Vorgeschichte:
ich bin seit Jahren glücklicher Besitzer eines “Vota” Heimkinos von Udo. Dank der kindersicheren Konstruktion aller Chassis mit Phaseplug und vergitterten Hochtönern ist selbst mit drei Kindern im Alter von 7, 5 und 2 Jahren immer noch alles unbeschädigt.
Die Wohnsituation unserer Familie hat sich letztes Jahr verändert: Der Hörbereich mit den wunderbaren Vota Lautsprechern ist jetzt in einem Raum mit vielen Fenstern. Und meine Frau ist leider keine Freundin von Vorhängen. Dadurch war der Raum sehr “hallig”. Nicht ideal geeignet für optimalen Musikgenuss. Daher plante ich die Montage einer abgehängten Decke mit Akustikpaneelen vom Hersteller Lignotrend.

Wenn man sich schon so viel Arbeit macht, könnte man doch gleich zwei Deckenlautsprecher einbauen? Ich liebäugelte mit den “U_Do 51 CoIn”. Udo antwortete mir auf meine Frage mit folgenden Worten: „Wenn es nur um Effekte von oben geht, sind die U_Do 51 Coin sicher ok, sie werden jedoch nicht wirklich homogen mit den Votas spielen […] Da es jedoch auch keine Vota-Deckenlautsprecher gibt, ist hier ein Kompromiss die einzige Lösung.“ Ich war mir sicher, dass die Lautsprecher meinen Ansprüchen genügen würden. Deckenlautsprecher sind schließlich reine Effekt-Lautsprecher. Ein wichtiges Kriterium für mich war auch eine einfache und vor allem unauffällige Integration der Lautsprecher in die Decke. Dafür sind die U_Do 51 CoIn meiner Meinung nach perfekt geeignet.

Ich wälzte aber noch einen anderen Gedanken, der mir einfach nicht aus dem Kopf gehen wollte. Zur Bassunterstützung hatte ich (noch aus meinen Jahren des Sturms und Drangs) einen selbstgebauten Bassreflex Subwoofer mit Mivoc AWX 184 im Einsatz und ein weiteres AWX 184 Chassis im Keller. Dieser Treiber ist nicht kindersicher und hatte folglich nach kürzester Zeit eine eingedrückte Staubschutzkalotte. Unschön anzusehen. Außerdem war der gewaltige Subwoofer im Hörraum irgendwie im Weg. Daher die Idee: Man könnte zusätzlich auch gleich zwei Subwoofer in der Deckenkonstruktion unsichtbar verschwinden lassen? Dafür müsste ich die Deckenkonstruktion mindestens ca. 26cm abhängen. Bei einer Raumhöhe von 260cm im Bereich des Möglichen. Volumen wäre also nicht der begrenzende Faktor. Ich habe lange gesucht und einen Vorschlag für ein Transmissionline Gehäuse gefunden.
Transmissionlinelänge: 3,48m
Anfangsquerschnitt: 1075cm²
Austrittsquerschnit: 716cm²
Chassisposition auf Lauflänge: 1,16m
Danke an dieser Stelle an den User „Castorpollux“ aus dem hifi-forum für diesen Vorschlag!
Daher lautete meine zweite Frage an Udo, ob ein bei ihm im Shop angebotenes “Hypex FA 122” geeignet wäre, um die beiden Subwoofer anzusteuern? Die je 125W an 4 Ohm würden mir sicher reichen. Was die verlinkte Simulation für die Transmissionline betrifft, hatte Udo ein gutes Gefühl und zum Modul schrieb er mir: „Zwei Mivoc können mit dem FA 122 betrieben werden, dafür musst du jedoch die Filter selbst programmieren.“ Auch das würde ich sicher hinbekommen.
Der Entschluss zur neuen Deckenkonstruktion im Heimkino war also gefasst.
Baubericht:
Es wurden Decken-Akustikpaneele in Weißtanne (mit UV-Schutz) für den ca. 14 m² großen Bereich bestellt. Dazu noch ca. 15 m² 18 mm OSB-Platten für den Bau der zwei Transmissionline Subwoofer. Ebenso zwei Stück U_Do 51 CoIn und ein Hypex FA 122 Modul. Dazu noch Latten für die Unterkonstruktion der Decke, 100 Stück 6 x 100mm Beton- und diverse Spanplattenschrauben.
Gestartet habe ich mit dem Aufbau der beiden Subwoofer. Als mir die bedenklich großen Dimensionen so richtig bewusst wurden, habe ich mich dazu entschieden, die Gehäuse zweiteilig aufzubauen. Sie sollten erst an der Decke aneinandergefügt werden und anschießend der „Deckel“ aufgesetzt werden.

Jeder Subwoofer wurde mit 14 Stück 6 x 100mm Betonschrauben in der Decke verankert.

Übrigens ist nicht jeder billige Torx Bit für Betonschrauben geeignet. Ein Tangential-Schlagschrauber wäre sicher komfortabel gewesen, war in meinem Fall aber nicht notwendig.

Es folgte die Unterkonstruktion mit Latten für die spätere Montage der Akustikpaneele.

Ich ließ die Latten bündig mit der Unterkante der Subwoofer abschließen. Die Chassis sind in den Gehäusen so weit versenkt, dass die Membran mit Sicherheit nicht bis zu den später darauf geschraubten Paneelen auslenkt.

Im Bereich der Chassis und der Transmissionline-Öffnungen habe ich die rückseitig aufgeklebte schwarze Papierschickt von den Paneelen gelöst, um einen ungehinderten Luftstrom zu ermöglichen.

Die Deckenpaneele werden mit Nut und Feder ähnlich wie beim Verlegen von Dielenboden montiert. Jeweils acht spezielle Torx-Schrauben mit sehr kleinem Kopf halten jedes Paneel an der Lattung. Die Schrauben verschwinden unsichtbar in den Nuten.
Weiter ging es mit dem Bau der beiden Deckenlautsprecher. Zwei kleine Boxen hatte ich schnell zusammengeleimt.

Auch ein Ring, der später mit Akustik Stoff bespannt werden soll, darf nicht fehlen.

Im nächsten Schritt habe ich jeweils ein Stück Paneel abgeschnitten. Die Länge muss genau dem Sprungmaß zwischen zwei Lattenreihen an der Decke entsprechen. In dieses Stück Akustikpaneel wurde mittig ein runder Ausschnitt gefräst. Der Ring von vorher passt dort genau hinein. Vor dem Fräsen habe ich in die 4 mm breiten Nuten genau passende Leisten geklemmt. Das verhindert ein zu extremes „Ausfransen“ in den Nuten durch den Fräser.

Ebenso habe ich die Feder und die nicht sichtbare Hälfte der Nut mit der Kreissäge exakt abgeschnitten. So lassen sich die beiden Deckenlautsprecher auch später unkompliziert wieder abnehmen, ohne die komplette Decke abzumontieren.

Noch schnell die Frequenzweiche aufbauen, alles richtig verkabeln, und montieren.


Die beiden Paneel-Stücke mit den Boxen verschrauben.



Die beiden Ringe mit Akustik-Stoff bespannen.


Und fertig sind zwei wunderbar unauffällige Deckenlautsprecher.

Test und Fazit:
Mit dem Ergebnis bin ich sowohl akustisch als auch optisch sehr zufrieden. Die Akustik-Paneele machen einen riesigen Unterschied. Ich merke das zum Beispiel daran, dass ich den Verstärker gefühlt um ein gutes Stück „mehr“ aufdrehen muss, ohne dass die Musik lauter wirkt. Musik hören in dem Rau ist jetzt viel angenehmer als vorher. Keine Spur mehr von unangenehm „hallig“. Die sehr dezente und unscheinbare Montage der Deckenlautsprecher und die komplett unsichtbare Unterbringung der gigantisch riesigen Subwoofer freut mich ebenfalls sehr. Zwei Wölfe im Schafspelz.

Getestet habe ich zum Beispiel mit der Blu-ray „Rush“. Den Film über die zwei Formel 1-Legenden sehe ich mir immer wieder gerne an. Obwohl auf der Disc nur eine DTS HD 5.1 Tonspur vorliegt, hört sich der Ton mit den diversen Up-mix Varianten des Verstärkers sehr gut an. Man hat mit den zusätzlichen Decken-Lautsprechern und den beiden gewaltigen Subwoofern noch mehr das „mitten drin“ Gefühl. Die je 125W pro Subwoofer vom Hypex FA 122 reichen übrigens, um die Wände zum Wackeln zu bringen.

Beim reinen Musik Hören bevorzuge ich eher den unverfälschten Stereo Ton. Aber auch hier gibt es unzählige Up-mix Varianten, die sich durchaus hören lassen können. Während ich die letzten Zeilen meines ersten Berichts schreibe, genieße ich das Gesamt-Kunstwerk mit Musik von Simone Kopmajer.

Auch wenn es diesmal „nur“ zwei kleine Deckenlautsprecher von Udo waren, so muss ich sagen, dass sich das Unterfangen wie immer sehr gelohnt hat. Von Udos Lautsprechern bin ich jedes Mal vollauf begeistert. Ich kann es mir nicht mehr vorstellen, fertige Lautsprecher einfach zu kaufen. Der Duft von Lötzinn, die individuelle Gestaltung, die persönliche Note. Das würde mir abgehen.
Johannes
Zur U_Do 51 Coin im Online-Shop



Moin Johannes. Glückwunsch zu Deinem aufwändigen (Um-) Bau. Ich kenne diese Akustik-Decken und war schon in deren Vorführraum.
Sei froh, dass Du nur die Decke gebaut hast. Die Dinger dämpfen ziemlich stark.
Martin
Hallo Johannes, das ist mal ein amtlicher Bass. Ich finde die Integration in die Decke perfekt umgesetzt. Weiterhin viel Freude mit dem Heimkino.
Beste Grüße Achim