Hallo zusammen,
meine Lautsprecher am PC haben den Geist aufgegeben. Daher habe ich lange Zeit nur übers Headset Musik gehört. War natürlich nicht das Wahre, weil die Kopfhörer vernünftige Lautsprecher eben nicht ersetzen können. Also hab ich im Internet herumgesucht und war in verschiedenen Läden, ohne das Richtige zu finden (entweder zu teuer, schlechtes Design oder einfach klanglich nicht das Optimale). Dann ist mir die Idee gekommen, dass ich mir Lautsprecher auch selber bauen kann. Nur fehlen mir eben die Erfahrung und das Wissen im Lautsprecherbereich, um gute Chassis auszuwählen und zu kombinieren und das alles eben. Nun bin ich nach kurzer Recherche auf den Bausatz SB18 gekommen, der mir persönlich von Größe und Leistung zugesagt hat. Also gleich bestellt und angefangen.

Nun stellt sich nur noch die Frage: Wie sollen die Lautsprecher aussehen, aus welchem Holz oder Plattenmaterial? Die Wahl war auf Eiche, Esche, Nussbaum, Birne und MDF mit anschließendem Lackieren beschränkt, weil das die Materialien sind, die ich noch daheim gelagert habe. Am Ende habe ich mich auf Nussbaum festgelegt. Der Rest von der Nuss, die ich noch zuhause habe, hat genau gereicht. Allerdings hab ich mir auch keinen Fehler erlauben können, weil es eben bis aufs letzte Brett sich grade so noch ausgegangen ist.
Ich habe mir dann als Design ein auf Gehrung geschnittenes Gehäuse mit 45°-Kante und eingelassener Front überlegt. Damit ich auch zum Bauen einen Plan hab, habe ich die Innenmaße vom vorgegebenen Plan beibehalten, um den Ton nicht zu beeinträchtigen, und das Ganze in AutoCAD gezeichnet, gleichzeitig auch die Ausfräsungen für die Front für die Eigenbau-CNC. Dabei handelt es sich um die Mostly Printed CNC von Thingiverse.

Nach dem Grobzuschnitt und Hobeln ging es natürlich direkt zum Verleimen.



Die erste Front ist gefräst und somit konnte ich alles zuschneiden und fürs Verleimen vorbereiten.


Alle Lamellos sind gestochen, nur noch ein paar Teile schleifen, an die man nach dem Verleimen nicht mehr gut drankommt.


Fertig verleimt, jetzt geht’s nur noch an die Feinheiten und den Außenschliff. Gehäuse fertig, nun heißt es nur noch: Warten auf das Innenleben.

Chassis sind eingebaut und die Frequenzweiche war dank der guten Beschreibung auch schnell gelötet und fertig zum Einbau. Das Ganze habe ich mit den mitgelieferten Torx-Schrauben eingebaut und die Weiche mit Heißkleber fixiert. Rückwand drauf und ausprobieren.


Und was soll ich sagen? Die Lautsprecher sind im Vergleich zu allem, was ich vorher am PC hatte, unvergleichbar. Der Ton ist klar, definiert und macht wirklich richtig Laune, um Musik zu hören. Kombiniert habe ich die Lautsprecher mit dem Fosi Audio ZD3 als DAC und dem Fosi Audio ZA3 als Verstärker.

Der Bau hat wirklich Spaß gemacht, weil natürlich auch die Anleitungen für Weiche etc. sehr einfach und verständlich gestaltet wurden.
Sebastian
Zur SB 18 im Online-Shop



Hallo Sabastian,
dein Maschinenpark, dein Holzmateriallager und deine Tischler-/Schreiner-Fertigkeiten sind sehr beeindruckend! Wir wissen nicht, was vorher an deinem Schreibtisch gespielt hat, die SB18 war sicher klanglich ein großer Sprung.
Erfahrungsgemäß bauen wir hier alle mehr als ein Paar Lautsprecher. Daher an dieser Stelle vielleicht 2…3 Punkte, beim nächsten Projekt alles noch etwas richtiger zu machen:
Es gibt gute Gründe, Boxen nicht aus Vollholz zu bauen, sondern aus Span- oder Schichtwerkstoffen, dann gerne auch mit Holzverblendung oder Echtholzfurnier.
Die vorstehenden Kanten an der Front sehen schön retro aus, vergrößern aber das kleine Problem der Kantendiffraktion. Darunter leidet die Präzision der räumlichen Darstellung ein wenig, was für die meiste Alltagsmusik allerdings nicht sehr relevant sein dürfte.
Es ist nicht ganz egal, wie die Innenverkabelung verlegt wird. Die zusammengehörenden „Plus“- und „Minus“-Leitungen müssen möglichst nah beieinander liegen, am besten verflochten oder durch Verwenden von 2-adriger Lautsprecherleitung statt der roten und schwarzen Einzeladern. Auf dem Bild deiner Verkabelung sehe ich, dass du einen Transformator aus den Hoch- und Tieftönerkabeln gebaut hast, außerdem hast du eine große Schleife der einzelnen Hochtonzuleitungen um den Magneten des Tieftöners gelegt. Diese induktive Kopplung zwischen den Zweigen wirkt dem Zweck der Frequenzweiche etwas entgegen.
Wie gesagt, das sind nur Anregungen zur Perfektionierung im nächsten Projekt, keine Kritik. Bis dahin wünsche ich viel Freude am Schreibtisch mit deinen SB18.
Gruß,
Martin F
Hallo Martin
Vielen Dank für die ganzen Tips ich hab eventuell nochmal ein Projekt vor und da werde ich auf jedenfall mit der Verkabelung und weiche besser aufpassen 👍 allerdings auf das massiv Holz werd ich wohl die einhergehenden Defizite im Klang in Kauf nehmen daher ich massivholz einfach zu gern hab.
Die Frage von Peterfranjosef habe ich auch. Ein so professionelles Gehäuse wirst Du sicher schützen und veredeln. Das passt sicher auch in einen schicken Wohnraum. Für den PC – Tisch eigentlich zu Schade.
Peter
Ich habe tatsächlich gar nichts gemacht, weil ich den hellen Farbton der Lautsprecher behalten wollte. Da sie im Regal stehen, wo sie kaum Schmutz ausgesetzt sind, ist das kein Problem. Sollte es trotzdem mal nötig sein, behandle ich fast alles mit dem OLI-NATURA Hartwachsöl (farblos) oder lackiere es mit einem seidenmatten 2K-Klarlack.Ich habe noch ein bild hinzugefügt wie es jetzt aktuell steht
Das ist Klasse. Ein Profigehäuse, wie es im Buche steht. Und wunderschönes Holz.
Wie hast Du die Oberfläche denn behandelt.
Peter