5. MĂ€rz 2017

Torstens Mona 21 – weltweit mobil

Autor: KTM-Tod

Da meine Schwester in letzter Zeit sehr viel in der Welt umher tingelt und Sie immer nur ein paar Monate an einem Ort verweilt, kam mir die Idee, ihr eine mobile Hifi-Anlage fĂŒr unterwegs zu bauen. NatĂŒrlich könnte man zu SB12 und Co. greifen, aber dafĂŒr wurden ja schon einige interessante Varianten vorgestellt. Also warum nicht mal ein mobiles 2.1 System kreieren. Im Lastenheft standen natĂŒrlich kompakte Maße, Tragbarkeit, NetzunabhĂ€ngigkeit und ModularitĂ€t ganz weit oben. Da meine Zeit zu begrenzt ist, um Udos Kreationen vor Ort lauschen zu können, suche ich natĂŒrlich immer einen Grund, mal wieder was Neues von ihm bauen zu können. Also das Probehören der Mona 21 war somit gesichert.

Um das Gewicht der Konstruktion möglichst in Grenzen zu halten, musste natĂŒrlich auf einen komplexen Mix hochmoderner Materialien zurĂŒckgegriffen werden. Das Problem hierbei bestand natĂŒrlich darin, an den entsprechenden Stellen den Materialeinsatz so zu dosieren, dass auch bei hohen Pegeln aus der Boom Box keine Schepperkiste wird. Hierbei griff ich auf KG-Rohre als GehĂ€usematerial zurĂŒck. Da ich schon mal ein ganzes Surround System aus diesem Material gefertigt habe, konnte ich gleich auf entsprechende Erfahrungen aufbauen. NatĂŒrlich wĂŒrde ich jetzt nicht unbedingt eine Duetta damit bauen wollen, aber fĂŒr den vorliegenden Anwendungsfall ist das Material auf Grund des Gewichts, der Robustheit und Feuchteunempfindlichkeit nahezu ideal.

Eine 100er KG-Muffe hat genau das geforderte Mindestvolumen von 1L. Wenn man die passenden LochkreissĂ€gen zur Hand hat, sind die Satelliten in einer halben Stunde einsatzbereit. Man kann es quasi Speed-Boxing nennen. Beim Zusammenschieben der Muffen-Verbindung sollte man aber wenigsten eine Seite einfetten, um nochmal die Chance zu haben, an das Innenleben heranzukommen. Ansonsten gibtÂŽs ordentlich Schweiß auf die Stirn.

Beim Subwoofer wird das Ganze schon etwas schwieriger, hier wird ein 200er KG-Rohr zwischen zwei 15mm Siebdruckplatten mittels Gewindestangen verspannt. Als Abdichtung habe ich beidseitig eine Nut eingefrĂ€st und mit farblosem Acryl ausgefĂŒllt. Probleme bereitet mir zur Zeit noch das abgewinkelte Reflexrohr, welches sich bei hohen Pegeln mit starken StrömungsgerĂ€uschen zu Wort meldet. Da das GerĂ€t aber zur Zeit in der Schweiz residiert, muss eine Optimierung mit flacherem Winkel und vielleicht auch schrĂ€gem Eintritt noch etwas warten. FĂŒr das Einkleben von Holz in KG-Rohre bitte das fĂŒr PVC-Rohre ĂŒbliche Tangit verwenden. Bei meinen ersten Versuchen mit Bluestone Twins hatte ich noch 2K Epoxy-Kleber im Regal
..großer Fehler mit dann natĂŒrlich ordentlich Schweiß auf der Stirn!

Nachdem der Subwoofer fertiggestellt war, konnte der Bau des oberen GehĂ€uses erfolgen, welches die Satelliten und das restliche Equipment aufnehmen soll. DafĂŒr wurde fĂŒr die Seiten 15mm Siebdruck, fĂŒr Front, Deckel und Heck 12mm Siebdruck und Boden/Innenausbau 8mm MDF verwendet.

Das GehĂ€use wurde zuerst als geschlossener Korpus gefertigt, dann in Ober- und Unterteil zersĂ€gt und wieder zusammengefĂŒgt. Damit die im Folgenden gefrĂ€sten Öffnungen fĂŒr die Satelliten auch perfekt rund werden. Auf Scharniere habe ich wegen der Klappergefahr bewusst verzichtet, dafĂŒr aber die Deckel der Satelliten als formschlĂŒssige Verbindung von Ober- und Unterteil, per umlaufender Nut in die Konstruktion einbezogen.

Die Arretierung der einzelnen Module erfolgt durch Kofferschlösser. Um auch hier KlappergerÀusche von vorn herein zu unterbinden, sind die Stirnseiten der VerbindungsflÀchen mit dauerelastischen DichtbÀnder belegt, welche eine praktische Vorspannung der Kofferschlösser zur Folge haben.

Eigentlich hatte ich mich fĂŒr Siebdruckplatten entschieden, da Sie auch fĂŒr den Flightcasebau verwendet werden und Robustheit vortĂ€uschen. Aber aus heutiger Sicht wĂŒrde ich das Material fĂŒr diesen Zweck nicht noch einmal verwenden. Zum einen handelt es sich um weiches Multiplex Birke, wo man schon sehr vorsichtig sein muss, um keine AbdrĂŒcke in der glatten OberflĂ€che zu hinterlassen. Zum anderen hat man, durch die OberflĂ€che bedingt, beim Zusammenbau so gut wie keine Korrekturmöglichkeit wie FrĂ€sen oder Schleifen, von Spachteln ganz zu schweigen. Es musste also alles saugend zusammenpassen, was mir glĂŒcklicherweise auch gelungen ist. Ich glaube, vor 2 Jahre hĂ€tte ich an dieser Stelle noch verdammt viele Nerven gelassen 😉 Beim nĂ€chsten Mal wĂŒrde ich wieder zu Multiplex Buche greifen, Beizen und mit vernĂŒnftigen Klarlack versiegeln.

Als Stromversorgung dient ein 12V Starthilfe Akku mit 18000mAh aus dem Automobilbereich. Mit dem lassen sich unterwegs natĂŒrlich auch noch Notebooks, Tablets oder Smartphones laden. Bei ersten Tests funktionierte das System sehr zufriedenstellend. Egal ob ohne Netzanschluss oder im Lademodus, die Anlage trĂ€llert störungsfrei Ihr StĂ€ndchen. Tests, wie viele Stunden bei welcher LautstĂ€rke machbar sind, habe ich natĂŒrlich nicht durchgefĂŒhrt, aber fĂŒr einige Stunden Berieselung am Abend hat es problemlos ausgereicht. Einzig die WĂ€rmeentwicklung des zu kleinen Steckernetzteils finde ich grenzwertig. Hier bestĂŒnde noch Tuningpotential.

ZusĂ€tzlich wird natĂŒrlich auch noch ein altes Laptop Netzteil zum Einsatz kommen, um den Akku nicht zu sehr zu stressen.

Hier noch ein paar Varianten, wie das GerĂ€t an unterschiedlichste Raumbedingungen angepasst werden kann. Den Satelliten habe ich FĂŒĂŸe mit nur 5° Anstellwinkel verpasst, damit sie auf den Tisch gestellt optimaler abstrahlen, aber trotzdem in erhöhter Position noch nutzbar sind. Die Maße (LxBxH) betragen ca. 50 x 25 x 40 und das Gewicht pendelt sich mit allen Innereien zwischen 13 u. 14 kg ein. Ich hatte zwar gehofft, etwas nĂ€her an die 10kg Marke ranzukommen, aber fĂŒr ein tragbares SUB/SAT System trotzdem noch ok. Alles in allem war es, durch die vielen kleinen Detaillösung, mein bisher komplexestes Projekt. Aber es hat viel Spaß gemacht und ein neues Paket von Udo ist auch schon wieder angekommen 🙂

Zum Abschluß die „Mona Mobile“ bei meiner Schwester im Einsatz mit dem O-Ton    „What a Sound 

.. Keine BlechbĂŒchse mehr“

Allen weiterhin viel Spaß und KreativitĂ€t beim Basteln

Torsten

 

Zum Nachfolger “MonaSB” im Online-Shop

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27 Comments
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ich sage nur wow. đŸ‘đŸŒđŸ‘đŸŒ ich stehe total auf eigensinnige Designs und Ideen. Wer mich, meine LS und diy Geschichten kennt weiß das 😉

Hallo Torsten,
sehr inspirierend, könnte man auch einen Subwoofer nur aus dem Rohr bauen? Frage ist nur wie berechne ich das annÀherungsweise damit ich abschÀtzen kann wie lang das wird?
Gruß Ralph

Moin,
Kurzer RĂŒckblick in Mathe Grundlagen sagt Volumen ist gleich FlĂ€che mal LĂ€nge.

FlÀche vom Kreis ist pi * r^2 mit r dem Radius, also halber Durchmesser und pi so grob 3,14

Wenn du also das gewollte Volumen durch die KreisflÀche teilst hast du die LÀnge

Frohen Bau

Matthias

Hi, was glaubst Du. Sollte ich dafĂŒr das geschlossenes Volumen Vg = (0,8*Vas) / [ (Qtc^2/Qts^2)-1 ] oder ein Reflexvolumen Vr = 2 * Vas *Qts^2 verwenden? Werden viele Knicke die Frequenzen beeinflussen?
Gruß Ralph

Hallo Ralph,
warum verwendest du nicht einfach die Volumina, die Udo vorschlÀgt und inzwischen wohl hundertfach erfolgreich nachgebaut wurden?

Gruß Max

Ah, jetzt…
Schau doch einfach mal im angegliederten shop nach den fertigen BauvorschlĂ€gen fĂŒr subs und ĂŒbernimm das Volumen von da, das klappt dann wenigstens auch garantiert…

Und mach ein paar Fotos 😉

Matthias

Hallo Torsten,

Dein Entwurf ist extravagant, stilistisch treffsicher und darĂŒber hinaus ziemlich praktisch. GlĂŒckwunsch! GefĂ€llt mir sehr gut!

Viele GrĂŒĂŸe BigBernd

Hi Torsten,
Eigentlich mĂŒsste ein HP50/180 ungefĂ€hr passen, das hab ich aber nur bei einem HĂ€ndler gefunden, bei dem ich nix mehr bestellen werde. Daher der Griff zur Variante mit variabler LĂ€nge (was mir ja ohnehin entgegen kommt), diese ist aber nicht so schön Strömungsoptimiert geformt.
Zum Testen wirds allemal reichen, final wirds dann evtl eine Variante aus 2x HP50 “Trompete” an HT Rohr, oder doch wieder ein Kanal, aber eben grĂ¶ĂŸer oder verrundet.

Gruß Max

PS: U_Dos bestellen, um an BR-Rohre zu kommen… man kann sich ja alles schön reden 😀 😀
Wie schlÀgt sich die U_Do 3 gegen die Mona? (wenngleich du wohl keinen Direktvergleich mehr hast)

Hallo Max,
HP 50 mit 180 mm LĂ€nge hab ich auch auf Lager, vielleicht sollte ich sie wie die HP 70/ 200 mal in den Online-Shop stellen.

Gruß Udo

Cool, da ist ja mein gesuchtes 1l Rohr 🙂 (aus dem Mona-Ursprungsthread)
Hab aber schon kleine 1l KĂ€stchen mit leicht geneigter Front gebaut.
Die ganze Kiste gefÀllt mir richtig gut.
FĂŒr ein mobiles System, mit stĂ€ndig umziehen und so, hĂ€tte ich aber Angst um die Satelliten, da ist doch RuckZuck ein Loch drin…??

Sehr schön gemachte Mona mit durchdachten Details, das geht nur wenn man es selbst macht! Hut ab, gefÀllt.
Gruß Dino

Hi Torsten,

tolle Umsetzung der Mona!

Hast du schon neue Erfahrungen bzgl. der StrömungsgerÀusche gemacht?
Ich hab ein Ă€hnliches Problem – bei meinem ersten GehĂ€use (ebenfalls mit Gewinkeltem BR-Kanal, zudem ums “spitze Eck” ohne Verrundung) waren die StrömungsgerĂ€usche extrem, beim zweiten TestgehĂ€use (Originalbauplan) ist es deutlich besser und sie sind nicht mehr störend, aber bei höheren Pegeln immer noch deutlich vorhanden.

Auf Martins Tipp hin hab ich mal ein paar BR-Rohre mit variabler LĂ€nge geordert und werde mal testen, wie es mit einem etwas grĂ¶ĂŸeren, aber lĂ€ngeren BR-Port funktioniert…

Gruß Max

Wunderbar, so muß DIY ! GlĂŒckwunsch zur extravaganten Umsetzung.
Wie wĂ€rs denn mit einem Forumsinternen Wettbewerb ala ” Top Umsetzung ” oder ” “schönstes Projekt”? Wird wohl schwer da Richtlinien zu finden, das Thema ist wohl zu komplex….

Ciao Udo

Klasse Umsetzung!

Erinnert mich an einen anderen KG-Rohr-Bericht und dass ich noch diverse Rohre in der Gartenlaube liegen habe. Man mĂŒsste mal wieder was bauen 🙂

Viel Spaß deiner Schwester damit

Gruß Enrico

Ganz großes Kino.
FĂŒr einen alltĂ€glichen Anwendungsfall -der gerade daher wirklich wichtig ist- ist aus dem Produktfolio ganz nebenbei eine verblĂŒffend passende Lösung gefunden worden.
Genial.

Es grĂŒĂŸt freundlich Rundmacher

Sehr witzige Idee!! GefÀllt mir!

Ach wie cool ist das denn geworden 🙂
GlĂŒckwunsch! Kannst du noch was zu den Baukosten außerhalb des Bausatzes sagen?
Lieben Gruß
Matthias

Toll gemacht! Design und Umsetzung sind wirklich erstklassig! Und das Beste natĂŒrlich: Eine glĂŒckliche Schwester 🙂

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