18. Januar 2026

Bauen, wie es im Buche steht – Uwes Point Source 95

Autor: Dilettant

Hallo liebe Baugemeinde,

alle Räume sind bestückt. Musik schmeichelt den Ohren in Wohn-, Koch- und Schlafzimmer, im Büro genau so wie in der Höhle des Juniors. Und doch bleibt das Baufieber erhalten. Udos Bericht zur Point Source 95 hat die Temperatur mal wieder steigen lassen. Normale Kisten habe ich schon einige gezimmert. Aber ein Breitbänder mit einem versteckten Bandbass war für mich neu! Also ran an die Planung.

Beim Treffen in Nordhausen 2024 hat mich die BelAir 17 BB von Joka am nachdrücklichsten beeindruckt. Trotz Breitbänder fehlte es an nichts und der Klang war räumlich so überzeugend, dass ich unbedingt etwas ähnliches wollte. Vor allem aber fand ich die verwendete Baubuche so wunderschön. So etwas muss ich auch machen!

Bei meinem letzten Projekt, der Ceram 17, hatte ich schon mit einer Teilabdeckung der Chassis experimentiert, so dass man die Schrauben nicht mehr sieht. Den Weg wollte ich weiter beschreiten. Also Udos Shop geplündert und Design geplant.

An den Grundmaßen habe ich nichts verändert, nur die Tiefe wurde um eine Brettstärke verlängert, da ich für meine Version eine „doppelte“ Frontplatte benötige. Beim Zuschnitt hatte ich das natürlich schon wieder vergessen, so dass die Seiten zu kurz waren. Zum Glück waren noch genügend Reststücke von der Baubuche vorhanden, so dass ich etwas anstückeln konnte. Durch die tolle Maserung ist der Übergang nach dem Kleben nicht mehr zu sehen. Puh… Glück gehabt!

Was in normalen Boxen einfache Versteifungen sind, hat Udo hier als Raumteiler zwischen eigentlicher Box und Subwoofer eingesetzt. Man muss sich also genauer als sonst mit dem Innenraum beschäftigen. Dabei kam mir der Raum hinter dem Breitbänder mit 62 mm Tiefe sehr klein vor. Daraus sollen ordentliche Mitten kommen? Ich habe dreimal nachgemessen und mit Udos Zeichnung verglichen. Es soll so sein…!

Beim Terminal habe ich abweichend zu Udos Plan das Bi-Wiring-Teil mitbestellt. Finde ich irgendwie wertiger. Das muss natürlich auch eingelassen werden.

Nun zum wichtigsten Punkt: die Ausschnitte in Frontplatte 1 (die im Gehäuse verbaut wird) müssen exakt mit denen von Frontplatte 2 (die als Abdeckung dient) überein stimmen. Hier habe ich das Loch für die Frässchablone durch beide Bretter gebohrt. Leider hat das im Ergebnis bei einer Box nicht funktioniert – den Grund dafür weiß ich bis heute nicht…

Jetzt wurden erstmal die Ausschnitte für Chassis und Reflexrohr in Frontplatte 2 gefräst und anschließend verrundet. Dann habe ich aus der Rückseite 1 cm ausgefräst. Das schafft den Platz für Frontplatte 1.

Dabei habe ich mir eine kleine Fräspause gegönnt, indem ich das Kabel der Oberfräse zersäbelt habe. Passiert ist zum Glück nichts. Nur meinen Wutschrei konnte man wahrscheinlich noch im Nachbardorf hören! Nach der Reparatur ging es dann frohgemut weiter.

Eine erste Anprobe zeigte mir dann die Maläse mit der nicht exakten Zentrierung. Zum Glück konnte ich den Ausschnitt in Frontplatte 2 ein wenig vergrößern und das Chassis dann in die Mitte schubsen.

Nun wurden beide Platten mit Magneten versehen, wobei man hier natürlich vor dem Einkleben auf die richtige Polung achten muss ….Ich hab es fünfmal kontrolliert.

Das restliche Zusammenfügen des Gehäuses konnte dann routiniert durchgeführt werden und war die reine Freude.

Na ja. Bis auf die Sache mit Boden und Deckel. Hier sollte durchgefärbtes MDF halb ins Gehäuse eingelassen werden. Dazu muss man natürlich die Fräse ansetzen. Der schwarze Staub verbreitet sich in der kompletten Werkstatt schneller als Fakenews im Netz. Das hatte ich schwer unterschätzt. So dauerte die Reinigung des Arbeitsbereiches dreimal so lange wie das eigentliche Fräsen. Und noch Wochen später finden sich Ecken unter Tischen, die schwarz bedeckt sind. Beim nächsten Mal würde ich die Platten einfach stumpf aufsetzen und fertig.

Jetzt also nur noch alles schleifen und ölen und schließlich die Chassis einbauen. Es fühlte sich komisch an, diesmal keine Weiche zu brutzeln. Aber die saubere Trennung und Glättung der Frequenzen übernimmt hier ja das DSP des Arylic-Amps, so wie es von Udo programmiert wurde.

Dazu müssen einige Kabel zwischen Amp und Lautsprechern verlegt werden. Damit es nicht so wuselig aussieht, hat meine Frau jeweils zwei Kabel für den Sub und den Breitbänder verflochten. So haben wir nur einen Strang zu jeder Seite. Dazu habe ich ein Stück Kabelverkleidung aus dem Netz bestellt.

Nun sieht es recht professionell aus im Rücken des Amps. Diesem habe ich noch ein Kleid aus den Holzresten der Baubuche geschneidert, so dass es optisch zueinander passt.

Noch schnell zwei Lautsprecherständer drunter geschraubt und schon konnte der Hörtest beginnen. Der Amp verbindet sich sehr schnell mit dem iPhone – und das sowohl per normalem Bluetooth als auch per AirPlay! Eine App gibt es zwar auch zum Gerät, ich habe sie aber nicht im Einsatz.

Beim Lauschen meiner Hörtest-Playlist fällt sofort auf, dass es an nichts fehlt. Die Höhen kommen für einen Breitbänder extrem gut ans Ohr. Und der Bass lässt einen mit offenem Mund vor den kleinen Boxen sitzen. Mit jedem Stück ist das immer wieder erstaunlich. Größe und Klang passen für das Gehirn einfach nicht zusammen. Wir haben das Ensemble ja beim 2025er Treffen in Nordhausen mit der versammelten Community gehört und ich glaube, den allermeisten dort ging es ähnlich wie mir.

Mittlerweile stehen Boxen und Amp an unserem Schreibtisch und hier kommt eine weitere Eigenschaft hinzu. Sie können auch leise ganz hervorragend Musik gestalten! Viele Details kommen wie selbstverständlich ans Ohr, der Bass ist federnd und übertüncht nie den Rest der Musik. Und schließlich ist die Räumlichkeit auch im Nahfeld überragend!

Mal wieder herzlichen Dank an Udo für diesen etwas anderen Bausatz!

Liebe Grüße aus dem nördlichen Ostwestfalen

Uwe

Zum Point Source 95-Set im Online-Shop

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