31. März 2024

Ralfs SB-Heimkino-Refugium – ein Traum wird wahr

Autor: Ralf Hülle

Über 2 Jahre ist es her, als ich Udo eine Mail geschrieben habe und folgende Anfrage hatte:

“Hallo Udo,
hast du 7 x SB 36 Inwall, 4 x SB 18 und 4 x SB 34 SW_BR auf Lager? Und passt das alles in eine Kompaktklasse?”

“Na klar” war die Kurzversion seiner Antwort.

Mega, dachte ich mir und hab ihn daraufhin besucht. Wie immer freundlich und mit Musik im Hintergrund, wurde ich in seinem Vorführraum empfangen. Während er mir seine fantastischen BelAir der ersten Stunde präsentierte, war ich erst in der Laune stundenlang auf seiner berühmten Couch sitzenzubleiben. Der Sound war schon der Hammer. Aber bei Udo ist man ja nichts anderes gewohnt. Da der Tag bei mir eh schon lang war und ich noch nach Hause fahren musste, haben wir dann doch das Auto gepackt. Alles passte in meinen kleinen Kompakten. Wer braucht schon Sicht über den Innenspiegel.

Dass es sich bei der Menge der Lautsprecher um ein werdendes Heimkino handelt, ist ja nicht schwer zu erraten. Der passende Raum dazu war zwar ein langer Prozess, aber das möchte ich hier nicht weiter vertiefen. Letztendlich ist es dieser hier geworden.

Um einmal einen Eindruck zu bekommen, wo die klangliche Reise hingeht, habe ich mir erst nur zwei der SB 36 vorgenommen. Da ich aber diesmal recht faul war, habe ich mir die Korpusse bei dem Schreiner meines Vertrauens schon mal vorarbeiten lassen. Nur die Öffnungen für die Chassis und das Terminal musste ich fräsen und anschließend die auf Gehrung geschnittenen Platten verleimen. Easy.

Frequenzweiche basteln und zusammen mit dem Dämmmaterial ab in die Box. Damit man die Boxen später auch durch den Akustikstoff nicht sieht, habe ich sie mit Tafellack gestrichen. Ein schönes, tiefes, mattes Schwarz, um jegliche Reflexionen vom Projektor zu minimieren.

Bevor es nun also weitergehen sollte, mussten sich diese Beiden erst einmal bewähren. Eigentlich lächerlich. Natürlich klangen sie wie erwartet super. Auch wenn ich sie erstmal nur in meiner kleinen Werkstatt mit ein paar meiner anderen Projekte verglichen habe.

Weiter geht’s mit einer kleinen Serienfertigung. Erst die Frequenzweichen.

Dann wieder die Fräsarbeiten.

Nun verleimen.

Parallel zu den Trocknungszeiten von Leim und Farbe, konnte der Raum auch schon Schritt für Schritt gestaltet werden. Ein Gerüst mit Positionen für die Lautsprecher war recht schnell aufgebaut. Für die genauen Positionen, habe ich mir Hilfe von einem Akustikplaner (Heimkinobau.de) genommen. In dieser Planung hatte ich von jedem Lautsprecher, Absorber, Sitz, Podest, Leinwand und Projektor die exakte Position.

Nun hatte ich ja meine “7” für die untere Ebene fertig und konnte diese endlich auf ihren rechtmäßigen Platz setzen.

Ok. Gemütlich ist anders. Aber das allein hat schon mächtig Spaß gemacht.

Bei jedem Schritt, der einen Teil der Akustikplanung abschloss, wurde immer mal wieder ein Soundcheck durchgeführt. Und jedesmal war eine deutliche Verbesserung zu hören. Der Spaßfaktor stieg kontinuierlich.

Während der Raum weiter Gestalt annahm, mussten natürlich auch die Lautsprecher weiter gebaut werden. Sagte ich schon, das ich faul war? Bei den Sub´s war ich wirklich froh, das mir der Schreiner die Platten zurechtgeschnitten hat. Den Platz hätte ich gar nicht gehabt. Nach Fräsen und Leimen musste schon die Waschküche als Zwischenlager herhalten.

Auch hier habe ich die Kisten mit Tafellack schwarz gemacht, damit sie hinter der akustisch durchlässigen Leinwand, die später angebracht werden sollte, keine Reflexionen abgeben. Zusammengebaut mit den Chassis und Versteifungsbrettern, alles aus 22 mm MDF, wog eine Box zum Schluss 38 kg. Die auf ihren entsprechenden Platz zu bekommen, war – sagen wir mal – spannend.

Bildgröße und Position hatte ich voreingestellt und so konnte ich direkt sehen, das die Chassis schön hinter der Leinwand und nicht hinter dem Rahmen arbeiten. Nächster Test… Krass.

Nun zu den “4” der oberen Ebene. Laut Akustikplan sollten diese mit einer Neigung von 12° unter die Decke montiert werden. Meine Idee war, die Front direkt auf 12° zu fertigen und eine Seitenwand etwas größer zu lassen, um dann die Box direkt unter die Decke schrauben zu können. Diesmal ohne Hilfe vom Schreiner habe ich das 19mm schwarz-durchgefärbte MDF bis auf eine Platte komplett auf Gehrung gesägt, verleimt und dann die Öffnungen gefräst.

Frequenzweichen löten.

Wieder alles schwarz lackiert und mit modifizierten Karosserie-Verbindern von einem Motorroller konnte ich diese entkoppelt direkt unter die Decke schrauben.

Leider musste ich nun feststellen, dass ich mit dem Bauen der oberen Ebene etwas schneller war, als mir der fertige Akustikplan vorlag. Jetzt passten die hinteren nicht so richtig an ihren vorbestimmten Platz. OK. Also das Volumen einmal umgerechnet und die Säge angesetzt.

Die Form ist sehr kurios geworden, aber so kann die Schallwand dort sitzen, wo sie sein soll.

Endlich ist es soweit. Ein Traum wird wahr. Es ist keine Übertreibung, wenn ich sage, dass ich meinen Kollegen seit Jahrzehnten damit in den Ohren liege, mir ein eigenes Kino zu bauen. Die sind schon froh, dass das ständige Rumgejammer von mir aufhört. Viele von ihnen waren auch schon zu Besuch, um mit mir Film und / oder Musik zu genießen. Für das fantastische Bild und die Verstärkertechnik habe ich mir die Beratung von GROBI.TV eingeholt. Eine echte Empfehlung.

Der Sound ist der Hammer. Dass alle Lautsprecher mit gleichen Chassis arbeiten, hört man deutlich. Absolut homogen – rundherum. Der akustisch abgestimmte Raum tut sein Übriges dazu. Beim Musikhören schwanke ich zwischen Dolby Atmos und Auro 3D. Atmos gibt mir etwas mehr Präzision, wobei Auro gleichzeitig mehr Volumen in der oberen Ebene abgibt. So muss halt jeder seins finden. Aber die Möglichkeit zu haben, beides laufen lassen zu können, ist schon toll. Mir hat besonders “RAYE” Spass gemacht. Auf der EP “My 21st century blues” sind neben dem Hit “Escapism”, “Black Mascara” und “Environmental Anxiety” meine Favoriten. Kraftvolle, tiefe Bässe und man sitzt im wahrsten Sinne mittendrin. Auch sehr empfehlenswert in Atmos ist “Pink Floyd” – “The dark side of the moon”. In “Time” klickt und surrt es überall und die Bassgitarre ist sogar fühlbar.

Danke an Udo für diese tollen Bausätze. Mit selbstgebauten Lautsprechern bekommt so ein eigenes Kino nochmal einen besonderen wert. Mehrmals in der Woche zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht. Egal ob bei Film oder Musik.

Und hier ist nun mein echtes Refugium:

Viele Grüße und bleibt alle gesund und habt weiter Spass an coolen Lautsprecher-Projekten.

Euer Ralf

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Wow, in dem Raum steckt eine Menge Arbeit!
War bei mir ähnlich, aber weit weniger aufwändig.
Die Wallstreet’s bei mir verzücken mich nun schon über 10 Jahre.

Viel Spaß mit dem Heimkino-Refugium 🙂

Ja Wahnsinn,

ich liebe das ja sehr, wenn die Planung eines Projekts mit allen Details mindestens genauso lange dauert wie die eigentliche Umsetzung. Und die ist dir hervorragend gelungen!

Herzlichen Glückwunsch!

Ich bin zwar kein großer Filmschauer, höre aber Musik meistens von der SACD im Surroundmodus oder via Apple Music in Dolby Atmos. Und daher kann ich gut nachvollziehen, welche akustischen Freuden man jeden Tag damit haben. Gerade bei Musik ist es dann so wichtig, dass alles Boxen aus dem Stall kommen…

Dein Aufwand hat sich definitiv gelohnt!

Grüße

Uwe

Was für eine unglaubliche Verwandlung des alten Kellers und was für eine Leistung! Ich ziehe meinen imaginären Hut! Das mit dem jahrelang vor sich herschieben kann ich sehr gut nachvollziehen. Bei mir war es ein Plattenspieler den ich mir vor ein paar Wochen in Altdorf habe bauen lassen. Und man fragt sich immer hinterher warum man es nicht früher gemacht hat, oder?!

Viel, viel Spaß im Heimkino und ich weiß, wie gut die LS auch Musik klingen lassen. Genieße es, du hast es dir redlich verdient

VG Alex

Moin Ralf,

so einen Raum zu haben und dann so zu nutzen, das ist leider geil.
Bin ein wenig neidisch. Wenn jetzt noch ein Besuch von GrobiTV bei dir ansteht, kannst du dem Selbstbau eine Plattform bieten…ach nee, die wollen ja nur ihren eigenen Kram verkaufen.
Spaß beiseite, dickes Kompliment.

Grüße und schöne Rest-Ostern
Enrico

Glückwunsch! Sieht richtig gut aus! Da hätte ich auch gerne noch mehr Details zum Bau gelesen.

Herzlichen Glückwunsch zur endlich erfolgten Umsetzung Deines Projektes.

Ich find es total klasse, geil und professionell gemacht.

Das Vorher/Nachher ist umwerfend.

Ich wünsche Dir und Deinen Gästen viel Vergnügen und grandiose Momente.

Peter

Bravo!

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