2. August 2026

Kurz und knapp – nicht die U_Do 42 Soundbar

Autor: nicolas

Nach der umfangreichen Sanierung meines Kellers hat sich mir zur Weihnachtszeit die drängende Frage gestellt, was ich nun mit dem Raum mache und ob ich mir nicht mal wieder etwas schenken könnte. Ein großer TV für den Mehrzweckraum war neben ein paar Lautsprechern mein erster Gedanke. Der TV hat dann knapp das Rennen gemacht, aber umso mehr die Notwendigkeit eines Upgrades der Akustik unterstrichen.

Nach einer umfangreichen Diskussion mit Gemini war ich schließlich überzeugt, dass der aktuelle Zustand unzumutbar ist und ich erneut selbst Hand anlegen muss. Denselben Aufwand wie vor knapp 6 Jahren mit meinem Chorus-Heimkino wollte ich aber nicht nochmals haben – zumal das Budget sich im Rahmen halten sollte. Der AVR war mit dem Denon 1800X gesetzt und ich wollte gerne drei Lautsprecher für die Front haben. Weitere Diskussionen mit Gemini zu den möglichen Maßen waren überraschend hilfreich. Mein grundsätzliches Konzept eines Korpus (15x220x17 cm) stand fest und die Komponenten – 3 x U_Do 42 (runde Version) – wurden bestellt.

Aufgrund der eher schnellen Montage habe ich nicht allzu viele Bilder zu bieten – so kompliziert ist das Verleimen aber letztlich auch nicht. Wobei ich feststellen musste, dass bei solch unhandlichen Maßen das Verziehen und Durchbiegen des 17-mm-Multiplex durchaus Tücken haben kann. Auch der Zuschnitt aus dem Baumarkt ist bei diesen Dimensionen nicht immer perfekt und wäre ohne mein Beisein weitaus schlimmer ausgefallen. Das nächste Mal würde ich aber wieder etwas Übermaß kaufen und den Überstand mit der Oberfräse abnehmen.

Eine Besonderheit für die Wandmontage ist der integrierte Kabelkanal auf der Rückseite des Lautsprechers. Die Aufhängung habe ich mit Schienen für Küchenschränke realisiert.

Da ich entgegen gängiger Empfehlungen bereits alle Konturen für die Lautsprecher mit dem Messschieber eingeritzt hatte, war es sehr ärgerlich, als ich beim abendlichen Fernsehen und beim kritischen Betrachten meines Chorus-Setups feststellen musste, dass ich mich beim Anritzen offensichtlich vermessen hatte. Die Markierungen waren leider gut sichtbar und zu tief zum Rausschleifen. Nach einem kurzen Brainstorming mit Freund-und-Helfer Gemini stand der Entschluss fest: Ich versuche mich mal am Spachteln und Lackieren. Die reine Holzoptik des Multiplex-Gehäuses hätte ich zwar akzeptiert und lieber ohne Not adressiert, aber nun war es ein Imperativ, der mich einiges an Nerven kosten sollte. Das Arbeiten mit KFZ-Spachtel schien zunächst unkompliziert, doch nach der ersten Schicht mit 2K-Lack wurden noch einige Fehlstellen sichtbar, die die zweite Lackschicht noch eher betonte als verdeckte.

Nach dem Motto „Schlimmer wird’s wohl nicht mehr“ habe ich versucht, die Oberfläche mit 2000er-Schleifpads zu nivellieren und war mit dem Ergebnis nur bedingt glücklich. Mit etwas mehr Spachtel schien die Oberfläche dann aber brauchbar für die zweite Dose Lack, die ich als Reserve hatte.

Die restlichen Oberflächen habe ich geschliffen und mit Hartwachs behandelt. Das Ergebnis ist aus der Ferne in Ordnung – ich bin mir aber noch immer nicht ganz sicher, ob ich nicht alles mit Warnex überstreichen sollte. Aufgrund des Zeitdrucks vor der geplanten Silvesterparty blieb es nun aber vorerst so, wie es nun erst einmal an der Wand hängt. Ob mir die abgerundeten (und stellenweise leicht verbrannten) Kanten auf Dauer gefallen, weiß ich noch nicht sicher. Irgendwann werde ich auch die etwas schief eingebauten Lautsprecher noch einmal sauber ausrichten – ansonsten bin ich mit dem aktuellen Stand aber zufrieden. Freunde und Familie sehen die Fehler nur, wenn ich sie darauf hinweise, und verstehen meine harsche Selbstkritik nur bedingt.

Nach dem baulichen Teil noch ein paar Zeilen zum Klanglichen. Die Lautsprecher machen beim Zuhören auf jeden Fall Spaß und bei Filmen ist der mittlere Kanal für die Gespräche eine echte Wohltat. Musikalisch entsteht eine großartige Bühne und die einzelnen Treiber sind für mich nicht ortbar. Angesichts der überschaubaren Gesamtinvestition ist das DIY-Set einer fertigen Soundbar auf jeden Fall vorzuziehen und schlägt meine alte 250-€-Soundbar um Längen. Der Vollständigkeit halber möchte ich noch ergänzen, dass ich mit einem Monacor SAM-200D und dem Dayton Audio DCS255-4 – außerhalb der ADW-Welt – für etwas mehr Tiefgang gesorgt habe (Kostenpunkt 320 €). Die drei Lautsprecher sind klanglich stabil bis ca. Lautstärke 80/100 am AVR-Regler. Das ist für den Raum (20 m²) definitiv laut genug und hat bei der Silvesterparty problemlos für Diskostimmung gesorgt.

Nach meinem Einstieg mit dem Chorus ist ein direkter Vergleich zu dem, was ich kenne, unfair und wird der gebotenen Leistung nicht gerecht, denn bekanntlich ist das Bessere der Feind des Guten. Ich würde aber sagen, dass ein Einstieg in den DIY-Bereich mit den U_Do eine grundsolide Sound-Kulisse bietet, die sich besonders im Vergleich zu kommerziellen HiFi-Angeboten nicht verstecken muss. In der direkten Gegenüberstellung Chorus-Heimkino (5.500 € und 200 h Arbeit über 4 Wochen) vs. U_Do-Soundbar + Sub + Material (1.000 € und 20 h über 5 Tage) kann ich sagen, dass das Projekt eher ein Sprint als ein Marathon war – erfreulich unterhaltsam sowie bestens geeignet für etwas Bastelspaß zwischen den Jahren.

Nicolas

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