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Thema: U_Do4 for me!
Wie fange ich am besten an? Um es kurz und knapp zu machen, reichen ein paar Stichpunkte: 1. Musik hören aus de... Wie fange ich am besten an? Um es kurz und knapp zu machen, reichen ein paar Stichpunkte: 1. Musik hören aus de...
Wie fange ich am besten an? Um es kurz und knapp zu machen, reichen ein paar Stichpunkte:1. Musik hören aus dem Handy ist doof
2. Film schauen ohne Sound ist doof
3. Bausatz bestellen
4. Bauen
5. FreuenAber bis hierhin ist es ein doch etwas längerer Weg und den anderen Bauberichten und Erfahrungen entnehme ich, bei Euch war das nicht anders.
Also von vorn…
Es war einmal ein junger Bursche, der hatte…und hier verweise ich gern auf meine Vorstellung und das erste Hallo in die Runde und spule ein wenig nach vorn.
Wir befinden uns im Jahre des Herrn 2016 im wunderschönen Monat August. Ich bestellte mir eine Soundbase um den TV-Sound zu pimpen. Für mich war das zu diesem Zeitpunkt das perfekte Produkt, weil es diverse Ansprüche an Technik, Komfort und WAF beinhaltete. Leider war einer der verbauten Sub´s tot. Nach zwei Reparaturversuchen kam die Nachricht „irreparabel“ und ich bekam mein Geld zurück (Ende November!). Zwischenzeitlich habe ich mich immer wieder auf dieser Seite wiedergefunden und las mit Begeisterung die Berichte von neuen Bausätzen und was ihr daraus gezaubert habt.Zum Nikolaus fand ich meine Stiefel leer vor und beschenkte mich selber mit der Bestellung der U_Do4. 2 Tage später stand das Paket aus Bochum im Flur.


Ein paar Ideen hatte ich schon für das Design.

Und hier muss ich einwerfen: Das ist mein ERSTLINGSWERK! Ich bin nicht der Handwerker vor dem Herrn und auch nicht im Besitz einer entsprechenden Werkstatt oder des nötigen Werkzeugs. Mein Vater jedoch hat den Platz und auch das ein oder andere Equipment (Stichsäge, Akkuschrauber etc.). Ein paar Dinge fanden sich noch im Hobbykeller meines Schwiegervaters.
Also mit der Holzliste auf in den Baumarkt. Als Grundgedanke stand für mich Buche Multiplex wie bei Isoldes Line54 fest. Der erste Schock folgte jedoch ziemlich schnell. Die wollten doch tatsächlich für das Holz und ein paar Löcher drin in etwa den Gegenwert des Bausatzes haben.
Das war mir eindeutig zu viel. Also hab ich die Idee von Michael aufgegriffen und den Korpus aus Spanplatte und 4mm Buche Sperrholz als „dickes“ Furnier geplant. Da kein Osmo Hartwachsöl glänzend vorhanden war, nahm ich das normale mit. Seidenmatt sollte passen, da die restlichen Möbel auch nicht glänzend im Wohnzimmer stehen.


Beim hinstellen der Zuschnitte dann schon das erste Erwachen. Irgendwie fehlen da ein paar mm bei Deckel, Boden und Innenfach. Ich hatte noch ein wenig Sperrholz, also hab ich ein paar Streifen geschnitten und aufgeleimt. Was nicht passt, wird passend gemacht. Dabei entsann ich mich gleich wieder den netten Worten vom Schöpfer: „Lautsprecher bauen ist keine Wissenschaft, sondern Handwerk.“



Als ich der Schallwand dann die Löcher mit der Stichsäge verpasst habe, ist mir doch die erste auch gleich gebrochen. Nun ja, diese Lektion habe ich dann auch gelernt. 4 Hände sind manchmal besser und nur 2 Böcke sind eben keine richtige Werkbank. Egal, wozu gibt es Leim und außerdem kommt ja noch Furnier drauf. Die zweite Wand hat dann auch schon viel besser geklappt, soll heißen, sie hat unverletzt überlebt.
Beim Zusammenbau von Kiste Nr. 1 hab ich mich noch angestellt wie der erste Mensch. Die zweite war dann in 5 Minuten zusammengeleimt, Spanngurte drum herum, ein paar Zwingen und gut ist.


In den folgenden Tagen hab ich dann die Beplankung gefertigt und in der Reihenfolge Rückwand, Seiten, Deckel und Boden sowie zum Schluss die Front aufgeleimt.



Und hier war ich echt lange in einem inneren Zwiespalt. Keine Möglichkeit vor Ort die Front fräsen zu lassen und die Angst vor der eigenen Courage wegen eines passenden „Ich-versenke-die Chassis-mit-der-Stichsäge-Ausschnittes“ ließ mich letztlich zum aufgesetzten Chassis votieren. Also wieder die Stichsäge gezückt und ab dafür. Auch hier hat sich, wie in den Tagen zuvor, das „4-Hände-Prinzip“ sehr bewährt. An der Stelle muss ich meinem Vater schon mal einen dicken fetten Dank sagen. Da hat der Rentner immer bei Fuß und mit dem ein oder anderen guten Rat zur Seite gestanden.

Zwischen Rückseite und Seitenteilen habe ich dann mit tatkräftiger Unterstützung die Weichen gebastelt. Meine Cousine, welche das Löten und Bestücken von Leiterplatinen hauptberuflich betreibt, nebst ihrem Göttergatten, der wiederum als Hobbyeisenbahner über das ganze benötigte Kleinkram und Werkzeug verfügt, haben an einem kalten Sonntagabend ihre Freizeit geopfert. Im Gegenzug versprach ich einen Hör- und Guckabend mit einer Hopfenkaltschale.



Nach dem Leimen kommt das Schleifen, ihr kennt das. Deshalb will ich keine großen Worte dazu verlieren.

Nach dem ersten Ölen dachte ich schon, das wird nie etwas mit einem halbwegs ansehnlichen und haptisch vertretbaren Ergebnis. Zwischenschliff mit 320 belehrte mich eines besseren. Ich war begeistert ob der schönen Oberfläche. Der zweite Osmo-Gang folgte am nächsten Tag. Mit dem Ergebnis kann ich leben, es geht bestimmt besser und glatter und schöner und überhaupt und so weiter. Aber auch hier betone ich nochmals, es handelt sich um meine Erstlinge und ich wollte nach 2 Wochen Bastelarbeit dann auch endlich mal Musik hören.
Hier muss ich etwas nachtragen: Heute habe ich die Kisten nochmal mit Stahlwolle 000 abgewischt. Nun bin ich deutlich zufriedener. Zum Schutz der guten Technik habe ich die Plastikabdeckungen auf die Lautsprecher gepackt, so konnte ich mit ruhigem Gewissen mit dem Stahlwolleschwamm arbeiten. Schön glatt sind sie geworden. (Die ein oder andere etwas stumpfere Stelle ist dann für mich schon Klagen auf hohem Niveau,)

Also Weichen rein, Dämmung geschnitten und verstaut, vorgebohrt, Chassis angelötet und eingeschraubt. Mangels eines Amps im eigenen Haushalt, musste ich kurzerhand den 25 Jahre alten Pioneer A-501R bei meinen Eltern borgen und werde in der Folgezeit auf die Suche nach einem adäquaten Zuspieler für die U_Do4 gehen. Die ersten Töne aus Box 1 zauberten ein fettes Grinsen in mein Gesicht.
Zwischen Fertigstellung von Box 1 und 2 hatte ich noch einen Friseurtermin und so begab es sich, dass ich mit neuem Kopf und neuen Lautsprechern mit meinem Vater auf der heimischen Couch saß. Mit einem Glas Cognac hörten wir, auf Wunsch meines alten Herrn, den Gefangenenchor aus Nabucco. Da meine Eltern dieses Werk im Sommer in Verona genießen durften, freute ihn die Wiedergabe sichtlich. Er klopfte mir auf die Schulter und meinte: „Gut gemacht!“. Meine Holde nimmt es hin, dass im häuslichen Interieur nun Fremdlinge aufgetaucht sind und mit einem Meter Höhe auch recht dominant im Wohnzimmer stehen. Mehr muss ich zum WAF nicht sagen.



In den letzten Tagen hörte ich viel, spielte meine iTunes-Bibliothek hoch und runter. Es freut mich.
Hier will ich noch einmal Danke sagen:– Udo für diesen Bausatz
– Euch für die Bauberichte und die daraus resultierenden Info´s
– Jenen, denen ich in der letzten Zeit per Mail oder im Gespräch die Zeit geklaut habe
– ALLEN, die sich mein Gelaber vom Boxen-Selbstbau anhören mussten, ich habe mit viel Eifer und Freude darüber referiertInsgesamt waren es spannende 2 Wochen von Bestellung bis hin zum finalen Standort im Wohnzimmer.
Grüße EnricoZum Bausatz im Online-Shop:


















