26. April 2026

Drumming Mona – die Letzte ihrer Art

Autor: MagisterK

Nachdem ich schon zwei kleine Bausätze aus Udos Feder gebaut habe – die U-Do 31_13, deren Bericht hier schon erschienen ist, und die MiniACL, von der schon ausreichend viele, wesentlich interessantere Berichte zu lesen sind – plagte mich der Wunsch, weiter zu basteln und die Neugier auf andere Bausätze.

Besonders die Mona stand ob der unzähligen lobenden Worte ganz oben auf der Wunschliste. Und obwohl ich in den wichtigsten Räumen bereits versorgt war, hatte ich für die Mona auch einen passenden Einsatzort im Kopf: Im Musikzimmer steht ein selbst umgerüstetes E-Drumset, das ich bisher fast ausschließlich mit Kopfhörern spiele. Da manchmal lautes Spielen aber einfach mehr Spaß macht und außerdem der Nachwuchs mitunter Ambitionen entwickelt, sich an diesem Instrument auszutoben, wollte ich seit längerer Zeit einen Monitor für das Set anschaffen. Das habe ich Udo so mitgeteilt, was er mit einer gewissen Skepsis quittierte – besonders hinsichtlich der Leistungsreserven. Plan B wurde also, die fertigen Lautsprecher im Feierraum aufzustellen, wo momentan noch zwei smarte Lampen-Lautsprecher eines schwedischen Möbelhauses hübsch unauffällig für Beschallung sorgen. Also bestellte ich den Bausatz, und wurde doch tatsächlich von Udo informiert, dass dies das letzte Exemplar sei, da der Bass von Monacor wegen komplett neuer Ausrichtung des Sortiments nicht mehr hergestellt wird.

An dieser Stelle muss ich all jene warnen, die sich für die „letzte“ Mona ein fantastisches Projekt mit hochwertigen Gehäusen und feinster Detailarbeit gewünscht hätten. Gemäß dem Einsatzzweck war die Anforderung „robust und unauffällig“ und ich hatte mich schon vor dem Kauf auf 18 mm OSB und schnellen Anstrich mit mattem Lack in Anthrazit festgelegt. Dementsprechend „quick and dirty“ wurde auch der Gehäusebau. Zart besaitete Schöngeister sollten an dieser Stelle also besser mit dem Lesen aufhören. Immerhin ist es ein Trost, dass die Gehäuse ja nicht zwingend letzte Ruhestätte der Chassis werden müssen.

Nun aber zum Bau. Die Satelliten baute ich nach Originalvorgaben von Udo, angepasst an die Plattendicke. Für den Sub war die Platzierung auf dem Boden neben dem Schlagzeughocker geplant, weshalb ich analog zu einigen Bauberichten hier die beiden Reflexrohre auf die Oberseite verlegte und die Gehäuseform leicht änderte.

Das Zusägen der Bretter aus einer einzigen OSB-Platte – CutListOptimizer sei Dank – gestaltete sich mit Tauchsäge und Schiene wie immer etwas langwierig, aber ohne Probleme.

Für die diversen Ausschnitte wollte ich ein wenig mit den Möglichkeiten von 3D-Drucker und Lasercutter experimentieren und damit „normale“ Werkzeuge mit der Präzision von CNC-Maschinen kombinieren.

Zunächst waren die Ausschnitte für Terminals und Reflexrohre an der Reihe. In mittlerweile bewährter Weise wurde die kreisrunden Löcher angezeichnet, mit einer Lochsäge im Bohrständer grob vorgebohrt und anschließend mit einem Bündigfräser und einer gedruckten Schablone auf das endgültige Maß gebracht. Das ist vielleicht auch nicht viel einfacher als das Arbeiten mit dem Fräszirkel, gerade bei den recht kleinen Durchmessern für mich aber entspannter, simpler in der Handhabung und vor allem weniger fehleranfällig – die Schablone ist aus den letzten Projekten erprobt und sorgt garantiert für passende Ausschnitte.

Als nächstes waren die Ausschnitte für die Chassis an der Reihe. Auch hier sollte der 3D-Drucker helfen, jedoch nicht mit einer kompletten Schablone. Stattdessen entwarf ich in CAD eine Einstellhilfe für den Durchmesser des Fräszirkels. Das resultierende Stück Kunststoff ist in 15 Minuten gedruckt, rastet genau auf dem verwendeten Nutfräser ein und hat eine passende, spielfreie Einkerbung für den Zentrierstift des Fräszirkels. Ich stecke also die Einstellhilfe auf den Fräser, löse die Justierschraube des Zirkels und schiebe den Stift bündig in die Aussparung – fertig. Das funktioniert überraschend wiederholgenau, der Durchmesser ist in CAD auf den Zehntelmillimeter genau einstellbar, und als Bonus enthält eine einzige Hilfe alle nötigen Durchmesser für die Mona – Chassis der Satelliten, sowohl für den äußeren Kreis zum bündigen Einlassen als auch für die Löcher selbst, und Chassis im Sub.

Das Fräsen der Ausschnitte selbst war dann eigentlich Formsache, ich hatte die Durchmesser gut getroffen und war tatsächlich zufriedener als die letzten Male. In bewährter Weise habe ich zunächst die äußeren Kreise für den Montageflansch gefräst, danach bis zur Opferplatte den Ausschnitt für das Chassis. Allerdings wusste ich auch ab diesem Zeitpunkt, dass OSB und ich nicht die dicksten Freunde werden, zumindest nicht für solche Projekte.

Als nächstes wurden alle Teile mit Flachdübeln versehen, um das Verleimen zu erleichtern – ebenso unspektakulär wie befriedigend. Das Verleimen folgte unmittelbar, wobei die Rückwand des Subs aufgeschraubt werden sollte und nicht mit verleimt wurde.

Bei den Satelliten war damit alles bereit für den Endspurt, die übliche Kombination aus Schleifen, Lackieren, Dämmstoff einfüllen, passive Schaltungen basteln, Teile verschrauben, fertig.

Bei Subwoofer stand noch der Ausschnitt auf der Rückwand an, in den der Verstärker eingelassen werden sollte. Nachdem ich zunächst mit einem Arylic 2.1 Plate Amp geliebäugelt hatte, wurde es zunächst ein billiger Einbauverstärker von Aliexpress, der das Projekt sicherlich nicht besonders aufwertet, aber auf der Habenseite alle nötigen Features bietet. Der Arylic Amp ist nicht nur viermal so teuer, sondern hat leider auch keine Anschlüsse für die Satelliten auf dem Panel. Spoiler: Mittlerweile denke ich doch über den Umtausch nach, der China-Amp hat zu viele Macken. Andererseits war der Versuch bezahlbar und damit letztlich ok.

Auch für diesen Ausschnitt sollte eine Schablone aus dem Drucker herhalten. Allerdings wäre das Öffnungsmaß zu groß gewesen, um eine Schablone mit genügend Auflagefläche und Platz für Zwingen in einem Stück zu drucken. Also versuchte ich einen anderen Ansatz: Die Schablone besteht aus einem relativ dünnen Rahmen für die äußere Fräsung zum Einlassen des Verstärkers. Dieser Rahmen ist über zwei Streben mit einer Fläche in der Mitte verbunden, deren Außenmaße exakt so ausgelegt sind, dass inklusive Kopierring und 8 mm-Fräser genau das lichte Öffnungsmaß ausgefräst werden kann. Diese Fläche wird mit vier Schrauben einfach in dem Teil befestigt, der später sowieso entsorgt wird – keine Zwingen und durch die Gestaltung der Schablone genügend Auflagefläche für die Fräse. Nachteil: Durch die Streben muss die Schablone um 180° gedreht werden, um alle Stellen zu erreichen, was durch die symmetrischen Schraubenlöcher aber noch ganz gut funktioniert. Schlimmer ist, dass für die Fräsung der Öffnung genau an der Schablone gearbeitet werden muss, wobei es nur für eine Seite eine Führung gibt. Leider ist mir hier einmal der Fräser in der tieferen Einstellung verrutscht und hat die Auflagefläche demoliert. Nicht katastrophal, aber eine Schraube findet hier im OSB sicher nicht genügend Halt.

Jedenfalls funktionierte der Ansatz gut genug, dass der Amp hinterher ziemlich gut in den Ausschnitt rutschte – an einer der Ecken musste ich ein wenig nachhelfen, ich bin mir aber nicht sicher, ob das an einem Splitter des OSB, an meiner Schablone oder an schlampiger Arbeit meinerseits lag. Trotzdem bin ich mit der Methode zufrieden, zumal die einmal angefertigte Schablone auch in Zukunft gute Dienste für Einbauverstärker mit diesen wohl sehr verbreiteten Maßen leisten kann.

Die Rückwand habe ich schließlich mit Flachdübeln ausgerichtet, mit Zwingen befestigt und die Löcher für die Schrauben vorgebohrt und gesenkt. Dabei fiel mir erst zu spät wieder ein, dass die Flachdübel ja genau dort in der Mitte des Brettes liegen, wo auch die Schraube hin will. Den einen oder anderen Dübel habe ich erwischt, zum Glück ist der Bohrer nirgends zur Sichtseite hin auf Wanderschaft gegangen. Um die Dichtheit für das Gewissen noch ein wenig zu verbessern, kam ein flaches, aus TPU gedrucktes Band zwischen Korpus und Rückwand. Das Material ist leicht flexibel, für eine bessere Dichtwirkung müsste ich wohl aber mit einer Nut und einer etwas höheren Materialstärke experimentieren. Ein einfaches, handelsübliches flaches Dichtband hätte es wahrscheinlich auch getan.

Damit stand auch für den Sub die Montage bevor – Kabeldurchführungen bohren, fädeln und mit Heißkleber verschließen, Chassis einschrauben, Dichtung einlegen, Rückwand festschrauben, alles schleifen, eine unschöne Kante spachteln, Lack aufrollen, Reflexrohre einpressen und Füße anschrauben.

Bevor es zum Hörtest ging, bekamen die beiden Satelliten noch eine gedruckte Halterung für das Drum Rack, der Sub zwei ebenfalls gedruckte und per Lasercut-Schablone eingelassene Griffe. Damit war die Aufstellung – bzw. Anbringung – am vorläufigen Bestimmungsort schnell erledigt, ebenso wie die Verkabelung der Satelliten mit dem Sub.

Als erstes bekam der Amp Futter per Bluetooth vom Smartphone, soweit absolut zufriedenstellend. Der Klang ist erwachsen, rund, die räumliche Auflösung super. Über die klanglichen Qualitäten der Mona wurde hier schon so viel berichtet, dem ich mich nur anschließen kann.

Nun war noch die eigentliche Frage zu klären – taugt sie als Monitor am E-Drum? Die Antwort ist ein klares Jein. Für mich erfüllt sie den Zweck hervorragend: Ich kann bei Bedarf ohne Kopfhörer zu Tracks in hervorragender Qualität jammen, dafür ist die Mona mehr als laut genug. Dem Nachwuchs gefällt es natürlich auch viel besser, wenn die Trommeln „echte“ Geräusche machen. Und für die wenigen Gelegenheiten im Jahr, in denen das Set mein Musikzimmer verlässt, ist die Kombi wunderbar transportabel.

Mittlerweile hatte ich sie auch schon in einer Probewoche im Einsatz, wo sie dem Drummer nicht nur sein Spiel, sondern auch ein Monitorsignal der Mitmusiker um die Ohren pustete. Nicht zuletzt habe ich gegenüber der bevorzugten Kauflösung ca. 40 % „gespart“. Was dann noch fehlt? Das wohl größte Defizit ist das Fehlen „professioneller“ Anschlüsse. Einen Einbauverstärker mit XLR oder Klinke für das Eingangssignal und vielleicht sogar Klinke oder SpeakOn für die Ausgangsseite, der den Preis des Bausatzes nicht um ein Vielfaches übersteigt, konnte ich nicht finden. Leistungstechnisch bieten spezialisierte Systeme sicher noch deutlich größere Reserven, bis zur Grenze des Gesunden und darüber hinaus. Die Verarbeitung bzw. Roadtauglichkeit eines kommerziellen PA-Systems mit Metallgittern etc. bekommt man im Selbstbau auch nicht ohne Weiteres hin. Ebenfalls anmerken möchte ich, dass am elektronischen Drumset geschlossene Kopfhörer vor allem wegen der Isolation schwer zu schlagen sind: So hübsch der abgespielte Drumsound aus dem Monitor auch klingt, beim Spiel klappern die Stöcke immer noch deutlich hörbar auf Kunststofffellen und Gummitellern herum.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein Projekt, das seinen vorgesehenen Zweck vorerst mit Bravour erfüllt. Darüber hinaus kann mir das kompakte Set auch als Zuspieler bei anderen Gelegenheiten gute Dienste leisten. Lediglich der Amp, dessen Schalter bereits jetzt nicht mehr richtig abschaltet, wird wohl in näherer Zukunft einem anderen Exemplar weichen – dank geschraubter Rückwand und billigem Material ist das auch dann kein Problem, wenn der bestehende Ausschnitt zu groß ist.

Und so verlässt uns die letzte Ur-Mona quasi mit dem nicht für möglich gehaltenen Paukenschlag, der ihre fulminate Karriere nach fast 10 Jahren und etlichen Nachbauten in vielen ungewöhnlichen Gestalten bestens treffend beendet.

Sebastian

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