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U_Do 5.0 – Baudoku und mehr

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Dieses Thema enthält 18 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Hector Fieramosca vor 3 Tagen, 2 Stunden.

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  • #41785

    Hector Fieramosca

    <p style=”text-align: center;”>Hallo zusammen!
    Warum sind Einstiege eigentlich immer so schwer?
    Gibt es das Wort überhaupt? „Einstiege“ klingt seltsam oder etwa nicht?
    Einstieg erledigt. Ging leichter von Hand als gedacht 😀
    Eine Baudokumentation von mir.</p>

    Viel besser klingt doch „Einstieg in den Lautsprecherbau“, aber das meinte ich eigentlich gar nicht. Es ging mir um den Einstieg wie ich das hier beginnen soll, aber wie man sieht reicht auch stupides Gefasel. Und weil ich dazu neige viel zu schreiben und auch mal etwas vom eigentlichen Thema abzuschweifen wird es davon noch sehr sehr viel mehr zu lesen geben. Auch den ein oder anderen absurden Gedanken und lebensentscheidende Überlegung möchte ich euch nicht vorenthalten. Euch erwartet das volle Programm, von Anfang bis Ende. Was genau das bedeutet weiß ich selbst noch nicht. Hier mal schneiden, da mal fräsen, Bild dazu, davon gibt es genug, ist immer wieder toll, aber ich will es mal anders versuchen. Irgendwie finde ich, dass auch das viele Drum-Herum dazugehört. Ein Projekt im Projekt, quasi Incep(t)rojektion.&lt;/p&gt;
    Einen Baubericht zu meinen U_Do 6 und U_do 13 wird es wohl erst in einigen Wochen geben. Damit Nichts verloren geht möchte ich die Möglichkeit nutzen hier so viel wie möglich zu dokumentieren. Die Idee dieses Unterforums finde ich allein deswegen schon gut, weil man den Fortschritt stückchenweise dokumentieren und einzelne Schritte sehr ausführlich beschreiben kann. Und das werde ich wohl sehr ausnutzen. Leider geht viel vom “live dabei” -Gefühl verloren, wenn man nicht von Tag 1 an berichtet.

    Geplant ist ein 5.0 bzw 2.0 System für Musik, Heimkino und Gaming bestehend aus 2x U_Do 13 und 3x U_Do 6. Der Einsatz eines Beamers inkl. Leinwand für das visuelle Vergnügen.

    Das sind jedoch nicht meine ersten Lautsprecher, welche ich baue. Vor Jahren habe ich 2 Stück Quickly 28 gebaut. Damals habe ich nicht mal die Unebenheiten beseitigt! Einfach zusammengeleimt und natürlich sind die Bretter beim Trocken über Nacht verrutscht. Egal, Folie drauf, Ständer gebaut und fertig. Der Plan noch 3 Stück zu bauen wurde jahrelang nicht umgesetzt. Als ich dann Anfang Oktober 2018 doch wieder Interesse hegte musste ich feststellen, dass es die Quickly 28 nicht mehr gibt. Es hat nicht lange gedauert (nur ein paar Tage 😉 ) bis ich auf die U_Do Reihe aufmerksam geworden bin. Wieder ein paar Tage später wurde ein Thread in der Kaufberatung eröffnet, das war am 24.10.2018. Schnell gab es Empfehlungen zu SB und Chorus. Man liest und liest und die Auswahl wird immer größer. Die Contras kamen dazu. Der ein oder andere Leser wird das kennen.

    Man macht sich Gedanken. Was sind nun die richtigen Lautsprecher. Geld spielt ja immer eine große Rolle. Passt mein Raum überhaupt und kann ich 5 Lautsprecher vernünftig stellen? Soll ich doch diese Lautsprechen wählen oder gleich noch eine Stufe höher? Geht das überhaupt mit meinem  AV-Receiver? Doch erstmal ohne Subwoofer probieren? Ein Hin und Her ist das (zumindest bei mir). Je mehr ich lass, desto mehr Fragen kamen auf.

    Es ist der 10.11.2018. Nichts. Musste das Vorhaben verschieben… 04.04.2019. Es geht wieder los, wenn auch nur zögerlich. 15.06.2019 „Jetzt erst recht! Weniger denken, mehr machen!“

    Der Platz könnte doch ein Problem werden. Trotzdem, die U_Do Reihe hat es mir von Anfang an angetan. Ob es an der für mich so zutreffenden Beschreibung im Artikel zur U_Do 13 von Udo selbst liegt oder das viele Lob von euch zum tollen Preis-Leistungsverhältnis, ka, vll auch, dass man unter 1000€ bleibt. Die U_Do 13 als Front standen daher recht schnell fest. Der Center in Form der U_Do 6 folgte und für die Rears benötige ich einige Tage Bedenkzeit. U_Do 2 oder U_Do 5? Weder noch, es wurden auch die U_Do 6. Damit halte ich mir andere Möglichkeiten offen. Am 28.05.2018 stand also fest: 2x 13er und 3x 6er. Erstmal ohne Subwoofer.

    Das Bauen möge beginnen!

  • #41791

    Monti

    Hallo Hector,

    na dann mal los und viel Spaß! Sind denn die Bausätze schon geordert?

    Ciao
    Chris

    • #41793

      Hector Fieramosca

      Danke bin ja schon mitten drin 🙂 Bausätze liegen seit 1. Juli bei mir 🙂 Wurden auch schon ein wenig begrapscht.

  • #41840

    Hector Fieramosca

    Nachdem die Entscheidung zu Gunsten der U_Do gefallen ist habe ich mir direkt überlegt was ich dieses Mal anders machen will. Stumpf verleimen und Folieren hatte ich bereits gemacht. Was wäre der nächste Schritt? Gehrungen und Furnieren/Lackieren.

    Bei Gehäusen mit Gehrungsschnitten haben die einzelnen Teile andere Maße. Habe mich hier ziemlich doof angestellt, aber zum Glück wurde ich schnell auf den Holzlistenrechner aufmerksam gemacht. Nicht, dass ich damit sofort zurechtkam, aber auch dieses Problem hat sich lösen lassen.

    Irgendwann die Tage habe ich dann endlich bestellt. Paket war in wenigen Tag außerhalb Deutschlands angekommen 🙂 Ist fast alles noch verpackt damit nichts verloren geht.

    Nächster Schritt, Material besorgen. Und was für ein Aufwand das war… Der eine kein MDF, der andere kann gerade nicht (Säge defekt), beim nächsten schweine teuer und sogar Extrakosten pro Schnitt. Tischler keine in der Umgebung. Dann durch Zufall einen Markt gefunden mit großer Auswahl, gutem Preis und echt sehr freundlichen Mitarbeitern.

    Also erstmal bischen Material zum Probieren geholt, Maße für U_Do6. Bis auf Deckel/Boden wirklich genau. Und damit begann ein kleines Abenteuer.

    Da ich noch nie auf Gehrung geschnitten habe suchte ich erstmal ein paar Reste zum Üben. Der erste Gehrungsschnitt meines Lebens. 10sec später das Ergebnis: kein Problem! Zweiter Gehrungsschnitt: kein Problem! Beide Stücke zusammengehalten und siehe da: “Nicht 100% perfekt, aber eigentlich eine saubere und scharfe Kante, die man da sieht”. Zum Lackieren oder Furnieren optimal. Als ich jedoch einen Blick auf die Innenseite warf musste ich feststellen, dass der Winkel keine 45° aufweist. Also solange den Winkel vom Sägeblatt justiert bis es genauer nicht mehr ging.

    Von da an ging es mehr und mehr in die falsche Richtung. Am Ende musste ich einsehen, dass meine Tischkreissäge nicht dafür geeignet ist die Bretter für die U_Do, besonders die U_Do13 mit ihrer Höhe von 125cm, zu schneiden. Das Problem war nicht, dass es nicht auf den Millimeter genau wurde, sondern, dass es mal um 1-2mm in die eine Richtung und mal 1-2mm in die andere Richtung ging. Mal mehr, mal weniger. Dass dem selbstgebauten Schiebeschlitten ein Parallelanschlag fehlt hat die Sache nicht einfacher gemacht. Das gekippte Sägeblatt hat ordentlich auf die Seite gedrückt. Trotzdem habe ich alle Seiten auf Gehrung geschnitten, ein klein wenig Hoffnung hatte ich ja, dass sich das am Ende irgendwie ausgleicht. Dem war leider nicht so. Meine Tischkreissäge ist einfach zu klein und so. Hat aber auch nur 50€ gebraucht gekostet. Gibt Schlimmeres, konnte viel probieren und lernen. (Siehe Post #41292 und #41305 und #41372)

    Hat mir dann doch keine Ruhe gelassen und ich habe es noch mit der Oberfräse probiert. Leider war die Schnittkante des Fräsers zu kurz und hatte auch noch eine Kante welche für eine Stufe sorgte. Führte daher auch nicht zum gewünschten Erfolg. Mit einem passenden (und wohl in der Größe etwas teurerem Fräser) wäre das eine echt gute Alternative zur Tischkreissäge!

     

  • #41844

    Udo Wohlgemuth
    Keymaster

    Hallo Hector,

    hier mal ein Bild des besten Heimwerkers auf Youtube, der seine Gehäuse gern auf Gehrung sägt, weil er da mehr vertuschen kann 😉

    Truppe-Sub

    Der Meister zeigt sich nicht im Vermeiden von Fehlern, sondern im späteren Verbergen.

    Gruß Udo

    • #41854

      Hector Fieramosca

      Hi Udo,

      auf 20-25cm hätte ich es sogar noch gut hinbekommen (siehe Bild oben), aber ab 30cm und erst recht bei der 52cm langen Seite der Udo6 kamen die Eigenheiten der Säge hinzu. Die Fase bzw. Rundung welche nötig ist, war zu groß als dass es mir trotz der Folie noch gefiel. Für die Udo13 habe ich es erst gar nicht probiert. Auf dem zweiten Bild oben (mit den Bretter der 6er) kann man erahnen wie kleine der Sägetisch dafür wäre. Das Lineal ist schon die ganze Breite und die Tiefe gleicht dem Schiebeschlitten.

      Vielleicht habe ich noch ein Bild davon, die meisten dazu habe ich bereits gelöscht, dass ich die aus Versehen nicht nochmal sehen muss.

  • #41852

    Hector Fieramosca

    Also keine Gehrung, ok. Die Bretter von den Gehrungen befreit, damit ich einen Quader zum Testen für Rundungen habe. Auf Stoß verleimen und Lackieren, darüber streiten sich die Geister, weil man die Kanten früher oder später durchkommen sieht oder auch nicht. Jetzt gibt es aber den einfachen und dennoch genialen Trick sich mit einer Schattenfuge zu helfen. Aber Moment. Eigentlich würde ich viel lieber das Furnieren probieren. Also nach Furnieren gesucht. Lange gesucht, nichts Passendes gefunden. Damit meine ich nicht, dass ich nichts gefunden hätte was mir gefallen würde, aber 5m² zu finden ist erstens nicht so einfach und zweitens gefällt einem eh immer das Teuerste und das kostet dann einfach mal mehr als die Lautsprecher selbst. In der Preisklasse hielt ich das nicht für sinnvoll und langsam aber sicher tendierte ich mehr und mehr wieder zu Folien.

    Günstig, große Auswahl an Farben und Holzimitaten und sogar als Meterware zu bekommen. Wieder so gut wie jede freie Minute genutzt um im weltweiten Netz zu stöbern. Von klassischen schwarz wollte ich recht schnell nichts mehr wissen. Heller sollte es dieses Mal sein, aber nicht zu hell. Zweifärbig gefällt mir eigentlich auch ganz gut, gibt es hier einige Lautsprecher die wirklich gut aussehen.

    Ahorn und Apfelbirke schokolade finde ich spontan irgendwie passend. Jetzt sehen diese Folien auf den Bildern im Internet meist nie so aus wie in echt. Deshalb wieder rumgefahren. Ahorn gab es nicht, daher musste das sehr ähnliche Birke als Ersatz dienen. Wie das wohl aussieht? Ich kann es euch noch nicht sagen, weil die Folien noch zusammengerollt rumliegen. Was noch gefällt ist Dark Maron in Kombination mit Nordic Elm, Perlmuttholz weiss, Whitewood (matt) Weißesche und Eiche hell mit Eiche Santana kalk, Mahagoni oder etwas ausgefallener Leder Goldhavana mit Leder schwarz oder Leder weiß.

    Ich hatte noch Folie von meinen ersten Lautsprechern über. Bei diesen sieht man die Kanten wirklich gut, aber durch die schwarze Maserung fällt das nur auf, wenn man bei künstlichem Licht davorsteht und draufschaut. Auf den ersten Blick kann ich mir nicht vorstellen, wie fein abgeschliffene Stoßkanten durch die Folie sichtbar sein sollten.

    Da ich mich immer noch nicht so richtig für die Optik entschieden habe lies ich das Thema erstmal ruhen. Perfekter Zeitpunkt mich am Versenken der Chassis zu versuchen. Die Chassis der U_Do haben ja eine eher untypische Form. Mit der Oberfräse und einem Fräszirkel kommt man hier nicht weit. Man benötigt eine Schablone oder besser mehrere Schablonen. Aber wie? Mit der Stichsäge? Niemals! (Kleiner Spoiler, wie sich später herausstellen wird klappt das viel besser als man zuerst glauben möchte). Irgendwo habe ich hier schon von 3D-Druckern gelesen und ein Kumpel hat zufällig einen, wie passend. Mit sketchup (so entstehen Udos Zeichnungen) habe ich ein ganz klein wenig Erfahrung, aber nach einigen Stunden musste ich feststellen, dass bezüglich der Form auf dem Monitor nicht viel mehr als ein einfacher Kreis zu sehen war. Uff… Ein Mitglied der Community war so freundlich mir auszuhelfen.

    Wenn man mit der Oberfräse und Schablonen arbeitet stößt man unweigerlich auf so Worte wie Kopierhülse, Versatz oder Fräsdurchmesser. Was habe ich mir tagelang darüber den Kopf zerbrochen, ich wollte es einfach nicht verstehen. Da halfen auch die ganzen Anleitungen, Formeln und Videos auf YouTube nichts. Und dann hat es Klick gemacht.
    Um das besser zu verstehen wurde eine Schablone per Hand gefertigt, könnte ja helfen. Also fix ein Loch in eines der Restebretter gemacht, damit eines der Chassis darin Platz findet, um so dessen Form auf dem Brett nachzufahren. Wieder mit der Stichsäge ausgeschnitten.

    Natürlich sah es nicht sauber aus. Aber so konnte ich ein wenig mit der Folie herumspielen und überlegen wie ich es wohl am besten anstelle, damit die Folie in Verbindung mit dem Chassis gut und sauber aussehen wird. Und ich muss sagen, wenn man sehr genau mit der Stichsäge arbeiten kann, dann bekommt man dank der Folie auch ein ziemlich brauchbares Ergebnis. So sieht es schon mal aus, wenn man nicht so genau schneidet wie man eigentlich könnte. Mit einem feinerem Blatt und mehr Geduld  könnte man sicher brauchebare Ergenisse erzielen. Jetzt konnte man so tun als würde man das Chassis versenken.

    Die Falten muss ich aber noch irgendwie in den Griff bekommen. Auch der Tipp die Folie so nahe und so oft wie möglich bis zum Rand einzuschneiden beseitigt das Problem nicht so weit, als dass es nicht mehr auffällt. Die Folie mit dem Heißluftföhn zu bearbeiten macht es irgendwie schlimmer und nicht besser, aber damit fehlt mir noch die Übung. Durch das Erwärmen der Folie zieht diese sich zusammen und ka wie ich das erklären soll, dringt sie dadurch in die Oberfläche ein und man sieht wie beim Lackieren alles durch was da eigentlich nicht hingehört. Auf dem folgendem Bild sieht das leider nicht.

    Und so sieht es aus, wenn man mit der Oberfräse versucht freihändig 1mm zu entfernen. Ohne Schablone geht das nicht anders, weil in der Mitte ein großes Loch ist. Aber ist ja nur zum Herumprobieren.

     

     

    Die Bilder zeigen die Kante vom Verleimen, wenn man nicht schleift und wie es aussieht, wenn man zwei Stücke der Folie überklept.

    Für das Umgehen der sichtbaren Kanten habe ich auch schon eine Idee und erste Versuche zeigen bereits super Ergebnisse. Erstes Bild gut.

    Zweites Bild als Vergleich. In der obernen Hälfte sieht man es dank der Nahaufname noch gut, aber unter sieht man, wie nach der Bearbeitung aussieht.

     

     

     

     

     

  • #41870

    Hector Fieramosca

    Wie bereits geschrieben haben Schablonen und Folien bischen Zeit in Anspruch genommen. Das kommt davon, wenn man immmer alles verstehen will und sich nicht entscheiden kann 😉

    Ab jetzt geht es wieder mit aktuellem Stand weiter.

    Ich hatte ja schon ein paar Tage die beiden Folien “Birke” und “Apfelbirke schokolade” zum Probieren herumliegen bzw. um zu sehen wie die Kombination aus Maserung und Farbe rüberkommt. So konnte ich auch meine Ideen bezüglich dem Aufziehen der Folie testen und noch bischen mit dem Heißluftföhn üben. Damit werde ich irgendwie nicht so wirklich warm.

    Ich möchte eigentlich schon ganz gern vermeiden, dass jede Seite eine einzelne Folie bekommt. Das habe ich so schon mal (falsch) gemacht und die Folie zieht sich an den Kanten zusammen.

    Deshalb sieht der Plan wie folgt aus: Zuerst ziehe ich die erste Folie ausgehend vom Boden über die Front rauf zum Deckel an der Rückwand wieder zurück zum Boden. Bei der zweiten Folie wird es gleich gemacht, aber von der Seite. Damit ich eine schöne “Kante” für die Front bekomme nutze ich den vorhandenen geraden Schnitt der Folie und lassen den Rest einfach überstehen. Der kommt dann später ab.

    Das funktioniert im Grunde wirklich sehr gut, aber nicht genau so wie geplant. Das Erhitzen der Folie während dem Aufziehen sollte man wohl vermeiden. Die Folien sind sowas von dünn und werden super elastisch und verformen sich dann.

    Die Blase aufzuschneiden hat nur bedingt geholfen und führt zu keinen Ergebnis das gefällt. Solange das nur beim Probestück passiert jedoch kein Problem.

     

    Es gibt aber auch Stellen an denen die Hitze wahre Wunder bewirkt. Bei den Kanten entsteht ein kleiner Luftspalt (wie bei den runden Chassis in den Bildern oben zu sehen) den ich wieder mit leichter Spannung beim Aufziehen noch mit dem Rakel wegbekomme. Das sieht so aus.

     

    Wenn man aber mit der Heißluftpistole zweimal nur die Kante erhitzt zieht sich die Folie zusammen und sieht es sehr gut aus. Ich überlege ich ich nicht minimal die Kante anfase, aber dann wird es mit der anderen Folie komplizierter.

     

    Mit der zweiten Folie an der Seite sieht es dann so aus, wenn man (zumindest an der Front) keine überstehende Folie abschneiden muss. Zur Erinnerung: ich versuche die bereits vorhandene Kante der Folie zu nutzen.

     

    Jetzt noch kurz was zu den Dingen die ich so nicht geplant hatte. Wenn man die Folie mal vom MDF abziehen muss, dann sieht man das nacher, weil von der Oberfläche des MDF sich kleinere und leider auch größere “Partikel” ablösen. Das sieht dann aus als hätte man nicht saubergemacht und so Schleifstaub und kleine Körnchen mit der Folie überzogen. Auf dem Bild sind man nur die großen Stücke, aber es wirkt einfach irgendwie körnig.

    Folie auf Folie hingegen hält sowas von gut… Und was ich mir wirklich nicht gedacht hätte, aber es viele ja schon geschrieben haben, dass man den Stoß durch die Folie sieht. Besonders bei der hellen Folie ist das der Fall. Nach dem Erhitzen der Kanten wird das möglicherweise noch sichtbarer. Ich bin aber der Meinung, dass man hier keine überstehende Kante durchsehen kann, sondern auf Grund der extrem dünnen Folie einfach den Schatten durchkommt. Mann muss jedoch schon sehr gründlich suchen (oder wissen, dass da was ist). Bei der dunklen Folie muss auch noch das Licht in perfekten Winkel draufstrahlen, dass man überhaupt was erkennen kann.

    Mann sieht es auf Grund der Komprimierung der Bilder nochmals etwas schlechter.

     

    Natürlich gab es auch was, was mich wieder ins Grübeln bringt. Bei der seitlichen dunklen Folie ist die erste Seite noch genau der Kante entlang und dann kommt auf der anderen Seite langsam ein Versatz dazu. Darauf habe ich nochmal geprüft, ob der rechte Winkel auch wirklich ein rechter Winkel ist und ja, ist er.

     

    Was noch zu beachten wäre ist, dass die Folien sehr empfindlich sind. Ich weiß jetzt nicht, ob die Folien selbst unterschiedlich dünn sind, jedenfalls sieht man bei der hellen Folie das Muster auf der sie aufgeklebt ist durch, bevor man sie abrollt. Ich nutze als Untergrund eine große MDF-Platte, welche ich vorher entstaubt und mit feuchtem Tuch abgewischt habe. Und dennoch bekommt die Folie sehr leicht Kratzer und Stöße.

     

     

  • #41945

    Monti

    Hallo Hector,

    also ich habe vom Folieren keine Ahnung, aber ich habe theoretisch gelernt, dass man in die Vorbehandlung des Untergrundes die gleiche Aufmerksamkeit investieren sollte wie beim Lackieren. Das Video zum Folieren von Stefan kennst Du?

    Und wie bei allem gibt es auch bei den Folien Qualitätsunterschiede. Möglicherweise hängt die Empfindlichkeit bei Deinen Folien damit zusammen…?

    Viel Spaß weiterhin, die werden schon schick werden!

    Ciao
    Chris

    • #41946

      Hector Fieramosca

      Hi Chris,

      soweit mir bekannt ist reicht es einmal leicht feucht zu wischen. Wüsste nicht wie man vermeiden kann, dass etwas vom MDF an der Folie kleben bleibt, wenn man sie wieder abnimmt. Hat man die Folie zuvor erhitzt, dann dringt der Kleber tiefer in die feine MDF-Oberfläche ein und es bleibt noch mehr daran kleben.

      Ja, das Video kenne ich, danke. Laut Verkäufer ist das bei den Folien wie bei vielen anderen Kunststoffkram. Selbes Produkt, aber andere Farbe kann anderes Material oder anderes Herstellungsverfahren bedeuten.

      Was das Aufziehen der geraden Kante betrifft: Sobald ich dazu kommt fange ich nicht wieder am Boden damit an, sondern nimmt die lange Seitenkannte.

      • #41948

        Monti

        Hallo Hector,

        wie gesagt, ich habe vom Folieren keinen Plan und kann daher auch nicht beurteilen, ob z.B. das herumlegen der Folien um die Kanten der Königsweg ist.

        Ich hab mir Stefans Video jetzt nicht noch mal angeschaut, aber ich meine mich zu erinnern, dass er die Seiten einzeln gemacht hat, zumindest hat er was von einem SEHR scharfen Cuttermesser erzählt, um die Kanten zu schneiden. Er hat, so meine ich mich auch zu erinnern, keine Folienkante an die Lautsprecher-Kante angelegt, sondern alle Kanten mit Überstand gemacht und dann abgeschnitten.

        Worauf ich hinaus will: mich beschleicht das Gefühl, dass Du Dir das Leben vielleicht unnötig schwer machst und es anders leichter geht.

        Aber vielleicht meldet sich ja noch ein Foristi mit Folier-Erfahrung, die mir komplett fehlt…

        Guten Wirkungsgrad 😉
        Ciao
        Chris

        P.S. Macht es vielleicht Sinn, das MDF vorher zu grundieren oder anders vorzubehandeln? Oder ist das kontraproduktiv?

      • #41950

        MartinK

        Moin. Schön glatte Oberfläche hilft enorm. Ich grundiere 2x und schleife fein. Dann lässt sich die Folie relariv gut “rangieren”
        Gruß Martin

  • #42548

    Hector Fieramosca

    Schon wieder ein Monat rum. Hatte leider wenig Zeit und da ich im Freien werke muss das Wetter auch stimmen.

    Nachdem ich zuvor ein wenig mit der Folie probiert habe ging es die letzten Wochen richtig zur Sache. Mit Hilfe der ersten Schablone vom Drucker habe ich die zweite Schablone zum Fräsen der Versenkung gemacht.

     

     

    Leider war die Schablone vom Drucker je 0,5mm zu klein geraten, also mit 3-5 Schichten Papierklebeband vergrößert.

    Und dann mit mit dem Cuttermesser bündig schneiden.

     

    Jetzt kann es mit dem ersten Versuch losgehen. Erstmal anzeichnen, damit die Schablone auch richtig angelegt werden kann.

    Schablone fixieren

    Beim Herumfahren mit der Oberfräse muss mann hier gut aufpassen, damit es die Maschine nicht nach außen zieht. Da man ja einmal ganz herum muss ändert sich die Richtung in der die Fräse zieht.
    Ist mir 1-2 mal passiert. Dachte ich hätte davon auch ein Foto.

    Oben die Schablone und unten die Front von einer Udo6.

    So sieht es bei mir aus, wenn die Hochtöner an der Reiche sind. Wie man sieht, sieht man nicht viel, weil die Öffnung für die Höchtöner  so klein sind, dass diese unter der Oberfräse verschwinden.

     

    Damit die Schablone überhaupt richtig angesetzt werden kann habe ich mir ganz einfach ein paar Hilfslinien angezeichnet.

     

     

    So könnte es aussehen, wenn man die inneren “runden” Kreise mit der Stichsäge aussägt. Damit ich die Kreise nicht zu groß mache, bin ich an der Innenseite entlang, aber da musste ich viel nachbessern, damit das Chassis richtig passt und das war mir dann doch zu umständlich.

    Also habe ich die Kreise auch mit der Oberfräse gemacht. Mittendrin merkt man, dass das viel Arbeit ist, wenn man für die 19mm Brettstärke pro Loch 4 bis 5 mal je 4-5mm in die Tiefe fräst. Mehr auf einmal war mir dann zu unsicher, hatte Bedenken, dass es dann eher zu Fehlern kommen kann. Auch klang die Fräse mit 10mm ziemlich “bemüht”.

  • #42549

    Udo Wohlgemuth
    Keymaster

    Hallo Hector,

    danke für die Bilder vom Schablonenfräsen. Jetzt weiß ich wieder, warum ich mir eine CNC-Fräse gekauft habe. Die braucht pro U_Do 13-Front etwa 10 Minuten, U_Do 6 geht in gut 5 Minuten und ich muss noch nicht einmal daneben sitzen 😉

    Gruß Udo

    PS: Hast du gut gemacht!

  • #42552

    Hector Fieramosca

    Danke 🙂

    Es macht ja Spass und man merkt wie es Stück für Stück leichter von der Hand geht. Zum Glück lackiere ich nicht, weil ich hatte nicht daran gedacht die Fronten vorher zu schleifen… Hätte ich Termindruck, dann würde ich wohl das nächste mal die Chassis aufsetzen. (falls das aber wieder ein paar Jahre dauert besteht die Hoffnung, dass dann CNC-Bausätze ähnlich preiswert wie 3D-Drucker sind)

    So viel länger habe ich auch nicht gebraucht, nur gefühlt 10 mal so lange 😀

     

  • #42561

    Markus Zeller

    Hallo Hector,

    da sieht ja schon richtig gut aus! Respekt vor dem Aufwand!

    Freue mich schon auf die Bilder, wie es aussieht wenn es fertig ist!

    Gruß aus der Eifel, Markus

  • #42583

    Monti

    Hallo Hector,

    Das nächste Mal vielleicht die Schablone anders herum planen, also innen fräsen und nicht außen rum. Wenn Dir dann die Fräse „abrutscht“ nimmt sie nur Material weg, das sowieso weg muss.

    Ciao
    Chris

  • #42585

    Hector Fieramosca

    Ging nicht anders, da der 3D-Drucker nicht größer kann. Aber die richtige Schablone für die Fronten ist ja zum Glück zum auf der Innenseite entlangfahren. (Siehe Bild mit dem Fadenkreuz)

  • #42999

    Hector Fieramosca

    Eigentlich wollte ich am Wochenende mit dem Löten der Weichen bereits fertig sein. Stattdessen habe ich noch nicht mal wirklich angefangen und nur mal die einzelnen Teile zurechtgelegt. Vielleicht heute 🙂

    Leider ist mir beim Leimen auch mein erster richtiger Fehler passiert. Beim Aufleimen einer Seitenwand bei einer der Udo13 habe ich vergessen Leim auf die lange Kante der Seitenwand aufzutragen. Das ist mir auch erst nach 15min aufgefallen, weil ich mich gewundert hatte, dass kein Leim rausquillt. So lies sich die Seitenwand an manchen Stellen relativ leicht mit einem erst dünnen und dann dicken Spachtel auseinander hebeln, um so etwas Leim hinein zu pressen. Dieser wurde dann mit einem Holzplättchen nach unten geschoben.
    Jetzt gerade fällt mir ein, dass ich eine Schattenfuge hätte machen können, um diese dann mit Leim auffüllen. Must..

     

     

    Trotzdem gibt es neue Bilder. Alle 5 Lautsprecher wurden verleimt und geschliffen und geschliffen und geschliffen wurden sie auch 😀 Mit dem ganzen Schleifstaub hätte man eine Udo6 füllen können.

    Mit der kleinen Leimtube habe ich versucht “schöne” Fugen zu machen, damit mein Gewissen beruhigt ist und denkt, dass auch alles wirklich dicht ist.

     

    Das Scheifen war bis jetzt die an wenigsten spaßige Arbeit. Was ich mir nicht erklären kann ist, dass die Kanten nach dem Leimen mehr überstanden als vorher wie sich noch trocken zusammengelegt waren. Trägt der Leim wirklich “so dick” auf, dass hier aus “so gut wie bündig” nacher “warum steht da jetzt 1mm über” wird?

    Durch den ganzen Schleifstaub musste ich nicht nur den Rundschleifer 2 zerlegen, auch den Sauger hat es erwischt, genauer gesagt den Motor. Dank Flomarkt App am Handy hatte ich nach 2h einen Ersatz gefunden, am Samstag Nachmittag.

     

     

     

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Tagen, 21 Stunden von  Hector Fieramosca. Grund: Fotos richtig verlinkt

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