SB 15 OnWall, SB 30 OnWall, SB 29 SW CBFA und BRFA

Nun hat uns Corona schon ein ganzes Jahr fest im Griff,  die Menschen richten sich mangels besserer Beschäftigung immer häuslicher ein.  Eine der gravierenden Folgen wird das große Kinosterben sein, denn in stetig wachsender Zahl werden nicht für das Wohnen notwendige Räume zum privaten Filmtheater ausgebaut. Es war vielleicht keine kluge Idee, dass ich ausgerechnet jetzt die Wallstreet 3 und die SB 29 Sub-Versionen in Rente schickte. Doch so kommt es manchmal scheinbar zur Unzeit, dass man gutes Altes durch sinnvolles Neues ersetzt.

Um diese saloppe Behauptung auch mit Argumenten zu untermauern, kann ich auf die Nutzung des SB 15 NRXC-4 in Bausätzen hinweisen.  Neben der längst zur Geschichte degradierten “BluesBox” (schade um den schönen Namen) brachte er nur noch aus der Wallstreet 3 Töne heraus und ausbaufähig war er wegen seiner 4 Ohm nicht. Das war zur Zeit seiner Erfindung  – tatsächlich schon gute 10 Jahre her – auch nicht nötig. Damals dachte ich noch nicht in Reihen, die wachsen sollen, wenn der Wunsch nach Mehr Überhand gewinnt. Also muss ein Konzept her, dass sich den mittlerweile traditionellen Vorgaben beugt.  Und wenn ich schon dabei bin, kann auch der Wallstreet 4 eine angepasste Renovierung nur gut tun.

SB 15 OnWall

Nach dem Plan der Wallstreet 3 klebte ich sieben Bretter zusammen,  den entstandenen Kasten hängte ich vor meine Messwand. Nach den ersten Messungen fragte ich mich, ob denn ein Wandbehang zwingend mit einem Reflexkanal ausgestattet sein muss. Da Tiefbass im Heimkino die Aufgabe des Subwoofers ist, tut es auch ein geschlossener Kasten, der sogar weniger Volumen mit Holz umgibt. Also ran an LSPCad, das gut 6 Liter für einen -3dB-Punkt um 80 Hz aus meinen Messdaten des SB 15 NRX2C-8 errechnete. Bei 10 cm Innentiefe ergab das 20 x 36 cm in Breite und Höhe zuzüglich der Brettstärke. Das überflüssige MDF entfernte meine Kreissäge.

In Sketchup sah die SB 15 OnWall dann so aus.

Schnell waren auch zwei Löcher zur Kabeldurchführung gebohrt und der Innenraum locker mit Dämmstoff gefüllt.  Schon konnte die Weiche ermessen werden.

Auffällig und wegen der Wandnähe zwangsläufig ist der Haken um 300 Hz. Hier löschen sich Direkt- und früher Reflexionsschall teilweise aus.  Das ist der Kompromiss für die flache Bauweise. Abmildern könnte man den Effekt durch eine sehr breite Schallwand, verhindern nur durch planen Wandeinbau, also die SB 15 InWall.

SB 30 OnWall

Die SB 30 OnWall baute ich sofort als geschlossene Box aus 19 mm MDF mit 25 x 56 x 10 cm Innenmaß., nachdem ich sie in Sketchup gezeichnet hatte.

SB 29 SW_CBFA und BRFA

Auch ein stattliches Alter weisen die ersten Subwoofer mit dem SB 29 NRXC-6 auf. Der Bass erwies sich damals als nicht kooperativ, sprich er mochte sich nicht im Dreiwege-Konzept einfügen lassen. So untermauerte er das erste SB-Heimkino, für das in den SB15-Satelliten noch der kleine Ringradiator steckte. Dessen Ende kam schon früh, als ich mich auf den SB 26 STC-4 als allgegenwärtigen Tweeter der SB-Reihe festlegte.

Nicht dass der 29er Bass (links) seine Sache schlecht machte, ein echter Subbass war er eher nicht. Abgelöst wird er nun vom SB 29 SWNRX-S75-6 (rechts) mit höherem Membrangewicht und stärkerem Antrieb, einem geborenen Subwoofer eben.

Als Modul stellen wir ihm das FA 251 zur Seite oder richtiger formuliert auf die Rückwand. Es kann auch in den Sub integriert werden, braucht dort aber eine abgeschlossene Kammer.


Für die geschlossene Variante SB29SW_CBFA errechneten wir grob 40 Liter Volumen. Wunderbar, da passt das alte Gehäuse, das noch leicht verstaubt im Keller steht.

Mit dem FA 123 erstellte ich drei Presets, die mit 24 dB Hoch- und Tiefpass, einer leichten Anhebung um 34 Hz und kleinen Buckelglättungen schöne Kurven auf den Bildschirm malten.

Mit 70 Litern etwas größer sollte die Reflex-Version SB29SW_BRFA werden, die für 22 Hz Abstimmung ein 10er Rohr mit knapp 50 cm Länge braucht. Da ich aktiv unterwegs bin, konnte ich die Tuningfrequenz auf 35 Hz erhöhen. Nun passte das HP 100 mit 20 cm Länge. Den dadurch bedingten Buckel macht das DSP platt.


Zugegeben, optisch sind die alten Wallstreets schöner, aber man kann auch schnödes MDF Wohnraum tauglich bemalen oder bekleben. Der große Vorteil der Wandboxen ist, dass sie keinen Platz auf dem Boden wegnehmen und keine Löcher in den Mauern verlangen. Mit den kleinen Senken im Grundton hat das Ohr weit weniger Probleme als das Auge. Das ist aber eh auf die Leinwand fixiert und somit von den Diagrammen abgelenkt. Ob der Einmess-Automatik hier eine Korrektur erlaubt werden soll, muss jeder für sich entscheiden. Nutzbar sind die OnWalls als Rears oder Highs (heißen die Decken-Lautsprecher so?) zu allen anderen SB-Bauvorschlägen, doch bei Platzmangel funktionieren sie auch anstandslos als Front. Subwoofer und Satelliten fügen sich gut zusammen. Für das kleine Zimmer reichen fünf SB 15 OnWall oder SB 15 STC und ein geschlossener SB 29 SW, zu 5 x SB 30 OnWall oder SB 30 STC passt besser der BRFA. Wer ein anderes Modul für seinen Subwoofer nutzen will, bekommt die beiden Versionen selbstverständlich auch ohne den Hypex Fusion Amp.

Udo Wohlgemuth

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Das ja n Ding! War schon länger nicht hier… Kaum bin ich mal vorbeigehoppst holt mich die Vergangenheit ein! Vielleicht kannst du dich erinnern Udo… habe vor ca 2-3Jahren nach einer geschlossenen Variante der SB15 gesucht mit ca 6L Volumen… Habe alle 4 meiner hinteren Kanäle hervorragend(!!) damit im betrieb! Vorne werden sie durch 3x SB 36 Center geschlossen mit halbem Volumen, liegend als D’appolito, unterstützt. An der Decke machen 2x U_Do8 ihre Arbeit. Ich habe an sich keine Ahnung aber gute Ohren und es klingt Hervorragend, aber als der Vollprofi mit seine Hightech Equipment mir die Ganze Anlage eingemessen/eingepegelt und gesagt hat das er selten so gut klingende Lautsprecher gehört hat die komplett sauber miteinander harmonisieren und auch noch so “günstig” waren, da war ich schon etwas stolz! Auf dich und natürlich auch auf mich… 🙂 Also in diesem Sinne, immer weiter machen und auch mal offen für neues sein! Heimkino ist im Vormarsch und gute Lösungen werden immer begehrter!

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Und hier als kleine Inspiration für willige Heimkinofreunde die Front… Alles von Udo. Außer die Subs…

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Und für die die einfach nicht genug von Udo bekommen… Die Decke mit den Atmoslautsprechern ( U_do 8 )

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Hab den Missstand beseitigt…:-)

Hallo Udo,

das ist aber schön, die “kleinen” Wallstreets hatte ich schon vermisst und als neulich noch die SB29 Subs aus dem Shop verschwanden, schwante mir schon Böses für das geplante SB-Heimkino.
Schön, dass diese Lücke wieder geschlossen ist. Auf den SB34 Sub bin ich schon gespannt. Wenn der ähnlich kompakt daherkommt wie der 29er, kriegt er vielleicht sogar den Segen der Regierung. 😉

Viele Grüße,
Roland

Hi Udo,

das dachte ich mir schon. Dann frage ich lieber nicht wann sie fertig sind und harre gespannt der Dinge die da kommen. 🙂

Viele Grüße,
Roland

Es ist schön, wieder einen Bericht zu lesen! (Und das Ergebnis der 29er Weiterentwicklung).

Kleine Frage: Ist die Weiche der SB 15 Onwall (sehr) anders als die der STC? Ich überlege, ob ich meine vor Kurzem erstandenen, aber noch nicht gebauten STC an die Wand hänge.

Gruß
Niklas

Hallo Udo,

sehr schön, Lücke wieder gefüllt.

Bleibt, zumindest bei mir, noch die Frage, ob es auch noch einen SB 34 geben wird. Oder wieder was großes aus dem Hause Eton… 🙂

Ciao
Chris

Hi Udo,
eine kurze Anmerkung
Ist es gewünscht, dass im Bericht das Hypex Modul FA251 steht und im Shop das SAM Modul angeboten wird?

Gruß
Jochen

Hi Udo,
danke für den Hinweis!
Wenn man richtig liest, sieht man auch, dass es zwei Versionen gibt – tja ich sollte dann doch meine sieben Sinne beieinander haben, bevor ich eine Anmerkung mache.
Oh no!

LG
Jochen

Guten Morgen!
Es ist immer wieder eine Freude am Sonntag Vormittag bei einer Tasse Kaffee die neuen Berichte zu lesen, vielen Dank dafür. Und schon zieht es mich wieder in die Werkstatt:-)
VG Mirko

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