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Plädoyer für die U_Do 4

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  • Dieses Thema hat 13 Antworten und 6 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 2 Jahre, 2 Monaten von 1960-er.
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    • #32056
      1960-er

      Hallo liebe Selbstbaugemeinde und angehende Selbstbauer.
      Das ist erst mal nicht so wichtig:
      Hatte mich ja schon kurz bei Udo’s Bericht “U_Do 2, 3 und 4, es geht Schlag auf Schlag” vorgestellt. Deshalb hier nur ein kurzer Nachschlag.
      Hatte mir damals in den Kopf gesetzt, mir mit Dynaudio Chassis Lautsprecherboxen zu bauen. Die Jungs bei “Expolinear” hatten damals einen Restposten davon zu verkaufen und da bin ich mit ihnen in Kontakt gekommen. Lange Rede kurzer Sinn, nach einem Besuch bin ich mit einem Bausatz nach Hause gegangen, den sie mir zum Selbstkostenpreis (mit minimalem Aufschlag) überlassen haben, mit der Auflage, dass sie mal hören durften was daraus geworden ist. Hatte mir ein Gehäuse gebaut, dass wie eine oben abgeflachte Pyramide aussah und im unteren Drittel wieder schmaler wurde.
      Die Teile hatten einen 10 Zöller für den Bass und die rund 80 L waren durch ein Brett mit einem 2 cm breiten Schlitz geteilt (sowas wie einen Tiefpass) wobei in der unteren Hälfte eine 10″ Passivmenbran eingebaut war.
      Und was soll ich sagen, die Dinger waren einfach klasse (zumindest in meiner Erinnerung 🙂 )
      Ich hatte damals das Glück, dass ich nur recht alte Nachbarn hatte deren Gehör nicht mehr das Beste war (wahrscheinlich waren sie nur gnädig mit mir, weil ich ihnen die Kohlen nach oben getragen hatte). Aber bis auf einen Tag, an dem mich der einzige Nachbar in meinem Alter gebeten hatte eine Box ins andere Zimmer zu stellen, damit er auch Stereo hat, konnte ich die Teile genießen.
      Bass bis ganz nach unten ohne aufdringlich zu sein und ansonsten absolut neutral aber Dynamikfreudig ohne Ende.
      Jetzt wirds etwas interessanter:
      Nachdem diese Lautsprecher das Zeitliche gesegnet haben gab es eine Übergangsphase mit mehreren 5.1 Anlagen. Was soll ich sagen, habe die ganze Zeit über den Sound meiner Schätzchen (Vinylscheiben) vermisst und der Filmsound hat mich auch nicht vom Hocker gerissen.
      Also wurde das Internet durchforstet und Diy Magazine gekauft. Glücklicherweise bin ich dabei auch auf Udo’s Seite gestoßen.
      Es gibt ja viele Foren die nicht nur aus Halbwissen bestehen, aber hier hatte ich das beste Gefühl, auch was die Kompetenz der Teilnehmer hier betrifft.
      Das ist mir wichtig:
      Da ich erst mal klein anfangen wollte (aber endlich auch mal richtig bass haben wollte) habe ich mich blind für die U_Do 4 entschieden. Irgendwie hat mich die Beschreibung von Udo überzeugt, obwohl er den Klang seiner Kreation eigentlich gar nicht richtig beschrieben hat, aber ich dachte bei dem Preis kann man nichts falsch machen.
      Also bestellt und wurde superschnell geliefert.
      Habe ein ganz spezielles Gehäuse im Auge, hab aber erst mal standardmäßig eins aus 19mm MDF gebaut, wobei ich die Front aufgeschraubt habe.
      Einspielen lassen
      Am Anfang durften die Boxen nur Stereo-Fernsehsound übertragen. Die Dinger hatten Anfangs den Sound eines mini Transistorradios.
      Spätestens am dritten Tag haben die Udo’s plötzlich Töne bei Werbejingels von sich gegeben, die ich so zuvor noch nie gehört hatte.
      Jetzt durften auch meine Schätzchen ran.
      Carolyne Mas (Mas Hysteria) mit “Sittin in the dark” oder “Quote goodbye quote” waren eine Erleuchtung. Breite und tiefe Bühne waren zu hören und man kann den einzelnen Instrumenten ohne Probleme folgen und ihre Position bestimmen. Bei Brothers in arms von den Dire Straits kann man den Geschützdonner bis kurz vor den ersten Gesangstönen hören. Eminem mit Sing for the Moment geht einfach nur ab.
      Und was soll ich sagen, die Udo’s können auch Klassik. Bethovens 5te zeigt die ganze Bühnenbreite und -tiefe und löst die einzelnen Instrumente so auf, dass man sie heraushört, selbst wenn das ganze Orchester spielt.
      Bei mir bekommen die Udo’s später nochmal andere Gehäuse, aber erst mal kann ich sagen: Supersound aus günstigen, aber nicht billigen Chassis”
      Wer Fertigboxen will, sollte sich schon mal mindestens auf den 3 bis 4 fachen Preis gefasst machen.
      Liebe Grüße Thomas

      Ps.:
      Die Boxen gehen wirklich richtig tief runter, ohne zu brummen oder zu dröhnen. Der Bass ist einfach nur bis ganz unten zu hören.
      Hätte ich von einem so kleinem Chassis nie erwartet.

    • #32064
      Audicz

      Hallo 60er.

      Als Besitzer der U_Do 4, kann ich Deine Worte nur bestätigen. Ein günstiger Lautsprecher der Alles, ob des Preises, ungeahnt voll und wohlgefällig wiedergibt.

      Ein Highlight unter den vielen Tipps für bezahlbare Bausätze hier.

      Gruß

      • #32069
        1960-er

        Hallo Audicz,
        gut zu wissen, dass hier noch jemand anderes meine Einschätzung teilt, da mir ehrlich gesagt auch der direkte Vergleich fehlt.
        Hab mir mal sagen lassen, dass das akustische Gedächnis ganz schön trügerisch sein kann.
        Hab mir nochmal Deinen Baubericht angesehen und kann nur sagen “tolle Optik”, gratuliere!
        Gruß Thomas

    • #32071
      Audicz

      Hallo Thomas,

      na den direkten Vergleich zur Duetta habe ich wenn ich das Stockwerk wechsle. Keine Angst ich werde hier keinen Vergleich zwischen unterem Ende und oberen Ende ziehen.

      Es sei nur soviel gesagt, selbst wenn ich Duetta gehört habe, kann ich auch über die U_Do genießen. Das Gedächtnis lässt sich schnell überlisten solange die zweite Wahrnehmung nicht auffällig falsch ist. Die Handschrift von Udo haben beide Bausätze, von daher kann man das ausschließen.

      Gruß Dino

      P.S. Meinen U_Do 4 Bericht hat Udo noch nicht veröffentlicht, mal sehen was ich da so geschrieben habe 😉

    • #32077
      n8flieger

      Moin 60er,

      dem kann ich nicht viel hinzuzufügen und unterschreibe dein gesagtes gern.

      Nachdem die Kisten nun seit 1 1/2 Jahren hier bei stehen, hab ich immer noch nichts daran auszusetzen. Lediglich eines ist aufgefallen: Der rechte LS steht nah am Fenster mit Südausrichtung und bekam entsprechend viel Licht und direkte Sonne. Die Pappen der Chassis  sind ziemlich hell geworden. Vor einigen Wochen hab ich die LS getauscht von li nach re. Damit bekommen die nicht so sehr beleuchteten Pappen aus des Raumes Mitte nun auch die volle Dröhnung Sonne. Dann hab ich im nächsten Jahr wieder 2 optisch gleiche LS. 🙂

      Das ist aber alles nur Optik, dem Klang schadet es ja nicht.

      Insgesamt eine tolle Wahl für dein neuerliches Erstlingswerk!

       

      Gruß Enrico

      • #32091
        1960-er

        Du sagst es Enrico,
        ein wenig ausbleichen der Pappen ist kein Problem. Solange die Sicken nicht spröde werden (und das ist ja scheinbar nicht der Fall), alles nur Optik.
        Gruß Thomas

    • #32121
      1960-er

      Nachtrag zur Hörerfahrung
      Nachdem ich die U_Do 4 anfangs nur im Stereobetrieb (clear Audio bei meinem Onkyo AVR) laufen lies – wobei ich mehrmals überprüft habe ob der Sub und der Center wirklich abgeschaltet waren, weil ich nicht glauben konnte, dass der Sound wirklich blos von den beiden U_Do’s kam – hab ich jetzt mal spaßenshalber den Center und die beiden Suroundspeaker meiner Canton 5.1 mitlaufen lassen (allerdings mit der Einstellung “no Sub”, also 5.0) und mir ein paar BR-DVD’s reingezogen. Wenn dann z.B ein imperialer Flieger aus Starwars über einen hinweg fliegt oder man mitten im Kampfgetümmel von Deadpool sitzt, kann man nur jedem Mieter einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus empfehlen keinen Sub zu benutzen. Wer will schon eine fristlose Kündigung riskieren 🙂
      Die U_Do 4 lassen einen den Bass spüren. Klar ist das mein subjektives Empfinden, man muss aber auch bedenken, dass der Bass bei solchen Filmen sowieso schon stark betont wird und fast alle aktiven Sub’s den Bereich um 40 Hz nochmal überbetonen.
      Ich hab den Bass wirklich gespürt. Mehr ist unangenehm für mich.
      Ich hab aber auch gemerkt, dass die Canton nich so recht zu den zwei U_Do 4 passen. Bin mir aber leider nicht so ganz sicher, welche U_Do’s als Center oder Suround geeignet sind. Hat da vielleicht jemand einen Tip für mich?
      Ich möchte dabei, hauptsächlich aus optischen Gründen, eigentlich keine liegende D’Appolito Anordnung für den Center.
      Gruß Thomas

      • #32124
        Paul W

        Hallo Thomas,

        Danke für deinen Bericht zur U_do 4 – irgendwann möchte ich jetzt auch mal eine U_do bauen… 😉

        Als Center in Nicht-D’Appolito-Optik bietet sich die U_do 2 an, siehe hierzu auch der Text zur Vorstellung der U_do 4 https://www.acoustic-design-magazin.de/2016/10/30/u_do-2-3-und-4-es-geht-schlag-auf-schlag/; Zitat:

        “Als Partner boten sich die 12er oder die 13er PFC’s an, wir wählten die größere Membranfläche, zumal die U_Do 2 auch als Mitspieler im Heimkino verwendet werden kann.”

        Die U_do 2 kannst du auch mit geringerer Höhe und dafür mehr Tiefe oder Breite bauen, wenn du anstelle des Reflexrohrs einen Reflexkanal einplanst.

        Für hinten die U_do 5, siehe den Text zur Vorstellung der U_do 5 https://www.acoustic-design-magazin.de/2016/12/06/u_do-5-6-und-7-heimkino-und-mehr/. Zitat:

        “Wer mit der U_Do 4 einen Frontlautsprecher mit drei Wegen und 20er Bass anbietet, könnte sich beim Rear-Set mit dem Oberteil begnügen, für das wir nicht nur bereits den Namen U_Do 2, sondern sogar die Vorstellung hinter uns hatten. Nun ja, so ganz war das aber doch noch nicht in unserem Sinn. Auch wenn ein Achtzöller ohne Sub für einige Quadratmeter ausreicht, muss er keine Box im Rücken haben, die mit Reflexabstimmung bis unter 60 Hertz runter kann.”

        Gruß Paul

        • #32126
          Udo Wohlgemuth
          Verwalter

          Hallo Paul,

          nie hätte ich gedacht, dass ich das noch erlebe: Es gibt auch heute noch jemanden, der meine Texte liest und daraus die beabsichtigten Schlüsse zieht! Dafür danke ich dir herzlich 🙂

          Gruß Udo

        • #32127
          1960-er

          @ Paul Danke für Deine Recherche, werde es genau so machen. Ich war mir vorher noch etwas unschlüssig ob ich nicht 3x die U_Do2 oder diese Kombi nehme. Das Lob vom “Meister” 🙂 haste Dir vadient (wie wir Baliner sajen).
          @ Achim Das ein liegender D’Appolito horizontal bündeln soll müsste ich erst mal in meinem Wohnzimmer ausprobieren, aber mir gefällt einfach die Optik nicht so richtig. Warum kann ich Dir auch nicht sagen.
          Werde also eine stehende U_Do2 als Center nehmen.
          Was ist eigentlich ein BB? Hab ich noch nicht gehört.
          @ Alle Die U_Do4 werden immer noch etwas besser. Auch wenn das meckern auf hohem Niveau gewesen wäre, kamen mir anfangs die Stimmen und die E-Gitarren etwas zu weit von hinten. Da fehlte es minimal an Präsenz. Das ist jetzt nicht mehr so. Also wer auch immer diese Boxen baut, lasst ihnen Zeit sich einzuspielen und Ihr werdet richtig freude daran haben
          Grüße Thomas

        • #32130
          Gipsohr

          Hallo Thomas,

          ein BB ist ein Breitbänder… der bündelt im Mittelton unter Winkeln nicht.

          Weitere U_do ist natürlich tonal deutlich besser. Die meisten wollen keinen stehenden Center haben…

          Grüße Achim

        • #32158
          1960-er

          Hallo Achim, na klar BB-Breitbänder, da hab ich mir wohl selber auf der Leitung gestanden 🙂
          Aber gut zu hören, dass Du auch der Meinung bist das eine U_Do tonal am besten passen müsste.
          Danke Thomas

    • #32123
      Gipsohr

      Hallo Thomas,

      sofern du keinen liegenden Center haben möchtest…geht ein BB oder eine senkrecht angeordnete Box unter/über dem TV.

      warum willst du keine D‘Apolitto?

      Grüße Achim

      • #32128
        1960-er

        Sorry Achim hab jetzt die Antwort an Dich bei Paul untergebracht, weil ich dacht einen neuen Beitrag zu schreiben. Kannst ja mal da nachsehen.
        Gruß Thomas

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