strumpfhose verhält sich ja auch ein wenig wie ein Fell einer Trommel, keine Ahnung ob das noch irgendwelche Effekte haben kann.

      fühlt sich für mich jedenfalls komisch an, ich würde die schwarze Farbe deutlich bevorzugen, schon alleine deshalb weil sie nicht aus Versehen abgehen kann

      Matthias

      • #48302
        shamanic

        Matthias,

        ich glaub darum gehts nicht. Es geht darum das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen. Das Optimum rauszuholen aus einem Selbstbau.

        Sieh es mal umgekehrt. Stell dir vor du sitzt auf der Couch und plötzlich fällt dir auf, dass die braune MDF Rückwand sichtbar ist durch den Kanal.

        Es wird dich ewig ärgern, dass du nicht daran gedacht hast, dass zu retouchieren.

        Ist wie mit nem Kratzer auf der Frontblende deines Verstärkers… egal wie klein der ist, hast du ihn erst mal entdeckt, wirst du ihn immer sehen und es wird dich immer ärgern das er da ist…

        🙂

        Shamanic

        • #48404
          Matthias (DA)

          Moin,

          Verstehe dass Thema schon, aber über einfache Winkel Rechnung findet man raus das zumindest bei mir selbst bei flätzen bzw liegen auf dem Sofa nicht mehr als die ersten 5 cm des bassreflex Kanals sichtbar sind, ähnliches werden vermutlich auch alle anderen herausbekommen die dehnreflex Kanal nicht genau auf augenhöhe haben

          Matthias

    • #48291
      Sparky

      Guten Abend,

      vermutlich sind Strumpfhosen aus der Mode gekommen, weshalb eher Lack zur Verfügung steht?
      Ich habe tatsächlich kurz darüber nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen:

      1) Wer legt sich vor die Box und leuchtet in das Reflexrohr?
      2) Wenn Frage 1 positiv, dann “glitzert” das Nylon der Strumpfhose zurück. Eine schwarze Rückwand schluckt das Licht besser vermutlich.

      Andere Erläuterungen zur Optik habe ich nicht, außer: Ri-Ra-Runkel, inne Hühnafott is dunkel.
      Basstechnisch sollte so ein “gestretchter” Nylonfummel ähnlich homöopathisch auftreten wie eine grob lackierte Rückwand, messtechnisch vielleicht, hörtechnisch zu bezweifeln.

       

      Gruß,
      -Sparky

      • #48311
        Hermann Hellweg

        Hallo
        Auch ich gebe mal meinen Senf dazu. Ich habe in meiner U_Do18 auch Akustik-Stoff hinter das BR-Rohr geklebt. Ist ein Kompakt-LS mit 24l Volumen, ähnlich der DT. Man sieht durch‘s 50iger Rohr schon die Terminals, wenn das Licht ungünstig einfällt. Kompakt-LS stehen in aller Regel erhöht auf einem Ständer oder im Regal, da ist das BE-Rohr nicht in Bodennähe. Nun hatte ich aber den großen Maestro evtl falsch verstanden? Ich hatte verstanden, dass Akustik-Stoff nur Einfluss auf Frequenzen oberhalb von 10kHz hat? Hmm, jedenfalls hat sich in Nordhausen keiner über zu viel Bass meiner U_Do18 beschwert.
        Versuche mit und ohne Stoff (Strumpf) sind ein Leichtes, wenn das Rohr nicht zu prall drinsitzt.
        Gruß
        Hermann

    • #48292
      Sparky

      Und mein Senf zum Ursprung dieses Threads:

      “Sampling” war schon mit meinem alten Amiga 500 möglich, in 8 Bit.
      Aus den zugegebenermaßen winzigen Schnipseln, welche man mit Zusatzausrüstung digitalisieren konnte,  konnte man aber ganze Tracks zusammen stellen.
      Es kam teils “erschreckend” nahe an jetzige elektronische Musik heran.

      Bei Abhörmonitoren stellt sich immer die Frage nach dem Endkunden.
      Wie KH bereits anmerkte, ist der Tontechniker das Maß aller Dinge.
      Und er muss wissen, für wen er abmischt.
      Studiomonitore sollten sich “neutral” verhalten, und klingen dann meist nicht so “spektakulär”.
      Dann muss aber der Tontechniker entscheiden, an welchen Reglern er zieht, um sein Mastering dem Zuhörer genehm zu machen. Das braucht Erfahrung und Warenkunde.

      Beispiel:
      Ein Tontechniker hat “richtig gute” Monitore und mischt so ab, dass es da fein klingt.
      Jetzt hört das jemand mit irgend welchen Joghurtbechern und fragt “Ey Alter, wo ist der Bass?”
      Oder der Tontechniker hat Monitore, die eher mau sind. Jetzt zieht er an den Reglern, dass es für ihn gut klingt – gerät er an einen Kunden, der “gute” Lautsprecher sein Eigen nennt, wird sich dieser beschweren, dass alles zu “fett” aufgenommen ist.

      “Richtig” abmischen ist ein Handwerk, wo die Schlacht nicht alleine mit dem Monitor entschieden wird.
      Udo baut Lautsprecher, die dem Endkunden gefallen sollen. Sie haben also ihre akustische “Handschrift”.
      Wer danach stumpf abmischt, erzeugt ein Musikstück, dass auf einer gleichen Box gleich klingt – auf anderen Boxen aber wohl möglich gänzlich anders.
      Wie Udo sagte, für jedes kleine Tonstudio den “Sound” zu entwickeln, der dem Kunden gefällt, ist unrentabel.
      Wir handhaben es im Maschinenbau genauso: Wir verkaufen Maschinen, keine Prozesse 😉

       

      Gruß,
      -Sparky

    • #48301
      shamanic

      Servus,

      erst mal DANKE für die Tipps mit der Strumpfhose… 😉

       

      Zur Studioabhöre:

      “Wie Udo sagte, für jedes kleine Tonstudio den “Sound” zu entwickeln, der dem Kunden gefällt, ist unrentabel.”

      Aber genau darum gehts ja. Mach etwas was sich völlig neutral verhält… dann ist das Endergebnis immer dem Anwender geschuldet, nicht dem Arbeitsgerät. Das Gerät ist für alle gleich und völlig neutral.

      Wie eure Maschinen Sparky. Die sind wahrscheinlich neutral. Für alle ident der sie kauft. Erst der Programmierer / Maschinenbediener oder sonst was, macht die Maschine zu einem individuellen Werkzeug, für die Produktion “seines” individuellen Produkts.

      Sagen wir CNC Maschinen: Der eine macht damit Holzpferde für Kinder, der andere fräst damit Abdeckplatten der Zündeinheit für Raketen.

      Gleiche Maschine, unterschiedliche Anwendungen. Der eine 08/15.. der andere für die NASA. Abhängig vom Programmierer und seinem Programm das er schreibt – nicht von der Maschine. Die hat einfach X, Y und Z Achse, fertig.

       

      Neutraler Studiomonitor… der eine mischt Hip Hop, der andere Techno und der dritte Blues. Der Monitor ist immer neutral, kein eigenes Klangverhalten… was du hören wirst ist rein deinem Gehör geschuldet das dafür sorgt dass du dann am Regler drehst um den Klang zu verändern, nicht dem Monitor selbst.

      Wenn ich an meinem Synthesizer rumschraube, will ich hören was aus dem Oszillator kommt. Ich will den Klang so erleben wie ihn der Synthie produziert. Nicht wissen wie mein Nord Lead Synth auf Sony klingt…

      Natürlich bleibt die Komponente das jedes Gehör individuell ist. Aber ich will die Gewissheit das es meinem Gehör geschuldet ist, dass der Bass flach klingt und nicht meinen Monitoren die eine eigene Klangdynamik haben.

      Und genau auf das läuft meine Diskussion ja raus.

      Udo, bau doch ein neutrales Werkzeug für leistbares Geld… eines das für alle die selben Bedingungen liefert, für alle Hobby-Heimwerker da draußen.

      Cheers

      Shamanic

       

       

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