9. Juni 2024

Ceram 17 von Deniz

Autor: Deniz

Ich war auf der Suche nach Kompaktlautsprechern, da meine aktuellen Lautsprecher einfach zu groß waren. Zwar sind sie vom Klang her echt schön, eine 3 Wege Bassreflex Box mit Bändchenhochtönern und 30 cm Bass. Wie man früher halt Lautsprecher gebaut hat. Aber sie sind einfach zu klobig.

Bei einem flüchtigen Bekannten, der nur auf Eigenbau setzt, durfte ich mal in den Genuss von „wahrem“ Klang kommen. Ich bin bloß vorbeigelaufen am Setup und saß nicht einmal im Sweetspot, dennoch konnte ich meinen Ohren kaum glauben.

Geriet dieses Erlebnis fast in Vergessenheit, stöberte ich auf der Suche nach Kompaktlautsprechern durchs Internet. Und auch wenn man Musik nicht mit den Augen hört, mussten sie mir trotzdem auch optisch gefallen.

Was soll ich sagen, ich bin letztendlich auf dieser Seite hier gelandet und war fest entschlossen, selbst Hand anzulegen. Ich bin handwerklich nicht ganz ungeschickt, aber habe auch nicht den perfektionistischen Ansatz, wenn es um meine eigenen Projekte geht. Bei diesen Lautsprechern sollte es anders sein. Ich habe mich für die Ceram 17 BR entschieden. Sie sehen gut aus, haben eine frontseitige Bassreflexöffnung (was mir sehr wichtig war) und aufgrund des Bauberichts, der Messungen und der angegebenen Referenztracks, die ich, um eine Ahnung zu bekommen, gleich erstmal selber hören musste, schien ich fündig geworden zu sein. Natürlich ist es immer besser, seine zukünftigen Lautsprecher Probe zu hören, idealerweise in den eigenen 4 Wänden, aber manchmal hat man eben so ein gutes Bauchgefühl.

Also Bausatz bestellt, Holz gekauft und gleich die neue Tischkreissäge eingeweiht. Natürlich auf Gehrung geschnitten.

Es sollte ja perfekt werden. Jaaaa, wieviel 2 mm falsch gesägt dann wirklich sind, sieht man beim Zusammenbauen.

Egal, ich werd das irgendwie rausschleifen. Tut aber schon weh, das zu sehen, wo so tolle Komponenten darauf warten, in meine Kiste gesetzt zu werden.

So, der Korpus steht. Ich weiß, perfekt geht anders, aber wie gesagt, ich muss mit leben und ich will sie ja nicht verkaufen. Trocknen lassen, schleifen und dann kann lackiert werden. Ich entschied mich für klassisch schwarz. Mit den weißen Chassis wird das richtig gut aussehen.

Jetzt kommt der knifflige Part, Frequenzweiche verlöten. Bin doch leicht aufgeregt und froh, dass ich die fertig aufgebaute Frequenzweiche bestellt habe. Ich habe zwar einen Lötkolben und habe auch schon mal was gelötet, aber ich bin darin eine Niete. Sieht einfach aus, erfordert aber durchaus Übung. Gut, dass auch diese Option für Lötneulinge im Shop angeboten wird.

Wer das jetzt anders sieht, herzlichen Glückwunsch, du bist ein Naturtalent. Doch es hat geklappt und sie landet endlich in der Kiste. Dämmmaterial rein und nun die Hochzeit. Ich habe mich für eine Crimpverbindung mit Kabelschuhen für die Kabel an die Chassis entschieden. So konnte ich nicht rumpfuschen mit dem Lötzinn.

Tada. Sie sehen richtig gut aus. Mal sehen, ob sie auch so klingen. Ich war so aufgeregt, sie endlich Probe zuhören, dass ich gar keine Fotos vom fertigen Zustand gemacht habe. Daher nur ein schlecht belichtetes Bild…

An den Verstärker angeschlossen und als erstes „Hey Joe“ von Jimi Hendrix. Was soll ich sagen. So habe ich mir das vorgestellt. Einfach genial. „Outer Space“ von Alex Serra folgte und ich konnte nicht aufhören zu grinsen. Wie die Klänge sich zusammenfügen ist unglaublich. Die Bühne, die sich auftut, lässt mich bei geschlossenen Augen vergessen, dass ich in meinem Wohnzimmer sitze.

Klassik können sie auch. The Second Waltz von Strauss ertönte in vorher noch nie da gewesener Brillanz. Ich brauche tatsächlich keinen AMT Deluxe Hochtöner. Auch wenn es wohl verlockend wäre, aber ich bin 100% zufrieden. So hört man Musik.

Danke an Udo und alle anderen, die mir mit ihren Bauberichten und Forumeinträgen geholfen haben. Ab jetzt nie wieder was anderes. Werde ich auch so weiterempfehlen, wenn man mich fragt, wo man denn so tolle Lautsprecher erwerben kann.

Deniz

Zur Ceram 17 BR im Online-Shop

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Hallo Deniz,

das hast ein gutes Bauchgefühl gehabt! Die Ceram-Boxen sind mal richtig gut. Herzlichen Glückwunsch zu der Wahl.

Auch Deinen 80%-muss-reichen-Ansatz find ich gut. Man baut ja für‘s eigene Auge und wenn man die beim Musikhören genussvoll schließt, kommt immer noch phantastischer Klang aus den Ceram!

Viel Spaß dabei!

Gruß
Uwe

Hallo Deniz,

Zackiger, schwungvoller Bericht zum gelungenen Selbstbau.

Klasse, dass Dein “Taub”Kauf genau Deine akustischen Vorstellungen getroffen, wenn nicht gleich übertroffen, hat.

Schwarz-weiß gefällt mir bei den Ceram-Chassis auch gut.

Neue Tischkreissäge: Erst nachdem ich mit einem Winkel die werkseitige Sägeblattjustierung zur Auflage überprüft hatte, war mir klar, dass ich nicht zu blöd bin gerade zu sägen oder gar 45° o.ä. sondern bei einem Ausgangswinkel von 89° halt was anderes herauskommt.

Aufgefallen war mir das erst, als beim ersten Boxenpaar, die trocken aufgestellten Seitenteile umfielen.

Ich wünsche Dir viel Spass und Zeit zum Musikhören.

Peter

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