point2ohms U_Do 41_7

Mittlerweile ist es einige Monate her, dass ich Udos Seiten zum ersten Mal besucht habe. Anlass dazu war ein gewisses Youtube Video über den Truppe-Sub. Über dieses bin ich gestolpert, da bei mir während der Corona-Hochzeit endlich die Faktoren Zeit, Muße und das nötige Kleingeld (Urlaubsgeld war da, die Reise nicht mehr) zusammen kamen, um mir eine kleine Werkstatt einzurichten. So kam eins zum anderen und die Bestellung der „Werkstatt-Box“ wurde quasi direkt mit erledigt. Allerdings lagen die Komponenten erstmal einige Wochen herum, da der Werkstattbau Priorität genoss.

Dabei ergab es sich, dass ich abends immer wieder auf Udos Websites zurück kehrte und las, las und las. Das Fieber hatte mich komplett gepackt. Mit 18 Jahren, mittlerweile genau so lang her wie mein damaliges Alter, hatte ich mal versucht, einen Subwoofer zu bauen. Mit jugendlichem Leichtsinn, dafür ohne Geduld und mit viel Improvisation ging das damals gehörig in die Hose. Allerdings hat Musik in meinem Leben immer schon eine zentrale Rolle eingenommen. Ihr wisst wahrscheinlich, wovon ich spreche, wenn man Klangunterschiede wahrnimmt, die andere nicht nur nicht hören, sondern auch gar nicht interessieren. So erntete ich in Familie und Freundeskreis regelmäßig Kopfschütteln, wenn ich mich vor der total tollen neuen Anlage, dem Bluetooth Speaker, oder im schlimmsten Fall einer Amazon Alexa, mit Grausen abwandte. Das hatte leider auch zur Folge, dass ich über die Jahre teuflisch viel Geld nach Berlin überwiesen habe. Jetzt, da die „Kleine“ fertig hier steht, wird mir klar, dass das jetzt der Anfang eines völlig neuen Kapitels war und ich das Fazit vorwegnehmen kann: Ich bin rundum zufrieden.

Leider sehr zum Leidwesen meiner Frau, da ich ihr bereits jetzt für das Wohnzimmer etwas Großes angedroht habe und mir bei dem Thema jegliche Kompromissbereitschaft abhanden gekommen ist.

Viel zu viel Einleitung, das liest doch kein Mensch! Nun, Pech gehabt, da müsst ihr halt durch. Aber keine Sorge, jetzt geht’s los mit dem Baubericht.

Es begann beim örtlichen Baumarkt mit dem Zuschnitt des 15 mm Multiplex. Zugegebenermaßen mein erster Fehler. Falsch, es gibt nur Erfahrungen und Ergebnisse. Beim nächsten Mal mache ich es besser und habe bis dahin auch hoffentlich eine Tischkreissäge sowie eine Oberfräse. Jedenfalls dachte sich der werte Herr am Zuschnitt wohl, was sind schon 1 – 2 mm Spiel! Oder er war Schalke Fan und meine schwarz-gelbe Jacke mit dem BVB Logo hat ihm nicht gepasst, egal.

Jedenfalls habe ich das Desaster mit den Maßen erst nach dem Ausschneiden der jeweiligen Löcher bemerkt, als ich die Kiste zusammen leimen wollte. Mit viel hin und her und einer Menge Schleifarbeit, hat es einigermaßen gepasst. Das nächste Mal geh ich direkt zum Holzhandel und betone die Wichtigkeit der genauen Passform. Aber dies war nun mal eine Werkstattbox … und mein erstes Projekt … und garantiert hätte ich noch weitere Ausreden erfunden, um einfach weiter zu machen und zu Potte zu kommen. Also egal, das wird schon.

Apropos Kiste. Den Plan habe ich in Absprache mit Udo – danke nochmals für die schnelle und freundliche Hilfe – etwas verändert. Die Frequenzweichen, mit viel Platz auf eine MPX Platte geklebt und genug Abstand zwischen den glänzenden Kupferspulen, an denen ich mich nie satt sehen werde, wurden auf die Innenseiten der Außengehäuse gesetzt. Hier wurde bewusst Volumen verschwendet, da es aufgrund der fehlenden Satellitenfunktion, von 8060 ml auf 9800 ml angestiegen war. Ebenso bekam die Rückwand innen jeweils noch eine Platte MPX aufgesetzt, so dass sich etwa 9000 ml ergaben. Kurze Mail an Udo: Kannse so lassen, also lass ich datt so.

Auf separate Satelliten legte ich wenig Wert, sehr wohl aber auf ein vernünftiges Netzteil samt Nobsound 2-fach TPA 3116 mit 100 Watt für den SW-Kanal und 2 x 50 für die H+MT. Die wurden in einem aufgesetzten Kasten untergebracht, der gleichzeitig die Tragegriffe in den Seitenteilen beinhaltet, die von innen an den Deckel mit 8 Schrauben 4 x 50 plus Leim befestigt wurden.

Danach wurden die Kammern mit Dämmung gefüllt und die Seitenteile eingeklebt. Und das sage ich euch, in dem Moment habe ich dem lustlosen Baumarkt-Mitarbeiter im Zuschnitt wirklich gewünscht, ….. Nach endlosem Schleifen passten sie dann irgendwann zwischen Deckel und Boden.

Anschließend wurde fleißig geschliffen, um den Kanten eine leichte Rundung zu geben und das Lackieren zu ermöglichen.

Hier war das Ziel, zwei Sachen miteinander zu verbinden, bei denen die meisten Leser hier wahrscheinlich Fragen werden, warum in Gottes Namen tut er so etwas? Nun, die Box darf richtig kernig und nach Selbstbau aussehen. Also sparen wir uns die Grundierung und nehmen stattdessen eine Schicht matten Klarlack. Völlig unorthodox und dafür viel zu schade, landeten hiernach drei Schichten Lack des Typs „Daytonagrau Perleffekt“ von Audi auf dem Kasten. Nun, es hat seine Vorteile, wenn man eine große KFZ-Lackiererei zu seinen Freunden zählt. Den Viertelliter gab es für einen warmen Händedru … äh … Corona … für ein freundliches Lächeln, das erwidert wurde. Letzte Schicht: Klarlack, fertig.

Nun wurde im Verstärker-Top die Technik eingepasst und die Löcher der nach oben herausragenden drei Kabelstränge der Chassis-Gruppen mit Heißkleber geschlossen. Die Löcher für die Potentiometer der Endstufe wurden (zu unvorsichtig) gebohrt, nachdem die Frontwand der Kammer von innen mit einem Forstner-Bohrer malträtiert wurde. Ziel war es, die Stärke erheblich zu verringern, damit die Kappen der Drehregler anschließend auch guten Halt finden. Rückwärtig wurde das Netzkabel aus dem Top geführt und innen am Netzteil angeschlossen.

Trocknen durfte das Ganze dann nochmal 16 Stunden, bevor die Chassis aufgeschraubt und die Füße angebracht wurden. Dann kurz alles testen, Deckel draufgeschraubt und fertig. Der Deckel wurde übrigens separat lackiert und nicht geleimt, um den „Technik-Raum“ zugänglich zu machen. Wahrscheinlich werden hier noch Lithium-Zellen und evtl. eine kleine Alexa bei Bedarf nachgerüstet.

So, das war es auch schon von mir. Bleibt nur zu sagen, dass ich jeden ermutigen kann, einmal selbst zu basteln, etwas auf die Beine zu stellen. Ihr werdet mit dem nötigen Zutun von Udo und Jonas mit einem Klang belohnt, den man diesen wirklich günstigen Komponenten niemals zutrauen würde. Dafür nochmal meinen herzlichen Dank.

Meine Box ist jetzt gerade mal 8 Stunden eingespielt und es ist einfach nur schön, was da an Klangtreue, Klarheit und auch Fundament beim Hören genossen werden kann. Natürlich ist da noch Luft nach oben. Jedoch, wenn alles nach Plan läuft, wovon ich ausgehe, werde ich auch diese Luft bald schnuppern. Kaufen mag ich jedenfalls keine fertigen Lautsprecher mehr.

Bleibt gesund, Christoph.

Zur U_Do 41_7 im Online-Shop

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2 Comments
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Hallo,

echt schönes Projekt und ja Recht hast du…

Werkstatt ohne Sound, dass geht gar nicht !!!

greez
Shamanic

Hallo point2ohms,

gefällt mit gut, Dein Werkstatthenkelmann und auch Dein Bericht.

Die Farbe und die runden Bügel lassen ihn total technisch rüberkommen. Da fehlen nur noch Porzellanisolatoren und Dr. Frankenstein lässt grüßen. 😉

Servus
Peterfranzjosef

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